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Nyima Lhamo, die Nichte von Tenzin Delek Rinpoche aus Tibet geflüchtet

Am 24. Juli gelang Nyima Lhamo (26), der Nichte von Tenzin Delek Rinpoche die Flucht aus Tibet nach Dharamsala.

In der Pressekonferenz vom 28.07.16  gab Nyima Lhamo folgendes Statement:

„Ich flüchtete aus Tibet um der ganzen Welt über Tenzin Delek Rinpoche zu berichten. Ich fordere China auf, die wahren Hintergründe, die zu Rinpoches Tod geführt hatten, offenzulegen. Auch hoffe ich, dass die Anschuldigungen Chinas gegen Rinpoche sorgfältig untersucht werden.“

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Die ganze Pressekonferenz kann hier ihn Englisch (ab Mitte Video) verfolgt werden.

Nyima Lhamo hat in Tibet ihre Mutter und ihre 6jährige Tochter zurückgelassen um nach einer risikoreichen Reise Gerechtigkeit zu suchen und der Welt über die Hintergründe von Rinpoche’s Tod zu berichten. Nach dem Lauschen ihrer Worte besteht kein Zweifel, dass sie eine Kämpferin mit einer klaren Mission ist! Sie ist überzeugt, dass Tenzin Delek Rinpoches Tod nicht durch eine Herzattacke wie von den chinesischen Behörden behauptet, sondern durch Folter verursacht wurde!

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Quelle: SFT

Nyima Lhamo hier mit Dorjee Tseten
Asia Director SFT

 

 

 

 

 

 

