Tibetinformation der GSTF vom 24. Juni 2009
Von TB | 25. Juni 2009 | Kategorie: GSTF | Kommentare deaktiviertRegierung lässt Satellitenschüsseln demontieren
Quellen zufolge haben die chinesischen Behörden in den vorwiegend von Tibetern bewohnten Gegenden in der heute chinesischen Provinz Gansu (im Nordosten des historischen Tibet) mit der Demontage von Satellitenschüsseln begonnen. Dadurch soll der Zugang zu ausländischen Medien unmöglich gemacht werden. Wie eine tibetische Kontaktperson aus der Gegend mitteilte, richte sich die Massnahme in erster Linie gegen die tibetischsprachigen Programme von Radio Free Asia (RFA) und Voice of America (VOA). RFA zitiert die Kontaktperson: „Anfang April entsandte die örtliche Fernseh– und Rundfunkabteilung der Präfektur technisches Personal in diverse Bezirke, um Kabel für den staatlichen Fernsehempfang zu installieren und die Satellitenschüsseln zu entfernen, mit denen die tibetischen Einwohner bisher die Programme der ausländischen Sender RFA und VOA empfingen…Statt dessen installierten sie Kabel, mit denen man nur die von der Regierung genehmigten Sendungen empfangen kann“. In einem Dokument der Präfektur Kanlho, das RFA zugespielt wurde, wird von „einem neuem Grosseinsatz zur Einziehung von Satellitenschüsseln“ gesprochen. Damit soll in der Provinz Gansu der Zugang zu Langwellen-Sendungen blockiert werden, denn dort sei es im letzten Jahr zu wiederholten Protestaktionen der Tibeter gegen die chinesische Herrschaft gekommen. In dem Dokument heisst es weiter, wer sich den Anweisungen der Regierung widersetze und seine Schüssel nicht entfernen lasse, werde zur Rechenschaft gezogen. Bereits im Jahre 2000 ergriff die Regierung Massnahmen, um die Sendungen von RFA und VOA zu blockieren. Zu diesem Zweck wurden in den tibetischen Gebieten Hunderte von Masten mit Störsendern aufgestellt.
Neuer Konflikt um eine Mine: 3 Verwundete
Bei einem weiteren Konflikt um ein Bergbauprojekt wurden 3 Tibeter verletzt. Die Proteste im Bezirk Meldro Gongkar, nahe Lhasa, richteten sich gegen die Umleitung von Wasser in eine Mine. Die Umleitung hat zum Austrocknen des Flusses geführt, so dass nicht genug Trinkwasser zur Verfügung steht und die Felder nicht mehr ausreichend bewässert werden können. Auch seien in Folge der Massnahmen viele Quellen in der Region versiegt. Die Mine hatte bereits im Jahre 1990 den Betrieb aufgenommen und zahlreiche chinesische Arbeiter angezogen. Kürzlich wurden gross angelegte Baumassnahmen zur Umleitung von Wasser aus dem lokalen Fluss begonnen. Die Kanäle führen über Ackerland, das den Bauern ohne Kompensation abgenommen wurde. Die Anwohner klagen ausserdem, dass bereits 1000 Tiere wegen Wassermangel und toxischer Rückstände aus dem Abbau verendet seien. Nachdem eine Delegation der betroffenen Anwohner, die zu einem Gespräch mit den Behörden entsandt worden war, abgewiesen wurde, versammelte sich einer ungenannte Zahl von Tibetern auf der Strasse und geriet mit den chinesischen Arbeitern aneinander. Die nachfolgende Polizeiaktion am 20. Juni liess 3 Tibeter verletzt zurück; einer von ihnen wurde ein Spital eingeliefert. Auch eine Versammlung mit den Protestierenden, die am folgenden Tag einberufen wurde und zu der hochrangige Kader und weitere Sicherheitskräfte herbei eilten, habe die Bevölkerung nicht beruhigen können. Zwar seien viele chinesische Arbeiter von der Mine abgezogen worden, doch die Proteste vor dem Regierungsgebäude hielten an. Tibeter würden sich auf die Stasse legen und so die Zufahrt zur Mine blockieren.
Quellen: Radio Free Asia [adaptierte dt. Übersetzung von IGFM München]; Phayul
Zusammengestellt für die GSTF von Dr. Uwe Meya



