<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>tibetfocus.com &#187; Dalai Lama</title> <atom:link href="http://tibetfocus.com/category/dalai_lama/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://tibetfocus.com</link> <description></description> <lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 14:08:55 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=</generator> <item><title>Peking beharrt auf Re– Inkarnationsregelung: Kurioser Streit um Nachfolge des Dalai Lama</title><link>http://tibetfocus.com/2011/10/17/peking-beharrt-auf-re-inkarnationsregelung-kurioser-streit-um-nachfolge-des-dalai-lama/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/10/17/peking-beharrt-auf-re-inkarnationsregelung-kurioser-streit-um-nachfolge-des-dalai-lama/#comments</comments> <pubDate>Mon, 17 Oct 2011 18:04:46 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7959</guid> <description><![CDATA[Tagesschau, 16.10.11, von Ruth Kirchner, Peking - Laut buddhistischer Tradition Tibets beginnt erst nach dem Tod des amtierenden Dalai Lama die Suche nach einem Nachfolger. Der 14. Dalai Lama könnte damit brechen und selbst aktiv werden. Die kommunistische Führung in Peking schäumt — und erklärt sich zum Wahrer buddhistischer Überlieferung. Im tibetischen Buddhismus gilt der [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Tagesschau, 16.10.11, von Ruth Kirchner, Peking -<br /> Laut buddhistischer Tradition Tibets beginnt erst nach dem Tod des amtierenden Dalai Lama die Suche nach einem Nachfolger. Der 14. Dalai Lama könnte damit brechen und selbst aktiv werden. Die kommunistische Führung in Peking schäumt — und erklärt sich zum Wahrer buddhistischer Überlieferung.</p><p>Im tibetischen Buddhismus gilt der Dalai Lama als die Wiedergeburt seines Vorgängers. Nach seinem Tod beginnt in der Regel die langwierige Suche nach einer neuen Re-Inkarnation. So wurde der als Tenzin Gyatso geborene derzeitige 14. Dalai Lama beispielsweise als kleines Kind als Wiedergeburt entdeckt und im Alter von 15 Jahren inthronisiert.</p><p>Doch schon vor geraumer Zeit hat der 76-Jährige angekündigt, dass nach seinem Tod auf die Suche nach einer Wiedergeburt verzichtet werden könnte. Möglicherweise will er selbst noch zu Lebzeiten einen Nachfolger bestimmen — dies bekräftigte der Dalai Lama in einer langen schriftlichen Erklärung Ende September. Lobsang Sangay, der neue Regierungschef der Exil-Tibeter hält das für das gute Recht des Dalai Lama. “Er kann seinen eigenen Nachfolger ernennen, weil seine Heiligkeit der Dalai Lama die höchste Instanz bei der Bestimmung des neuen Dalai Lama ist. Er kann entscheiden wer der nächste Dalai Lama ist und woher er kommt”, sagte Sangay in der BBC.</p><p>Peking fordert die Fortsetzung der Tradition</p><p>Die empörte Reaktion der chinesischen Regierung liess nicht lange auf sich warten. “China verfolgt eine Politik der religiösen Freiheit. Dazu gehört es auch, die Nachfolge-Regelungen des tibetischen Buddhismus zu respektieren und zu schützen”, sagte Aussenamtssprecher Hong Lei unter Verweis auf die seit mehreren Hundert Jahren praktizierte Form der Re-Inkarnation. “Der Titel Dalai Lama ist illegal, wenn er nicht von der chinesischen Regierung vergeben wurde.”</p><p>Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die säkulare kommunistische Führung sich auf alte buddhistische Traditionen beruft, während der Dalai Lama das System modernisieren will. Klar ist allerdings die Stossrichtung:  Die chinesische Führung will selbst bestimmen, wer das nächste geistliche Oberhaupt der Tibeter wird.</p><p>Fürchtet der Dalai Lama ein Machtvakuum?