Radio Free Asia, www.rfa.org, www.tibet.net27. Juli 2016
Die Nichte von Tulku Tenzin Delek Rinpoche erreicht ein Jahr nach seinem Tod Indien und spricht 
mit der Presse
Die Nichte des populären Lamas, der im Juli 2015 unter seltsamen Umständen in einem chinesischen 
Gefängnis starb (1), erreichte nach ihrer Flucht aus China am Sonntag, dem 24. Juli, Dharamsala, 
wie Verwandte in Indien bekanntgaben. 
Nyima Lhamo ist die Nichte von Tenzin Delek Rinpoche, der widerrechtlich wegen seiner angeblichen 
Verwicklung in einen Sprengstoffanschlag zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Er starb 
mit 65 Jahren im 13. Jahr seiner Gefangenschaft. Er genoß wegen seines Engagements für den Erhalt 
der tibetischen Kultur und der Umwelt unter den Tibetern großes Ansehen.
„Sie traf sicher am Sonntagmorgen, dem 24. Juli, in Dharamsala ein und wohnt jetzt im Tibetan 
Reception Center“, teilte Lobsang Yonten, ein Freund der Familie mit. Exiltibeter und ihr geistliches
 Oberhaupt, der Dalai Lama, hießen Lhamo willkommen.
Frau Kalden Tsomo, die Vertreterin des Department of Information and International Relations der 
Tibetischen Zentralverwaltung (CTA) für Menschenrechtsfragen bei der UNO und der EU ermöglichte 
in Dharamsala eine Pressekonferenz mit Nyima Lhamo. 
Nyima Lhamo sagte, sie habe viele Schwierigkeiten überwinden müssen, um hier über die Leiden ihres 
verstorbenen Onkels und ihrer Landsleute sprechen zu können. „Trotz aller Hindernisse und Probleme 
gelang es mir, aus Tibet zu fliehen. Mein Onkel Tulku Tenzin Delek Rinpoche litt ungeheuer und 
verstarb im chinesischen Gefängnis. In ähnlicher Weise haben zahllose Tibeter unter der repressiven 
Herrschaft Chinas gelitten und leiden immer noch darunter. Ich hoffe, daß die unerwiesenen 
Beschuldigungen, die China gegen den Rinpoche vorbrachte, anhand des chinesischen und internationalen 
Rechts gründlich untersucht werden und daß die chinesische Regierung die tatsächlichen Umstände, die 
zu seinem Tod führten, offenlegen wird“.
Als sie auf die Umstände zur Zeit des Todes ihres Onkels zu sprechen kam, erzählte Nyima Lhamo: 
„Kaum waren wir von Rinpoches Tod in Kenntnis gesetzt worden, da versammelten sich ungefähr 300 
Personen vor der Bezirksverwaltung von Lithang und forderten, daß ihnen der Körper von Tenzin Delek 
Rinpoche zur Ausführung der letzten Rituale übergeben werde. Nach wiederholten Appellen gestatteten 
die Bezirksbeamten von Lithang schließlich neun Personen, bei der Behörde in Chengdu vorzusprechen.“
Obwohl Nyima nicht zu diesen neun Leuten gehörte, denen erlaubt wurde, nach Chengdu zu reisen, gelang 
es ihr irgendwie dorthin zu gelangen und bei der Polizei die Herausgabe des Körpers des Rinpoche zu 
fordern. Sie sagte, erst nachdem sie versuchte, sich mit Hilfe eines Schals vor dem Gefängnis von 
Chengdu aufzuhängen, hätten die Gefängnisbeamten, die sie daran hinderten, ihr Zugang zum Körper des 
Rinpoche gewährt. „Ich sah, daß seine Lippen ganz schwarz waren, doch sein Körper war zugedeckt. Danach 
hatten wir die Behörden im Verdacht, den Rinpoche durch Vergiften umgebracht zu haben“. Auf diese 
Anschuldigungen hin wurden Nyima und ihre Mutter wegen „Verrats von Staatsgeheimnissen“ 18 Tage lang 
festgehalten (2).
In der Haft wurden sie wiederholten Verhören unterzogen. Die Behörden forderten auch, daß Nyima und ihre 
Mutter ein Dokument, das drei Bedingungen für ihre Entlassung enthielt, unterschreiben sollten. Diese 
waren: Es darf in Tibet und China keinerlei Information über den Rinpoche verbreitet werden, die 
Regierung darf nicht dem Verdacht ausgesetzt werden, daß der Rinpoche vergiftet worden sei, und es 
darf bei öffentlichen Versammlungen oder gegenüber der Außenwelt nichts über seinen Tod verlauten.
Nyima und ihre Mutter weigerten sich kategorisch, auf diese Bedingungen einzugehen. Später wurde 
ihnen mitgeteilt, daß ihr Dorfchef die Unterschrift für sie geleistet habe, außerdem wurden sie streng
 angewiesen, nach ihrer Freilassung seinen Anordnungen Folge zu leisten.
Bezüglich der Situation in Lithang sagte sie, die chinesischen Behörden hätten in verdeckter Form 
Anweisung gegeben, den Rinpoche und sein Ansehen als ein verehrter tibetischer Lama in Mißkredit zu 
bringen.
Tulku Tenzin Delek war eine hochgeachtete spirituelle Persönlichkeit und einer der prominentesten 
tibetischen politischen Gefangenen. Er starb unter mysteriösen Umständen am 12. Juli 2015 im Gefängnis 
Chuandong in der Provinzhauptstadt Chengdu, wo er lebenslänglich eingesperrt war. Tenzin Delek genoß 
wegen seiner Bemühungen zum Schutz der tibetischen Kultur und Religion vor dem Ansturm der repressiven 
chinesischen Politik großes Ansehen. Er war auch für sein Engagement zur Erhaltung der zerbrechlichen 
Umwelt Tibets bekannt, wobei er sich gegen den illegalen Abbau von Bodenschätzen und die Verschmutzung 
der Flußläufe Tibets wandte.
2002 wurde er von den chinesischen Behörden unter der politisch motivierten Anklage, er sei in einen 
Sprengstoffanschlag in Chengdu verwickelt gewesen, festgenommen. Der wahre Grund für seine Festnahme 
war vermutlich seine wachsende Popularität und die unerschütterliche Loyalität, die er dem Dalai Lama 
erwies. Am 2. Dezember 2002 wurde er, obwohl er sich in allen gegen ihn erhobenen Anklagepunkten für 
unschuldig erklärte, zum Tode mit zweijährigem Aufschub verurteilt. Auf massive Kampagnen von Exiltibetern 
und Appellen internationaler Menschenrechtsorganisationen hin wurde das Todesurteil am 24. Januar 2003 in 
lebenslängliche Haft umgewandelt.
(1) 13.7.2015, „Prominenter tibetischer Lama Tenzin Delek Rinpoche starb 
im Gefängnis“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2015/TenzinDekek-tot_13.7.html
(2) 20.8.2015, „Chinesische Behörden ergreifen Besitz von Tenzin Delek Rinpoches 
Asche“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2015/TDR-Asche_20.7.html
  
Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München

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