Berichte und Medienmeldungen zum 10. März 2008
Von TB | 10. März 2008 | Kategorie: Politik, Tibet | 1 Kommentar »Oltner Tagblatt (CH), 10.3.08: Gedenkfeier für Tibet
Rund 100 Personen gedachten des tibetischen Aufstandes in Oensingen
Der tibetische Aufstand jährt sich heute zum 49. Mal. Schon am Samstag wurde in Oensingen eine Gedenkfeier abgehalten.
STEFAN BUCHER
Wohl an die hundert Personen fanden sich am Samstagmorgen im Eingangsbereich des Oensinger Bienkensaals ein, um des tibetischen Aufstands zu gedenken. Heute vor 49 Jahren wurde der tibetische Volksaufstand gegen die Besetzung Tibets durch China blutig niedergeschlagen. Über 100 000 Tibeter kostete dieser Aufstand das Leben. Seit 1996 wird in ganz Europa am 10. März in zahlreichen Gemeinden die tibetische Nationalflagge gehisst — zum Zeichen der Solidarität mit den Tibetern und deren Kampf um Unabhängigkeit…
… Wie in Fernost
Der Geräuschteppich des Smalltalk verstummte augenblicklich, als zur Eröffnung des Anlasses die Nationalhymne angestimmt wurde. Nach der Begrüssung durch den Initianten und Organisator der Gedenkfeier, Dorjee Phuntsok, begannen die bud-dhistischen Mönche zusammen mit den zum Grossteil in traditionelle tibetische Gewänder gekleideten Anwesenden mit dem Gebet. Die Stimmung war sehr eindrücklich und feierlich; für einen Moment wähnte man sich beinahe in Fernost.
Die Reden der anwesenden Politiker hatten mitunter eine sehr persönliche Note: Auch jene des SVP-Nationalrats Roland Borer: «Zur Zeit des Aufstandes war ich noch ein Kind; erst als ich etwas älter wurde, begann ich zu realisieren, was es bedeuten muss, als kleines Volk von einem dermassen grösseren Kontrahenten unterdrückt zu werden. Die zahlreichen in die Schweiz geflüchteten Tibeter haben sich an unsere Spielregeln gehalten, wurden rasch zu einem wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft und haben auch zu deren Wohlergehen beigetragen.»
Flagge zeigen
«Flagge zu zeigen bedeutet, sich mit etwas zu identifizieren, dafür einzustehen und sich dazu zu bekennen — auch, wenn dies mit Entbehrungen verbunden ist.» Mit diesen Worten wünschte auch der Solothurner Kantonsratspräsident Hansruedi Wüthrich (FdP) den Tibetern «weiterhin viel Kraft, zu ihrer Fahne zu stehen».
Nationalrat Pirmin Bischof (CVP) sagte: «Die Schweiz soll dem Tibet Anwältin sein für die Erhaltung und Erkämpfung der fundamentalen Menschenrechte — wozu auch die Identität gehört.» Diese Meinung teilte auch Ständerat Ernst Leuenberger (SP), doch «wenn wir ehrlich sind, haben wir kaum die Machtmittel dazu; wir sind relativ ohnmächtig und können wenig tun. Die Grossmächte schwiegen schon beim Einmarsch der Chinesen und auch heute hat niemand den Mut, sich mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht anzulegen.»
Die Präsidentin der Gesellschaft schweizerisch-tibetische Freundschaft (GSTF), Yangchen Büchli, dankte der Schweiz «für die grosszügige Aufnahme der Flüchtlinge; wir wurden mit warmen Herzen und offenen Armen empfangen». In der Schweiz leben ungefähr 2500 Tibeter — mehr als im ganzen restlichen Europa. «Wir zeigen Ausdauer und Geduld im gewaltlosen Kampf für unsere Unabhängigkeit. Aber es ist wichtig, dass sich der Westen nicht aufgrund wirtschaftlicher Interessen seiner Verantwortung entzieht; eine kurzfristige Verstimmung der Chinesen sollte durchaus in Kauf genommen werden und man sollte sich nicht von deren Drohgebärden einschüchtern lassen», so Büchli weiter.
