Drastische Einschränkungen in Klöstern Tibets: Behörden untersagen jährliche religiöse Versammlung im Bezirk Barkham in Osttibet

www​.phayul​.com, 28. Dezem­ber 2009 -
China hat eine all­jähr­li­che statt­fin­dende Kon­gre­ga­tion tibe­ti­scher Mön­che im Bezirk Bark­ham, TAP Ngaba, Pro­vinz Sichuan, ver­bo­ten und den Mön­chen mit der Schlie­ßung des Gast­klos­ters gedroht, falls sie die Ver­samm­lung trotz­dem abhiel­ten. Das Notstands-Komitee des Exil­k­los­ters Kirti in Dha­ram­sala gab eine dies­be­züg­li­che Mit­tei­lung heraus.

Die dritte jähr­li­che Win­ter­sit­zung in Logik (skr. Pra­mana) war für den elf­ten Monat des tibe­ti­schen Mond­ka­len­ders im Gyal­rong Kirti Tsod­hun Klos­ter vor­ge­se­hen, aber die Behör­den ver­bo­ten die­ses reli­giöse Ereig­nis, zu dem übli­cher­weise Mön­che aus über 50 Klös­tern aus Amdo und Kham zusam­men­kom­men und das län­ger als einen Monat dauert.

Diese Kon­gre­ga­tion wurde erst­mals 2007 im Klos­ter Tagt­sang Lhamo Kirti abge­hal­ten. Dort wurde beschlos­sen, daß die vier Haupt­klös­ter von Kirti Tsang (Tagt­sang Lhamo Kirti, Ngaba Kirti, Tsod­hun Kirti und Hort­sang Kirti) abwech­selnd die Gast­ge­ber für das Ereig­nis sein soll­ten. Letz­tes Jahr fand es im Klos­ter Ngaba Kirti statt, jedoch unter schwe­ren Ein­schrän­kun­gen, denn die Behör­den rie­gel­ten es völ­lig ab und ver­wehr­ten Mön­chen und Gläu­bi­gen von ande­ren Orten den Zutritt.

Das Klos­ter Tsod­hun begann schon Anfang des Jah­res mit den Vor­be­rei­tun­gen, aber am 2. Dezem­ber ver­häng­ten die Bezirks­be­hör­den plötz­lich ein Ver­bot, weil die Zusam­men­kunft angeb­lich gegen die am 16. August erlas­se­nen Bestim­mun­gen über den Ablauf reli­giö­ser Tagun­gen im Bezirk ver­stoße. Die Mön­che des Exil-Klosters Kirti ver­mu­ten, diese Bestim­mun­gen seien eigens mit der Absicht for­mu­liert wor­den, die Ver­samm­lung im Klos­ter Tsod­hun ver­bie­ten zu kön­nen. Ein Regie­rungs­be­am­ter habe das sogar bestä­tigt. Kon­troll­pos­ten wur­den um das Klos­ter auf­ge­stellt und die Akti­vi­tä­ten der Bewoh­ner der Gegend genau über­wacht, heißt es wei­ter in der Mitteilung.

Am 16. Dezem­ber hatte der Vize-Parteisekretär der Tibe­tisch Auto­no­men Prä­fek­tur Ngaba die Mön­che des Klos­ters Tsod­hun zu einem Mee­ting ein­be­stellt, an dem zwan­zig Offi­zi­elle teil­nah­men. Den Mön­chen wurde erklärt, daß die Kon­gre­ga­tion gesetz­wid­rig sei und daher nicht abge­hal­ten wer­den dürfe. Die Klos­ter­ver­wal­tung wurde ver­warnt, das Klos­ter würde geschlos­sen, falls sie die Ver­samm­lung den­noch orga­ni­sie­ren sollte. Den teil­nah­me­wil­li­gen Mön­chen ande­rer Klös­ter wurde die Ver­haf­tung ange­droht, falls sie sich der aus 9 Arti­keln und 44 Absät­zen beste­hen­den Order wider­set­zen sollten.

Alle Beschwich­ti­gungs­ver­su­che der Klos­ter­ver­wal­tung schei­ter­ten und ihre Ein­ga­ben an die Behör­den waren ver­ge­bens. Die ehr­wür­di­gen Mön­che des Klos­ters erklär­ten den Regie­rungs­ver­tre­tern, daß es sich bei dem Ereig­nis­doch um ein rein reli­giö­ses han­dele, und sie ver­spra­chen, daß es kei­ner­lei poli­ti­sche Akti­vi­tä­ten geben werde, doch all ihre Zusi­che­run­gen konn­ten die Behör­den nicht umstim­men, ihren Beschluß rück­gän­gig zu machen. Diese war­fen den Kirti Tsang Klös­tern vor, letz­tes Jahr die Pro­test­ak­tio­nen in der Gegend ange­zet­telt zu haben und sag­ten, die Kon­gre­ga­tion von 2007 sei schließ­lich dazu benutzt wor­den, für 2008 Pro­teste gegen die Regie­rung zu pla­nen. Sie bezich­tig­ten die Mön­che sogar, sie stün­den unter dem Ein­fluß des Kirti Rin­po­che, eines im Exil in Dha­ram­sala leben­den hohen bud­dhis­ti­schen Lamas. Und die­sen beschuldg­ten sie, er habe die Mön­che zum Pro­test gegen die Regie­rung aufgehetzt.

Über­set­zung: Adel­heid Dön­ges, Revi­sion: Ange­lika Mensching

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