Eine Begegnung zwischen Tibetischen und Schweizer Parlamentariern

GSTF 26.11.09, von Dicky Tethong -
Am 23. Novem­ber 2009 traf eine Dele­ga­tion von tibe­ti­schen Par­la­men­ta­ri­ern, wel­che in Rom am 5. Welt-Parlamentarier-Treffen zu Tibet teil­ge­nom­men hatte, mit Mit­glie­dern der über­par­tei­li­chen par­la­men­ta­ri­schen Gruppe für Tibet im Schwei­zer Par­la­ment. Trotz kurz­fris­ti­ger Ankün­di­gung fan­den Mario Fehr (SP) und Kathy Rik­lin (CVP), Prä­si­dent und Vize­prä­si­den­tin der über­par­tei­li­chen Par­la­men­ta­ri­er­gruppe Tibet-Schweiz Zeit für einen ein­stün­di­gen Aus­tausch mit den tibe­ti­schen Par­la­men­ta­ri­ern in Zürich.

Dicky Tethong, Vor­stands­mit­glied der GSTF, begrüsste die Sit­zungs­teil­neh­mer und stellte kurz die GSTF vor. Anschlies­send berich­tete Mario Fehr über die Vor­stösse und Akti­vi­tä­ten der inter­par­la­men­ta­ri­schen Gruppe Tibet-Schweiz und hob die gute Zusam­men­ar­beit mit der GSTF, dem VTJE und der TGSL sowie den regen Aus­tausch mit dem tibe­ti­schen Europa-Abgeordneten Sonam Mon­khar hervor.

Par­la­men­ta­rier Dawa Tse­ring gab eine Zusam­men­fas­sung der Ergeb­nisse des 5. Welt-Parlamentarier-Treffens zu Tibet in Rom und seine Zufrie­den­heit über den Aus­gang des Tref­fens zum Aus­druck. Ein kon­kre­tes Ergeb­nis des Tref­fens sei die Ernen­nung von sechs Par­la­men­ta­ri­ern gewe­sen, die mit der Auf­gabe betraut wur­den, die Mit­glie­der der welt­wei­ten Par­la­men­ta­ri­er­grup­pen zu Tibet mit­ein­an­der zu ver­net­zen, um eine bes­sere welt­weite Koor­di­na­tion zu erreichen.

Der Kli­ma­wan­del und seine Fol­gen für Tibet seien ein wich­ti­ges Thema am Tref­fen in Rom gewe­sen. Es sei beschlos­sen wor­den, dass ver­sucht wer­den solle, die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels für Tibet an der kom­men­den Kli­ma­kon­fe­renz in Kopen­ha­gen auf die Agenda zu brin­gen. Eine Dele­ga­tion der tibe­ti­schen Exil­re­gie­rung werde am Kli­ma­gip­fel in Kopen­ha­gen teil­neh­men. Sie wer­den unter den von Wis­sen­schaf­tern gepräg­ten Begriff „Tibet, der Dritte Pol“ sich in die Kli­ma­de­batte einbringen.

Die Abge­ord­nete Yeshi Dolma drückte ihre Besorg­nis über den mas­si­ven Zustrom von chi­ne­si­schen Sied­lern nach Tibet aus, wel­cher durch den zuneh­men­den Aus­bau der Infra­struk­tu­ren in Tibet beschleu­nigt werde. Tibe­ter wür­den dadurch immer mehr mar­gi­na­li­siert und ihrer wirt­schaft­li­chen Exis­tenz­grund­lage beraubt.

Mario Fehr erkun­digte sich, ob mit der Wie­der­auf­nahme des Dia­logs zwi­schen der tibe­ti­schen und chi­ne­si­schen Regie­rung in nächs­ter Zeit gerech­net wer­den könne. Gemäss Abge­ord­ne­ter Kel­sang Gyari habe die tibe­ti­sche Exil­re­gie­rung ihre Bereit­schaft zu Gesprä­chen mit der chi­ne­si­schen Füh­rung bekräf­tigt. Die Initia­tive müsse aber von China ausgehen.

Abge­ord­ne­ter Ser­tha Tsultrim gab an, bis vor kur­zem eine Inter­net Zei­tung betrie­ben zu haben. Lands­leute in Tibet hät­ten diese Seite häu­fig benutzt und ihre Kom­men­tare abge­ge­ben. Lei­der sei seine Inter­net­seite Opfer der chi­ne­si­schen Zen­sur gewor­den. Er appel­liert, dass der Wes­ten gegen die Ein­schrän­kung der Medi­en­frei­heit Pro­teste einlegt.

Abge­ord­ne­ter Dawa Tse­ring würde es begrüs­sen, wenn die Schwei­zer Regie­rung im Rah­men eines För­der­pro­gramms in Indien leben­den jun­gen Tibe­te­rin­nen und Tibe­tern eine Aus– oder Wei­ter­bil­dung in der Schweiz ermög­li­chen könnte.

Mario Fehr dankte den tibe­ti­schen Par­la­men­ta­ri­ern für die Aus­tausch­mög­lich­keit und sicherte ihnen seine wei­tere Unter­stüt­zung für die Sache Tibets zu.

Die tibe­ti­schen Par­la­men­ta­rier bedank­ten sich zum Abschied bei den bei­den Schwei­zer Par­la­men­ta­ri­ern mit einer Glücksschleife.

FacebookEmailPrintPrintFriendlyShare

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Hallo zusam­men

    Ich habe soeben den Arti­kel über die Begeg­nung der schwei­ze­ri­schen und tibe­ti­schen Par­la­men­ta­ri­ern gele­sen und finde es eine ganz fabel­hafte Idee ein För­der­pro­gramm für in Indien lebende Tibe­te­rin­nen und Tibe­ter zu lan­cie­ren zwecks Bil­dungs­mög­lich­kei­ten in der Schweiz. Bil­dung führt zu Wis­sen und Wis­sen zu Macht. Und ich finde was Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten betrifft hat unser Land sehr viel zu bie­ten. Hat jemand eine Idee wie man diese Aktion unter­stüt­zen kann? Viel­leicht durch eine Peti­tion? Ich glaube in der Gruppe hat das mehr Kraft als durch Ein­zel­per­so­nen, obwohl natür­lich bei­des seine Wir­kung hat! Bin offen für Aus­tausch, bitte schreibt mir doch per e-mail: orangerose@​bluewin.​ch