Gelungener Anlass
Dorjee Phuntsok war zufrieden mit dem Anlass: «Er stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und hilft mit, die Problematik bekannt zu machen. Ganze 32 Gemeinden im Kanton hissen am Montag unsere Flagge.»
GSTF-Vorstandsmitglied Migmar Raith erzählt, dass sich «die Situation nach über fünfzig Jahren Unterdrückung kaum verbessert hat. Unsere momentan grösste Sorge ist die Umsiedlungspolitik der Chinesen». Insbesondere warnt Raith auch davor, sich allzu fest von der diesjährigen Olympiade blenden zu lassen; denn diese Publicity werden die Chinesen zu nutzen wissen.
Der Anlass wurde mit einer Tanz– und Musikgruppe abgerundet, die das Publikum mit traditionellen Darbietungen entzückte. Alles in allem ein gelungener Anlass, der den gewaltlosen Kampf eines unterdrückten Volkes um Unabhängigkeit in Erinnerung ruft.
Weitere Berichte aus dem In– und Ausland und die
Botschaft Seiner Heiligkeit des Dalai Lama zum 10. März 2008
Anlässlich des 49. Jahrestages des friedlichen Aufstandes des tibetischen Volkes in Lhasa am 10. März 1959 ehre ich und bete für die vielen mutigen Männer und Frauen Tibets, die unaussprechliche Härten erduldeten und ihr Leben für die Sache des tibetischen Volkes opferten, und bekunde meine Solidarität mit den Tibetern, die zurzeit Unterdrückung und Misshandlung erleben. Auch grüße ich alle Tibeter in und außerhalb Tibets,alle Unterstützer der tibetischen Sache und alle, die Gerechtigkeit schätzen.
Seit nahezu sechs Jahrzehnten leben Tibeter in ganz Tibet, bekannt als Cholkha-Sum (U-Tsang, Kham und Amdo) in ständiger Furcht, sie leiden unter Einschüchterung und Verdächtigungen im Zuge der chinesischen Unterdrückung. Trotzdem haben sie ihre religiöse Überzeugung, ein Bewusstsein ihrer Nation und Kultur, bewahrt. Nicht nur das: Das tibetische Volk war in der Lage, ein grundlegendes Streben nach Freiheit lebendig zu halten. Ich bin sehr erfreut und stolz auf sie.
Viele Regierungen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und Einzelpersonen auf der ganzen Welt haben fortwährend die Sache Tibets unterstützt, weil sie ein Interesse an Frieden und Gerechtigkeit haben. Besonders im letzten Jahr gab es wichtige Gesten von Regierungen und Nationen, die klare Unterstützung für uns zum Ausdruck brachten. Ich möchte jedem Einzelnen meine Dankbarkeit ausdrücken.
Das Tibetproblem ist sehr kompliziert. Es hängt mit vielen Bereichen zusammen: Politik, Natur Gesellschaft, Gesetzen, Menschenrechten, Religion, Kultur, der Identität eines Volkes, der Wirtschaft und der natürlichen Umwelt. Deshalb ist eine umfassende Herangehensweise notwendig, um dieses Problem zu lösen, die dem Nutzen aller beteiligten Parteien dient, nicht nur dem einer Partei allein. So waren wir standhaft in unserem Engagement einer für alle nützlichen Politik, dem Mittleren Weg, und wir haben ernsthafte und beharrliche Anstrengungen über viele Jahre unternommen, um dies zu erreichen.
