Nationalratspräsidentin Bruderer nimmt Dank von Dalai Lama entgegen
Von TB | 15. März 2010 | Kategorie: News | 8 commentsDer Dalai Lama ist im Tibet-Institut Rikon ZH mit Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer zusammengetroffen. Dabei bedankte er sich für die Solidarität der Schweiz vor 50 Jahren. Damals kamen die ersten tibetischen Flüchtlinge in die Schweiz.
Es sei ein sehr interessantes und eindrückliches Gespräch gewesen, sagte Bruderer nach dem Treffen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Im Vordergrund sei der Dank für die Aufnahme der Exil-Tibeter vor 50 Jahren gestanden. Das geistige Oberhaupt der Tibeter habe sehr grosse Dankbarkeit gezeigt.
Für den Dalai Lama sei das solidarische Verhalten der Schweizerinnen und Schweizer nie selbstverständlich gewesen. Er habe viel von dieser Zeit erzählt, sagte Bruderer weiter. Das Gespräch unter vier Augen fand nach dem Besuch des Tibet-Instituts statt.
Angesprochen worden sei im Treffen auch der Austausch zwischen den Generationen. In der Schweiz lebe bereits die dritte Generation von Tibetern. Mit 4000 Tibeterinnen und Tibeter habe die Schweiz europaweit die grösste Diaspora.
An der Veranstaltung nahmen auch die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und die Zürcher Regierungsratspräsidentin Regine Aeppli teil. Zum Treffen geladen waren zudem die Stiftungen, die das Institut unterstützen.
Die Dankbarkeit gegenüber der Schweizer Bevölkerung, der Regierung und den Hilfsorganisationen stand auch am Nachmittag beim Festakt “Merci Schwiiz” in Zürich-Oerlikon im Zentrum. Den Feierlichkeiten, die von der Tibeter Gemeinschaft in der Schweiz und in Liechtenstein sowie der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft organisiert wurden, wohnten gegen 400 Gäste und Medienvertreter bei.
Anlass bildete die Aufnahme von 20 tibetischen Kindern im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen im Herbst 1960. Im Jahr darauf reisten 23 Flüchtlinge in die Schweiz. 1963 sicherte der Bundesrat dann 1000 Flüchtlingen die Einreise und dauernde Aufnahme zu. Dabei berief er sich auf die humanitäre Tradition der Schweiz.
Seit ihrer Flucht vor 51 Jahren hätten die tibetischen Flüchtlinge viel Leid, aber auch Hoffnung erfahren, sagte der Dalai Lama in einer Ansprache. Der tibetischen Gemeinschaft in der Schweiz gehe es gut. Hier lebe sie in wirtschaftlich gesicherten Zuständen.
(sda)
Weiche Knie: Kein Treffen der Schweizer Regierung mit dem Dalai Lama im April
Der Bundesrat will sich nächsten April nicht mit dem Dalai Lama treffen. Aus terminlichen Gründen könne kein Mitglied des Bundesrats das Oberhaupt der Tibeter treffen, sagte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey in der Fragestunde des Nationalrats.
Der Bundesrat sei sich bewusst, dass die tibetische Gemeinschaft in der Schweiz der Jubiläumsfeier “50 Jahre Tibeter in der Schweiz — Merci Schwiiz” grosse Bedeutung zumesse. Dennoch könne “leider” kein Mitglied der Landesregierung an der Feier teilnehmen, sagte die Aussenministerin auf die Frage, ob der Bundesrat wegen Druck aus China auf ein Treffen verzichte.
Calmy-Rey erinnerte daran, dass China solche Treffen als “Ermutigung für den tibetischen Separatismus” sehe. Gleichzeitig erklärte sie, dass der Dalai Lama bei seinen häufigen Besuchen in der Schweiz schon öfters mit hohen Schweizer Politikern zusammengetroffen ist.
In den letzten vier Jahren sei es vier Mal zu einem Treffen mit einem Mitglied des Bundesrats gekommen. Bei seinem Besuch in Lausanne letztes Jahr sei der Dalai Lama zudem von der damaligen Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi empfangen worden.
Für den Dalai Lama war es nach eigenen Worten kein Problem, dass es im Sommer 2009 zu keinem Treffen mit der Schweizer Regierung kam. Er sei bloss für eine religiöse Unterweisung in die Schweiz gekommen und nicht in politischer Mission, hatte er damals erklärt.
(sda)
Spannungen mit China: Bundesrat steht vor der Dalai-Lama-Frage
20min.ch, 12.3.10, von Lukas Mäder -
Der Bundesrat steckt in der Klemme: Er muss über ein Treffen mit dem Dalai Lama entscheiden, der Anfang April in die Schweiz kommt. Doch es droht der Zorn Chinas. Die Zürcher Regierung hat bereits entschieden: sie wird das spirituelle Oberhaupt der Tibeter treffen.
