Freihandelsabkommen mit China: Wo bleiben die Arbeits– und Menschenrechte?

MEDIENMITTEILUNG 

Am Mon­tag beginnt die vierte Ver­hand­lungs­runde für ein Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und China, das Ende Jahr unter Dach sein soll. Ent­wick­lungs– und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen sind besorgt, dass das vom Par­la­ment gefor­derte Nach­hal­tig­keits­ka­pi­tel unter den Ver­hand­lungs­tisch fällt. Ohne eine sol­che „ethi­sche Schutz­klau­sel“ läuft die Schweiz aber Gefahr, sich an Arbeits– und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen im Reich der Mitte mit­schul­dig zu machen.

Bei Fra­gen nach dem Ein­be­zug von Men­schen– und Arbeits­rech­ten ins Frei­han­dels­ab­kom­men mit China ver­weist der zustän­dige Wirt­schafts­mi­nis­ter Johann Schneider-Ammann jeweils auf das beste­hende “Memo­ran­dum of Under­stan­ding” (MoU). Dabei han­delt es sich jedoch ledig­lich um eine Absichts­er­klä­rung zur ver­stärk­ten Zusam­men­ar­beit in Arbeits– und Beschäf­ti­gungs­fra­gen. Dem­ge­gen­über ent­hält das von der Aus­sen­po­li­ti­schen Kom­mis­sion (APK) des Natio­nal­rats gefor­derte Nach­hal­tig­keits­ka­pi­tel “die Ver­pflich­tung zur Ein­hal­tung der Grund­kon­ven­tio­nen der Inter­na­tio­na­len Arbeits­or­ga­ni­sa­tion”. Diese garan­tie­ren ver­bind­li­che Min­dest­stan­dards betref­fend Ver­ei­ni­gungs­frei­heit und Kol­lek­tiv­ver­hand­lun­gen, die Abschaf­fung aller Arten von Zwangs– und Kin­der­ar­beit sowie ein Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot am Arbeitsplatz.

Die „China-Plattform“, ein Zusam­men­schluss von Alli­ance Sud, Erklä­rung von Bern, Gesell­schaft für bedrohte Völ­ker, Gesell­schaft Schweizerisch-Tibetische Freund­schaft und Soli­dar Suisse, hat vom Bun­des­rat wie­der­holt gefor­dert, die Ein­hal­tung der Men­schen­rechte im Frei­han­dels­ab­kom­men ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen. Die­ses Anlie­gen wird auch vom kürz­lich erstell­ten Rechts­gut­ach­ten des Schwei­ze­ri­schen Kom­pe­tenz­zen­trums für Men­schen­rechte (SKMR) gestützt. Um sicher­zu­stel­len, dass das von der Schweiz aus­ge­han­delte Frei­han­dels­ab­kom­men men­schen­rechts­kon­form aus­ge­stal­tet wird, braucht es vor­gän­gig durch­ge­führte Fol­ge­ab­schät­zun­gen. Damit kann unter­sucht wer­den, wel­che Aus­wir­kun­gen das Abkom­men auf die bereits heute pre­käre Men­schen­rechts­lage der Min­der­hei­ten in China hat.

Die China-Plattform ver­langt vom Bun­des­rat und der Schwei­zer Ver­hand­lungs­de­le­ga­tion, dass ein sub­stan­ti­el­les Nach­hal­tig­keits­ka­pi­tel in die Ver­hand­lun­gen inte­griert und über den Ver­lauf der Ver­hand­lun­gen regel­mäs­sig und pro­ak­tiv infor­miert wird.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen:
Isolda Agazzi, Ver­ant­wort­li­che für Han­dels­po­li­tik bei Alli­ance Sud
Tel. 079 434 45 60
Chris­toph Bau­mann, Beauf­trag­ter für poli­ti­sche Grund­la­gen bei Soli­dar Suisse
Tel. 079 342 10 09
Tho­mas Braun­schweig, Ver­ant­wort­li­cher für Han­dels­po­li­tik bei der Erklä­rung von Bern
Tel. 079 478 91 94
Mig­mar Raith, Vor­stands­mit­glied der Gesell­schaft Schweizerisch-Tibetische Freund­schaft
Tel. 078 671 81 99
Chris­toph Wied­mer, Geschäfts­lei­ter der Gesell­schaft für bedrohte Völ­ker
Tel. 079 679 01 24

Unter­la­gen:
„Frei­han­dels­ab­kom­men Schweiz-China: Men­schen­rechte ins Zen­trum rücken“
Posi­ti­ons­pa­pier von Alli­ance Sud, Erklä­rung von Bern, Gesell­schaft für bedrohte Völ­ker und Gesell­schaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft

 

… und die ers­ten Medienechos:

http://www.cash.ch/news/alle/chschweizchina_vierte_verhandlungsrunde_ueber_freihandelsabkommen_begonnen-1134319–448

http://​natur​schutz​.ch/​n​e​w​s​/​a​r​b​e​i​t​s​-​u​n​d​-​m​e​n​s​c​h​e​n​r​e​c​h​t​e​-​v​e​r​h​a​n​d​e​l​b​a​r​/​4​5​333

http://​www​.han​dels​zei​tung​.ch/​p​o​l​i​t​i​k​/​f​r​e​i​h​a​n​d​e​l​s​a​b​k​o​m​m​e​n​-​m​i​t​-​c​h​i​n​a​-​b​i​s​-​e​n​d​e​-​2​012

http://​www​.liv​enet​.ch/​m​a​g​a​z​i​n​/​g​e​l​d​_​u​n​d​_​g​e​i​s​t​/​b​u​s​i​n​e​s​s​/​w​e​r​t​e​/​2​0​9​3​3​5​-​n​p​o​s​_​k​r​i​t​i​s​i​e​r​e​n​_​a​b​k​o​m​m​e​n​_​m​i​t​_​c​h​i​n​a​.​h​tml

 

 

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