</p><p>Doch der Dalai Lama will sich von Peking nicht reinreden lassen. Wichtiger noch: Mit dem Verzicht auf die Suche nach einer Wiedergeburt könnten die Tibeter ein weiteres  Problem lösen, ist Robbie Barnett, Direktor für Tibetische Studien an der Columbia Universität in New York, überzeugt. “Damit kann er einen  Erwachsenen als Nachfolger bestimmen und nicht ein Kind — und er kann diese Person vor seinem Tod auswählen. Dann vermeidet er eine Übergangsphase, die in der Vergangenheit in Tibet immer ein Problem war. Denn während man darauf wartete, dass das auserwählte Kind heranwächst, hatte man für 20 Jahre eine schwache Führung.”</p><p>Bestimmt werden könnte ein Nachfolger im Prozess einer Emanation. Ein für Aussenstehende schwer nachvollziehbarer Vorgang, bei dem eine Seelenverwandtschaft mit dem Dalai Lama erkannt wird und die erwählte Person einen hohe Stufe der Spiritualität erreicht haben muss. Professor Barnett sagt, in der Vergangenheit hätten die Tibeter dies bei der Besetzung hoher religiöser Ämter schon praktiziert, aber für die Bestimmung eines Dalai Lamas sei es ein sehr seltener Vorgang. Ob eine Emanation von den Tibetern akzeptiert wird, ist daher unklar.</p><p>“Wenn er stirbt, wird die Lage viel angespannter sein”</p><p>Für Peking ist es im gegenwärtigen politischen Klima jedenfalls undenkbar, eine solche Person anzuerkennen. Die Führung wird daher eine eigene Wahl treffen wollen. Und das hätte Folgen: Vor 16 Jahren gab es schon einmal so eine Situation. Im Beisein des damaligen Gouverneurs von Tibet wurde in einem kontroversen Lotterieverfahren der 11. Panchem Lama auserwählt, der zweithöchste religiöse Repräsentant der Tibeter. Heute bekleidet er offizielle Ämter in Chinas politischem System, wird aber von den meisten Tibetern nicht anerkannt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/10/17/peking-beharrt-auf-re-inkarnationsregelung-kurioser-streit-um-nachfolge-des-dalai-lama/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Dalai Lama im Gespräch mit der F.A.Z.: „China mangelt es an Selbstbewusstsein“</title><link>http://tibetfocus.com/2011/08/27/der-dalai-lama-im-gesprach-mit-der-f-a-z-%e2%80%9echina-mangelt-es-an-selbstbewusstsein%e2%80%9c/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/08/27/der-dalai-lama-im-gesprach-mit-der-f-a-z-%e2%80%9echina-mangelt-es-an-selbstbewusstsein%e2%80%9c/#comments</comments> <pubDate>Sat, 27 Aug 2011 21:32:56 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7718</guid> <description><![CDATA[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.8.11: Der Dalai Lama spricht über Ängste und Dämonen der Pekinger Führung, das Beharren Tibets auf seiner Identität, seinen Weg zur Demokratie, den Glauben an einen Dritten Weg in der Wirtschaft und die Sehnsucht nach Spiritualität. Eure Heiligkeit, Sie fordern von China eine „wahre Autonomie“ für Tibet. Was ist damit gemeint? Verteidigung [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.8.11:</p><p>Der Dalai Lama spricht über Ängste und Dämonen der Pekinger Führung, das Beharren Tibets auf seiner Identität, seinen Weg zur Demokratie, den Glauben an einen Dritten Weg in der Wirtschaft und die Sehnsucht nach Spiritualität.</p><p>Eure Heiligkeit, Sie fordern von China eine „wahre Autonomie“ für Tibet. Was ist damit gemeint?</p><p>Verteidigung und Außenpolitik ist Sache der chinesischen Zentralregierung, der Rest jedoch, Erziehung, Wirtschaft und nicht zuletzt der Umweltschutz, soll Sache der Tibeter sein. Wir wollen unsere eigene Sprache und Kultur bewahren. Dazu gehört auch der Buddhismus, der umfassender ist als die chinesische Kultur.</p><p>Warum findet die chinesische Führung dieses Konzept so schrecklich und verweigert sich Ihren Anstrengungen für einen konstruktiven Dialog?</p><p>Die chinesische Führung sieht in einer eigenständigen Identität eine Quelle der Gefahr und des Separatismus. Deshalb hat sie auch im vergangenen Jahr angeordnet, dass in Tibet in chinesischer Sprache unterrichtet wird.