Seit 2002 haben meine Repräsentanten sechs Gesprächsrunden mit den zuständigen offiziellen Vertretern der Volksrepublik China geführt, um die relevanten Punkte zu diskutieren. Diese ausgedehnten Diskussionen haben geholfen, einige ihrer Zweifel zu beseitigen, und es uns ermöglicht, unsere Erwartungen darzulegen. Hinsichtlich des grundlegenden Problems hat es jedoch überhaupt keine konkreten Ergebnisse gegeben. Und während der letzten Jahre hat Tibet wachsende Repression und Brutalität erlebt. Trotz dieser unglücklichen Entwicklungen bleibt mein Standpunkt und meine Entschlossenheit unverändert, die Politik des Mittleren Weges weiterzuverfolgen und unseren Dialog mit der chinesischen Regierung fortzusetzen.
Ein großes Problem der Volksrepublik China ist das Fehlen der Legitimität in Tibet. Die chinesische Regierung kann ihre Position dadurch festigen, dass sie eine Politik macht, die das tibetische Volk zufrieden stellt und sein Vertrauen gewinnt. Wenn es uns gelingt, durch einen Weg gegenseitiger Anerkennung Aussöhnung zu erreichen, werde ich, wie ich bereits viele Male dargelegt habe, alles tun, um die Unterstützung des tibetischen Volkes zu gewinnen.
Die natürliche Umwelt in Tibet ist als Resultat vielfältiger Aktivitäten der chinesischen Regierung, die auf mangelnder Voraussicht beruhten, ernsthaft geschädigt. Darüber hinaus ist im Zuge der Zuwanderungspolitik die nicht-tibetische Bevölkerung mehrfach angewachsen, während sich der Anteil einheimischer Tibeter in ihrem eigenen Land auf eine unbedeutende Minderheit verringert hat. Außerdem verschwinden Sprache, Sitten und Traditionen Tibets, welche die wahre Natur und Identität des tibetischen Volkes widerspiegeln. Als Folge werden die Tibeter immer stärker in die größere chinesische Bevölkerung assimiliert.
In Tibet nimmt die Unterdrückung zu — mit unzähligen, unvorstellbaren und groben Menschenrechtsverletzungen, der Verweigerung religiöser Freiheit und der Politisierung religiöser Angelegenheiten. Alles dies geschieht als Folge eines Mangels an Achtung der chinesischen Regierung vor dem tibetischen Volk. Dies sind große Hindernisse, welche die chinesische Regierung bewusst schafft, um ihre Politik der Vereinheitlichung der Nationalitäten voranzutreiben; ihre Politik diskriminiert zwischen den tibetischen und chinesischen Völkern. Daher dränge ich die chinesische Regierung, diese Politik sofort zu beenden.
Obwohl die Gebiete, die von der tibetischen Bevölkerung bewohnt werden, mit so verschiedenen Namen wie Autonome Region, Autonome Präfektur und Autonome Distrikte bezeichnet werden, sind sie nur dem Namen nach autonom; tatsächlich besitzen sie keine echte Autonomie. Statt dessen werden sie regiert von Menschen, die blind sind gegenüber der regionalen Situation und getrieben werden von dem, was Mao Zedong als Han-Chauvinismus bezeichnet hat. Diese sog. Autonomie hat den betroffenen Nationalitäten keinerlei greifbaren Nutzen gebracht. Unredliche Politik, die an der Realität vorbeigeht, führt zu großem Umrecht, nicht nur bei den entsprechenden Nationalitäten, sondern auch, was die Einheit und Stabilität der chinesischen Nation betrifft. Es ist wichtig für die chinesische Regierung, wie von Deng Xiaoping empfohlen, im wirklichen Sinn dieses Begriffes „die Wahrheit bei den Tatsachen zu suchen“.
Die chinesische Regierung kritisiert mich scharf, wenn ich vor der internationalen Gemeinschaft Fragen zum Wohlergehen des tibetischen Volkes aufwerfe. Bis wir für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben, habe ich die historische und moralische Verpflichtung, weiterhin offen für das tibetische Volk zu sprechen. Gleichzeitig ist allgemein bekannt, dass ich mich schon halb zur Ruhe gesetzt habe, seit die politische Führung der tibetischen Diaspora von der tibetischen Bevölkerung direkt gewählt wurde.