Der Besuch des Dalai Lama in der Schweiz ist ein heisses Eisen in Bern, an dem sich der Bundesrat nicht die Finger verbrennen will. Denn er muss über ein Treffen mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter entscheiden, das Anfang April in die Schweiz kommt. Bereits Anfang Februar haben tibetische Verbände Bundespräsidentin Doris Leuthard aufgefordert, den Dalai Lama offiziell zu empfangen. Zudem alle Bundesräte eingeladen, an der 50-Jahr-Feier der ersten Aufnahme von tibetischen Flüchtlingen durch die Schweiz teilzunehmen. Dort wollen sich die Tibeter unter dem Slogan «Merci Schwiiz» bedanken — in Anwesenheit des Dalai Lama.
Jetzt ist der Bundesrat im Dilemma: Die Einladung der Tibeter auszuschlagen wäre unhöflich, den Dalai Lama zu empfangen, könnte jedoch China erzürnen. Noch hat der Bundesrat keinen Entscheid gefällt — und er wird ihn möglicherweise noch weiter hinauszögern. Um Druck zu machen, haben mehrere Mitglieder der parlamentarischen Gruppe für Tibet um den SP-Nationalrat Mario Fehr Fragen an den Bundesrat eingereicht. Sie wollen wissen, ob der Bundesrat bereit ist, den Dalai Lama zu empfangen, beziehungsweise ob ein Bundesrat an den Dankesfeierlichkeiten teilnimmt. Am Montag muss die Landesregierung antworten. «Den Dalai Lama in diesem Jubiläumsjahr nicht zu treffen, wäre ein Bückling vor China», sagt Fehr. Das sei mit schweizerischen Grundüberzeugungen nicht zu vereinbaren.
Interveniert China wegen allfälligem Empfang?
Unklar ist, ob China im Hintergrund Druck auf die Schweizer Regierung ausübt. Diese Frage möchte SVP-Nationalrat Oskar Freysinger beantwortet haben, denn China hatte bereits vor dem Entscheid, zwei Uiguren aus Guantanmo aufzunehmen, gedroht. In einem Brief schrieb die Botschaft, die Beziehungen würden sich verschlechtern. Geschehen ist offenbar nichts. «Die Beziehungen zu China sind gut und solide», teilt das Aussendepartement auf Anfrage mit. Die chinesische Botschaft wollte keine Stellung nehmen. Für Fehr ein klares Zeichen, dass China zwar droht, aber schliesslich doch pragmatisch handelt: «China ist an engen wirtschaftlichen Beziehungen interessiert, egal ob der Bundesrat den Dalai Lama empfängt oder nicht.»
Über das Lavieren des Bundesrats ist Freysinger erzürnt. «Der Dalai Lama ist kein Terrorist, sondern das religiöse Oberhaupt eines unrechtmässig besetzten Gebiets.» Wenn sogar US-Präsident Obama den Dalai Lama empfängt, könne es auch der Bundesrat tun. «Aber unsere Landesregierung hat vor allem und jedem Angst», sagt er. Der Bundesrat müsse selbstsicher auftreten und sagen, wir sind ein unabhängiger Staat. «Dann würde die Schweiz auch respektiert.»
Regierungspräsidentin nimmt teil
Unkompliziert im Unterschied zum Bundesrat ist die Zürcher Regierung. Sie hat bereits über die Einladung zum Anlass «Merci Schwiiz» entschieden, wie Regierungsprecherin Susanne Sorg-Keller gegenüber 20 Minuten Online sagt. «Regierungspräsidentin Regine Aeppli wird an der offiziellen Feier am 8. April teilnehmen.» Eine Diskussion habe es nur über den Termin gegeben. Die Grundsatzfrage, ob die Zürcher Regierung den Dalai Lama trifft, habe sich nicht gestellt.




der bundesrat soll endlich stellung beziehen!!!
tibet ist seit bald 61 jahren illegal besetzt!!!!
ich schäme mich schweizer zu sein, wenn der bundesrat länger diese haltung gegenüber tibet hat und vor der korrupten partei chinas einen bückling macht.
shame on switzerland
nun ist es offiziell
der bundesrat empfängt seine heiligkeit nicht
ich schäme mich dafür schweizer zu sein
Ich habe nur noch Verachtung für den gesamten Bundesrat übrig.
Bin sehr traurig und wütend!
Peinlich peinlich unser Bundesrat…auch ich schäme mich, Schweizerin zu sein!
Wirtschaft hat vor Menschlichkeit gesiegt.
Die Schweiz muss Farbe bekennen und dazu stehen, dass für sie Wirtschaftseziehungen wichtiger sind als Menschlichkeit, Menschenrechte, Freiheit und Minderheitenrechte.
Wie lange noch soll vor China gebuckelt werden? Ich bin enttäuscht vom Bundesrat, Wrtschaft über alles!
Niemand soll sich für die Bundesräte schämen, sie sollen sich selber schämen, dass sie keinen Rückgrat haben. Ich würde mich nicht mal bedanken wollen, das tut er seit 50 Jahren, ist eigentlich überflüssig.
Der Schweizer Bundesrat soll sich nicht von der chinesischen Regierung unter Druck setzen lassen und S.H. den 14. Dalai Lama offiziell empfangen. Es ist zutiefst bedenklich, wenn in einem so demokratischen Land wie der Schweiz die wirtschaftlichen Interessen den Menschenrechten vorgezogen worden. Freiheit für Tibet. Und lang lebe S.H. der Dalai Lama.