</p><p>Warum fürchtet sich China, das so ein mächtiges und starkes Land geworden ist, vor einem Separatismus, der gar nicht existiert?</p><p>Chinas Macht basiert nicht auf Wahrheit oder Ehrlichkeit. In Wirklichkeit mangelt es China an Selbstbewusstsein.</p><p>Immerhin erteilt Peking heute den Vereinigen Staaten Nachhilfe in Wirtschafts– und Finanzpolitik. Uns kommt es so vor, als hätte China ziemlich viel Selbstbewusstsein.</p><p>Ja, da ist aber viel Neid und Misstrauen dabei.</p><p>Können Sie mit dem von Ihnen so beschriebenen China überhaupt einen ernsthaften Dialog führen?</p><p>Die Zeit wird dafür kommen. In den vergangenen fünfzig Jahren haben die chinesischen Behörden verschiedene Mittel angewandt, um den „Tibetischen Geist“ auszutreiben, und sind damit vollkommen gescheitert, übrigens nicht nur in Tibet, sondern auch in Xinjiang und in der Inneren Mongolei. Auf der anderen Seite ist das chinesische Volk zunehmend frustriert von dem System, von der Korruption. Mehr und mehr Chinesen unterstützen den tibetischen Ansatz. Sogar einige chinesische Führer haben sich für eine Überprüfung der bisherigen Minderheitenpolitik ausgesprochen, für Demokratie und politische Reformen. Früher oder später wird die chinesische Führung die Wirklichkeit akzeptieren müssen und eine realistische Haltung gegenüber Tibet einnehmen. Der unrealistische Ansatz fortgesetzter Unterdrückung wird das tibetische Problem nicht lösen.</p><p>Was meinen Sie mit früher oder später: Jahre, Jahrzehnte?</p><p>Jahre, fünf bis zehn Jahre. Es wird Veränderungen geben. Viele Chinesen wollen diese Veränderungen.</p><p>Trauen Sie der kommenden chinesischen Führung diesen Wandel zu?</p><p>Schwer zu sagen. Wirklicher Wandel wird nicht von der Führung kommen, sondern von der Bevölkerung und von der intellektuellen Elite. Deren Stimmen werden natürlich von der Regierung unterdrückt, viele sind verhaftet worden. Die Ausgaben für innere Sicherheit sind größer als für Verteidigung! Wie kann die Welt unter solchen Umständen einer großen Nation wie China Respekt und Vertrauen entgegenbringen? Tief im Inneren sitzen Furcht und Misstrauen. China, das bevölkerungsreichste Land der Welt, kann global eine konstruktivere Rolle spielen. Aber dafür braucht es den Respekt und das Vertrauen der Welt. Aus diesem Grund muss das Verhalten der chinesischen Regierung transparent werden. Ich sage meinen chinesischen Freunden, das chinesische Volk hat das Recht, die Wahrheit zu wissen; wenn es die Wahrheit kennt, dann hat es auch die Fähigkeit zu urteilen, was gut und was schlecht ist. Daneben muss China sein Rechtssystem verbessern. Präsident Hu Jintao wollte in den vergangenen zehn Jahren eine Gesellschaft der Harmonie im Innern verwirklichen. Das ist ein gutes Ziel, aber die Methode, die er angewendet hat, ist die Gewalt. Deshalb ist er gescheitert.</p><p>Würden Sie China eher als ein kapitalistisches Land oder als ein kommunistisches Land einstufen?</p><p>Als ein kommunistisch-kapitalistisches Land.</p><p>Sie haben 1989 den Friedensnobelpreis bekommen für Ihre Bemühungen um eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts. Hat sich die Lage seit damals verbessert oder verschlechtert?</p><p>Sie hat sich nicht verbessert. Die Reaktion der Chinesen auf die Verleihung des Nobelpreises bestand darin, die Kontrolle auszuweiten. Sie handeln aus Furcht heraus: Mein Bild darf nicht veröffentlicht werden, die Klöster unterliegen strengen Auflagen. Ich wurde zum Dämon erklärt.</p><p>Warum haben Sie in diesem Jahr die politische Führungsverantwortung an einen gewählten Politiker abgegeben?</p><p>Weil ich meinem gesunden Menschenverstand vertraue. Seit 1960, ein Jahr nach unserer Flucht aus Tibet, habe ich mich für mehr Demokratie eingesetzt. 