Zusammenstoss zwischen Bewohnern und Bergleuten in Meldro Gongkar

www​.phayul​.com, 23. Juni 2009
Die Bewoh­ner der Gemeinde Gyama in der Nähe von Lhasa pro­tes­tie­ren gegen eine Berg­bau­firma, die das Was­ser des Gyama Flus­ses für ihr Berg­bau­pro­jekt ablei­ten will. Dazu wur­den bereits Rohre über die Fel­der der Bau­ern ver­legt, die die­sen gewalt­sam und ohne Ent­schä­di­gung weg­ge­nom­men wur­den. Seit fast zwei Jahr­zehn­ten wer­den in den Ber­gen von Gyama nun schon Boden­schätze abge­baut. Die in den Gyama Shing­chu Fluß abge­lei­te­ten toxi­schen Abfälle führ­ten im letz­ten Jahr zum Tod einer gro­ßen Zahl an Rindern.

Die auf­ge­brauch­ten Dorf­be­woh­ner gin­gen am 20. Juni auf die Straße, wo sie mit den chi­ne­si­schen Berg­leu­ten zusam­men­stie­ßen. Es kam zu einer Aus­ein­an­der­set­zung, und bei dem dar­auf­fol­gen­den Poli­zei­ein­satz wur­den drei Tibe­ter ver­wun­dert. Der am schwers­ten Ver­wun­dete mußte in ein Kran­ken­haus nach Lhasa gebracht werden.

Höhere Beamte von der Auto­no­men Region Tibet, Mit­ar­bei­ter der Bezirks­ver­wal­tung und Mili­tär­po­li­zis­ten berie­fen am 21. Juni die Orts­an­säs­si­gen zu einem Mee­ting ein. Dabei for­der­ten die Tibe­ter eine sofor­tige Ein­stel­lung der Arbei­ten zur Ablei­tung von Was­ser und der Berg­bau­ak­ti­vi­tä­ten in der Gegend. Unse­ren Quel­len zufolge hät­ten viele der Tibe­ter aus Ver­zweif­lung sogar geweint. Nach dem Mee­ting ver­lie­ßen die chi­ne­si­schen Berg­leute am 21. Juni die Gegend. Die dor­ti­gen Bewoh­ner leg­ten sich jedoch aus Pro­test vor den Gebäu­den der Gemein­de­ver­wal­tung auf den Boden und blo­ckier­ten die Zufahrt zu dem Bergbauareal.

Für die Dorf­be­wohn­ter in dem Tal ist der Gyama Shing­chu als Trink­was­ser­lie­fe­rant und zur Bewäs­se­rung ihrer Fel­der lebens­not­wen­dig. Viele der natür­li­chen Quel­len in der Gegend sind bereits aus­ge­trock­net, wodurch ihre Trink­was­ser­ver­sor­gung ernst­lich gefähr­det ist.

Gyama Shen in Mel­dro Gong­kar ist von his­to­ri­scher Bedeu­tung, denn dort wurde der tibe­ti­sche Groß­kö­nig Songt­sen Gampo (617–650) gebo­ren. In dem Tal gibt es 15 Dör­fer, zwei davon sind Nomadengemeinschaften.

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