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Trotz chinesischer Proteste: US-Präsident Obama empfängt Dalai Lama im Weissen Haus

Es ist ein gewohntes Bild: Barack Obama empfängt den Dalai Lama, die Chinesen protestieren. An der Position der USA in Sachen Tibet ändert sich aber nichts.

 Hinter verschlossenen Türen hat US-Präsident Barack Obama den Dalai Lama im Weissen Haus empfangen. Das Treffen fand nicht im Oval Office statt, wo der Präsident meist ausländische Staats- und Regierungschefs empfängt, sondern im „Kartensaal“ des Weissen Hauses. Pressefotografen waren nicht zugelassen, eine Pressekonferenz nicht angesetzt.
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Obamas Sprecher Josh Earnest betonte, der Präsident sei dem Dalai Lama und seinen Lehren persönlich zugeneigt. Er unterstütze zudem den Erhalt der religiösen, kulturellen und sprachlichen Traditionen Tibets. An der amerikanischen Position zu Tibet habe sich aber nichts geändert. Die USA sehen Tibet als Teil Chinas.

Die chinesische Führung, die den Friedensnobelpreisträger als Staatsfeind betrachtet, hatte bereits im Vorfeld gegen das Treffen protestiert. Dadurch könnten das „gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit beschädigt“ werden, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Peking.

Vertreter der chinesischen Regierung protestieren regelmässig, wenn ausländische Staaten den geistigen Führer der Tibeter empfangen. Tibet wird seit 1950 von China beherrscht. Der Dalai Lama strebt nicht die Unabhängigkeit Tibets an, aber grössere Autonomie. Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Marginalisierung in ihrer Heimat.

Es war bereits das vierte Mal in seiner siebenjährigen Amtszeit, dass Obama den Dalai Lama empfing. Obama hat sämtliche Treffen mit dem Dalai Lama im Weissen Haus hinter verschlossenen Türen abgehalten. Allerdings hatte er im Februar 2015 demonstrativ gemeinsam mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter an einem Gebetstreffen in Washington teilgenommen und dabei seine Hochachtung bekundet. Der Dalai Lama sei ein „mächtiges Beispiel dafür, was es bedeutet, Mitgefühl zu zeigen“.

Der Dalai Lama lebt seit einem gescheiterten Volksaufstand in Tibet 1959 im indischen Exil. Seine politische Rolle hat der Dalai Lama inzwischen offiziell aufgegeben. Peking unterstellt dem Dalai Lama aber, Tibet von China abspalten zu wollen.

asa/dpa/AFP/Reuters

 

Barack Obama und der Dalai Lama im Weißen Haus 2011

Barack Obama und der Dalai Lama im Weissen Haus 2011

Pete Souza/ The White House

 

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