2001 haben wir zum ersten Mal eine politische Führung direkt gewählt. Seit damals war ich gewissermaßen halb im Ruhestand. Nun ist die Zeit gekommen, die ganze politische Autorität abzugeben und damit eine Hunderte Jahre alte Tradition aufzugeben. Der Dalai Lama war politischer und spiritueller Führer, dieses System gibt es nicht mehr. Ich habe mehr als sechzig Jahre dem tibetischen Volk als dessen politischer Führer gedient. Jetzt lege ich die Macht in die Hände jüngerer, besser ausgebildeter Leute. Ich bin immer der Meinung gewesen, dass politische und spirituelle Führung voneinander getrennt sein sollten. Ich bin glücklich, dass ich jetzt meine Überzeugung in die Tat umsetzen konnte.</p><p>Ihre Entscheidung muss auf Peking wie eine neue Gefahr wirken, die Gefahr der Demokratie.</p><p>O ja. Viele Chinesen haben das begrüßt.</p><p>Aber doch nicht das Regime.</p><p>Nein, das Regime hält die Demokratie für einen weiteren Dämon. Chinesische Schriftsteller haben mich dafür gelobt. Ich glaube schon, dass die Chinesen diesem Modell folgen sollten.</p><p>Sie haben sich immer für eine friedliche Lösung der Tibet-Frage eingesetzt. Sehen Sie die Gefahr, dass die jungen Tibeter nicht mehr an den gewaltlosen Weg glauben, wenn es zu keiner einvernehmlichen Lösung mit China kommt?</p><p>Nein. Von einigen wenigen Leuten in Tibet und im Exil abgesehen, will die große Mehrheit, 99 Prozent, Gewaltlosigkeit.</p><p>Sie nannten sich einmal einen Marxisten oder Semi-Marxisten. Sehen Sie sich von den Finanzkrisen, die die Welt erschüttern, in Ihren Ansichten bestätigt?</p><p>Die marxistische Wirtschaft fußt auf einigen moralischen Prinzipien, etwa dem der Gleichheit, während die kapitalistische Wirtschaft vom Gewinnstreben geleitet wird.</p><p>Im Kapitalismus gibt es keine Moral?</p><p>Im Kapitalismus als solchem nicht, aber Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung wirken als Kontrollmechanismen. In China aber gibt es diese Mechanismen nicht, und deshalb herrscht dort ein sehr dreckiger Kapitalismus. Ich bin für eine Verbindung der dynamischen Elemente des Kapitalismus mit den guten Aspekten des Sozialismus.</p><p>Sie glauben nach wie vor an den Dritten Weg?</p><p>Ja. Ich glaube nicht, dass der amerikanische Kapitalismus auch im Rest der Welt angewendet werden kann. Wir müssen uns anpassen, wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das nachhaltig ist. Wir können nicht so leben wie bisher, in Städten, die rund um die Uhr vollgestopft sind mit Autos.</p><p>In einem Teil der Welt hat die Globalisierung Millionen Menschen aus der Armut geführt, nicht zuletzt in China, in anderen Teilen empfinden die Menschen die Globalisierung als Bedrohung. Wie kann man diesen Leuten die Angst nehmen?</p><p>Die Staaten und sogar die Kontinente können nicht mehr isoliert nebeneinanderher leben. Der Geist der Europäischen Union ist vorbildlich. Die Staaten müssen ihr altes Souveränitätsdenken überwinden und gemeinsam auf globale Ziele hinarbeiten. Diesen Weg muss die Weltwirtschaft gehen.</p><p>Haben westliche Politiker dafür die notwendigen Visionen?</p><p>Regierungen brauchen neue, praktische Ideen, und die können zum Beispiel die Universitäten liefern. Wir sollten tatsächlich nicht annehmen, nur weil wir die letzten Jahrhunderte mit unserem Wirtschaftssystem überlebt haben, kann alles so weitergehen. Wir brauchen eine andere, angepasste Art des Wirtschaftens.</p><p>Überall in der Welt oder genauer: fast überall schlägt Ihnen große Begeisterung entgegen. Sehen Sie darin ein Bedürfnis nach mehr Spiritualität?</p><p>Allgemein gesprochen: ja. Die Menschen erfahren die Begrenztheit des Materialismus und wollen sich mehr mit ihrem Verstand, mit ihren Gefühlen befassen.