Aufgrund seines großen wirtschaftlichen Fortschritts entwickelt sich China zu einem mächtigen Land. Dies ist zu begrüßen, und es gibt China auch die Möglichkeit, eine wichtige Rolle auf der internationalen Bühne zu spielen. Die Welt ist begierig zu sehen, wie die gegenwärtige chinesische Führung die erklärten Konzepte einer „harmonischen Gesellschaft“ und eines „friedlichen Aufschwungs“ verwirklichen wird. Zur Realisierung dieser Konzepte ist wirtschaftlicher Aufschwung allein nicht ausreichend. Hier muss es Fortschrift geben hisichtlich der Beachtung von Gesetzen, der Transparenz, dem Recht auf Information sowie der Freiheit der Rede. Da China ein Land mit vielen Nationalitäten ist, müssen alle die gleichen Möglichkeiten und die gleiche Freiheit haben, ihre jeweilige Identität zu schützen, wenn im Land stabile Verhältnisse herrschen sollen.
Am 6. März 2008 erklärte Präsident Hu Jintao: „Die Stabilität Tibets betrifft die Stabilität des Landes, und die Sicherheit Tibets betrifft die Sicherheit des Landes.“ Er fügte, hinzu die chinesische Führung müsse das Wohlergehen der Tibeter sicherstellen, das Engagement betreffend Religion und ethnischer Gruppen verbessern und soziale Harmonie und Stabilität bewahren. Präsident Hus Erklärung ist richtig, und wir freuen uns, wenn sie umgesetzt wird.
Dieses Jahr erwartet das chinesische Volk stolz und ungeduldig die Eröffnung der Olympischen Spiele. Ich habe, von den ersten Anfängen an, die Idee unterstützt, China die Möglichkeit zu geben, Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein. Da solche internationalen Sportereignisse, besonders die Olympiade, die Prinzipien der Freiheit der Rede und des Ausdrucks, Gleichheit und Freundschaft hochhalten, sollte China sich als guter Gastgeber erweisen, indem es diese Freiheiten zulässt. Deshalb sollte die internationale Gemeinschaft, neben dem Entsenden ihrer Athleten, die chinesische Regierung an diese Werte erinnern.
Ich habe erfahren, dass viele Regierungen, Einzelpersonen und Nicht-Regierungs-Organisationen auf der ganzen Welt Aktivitäten unternehmen angesichts der Möglichkeit, die es für China gibt, sich positiv zu verändern. Ich bewundere ihre Aufrichtigkeit. Ich möchte nachdrücklich betonen, dass es sehr wichtig ist, auch die Zeit nach der Beendigung der Spiele im Blick zu haben. Die Olympischen Spiele werden ohne Zweifel großen Einfluss im Denken der chinesischen Bevölkerung haben. Deshalb sollte die Welt ihre Energien gebündelt einsetzen, einen kontinuierlichen Wandel innerhalb Chinas selbst herbeizuführen, nachdem die Olympiade beendet ist.
Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, meinen Stolz und meine Bewunderung für die Standhaftigkeit, den Mut und die Entschlossenheit des tibetischen Volkes innerhalb Tibets auszudrücken. Ich ermutige sie, ihre Arbeit friedlich und innerhalb der bestehenden Gesetze, die den Minderheits-Nationalitäten der Volksrepublik China — einschließlich des tibetischen Volkes — zustehen, ihre legitimen Rechte und Freiheiten zu nutzen.
Ich möchte diese Gelegenheit weiter nutzen, der Regierung und dem Volk Indiens besonders zu danken, für ihre fortwährende und unvergleichliche Unterstützung der tibetischen Flüchtlinge und der Sache Tibets. Ebenso drücke ich meine Dankbarkeit aus gegenüber allen Regierungen und Menschen für ihre fortwährende Anteilnahme der Sache Tibets.
