Service zum tibetfocus — Magazin 109
Von TB | 14. Oktober 2010 | Kategorie: GSTF | Kommentare deaktiviertVTJE – Links
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Tibet Film Festival
Website von «Filming for Tibet»
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Website Verein Tibeter Jugend in Europa: www.vtje.org
Links zu Medienfocus 11.8.10
(1) Videos der Katastrophe bei BBC: „China landslide death toll jumps“
(2) Tsering Woeser hat ein Blog zu der Katastrophe eingestellt:
woeser.middle-way.net
zusammengefaßt auf Englisch unter:
www.flexform.de/trrpybgi
Diskutieren Sie mit beim Meinungsfocus:
“Zum Fliegen braucht der Vogel zwei Flügel”
Demokratisierungsprozess der Tibeter im Exil
Von Losang Mantö
Die „perfekte“ Regierungsform bzw. Demokratie gibt es nicht, weder in der östlichen noch in der westlichen Hemisphäre. Die Prinzipien der modernen Demokratie haben sich nach und nach entwickelt und folgende Kernelemente haben sich im 21. Jahrhundert herauskristallisiert:
Achtung der Menschenrechte (Verfassung der Tibeter im Exil, Artikel 4, Artikel 6), Gleichheit (Verfassung der Tibeter im Exil, Artikel 9), Rechtsstaatlichkeit und faires Verfahren (Verfassung der Tibeter im Exil, Artikel 6), Gewaltentrennung (Verfassung der Tibeter im Exil, Artikel 19, Executive; Artikel 36,Legislative; Artikel 62 Judikative) , Freie und faire Wahlen (Verfassung der Tibeter im Exil, Artikel 11), Partizipation (schlechte Beteiligung in der Tibetergemeischaft, wird auch zu wenig gefördert) und Politischer Pluralismus (Verfassung der Tibeter im Exil, bis anhin nicht vorgesehen).
Das grundlegendste und wichtigste Merkmal der Demokratie sind freie Wahlen. Demokratie hängt vom Interesse und der aktiven Teilnahme (Partizipation) ihrer Nutzniesser ab. Bei jeder Wahl hat das Volk die Möglichkeit, seinen Wunsch nach Änderungen, aber auch seine Befürwortung der gegenwärtigen Politik auszudrücken und so an einem permanenten Entwicklungsprozess teilzunehmen.
Nur politischer Pluralismus kann Strukturen sichern, die einerseits flexibel genug sind, sich laufenden Änderungen von Bedürfnissen anzupassen, und andererseits eine sichere Grundlage demokratischen Regierens — somit auch den Überlebenskampf des tibetischen Volkes — garantieren. In diesem Sinne müsste der logische nächste Schritt die Zulassung und Förderung des Aufbaus von säkularen politischen Parteien sein. Die Jugend, als die Zukunft Tibets, hat bereits den ersten Schritt in diese Richtung getan, indem der Tibetan Youth Congress — wieder einmal auf Anregung S.H. des 14. Dalai Lama — im Jahre 1994 die National Democratic Party of Tibet (NDPt) gegründet hat.
Die kommenden gleichzeitig stattfindenden Wahlen des Kalon Tripa und der Parlamentarier bieten uns nun eine noch nie da gewesene Gelegenheit, unserem Demokratisierungsprozess eine neue Dimension zu geben. Damit der eiserne (politische) Vogel abheben kann, müssen wir endlich beginnen, beide Flügel (Exekutive und Legislative) optimal zu ergänzen und flugtauglich zu machen. Deshalb ist es unerlässlich, dass wir diese kommende Gelegenheit nutzen, um neue Gesichter und neues Blut in unser Regierungssystem zu wählen und damit der neuen Dimension und der modernen Demokratie gerecht zu werden. Unsere Vertreter müssen Persönlichkeiten sein, die unsere demokratische Verfassung, bzw. unser demokratisches System, nicht nur als „tscha-trim-rimpotsche“ auf dem Altar zu den anderen Göttern einreihen, sondern sie in die Praxis umsetzen können und mit dem Volk für das Volk arbeiten. Allwissende und Halbgötter brauchen wir vorerst nicht mehr, sondern Persönlichkeiten, die die Sorgen, Träume und Wünsche des tibetischen Volkes in dieser Weltgemeinschaft vertreten können. Wir haben bestenfalls zwei Jahrzehnte dafür zur Verfügung. Wenn nicht jetzt im Exil, solange S. H. der 14. Dalai Lama unter uns weilt, wann dann?