</p><p>Mit dem Dalai Lama sprachen Klaus-Dieter Frankenberger und Berthold Kohler.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/08/27/der-dalai-lama-im-gesprach-mit-der-f-a-z-%e2%80%9echina-mangelt-es-an-selbstbewusstsein%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Dalai Lama schlägt neue Wege bei Nachfolgersuche vor</title><link>http://tibetfocus.com/2011/08/08/presseschau-zur-rucktrittsankundigung-der-dalai-lama-will-nicht-wie-mubarak-sein/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/08/08/presseschau-zur-rucktrittsankundigung-der-dalai-lama-will-nicht-wie-mubarak-sein/#comments</comments> <pubDate>Mon, 08 Aug 2011 09:51:55 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Exilregierung]]></category> <category><![CDATA[Kalon Tripa]]></category> <category><![CDATA[Premierminister]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7114</guid> <description><![CDATA[Märkische Zeitung, 2.8.11, - Paris (dpa) Der Dalai Lama hat den Tibetern vorgeschlagen, über seinen Nachfolger ähnlich wie bei der Papst-Wahl in einem Konklave abstimmen zu lassen. Das könne eine Möglichkeit sein, um absehbaren Konflikten aus dem Weg zu gehen, sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten der französischen Zeitung “Le Monde” (Dienstag). Experten befürchten, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Märkische Zeitung, 2.8.11, -<br /> Paris (dpa) Der Dalai Lama hat den Tibetern vorgeschlagen, über seinen Nachfolger ähnlich wie bei der Papst-Wahl in einem Konklave abstimmen zu lassen. Das könne eine Möglichkeit sein, um absehbaren Konflikten aus dem Weg zu gehen, sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten der französischen Zeitung “Le Monde” (Dienstag). Experten befürchten, dass es nach dem Tod des 76 Jahre alten geistigen Oberhaupts der Tibeter schwere politische und religiöse Konflikte geben könnte.</p><p>Die kommunistische Führung in China, das Tibet besetzt hält, will selbst den neuen Dalai Lama aussuchen. Die Tibeter lehnen das ab. Traditionell suchen hochrangige Mönche nach dem Tod eines Dalai Lama in Visionen nach dessen Wiedergeburt. Wenn die Entscheidung für ein Kind gefallen ist, wird es offiziell zur Reinkarnation des Dalai Lama erklärt.</p><p>In der katholischen Kirche wird ein Papst hingegen von den Kardinälen in einem Konklave in geheimer Abstimmung mit Zweidrittel-Mehrheit gewählt.Die meisten Tibeter wollten die traditionelle Suche nach der Reinkarnation beibehalten, sagte der 76-Jährige der Zeitung. Aber man müsse auch über neue Möglichkeiten sprechen. “Ich denke, dass eine Wahl durch ein Konklave wie beim Papst eine konfliktarme Methode wäre.”</p><p>Denkbar sei aber auch, dass er selbst seine Reinkarnation vor seinem Tod auswähle. Eine weibliche Person sei dabei nicht ausgeschlossen, sagte der Friedensnobelpreisträger. “Eine Frau ist naturbedingt empfindsamer für die Leiden anderer Menschen.”</p><p> </p><p><span style="color: #ff0000;"><strong>Dalai Lama: Neue Rolle gefunden!</strong></span></p><p>ICT, International Campaign for Tibet -<br /> Intensive Beratungen waren vorausgegangen, nun hat der Dalai Lama am vergangenen Sonntag mit seiner Unterschrift Änderungen an der Verfassung der Tibeter im Exil in Kraft gesetzt. Die Entwicklung kann als historisch bezeichnet werden, denn mit der Zustimmung des Dalai Lama zu den vom Parlament eingebrachten Änderungsvorschlägen überträgt der Dalai Lama seine gemäss Verfassung bestehenden politischen Befugnisse auf die gewählten Vertreter von Parlament und Verwaltung.