Hintergrund zur Fahnenaktion in der Schweiz

Geschicht­li­ches

Seit 1949/50 ist Tibet wider­recht­lich durch die Volks­re­pu­blik China besetzt. Das poli­ti­sche, kul­tu­relle und reli­giöse Selbst­be­stim­mungs­recht des tibe­ti­schen Vol­kes wird seit­her miss­ach­tet und ver­letzt. Lang­jäh­rige Gefäng­nis­stra­fen und gra­vie­rende Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen wie Fol­ter erwar­ten die Men­schen, die sich für die Frei­heit und das Recht auf Selbst­be­stim­mung ein­set­zen. Die chi­ne­si­sche Besat­zungs­macht ver­wei­gert trotz meh­re­rer Tref­fen mit den Gesand­ten des Dalai Lama wei­ter jeden ernst­haf­ten Dia­log, obwohl die­ser immer wie­der kon­struk­tive Ange­bote zu einer fried­li­chen, gewalt­lo­sen Lösung des Tibet-Problems gemacht hat.

Initia­ti­ven für die Lösung des Tibetproblems

Die Voll­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen nahm im Herbst 1959 — vor mehr als vier­zig Jah­ren — eine unver­bind­li­che Reso­lu­tion an, in der sie das Vor­ge­hen Chi­nas in Tibet ver­ur­teilte und die chi­ne­si­sche Regie­rung auf­for­derte, die fun­da­men­ta­len Men­schen­rechte, ein­schliess­lich das Recht auf Selbst­be­stim­mung des tibe­ti­schen Vol­kes zu respek­tie­ren. Diese Reso­lu­tion, die 1961 und 1965 wie­der­holt wurde, brachte jedoch für das tibe­ti­sche Volk keine greif­ba­ren Ergeb­nisse. Eine erneute Initia­tive auf UN-Ebene, basie­rend auf den Reso­lu­tio­nen von 1959, 1961 und 1965, kann die Grund­lage schaf­fen, mit inter­na­tio­na­ler Unter­stüt­zung das Tibet-Problem gewalt­los und auf poli­ti­schem Wege zu lösen.

Schweiz und Tibet

Die Schweiz ist bis heute das euro­päi­sche Land, das am meis­ten tibe­ti­sche Flücht­linge auf­ge­nom­men hat. Die gross­zü­gige huma­ni­täre Geste hat dazu geführt, dass viele Tibe­ter die Schweiz heute als ihre zweite Hei­mat anse­hen.  Ihre lange Tra­di­tion der Demo­kra­tie und Frei­heit ver­pflich­tet die Schweiz aller­dings dazu, sich noch ent­schie­de­ner für Tibet zu enga­gie­ren, damit die Will­kür des chi­ne­si­schen Besat­zungs­re­gimes ein Ende fin­det und die Tibe­ter ihr legi­ti­mes Recht auf Selbst­be­stim­mung aus­üben können.

Die Situa­tion im heu­ti­gen Tibet

Das tibe­ti­sche Volk ist durch die An– und Umsied­lungs­po­li­tik der VR China zu einer Min­der­heit in sei­nem eige­nen Land gewor­den. In Tibet leben heute rund acht Mil­lio­nen Chi­ne­sen, aber nur sechs Mil­lio­nen Tibe­ter. Die Eisen­bahn­li­nie von Gol­mud nach Lhasa, die im Juli 2006 eröff­net wurde, hat nach Aus­sa­gen der betrof­fe­nen Tibe­ter die chi­ne­si­sche Ein­wan­de­rung nach Tibet wei­ter beschleu­nigt. Diese Ent­wick­lung, vom Dalai Lama als „kul­tu­rel­ler Geno­zid“ bezeich­net, drängt immer mehr Tibe­ter aus dem Erwerbs­le­ben und lässt sie verarmen.

