Die höchste Schweizerin, Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi wird Anfang August den Dalai Lama treffen.
Von TB | 15. Juli 2009 | Kategorie: News | Kommentare deaktiviert… und zeigt damit auch dem Bundesrat, was Anstand ist! (tibetfocus.com)
Neue Zürcher Zeitung, 15.7.09: (ap) Der Bundesrat hat seinerseits ein offizielles Treffen abgelehnt und damit Kritik hervorgerufen. Nationalratspräsidentin Simoneschi-Cortesi (cvp./Tessin) zeigte sich jedoch auf Anfrage des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für ein Treffen bereit, wie ein EDA-Sprecher Erik Reumann sagte.
Nicht im Raum stehe momentan, dass ein Vertreter der Landesregierung mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter anlässlich von dessen Besuch in Lausanne zusammenkomme, sagte Reumann. Der Bundesrat hatte an seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien beschlossen, keine offizielle Regierungsdelegation zu entsenden. Bundesratssprecher André Simonazzi bestätigte entsprechende Medienberichte vom Mittwoch. «Die Möglichkeit eines informellen Treffens wurde jedoch offen gelassen», sagte Simonazzi.
Wann und wo genau die Begegnung zwischen Simoneschi-Cortesi und dem Dalai Lama stattfindet, ist laut dem EDA-Sprecher Reumann noch nicht bestimmt. Der 74-Jährige weilt am kommenden 4. und 5. August in Lausanne. Bei seinem letzten Besuch in der Schweiz im Sommer 2005 hatte sich Innenminister Pascal Couchepin offiziell mit ihm getroffen. Eine im vergangenen Herbst geplante Reise in die Schweiz und andere europäische Länder hatte das tibetische Oberhaupt aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen.
«Weiterer Bückling»
Kritik am Verzicht des Bundesrats, den Dalai Lama zu treffen, übte die Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie forderte die Landesregierung in einer Stellungnahme auf, ihre «offensichtliche Rücksichtnahme auf offizielle chinesische Befindlichkeiten abzulegen» und den Dalai Lama offiziell zu empfangen. Der Verzicht auf eine direkte Begegnung könnte ihrer Ansicht nach von Chinas Regime als «weiterer Bückling» interpretiert werden.
Nach wie vor in schlechter Erinnerung sei der Besuch des chinesischen Regierungschefs im vergangenen Januar, als das Grundrecht der freien Meinungsäusserung ausser Kraft gesetzt und friedliche Demonstrationen von Exiltibetern mit einem Polizeieinsatz vorzeitig beendet worden seien, hält die Gesellschaft für bedrohte Völker weiter fest.



