Tibet-Information der GSTF vom 15. Juni 2009

Kon­flikt um Gold­mine fried­lich beigelegt

Nach lan­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen soll sich laut einem Infor­man­ten von Radio Free Asia die Betrei­be­rin der geplan­ten Gold­mine zurück­zie­hen. Hun­derte von Tibe­tern hat­ten fast vier Monate lang die Zufahrt zu einer geplan­ten Gold­mine blo­ckiert, weil das Edel­me­tall in einem für die Anwoh­ner hei­li­gen Berg gewon­nen wer­den sollte [vergl. Tibet-Information vom 28. Mai 2009; UM]. Nach­dem Sicher­heits­kräfte auf­ge­zo­gen waren, drohte die Anwen­dung von Gewalt zur Auf­lö­sung der Blockade.

Nun soll aber der Kon­flikt fried­lich beige­legt wor­den sein, indem die Betrei­be­rin Zhong­kai Co. schrift­lich zusi­cherte, dort kein Gold zu schür­fen. In Anwe­sen­heit von loka­len Regie­rungs­mit­glie­dern sei eine schrift­li­che Überein­kunft geschlos­sen wor­den, dass die Tibe­ter die Blo­ckade been­den und sich gleich­zei­tig die Sicher­heits­kräfte zurückziehen.

Keine Einig­keit hin­ge­gen herrscht über die Besei­ti­gung von mög­li­cher­weise gif­ti­gen Rück­stän­den aus frü­he­rer Minen­tä­tig­keit. Die Behör­den hät­ten zuge­si­chert, eine Beton­bar­riere zu errich­ten, damit diese Rück­stände nicht in das Trink­was­ser sicker­ten. Wäh­rend die Behör­den die­Rück­stände sofort besei­ti­gen woll­ten, hät­ten die Tibe­ter dar­auf bestan­den, diese erst von einer unab­hän­gi­gen Spe­zi­al­firma unter­su­chen zu las­sen. Auch die loka­len Behör­den hät­ten nun das Umweltschutz-Department der Auto­no­men Region Tibet mit einer Unter­su­chung beauftragt.

Tibe­ter wider­set­zen sich dem Ver­bot, ein reli­giö­ses Fest zu feiern

Sicher­heits­kräfte in Lhasa nah­men Anfang Juni sechs Tibe­ter fest, nach­dem bis zu 200 Per­so­nen zur Feier des Saka Dawa Fes­tes – anläss­lich Buddha‘s Geburt, Erleuch­tung und Ein­gang ins Nir­wana — zusam­men­ge­kom­men waren. Ein­woh­ner von Lhasa sagen, es sei dort die erste grös­sere Ver­samm­lung von Tibe­tern seit den mas­si­ven Demons­tra­tio­nen gegen die chi­ne­si­sche Herr­schaft gewe­sen, die im März 2008 aus­bra­chen. Die Behör­den hat­ten schon im Vor­feld zu die­sem bud­dhis­ti­schen Fest die Restrik­tio­nen für die reli­giöse Betä­ti­gung der Tibe­ter ver­schärft. Strenge Anwei­sun­gen ergin­gen an Stu­den­ten und Regie­rungs­an­ge­stellte, wäh­rend der Fest­tage keine reli­giöse Stät­ten aufzusuchen.

Laut Augen­zeu­gen sam­mel­ten die Tibe­ter Geld und brach­ten im zen­tra­len Tem­pel der Stadt, dem Jok­hang, Opfer­ga­ben dar. Dann zogen sie zum Potala Palast, der ehe­ma­li­gen Resi­denz des Dalai Lama. Dort rie­fen sie „Lha Gyalo“ (Die Göt­ter mögen sie­gen). Sie hat­ten sich alle tra­di­tio­nelle tibe­ti­sche Sei­den­schals umge­legt. Als sie ihren Weg fort­set­zen woll­ten, wur­den sie von Mili­tär­po­li­zis­ten auf­ge­hal­ten“, fügte er hinzu. Spä­ter ver­sam­mel­ten sich wei­tere Tibe­ter, wur­den aber von der Poli­zei ange­hal­ten und zur Rede gestellt. Sie ant­wor­te­ten, dass sie ledig­lich von ihrer Reli­gi­ons­frei­heit Gebrauch mach­ten. Über das Schick­sal der Fest­ge­nom­men ist nicht wei­te­res bekannt.

Muss Renault für Ehren­bür­ger­schaft des Dalai Lama in Paris büssen?

China hat den Import von Autos der Marke Renault wegen „Sicher­heits­pro­ble­men“ gestoppt. Anlass für die Mass­nahme könnte die Ernen­nung des Dalai Lama zum Ehren­bür­ger von Paris sein.

Die zustän­dige Behörde sprach in einer am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­ten Mit­tei­lung von „ernst­haf­ten ver­steck­ten Sicher­heits­pro­ble­men“. Betrof­fen vom Ein­fuhr­stopp sind meh­rere Modelle des fran­zö­si­schen Her­stel­lers. Eine Spre­che­rin von Renault betonte gemäss BBC, die Pro­bleme hät­ten nichts mit der Pro­duk­tion der Fahr­zeuge zu tun, son­dern mit dem Trans­port und der Lagerung.

Die BBC ver­wies dar­auf, dass der Import­stopp nur drei Tage nach der Ernen­nung des Dalai Lama zum Ehren­bür­ger von Paris ver­hängt wurde. Das chi­ne­si­sche Aus­sen­mi­nis­te­rium hatte am Mon­tag gegen die vom Pari­ser Bür­ger­meis­ter Bertrand Dela­noë vor­ge­nom­mene Ehrung pro­tes­tiert und von einer „ernst­haf­ten Ein­mi­schung“ in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten Chi­nas gespro­chen. Erst kürz­lich hatte die chi­ne­si­sche Regie­rung Frank­reich vor wei­te­ren „Feh­lern“ in Sachen Tibet gewarnt.

Quel­len: Radio Free Asia; 20 min​.ch; BBC

Zusam­men­ge­stellt für die GSTF durch Dr. Uwe Meya

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