Jiabao-Besuch: Friedliche Tibet-Aktivisten abgeführt
Von TB | 28. Januar 2009 | Kategorie: News, Schweiz | 1 Kommentar »
Dieser “Sichtschutz” gefällt Chinesen: Die Macht der Gewohnheit im eigenen Land.
Berner Zeitung 27.01.2009
Mit einem grossen Polizeiaufgebot auf dem Bundesplatz ist in Bern der offizielle Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao abgesichert worden. Dabei wurden 21 friedlich demonstrierende Tibet-Aktivisten in einer Blitzaktion in Polizeigewahrsam genommen. Der Erlebnisbericht.
13 Uhr: Langsam fahren Polizei und Militärautos auf. Sie sind vollbesetzt mit Sicherheitsbeamten. Vereinzelt sind auch Tibeter auszumachen, die am Rande des Platzes zusammen schwatzen. Der in Kehrsatz lebende tibetische Musiker Loten Namling, ein langjähriger Free-Tibet-Kämpfer, ist mitten unter ihnen und trägt eine Tibet-Fahne.
Die Besucher scheinen Verspätung zu haben. Eigentlich wollte die Polizei bereits um 13 Uhr den Bundesplatz abgesperrt haben.
13.30 Uhr: Dutzende Beamte sind auf dem Platz in Bereitschaft. Die Stimmung ist ruhig. Der Platz leer. Einzelne «Gaffer» wundern sich über das grosse Sicherheitsaufgebot.

14 Uhr: Die Lage ist immer noch ruhig. Gespannt harren Polizei, Presse und einige Schaulustige der Dinge, die da kommen. Einzelne Gruppen von Beamte in Kampfmontur patrouillieren über den Bundesplatz.
14:30 Uhr: Die Polizei hat ihr Aufgebot verstärkt. Es wird mit der Gruppe von pro-Tibet Demonstranten an der Abschränkung verhandelt. Zuvor war ihnen ein Ulitmatumgestellt worden, den Bundesplatz bis 14.30 Uhr zu räumen. Unter der Gruppe von etwa 30 Demonstranten befinden sich auch Familien mit Kindern.
15:20 Uhr: Hektischer Moment auf dem Bundesplatz: Nach Verstreichen des Ultimatums für die tibetischen Demonstranten wurden Loten Namling und andere Demonstranten gewaltsam durch die Polizei abgeführt worden. Nach der friedlichen Kundgebung hallten die Free Tibet-Schreie der Tibeter um so schriller über den Bundesplatz. Etliche Zuschauer waren mit dem Vorgehen der Polizei nicht zufrieden und begleiteten die Aktion mit Buhrufen.
15.45 Uhr: Die Lage hat sich wieder etwas beruhigt. Allerdings haben sich viel mehr Schaulustige bei den Abschrankungen aufgestellt.
16 Uhr: Trotz Verbot durch die Polizei skandieren weitere Tibeter (rund 10 Frauen mit Kindern) aus vollem Hals für ihr Land. Die Sicherheitskräfte lassen sie gewähren. Allerdings sind sie von rund 20 Beamten umzingelt.
16.20 Uhr: Die Polizei fährt mit Autos vor den Demonstranten auf. Sie bauen einen sogenannten Sichtschutz. Damit soll verhindert werden, dass das Staatsoberhaupt aus China die Demonstrierenden sichtet. Einzelne Zuschauer machen Witze: «Ist das jetzt der faschistische Schutzwall» oder «Die Mauer muss nieder.» Die meisten Leute aus der Bevölkerung bringen dem Sichtschutz wenig Verständnis entgegen.
16.30 Uhr: Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao ist mit einem von der Polizei geleiteten Konvoi fast unbemerkt (Sichtschutz) vor dem Bundeshaus durchgefahren. Der Abschluss bildete ein Krankenwagen.
Bildstrecke zur Verhaftung de
r Tibeter




Silmple like this,
Absperrgitter haben die Message: Bis HIER !
und da waren wir Junge, Alten und ganz Junge friedlich
und wurden abgeführt und in Handschellen abtransportiert
(was ich ein bisschen übertrieben fand).
Doch leider ist es nur ein Traum, dass unsere Brüder und Schwestern in Tibet mit so viel Respekt behandelt würden wie wir…