Der Dalai Lama
10. März 2008
Nachrichten.ch, 10.3.08:
Gedenken an Volksaufstand im Tibet
Bern — Auf über 100 Rathäusern und öffentlichen Gebäuden der Schweiz weht heute die tibetische Flagge. Mit dieser Aktion und einer Kundgebung vor der chinesischen Botschaft in Bern gedenkt die Tibetergemeinschaft des 49. Jahrestages des tibetischen Volksaufstands.
Die Tatsache, dass mehr Gemeinden und Städte an der Aktion teilnähmen, zeige die Wichtigkeit des Themas, teilte die Gesellschaft schweizerisch-tibetische Freundschaft am Montag mit. Der Entscheid der demokratisch gewählten Vertreter zähle umso mehr, als diese für Tausende von Bürgern sprächen. Neben bisherigen Orten wie Basel, Bülach, Horgen, Olten oder Liestal seien dieses Jahr zusätzliche Gemeinden dazu gekommen wie Glarus, Waldenburg oder Obergösgen, heisst es weiter. Die Aktion findet in über 1000 Kommunen in ganz Europa statt. Gleichzeitig begann «die Fackel für Tibet» ihre Reise um die Welt. Die Tibet-Organisation kritisierte damit die fehlende Anerkennung des Tibets vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Ende April wurde die Fackel in der Schweiz erwartet.
Gerüchte führen zum Aufstand
Der Aufstand vom 10. März 1959, neun Jahre nach dem Einmarsch der chinesischen Truppen im Tibet, begann mit dem Gerücht, die Chinesen wollten den Dalai Lama nach Peking entführen. Tausende zogen zur Sommerresidenz ihres Oberhauptes, um es zu beschützen. Tibetische und chinesische Beamte wurden angegriffen. Aus dem Aufstand entwickelte sich ein Massenprotest für ein freies Tibet. Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Tausende wurden inhaftiert, Tausende starben nach exil-tibetischen Angaben an den Folgen von Misshandlungen, schlechten Haftbedingungen und Unterernährung. Der Dalai Lama flüchtete nach Indien ins Exil, wo er noch heute lebt. Nach der Flucht des Dalai Lama und des Grossteils der tibetischen Regierung gab die chinesische Seite ihre bis dahin geübte Zurückhaltung auf und nahm die Region unter strenge Kontrolle.
(http://www.nachrichten.ch/detail/303383.htm)
Die Zeit online, 10.3.08:
Protest: Dalai Lama beklagt Unterdrückung Tibets
49 Jahre befindet sich der Dalai Lama im indischen Exil. Zum Jahrestag wirft das geistliche Oberhaupt China schwere Verletzungen der Menschenrechte vor. In Indien brechen mehrere hundert mutige Exiltibeter zu einem Protestmarsch nach Tibet auf.
“Die Verletzung der Menschenrechte erreicht gewaltige und unvorstellbare Ausmaße, bis hin zur Beschneidung der Religionsfreiheit und Politisierung religiöser Fragen”, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter anlässlich des 49. Jahrestages seines Exils. Der 72-jährige Friedensnobelpreisträger lebt seit seiner Flucht nach einem gescheiterten Aufstand gegen die chinesischen Herrscher 1959 im nordindischen Dharamsala. “Seit fast sechs Jahrzehnten leben die Tibeter in permanenter Angst und unter chinesischer Unterdrückung”, beklagte der Dalai Lama.
Mehrere hundert Exiltibeter in Indien begannen einen gegen China gerichteten Protestmarsch. Unter dem Applaus tausender buddhistischer Mönche brachen sie in Dharamsala, dem Sitz des Dalai Lamas und der tibetischen Exil-Regierung auf. An dem Marsch beteiligen sich Mönche, Nonnen und Jugendliche, die im Exil geboren wurden und Tibet noch nie gesehen haben. Sie wollen das Land in sechs Monaten erreichen.