</p><p>Am Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes am 10. März hatte der Dalai Lama erklärt, er wolle seine politischen Befugnisse auf die gewählten Vertreter der Tibeter übertragen. Viele Beobachter überraschte die Bestimmtheit, mit der er das Exilparlament aufforderte, Änderungsvorschläge vorzulegen, wohl in der Absicht seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Sorge bestand unter vielen Tibetern, der Dalai Lama würde fortan nicht mehr für die Anliegen der Tibeter eintreten, wenn er seine politischen Befugnisse abgäbe.</p><p>Das Exilparlament, das einer solchen Änderung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen muss, berief in der Folge eine Kommission ein, die Vorschläge erarbeitete, die wiederum im Anschluss von einer „Generalversammlung“ diskutiert wurden. Mehrere Hundert Tibeter aus aller Welt, darunter Abgeordnete des Exilparlaments und Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, kamen dazu zu einer mehrtägigen Beratung im indischen Dharamsala zusammen. Einstimmig wurden Empfehlungen an das Exilparlament beschlossen, die diese verabschiedete und dem Dalai Lama vorlegte. Für Aufregung sorgten in der Zwischenzeit Meldungen, der Dalai Lama hätte diese Vorschläge abgelehnt – am vergangenen Sonntag kam man jedoch recht schnell zu einem Ergebnis.</p><p>Der Dalai Lama wird nach den Verfassungsänderungen „Schützer und Symbol Tibets und des tibetischen Volkes“ sein, seine formalen Befugnisse jedoch an Exilparlament und den „Kalon Tripa“, den gewählten Premier im Exil, abgeben. Der Dalai Lama solle stattdessen „Rat und Ermutigung“ geben und sich weiterhin für eine Lösung der Tibetfrage einsetzen. Weitere Informationen sind auf <a href="http://www.tibet.net" target="_blank">www.tibet.net</a>, der Internetseite der Central Tibetan Administration einzusehen.</p><p><strong>Presseschau zur Rücktrittsankündigung des Dalai Lamas </strong></p><p><span style="color: #ff0000;"><strong>Jasmin-Revolution von oben: Dala Lama will Macht loswerden</strong></span></p><p>Der Tagesspiegel, 15.3.11 -</p><p>Während andere Herrscher sich an die Macht klammern, will der Dalai Lama sie loswerden. Doch sein Volk will den Gottkönig nicht gehen lassen.</p><p>Man könnte eine Stecknadel fallen hören, so still ist es im Saal, als Pena Tsering das in rotgoldene Seide gewickelte Schreiben auspackt. Ehrfürchtig fasst er es mit den Fingerspitzen an. Aus dem Fenster sieht man die schneebedeckten Gipfel der Himalayas, der Himmel an diesem Frühlingsmontag ist strahlend blau. Doch Tsering ist schwer ums Herz. Am liebsten wäre es ihm, es gäbe dieses Schreiben nicht. Trotzdem trägt er die sieben Seiten Wort für Wort vor, das ist sein Job. Der 44-jährige in der grauen Robe ist Sprecher des tibetischen Exil-Parlaments im indischen Dharamsala. Mit ernsten, fast versteinerten Mienen hören die 43 Abgeordneten zu.</p><p>“Dieser Brief wird Historie werden”, sagt Tsering — es klingt düster.</p><p>Das Schreiben stammt von Seiner Heiligkeit höchstselbst: Tenzin Gyatso, dem 14. Dalai Lama. Und es läutet das Ende einer Ära ein. Beinahe 400 Jahre haben die Gottkönige der Tibeter die weltliche und religiöse Macht auf sich vereint. Damit will der Dalai Lama nun brechen. Spirituelles Oberhaupt bleibt er auf Lebenszeit, ein Gott kann nicht abdanken. Aber nach 60 Jahren will er seine politische Macht an einen gewählten Regierungschef abgeben. Schon oft hat er davon geredet. “Aber nun meint er es ernst”, sagt Tsering. Gerade zehn Tage, bis zum 25. März, gibt er dem Parlament Zeit. Bis dahin wolle er von “aller formeller Autorität komplett befreit sein”, schreibt er. Niemand spricht es offen aus, aber es geht hier auch um seinen Tod. Der Mönch will sein politisches Erbe regeln und die Tibeter in die Demokratie führen, solange er es noch kann.