Grund­rechte wie die Versammlungs-, Mei­nungs– und Demons­tra­ti­ons­frei­heit sowie die unge­hin­derte Aus­übung der Reli­gion wer­den lau­fend ver­letzt.
Vor und wäh­rend der soge­nann­ten “Kul­tur­re­vo­lu­tion” (1966–1975) wurde der Gross­teil der tibe­ti­schen Klös­ter zer­stört. Einige von ihnen wur­den zwar wie­der auf­ge­baut, doch ist in ihnen keine freie Reli­gi­ons­aus­übung mög­lich. Viele reli­giöse Ein­rich­tun­gen wur­den zu blos­sen Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen degra­diert. Die schon seit Jah­ren durch­ge­führte soge­nannte „Patrio­ti­sche Umer­zie­hungs­kam­pa­gne“ in den tibe­ti­schen Klös­tern wurde 2006 noch­mals ver­schärft. Non­nen und Mön­che wer­den gezwun­gen, den Dalai Lama in Wort und Schrift zu denun­zie­ren. Wenn sie sich wei­gern, wer­den sie mit dem Aus­schluss aus dem Klos­ter bestraft, man­che von ihnen auch ver­haf­tet und miss­han­delt.
Schon der Besitz eines Fotos vom Dalai Lama wird hart bestraft. Allen Tibe­tern, die in der Regie­rung oder Ver­wal­tung arbei­ten, ist die Aus­übung der Reli­gion ver­bo­ten. Der neue lokale Sekre­tär der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei rief einen „Kampf auf Leben und Tod“ gegen den Ein­fluss des Dalai Lama an.
Ein­schüch­te­rung und will­kür­li­che Inhaf­tie­run­gen sind wei­ter an der Tages­ord­nung wie die Fol­te­rung von Gefan­ge­nen. Viele tibe­ti­sche Gefan­gene sind durch Fol­ter und Miss­hand­lun­gen ums Leben gekommen.

Tibe­ti­sche Frauen wer­den rigo­ro­sen Pro­gram­men zur Gebur­ten­re­ge­lung unter­wor­fen und nicht sel­ten zur Ste­ri­li­sie­rung oder Abtrei­bung gezwun­gen. Weib­li­che Gefan­gene wer­den oft Opfer von ent­wür­di­gende Miss­hand­lun­gen durch Ange­hö­rige der Sicher­heits­kräfte oder des Gefängnispersonals.

Den meis­ten tibe­ti­sche Kin­dern und Jugend­li­chen wird eine gute Schul­bil­dung ver­wei­gert. Die tibe­ti­sche Spra­che und Kul­tur wer­den in den Lehr­plä­nen der Schu­len kaum berück­sich­tigt. Unter den tibe­ti­schen Flücht­lin­gen sind des­halb immer mehr Kin­der und Jugend­li­che, die ihre Hei­mat ver­las­sen müs­sen, um eine gute Aus­bil­dung zu erhal­ten. Viele Kin­der erlie­gen den Stra­pa­zen der Flucht. Im Sep­tem­ber 2006 erschos­sen chi­ne­si­sche Grenz­wa­chen eine 17-jährige Nonne, die einen Himalaya-Pass nach Nepal über­que­ren wollte. Wie Video-Aufnahmen bele­gen, wurde die Nonne inner­halb einer Gruppe von Flücht­lin­gen — viele von ihnen Kin­der – ohne Vor­war­nung von hin­ten beschos­sen und töd­lich getroffen.

Die VR China beu­tet die Res­sour­cen Tibets rück­sichts­los aus und zer­stört damit das ökolo­gi­sche Gleich­ge­wicht der Region. Durch die Abhol­zung von 60 % der Wald­be­stände Ost­ti­bets wer­den immer wie­der ver­hee­rende Über­schwem­mun­gen aus­ge­löst, die Indien, Ban­gla­desh und China selbst bedro­hen.
Die Flag­gen­ak­tion Schweiz wird unter­stützt von:

  • Gesell­schaft Schweizerisch-Tibetische Freund­schaft (GSTF)
  • Über­par­tei­li­che Par­la­men­ta­ri­sche Gruppe für Tibet im Schwei­zer Parlament
  • Tibe­ter Gemein­schaft Schweiz (TGS)
  • Tibe­ti­sche Frau­en­or­ga­ni­sa­tion Schweiz (TFOS)
  • Ver­ein Tibe­ter Jugend in Europa (VTJE)
  • Ver­ein Tibet­freun­deLa Porte du Tibet, Genf
  • Asso­cia­zione Ticino-Tibet (ATT).

Mehr zur Situa­tion in Tibet und zur Arbeit der welt­weit akti­ven Tibet-Organisationen fin­den Sie im Inter­net  unter  tibet​fo​cus​.com oder bei der Gesell­schaft Schweizerisch-Tibetische Freund­schaft (GSTF), Binz­strasse 15, 8045 Zürich, Tel.: 044/451 38 38, Fax: 044/451 38 68.

Mehr zu der Tibet-Flaggenaktion in Deutsch­land: http://​www​.tibet​flagge​.net/

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