“Tibet den Tibetern”
Die chinesische Regierung nutze Olympia als Plattform, um die illegale Besetzung Tibets zu legitimieren, sagte der Präsident des Tibetischen Jugend-Kongresses, Tsewang Rigzin, im nordindischen Dharamsala. “Wir zeigen auf, dass Tibet den Tibetern gehört und wie nie aufgeben werden, bis es unabhängig wird.” Ziel sei, “die tibetische Freiheitsbewegung wieder zu beleben und die chinesische Besatzung zu bekämpfen”.
In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu versammelten sich rund 3000 Tibeter in einem Tempelkomplex. Als rund 500 Menschen das Gelände verlassen wollten, um vor der chinesischen Botschaft zu protestieren, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte hielten die Demonstranten mit Schlagstöcken von ihrem Vorhaben ab, nachdem sie mit Steinen beworfen worden waren. Mindestens zwei Polizisten und drei Demonstranten wurden verletzt.
Presse-Portal, 10.3.08: Tibet-Aktion: Proteste vor der chinesischen Botschaft
Zum 49. Mal jährt sich heute am 10. März der Gedenktag des tibetischen Volksaufstandes von 1959. Im olympischen Jahr protestieren Tibeter und deutsche Tibetorganisationen vor der chinesischen Botschaft und erinnern mit der Aktion “Empty Robes” an die immer noch offene Tibet-Frage.
Der Verein der Tibeter in Deutschland (VTD), die Tibet Initiative Deutschland (TID) und die International Campaign for Tibet (ICT) machen am 10. März gemeinsam auf die gewaltsame Niederschlagung des tibetischen Volksaufstandes von 1959 aufmerksam. “Empty Robes” heißt die rund 50 Quadratmeter große Installation, die vor der chinesischen Botschaft ausgelegt wird und die aus leeren Mönchsroben besteht. Die Roben stehen für die noch immer Besorgnis erregende Menschenrechtssituation in Tibet, insbesondere für die Einschränkung der Religionsfreiheit.
“Fünf Monate vor den Olympischen Spielen ist festzustellen, dass sich die politische Lage in Tibet nicht gebessert hat. Im Gegenteil: Sie hat sich sogar seit der Anbindung Tibets an das chinesische Eisenbahnnetz deutlich verschlechtert. Die starke Zuwanderung von Arbeitsmigranten aus China drängt die Tibeter an den Rand der Gesellschaft und dies im eigenen Land”, zeigt sich Kai Müller, Geschäftsführer der ICT besorgt.
Dennoch sehen die deutschen Tibetorganisationen eine große Chance für China im olympischen Jahr. Wolfgang Grader, Vorstandsvorsitzender der TID, sagt hierzu: “China kann sich mit den Spielen in Peking der Weltöffentlichkeit präsentieren. Die chinesische Regierung sollte diese Chance nutzen, um in einen ernsthaften Dialog mit dem Dalai Lama einzutreten mit dem Ziel, endlich substanzielle Verbesserungen für die Tibeter in Tibet zu erreichen. Dabei ist auch die deutsche Bundesregierung gefordert die Dialogbemühungen des Dalai Lama zu unterstützen und damit zu einer friedlichen Lösung der Tibet-Frage beizutragen.”
Seit der gewaltsamen Besetzung Tibets durch China sind mehrere hunderttausend Tibeter und Tibeterinnen an deren Folgen gestorben. Deutschlandweit solidarisieren sich am 10. März über 900 deutsche Städte und Gemeinden mit Tibet, indem sie die tibetische Nationalflagge hissen.
(http://www.presseportal.de/pm/54363/1151075/international_campaign_for_tibet)




Free Tibet! kann ich da nur sagen. Einfach unglaublich und unverständlich von den Chinesen, die derartige Unterdrückung des tibetischen Volkes im eigenen Land. Hoffe sehr, dass sich das ändern wird.
Der Artikel ist sehr schön geschrieben. Weiter so und kämpft weiterhin für die Freiheit Tibets!
Gruss
Ein stolzer Tibeter