</p><p>Es ist eine Art Jasmin-Revolution von oben. Doch sein Volk will ihn nicht gehen lassen. Seit Tagen werde man mit Bitten, Briefen und Emails überschwemmt, dass er bleiben möge, sagt Tsering. Er atmet tief durch, dann platzt es auch aus ihm heraus. “Wenn Sie mich persönlich fragen — es ist nicht die richtige Zeit für ihn, zurückzutreten.” Aus dem Mund eines Tibeters sind solche Worte geradezu unerhört. Und sie zeigen, wie aufgewühlt, wie schockiert die Menschen sind. Nie haben sie die Weisheit des Dalai Lama angezweifelt, nie Kritik an ihm geäußert. Doch nun rumort es. Es sei nicht auszuschließen, dass ihm das Parlament die Gefolgschaft verweigere — oder einen Volksentscheid einberufe, sagt Tsering. “Es ist ein solch drastischer Schritt. Wir müssen unsere Gefühle ausdrücken können.”</p><p>Tsering ist sich der historischen Ironie sehr wohl bewusst. Überall auf der Welt klammern sich Despoten an die Macht, kämpfen Menschen verzweifelt für Demokratie. “Nur bei uns ist es das Gegenteil”, sagt er und lacht laut, als habe er einen Witz gemacht. Und schlitzohrig, wie Seine Heiligkeit ist, hat er die Bombe nun platzen lassen: Am 20. März wählen die Exil-Tibeter einen neuen Regierunschef. Drei Kandidaten treten an. Alle drei sind gebildet, auslandserfahren und keiner ein Mönch — und einer von ihnen soll nun der politische Erbe des Dalai Lama werden. Aber kann er die Aufgabe stemmen? Die Tibeter seien noch nicht reif für diesen Schritt, glaubt Tsering. Dem Dalai Lama stehen die Türen der Mächtigen offen, sein Wort hat weltweit Gewicht. “Kein anderer Tibeter kann das.” Würde ein Barack Obama, eine Angela Merkel auch den gewählten Regierungschef der Exil-Tibeter empfangen? Der 44-jährige schüttelt zweifelnd den Kopf. Bis heute hat kein einziger Staat die tibetische Exil-Regierung auch nur anerkannt. Ohne den Dalai Lama drohe der tibetischen Sache ein Riesenrückschlag, sorgt er sich.</p><p>Überirdische Vaterfigur</p><p>Durch die schmalen Gassen von Dharamsala mit ihren Souvenir-, Schmuck– und Klamottenständen schlendern Hippies in bunten Pluderhosen, Mönche in roten Kutten und westliche Sinnsucher. Bunte, tibetische Gebetsfahnen flattern im Wind. Doch in den Häusern, Küchen und Bars der Tibeter ist die Stimmung gedrückt. Die Menschen haben den Schock noch nicht verdaut. Der Dalai Lama ist das Herz und die Seele, das Gesicht und die Stimme dieses geschundenen, heimatlosen Volkes. In jedem Haus, in jedem Lokal lacht einem sein Porträt entgegen. Und in den Büros fungiert Seine Heiligkeit sogar als Bildschirmschoner. Und nun fühlen sich die Menschen wie verlassene, verlorene Kinder, die plötzlich alleine zurecht kommen sollen. Rund fünf Millionen Tibeter leben in China, 100 000 in Indien und weitere Tausende verstreut über die Welt, in Nepal, Bhutan, in Europa und den USA. Der Dalai Lama hat sie geeint, über alle Grenzen hinweg. Wie eine fast überirdische Vaterfigur.</p><p>Vor allem den alten Menschen, den gebeugten Frauen mit den traditionellen Schürzenkleidern, den alten Männern mit ihren von der Sonne zerfurchten Gesichtern, bricht es das Herz. Sie sind dem blutjungen Mönch einst ins Exil gefolgt, sie sind mit ihm alt geworden. Vor 52 Jahren ist der Dalai Lama in Dharamsala gestrandet, nach einer abenteuerlichen Flucht über die Berge, damals nach dem gescheiterten Tibet-Aufstand gegen China. Indien bewies die Größe, ihn aufzunehmen. Gerade 23 Jahre alt war er. Der Mönch mit dem glucksenden Lachen machte den Buddhismus zur Weltmarke, stieg im Westen zum religiösen Rockstar auf und heimste den Friedensnobelpreis ein. Doch auch an einem Gott geht das Alter nicht spurlos vorbei. 76 Jahre alt wird er am 6. Juli. Natürlich wird er weiter durch die Welt touren, um für Tibet zu werben. Doch immer öfter wirkt er müde, erschöpft.</p><p>Und wie ein böser Geist sitzt ihm China im Nacken. Ausgerechnet das kommunistische Regime schwingt sich neuerdings zum Hüter des Buddhismus auf. Es ist kein Geheimnis, was China im Schilde führt. Nach dem Tod des Dalai Lamas will Peking will einen Nachfolger von eigenen Gnaden suchen, um die Tibeter zu spalten und ihre Bewegung zu enthaupten. Der Dalai Lama hat dieser Marionette bereits die Legitimität abgesprochen. Wenn er wiedergeboren werde, dann nicht in einer Diktatur. Vielleicht werde mit ihm die Reinkarnation auch enden, sagt er. Für diese Zeit will er die Tibeter wappnen. Ein gewählter Regierungschef soll die Führung übernehmen und ein Machtvakuum verhindern. Hartnäckig schubst und schiebt der lebende Buddha nun sein unwilliges Volk in Richtung Demokratie.</p><p>Der Dalai Lama sei “sehr klug”, sagt Tsewang Rigzin. “Er bereitet uns auf die Zukunft vor. Er ist ein visionärer Führer.” Rigzin ist 39 Jahre alt, er trägt Jeans und ein weißes Baseball-Cap und spricht mit einem so starken amerikanischen Akzent, dass man sich unversehens nach New York versetzt fühlt. Tatsächlich hat er 18 Jahre in Minnesota gelebt. Er hatte alles, wovon andere träumen: Eine Familie, einen hochbezahlten Job als Bänker und eine Green Card für das Traumland USA. Dennoch hat er keine Sekunde gezögert, alles hinzuschmeißen und in das Himalaya-Nest zu ziehen, als er im Jahr 2007 zum Chef des Tibetischen Jugendkongresses gewählt wurde. Seitdem sieht er seine Frau und seine beiden Töchter nur noch wenige Tage im Jahr. “Mein Land ist wichtiger als mein persönliches Glück”, sagt er.</p><p>Das weißgrüne Gebäude des Jugendkongresses liegt nur 50 Meter vom Hauptplatz von McLeod Ganj, dem Tibeter-Viertel von Dharamsala, entfernt. Der Jugendkongress mit seinen 35 000 Mitgliedern ist die politische Kaderschmiede der Exil-Tibeter. Natürlich sind die Jungen radikaler. Die Forderung des Dalai Lamas nach tibetischer Autonomie geht ihnen nicht weit genug, sie wollen Unabhängigkeit. Dennoch rütteln sie nicht an einer Autorität. Rigzin gehört zu jenen, die hinter dem Rückzug des Dalai Lamas stehen. “Wir müssen lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen.”</p><p>Könnten sich die Tibeter nach dem Rückzug des Dalai Lama radikalisieren, möglicherweise sogar zu den Waffen greifen? Rigzin zögert keine Sekunde: “Nein, unser Kampf wird gewaltlos bleiben”. Doch droht den Tibetern und ihrem Kampf nicht das Vergessen, wenn sie ihre prominenteste Stimme verlieren? Ja, natürlich könnte es schwerer werden, Gehör zu finden. Aber was sind die Alternativen, fragt Rigzin. “Seine Heiligkeit bleibt unser Führer, solange er unter uns weilt. Aber auch wenn wir uns es wünschen, der Dalai Lama wird nicht ewig leben.” Ist der Kampf der Tibeter nicht ohnehin längst verloren? Rigzin kontert mit Gegenfragen: Schien nicht auch das Ende der Apartheid, der Fall der Mauer, die Einheit Deutschlands über Jahrzehnte eine blauäugige Illusion? “Solange wir kämpfen, haben wir eine Chance. Wenn wir die Hoffnung verlieren, sind wir tot.”</p><p>Beten für die Peiniger</p><p>Überall trifft man auf Ven Bagdro. Unermüdlich zieht er durch die Cafes, verteilt Flugblätter und erzählt den Touristen von seiner Heimat. Über die rote Mönchskutte hat der 40-jährige einen Pullover gegen die Kälte gestreift. Seine Augen lassen einen nicht los. Sie scheinen im selben Moment zu weinen und zu lachen, heiter und traurig zu sein. Er wurde in Tibet geboren. Als 20-jährigen haben ihn die Chinesen ins Gefängnis geworfen, weil er gegen ihr Regime demonstrierte. Fast vier Jahre hielten sie ihn gefangen, haben ihn gefoltert. “Die Hölle auf Erden” heißt das Buch, dass über diese Zeit schrieb. Halbtot und halbirre war er, als er freikam. “Ich wog noch 39 Kilogramm”. Drei Monate hat die Flucht aus Tibet nach Dharamsala gedauert. Abwechselnd haben seine Begleiter ihn, dieses gequälte, gemarterte Bündel Mensch, auf dem Rücken über die Berge geschleppt, in der Nacht marschierten sie, tagsüber versteckten sie sich vor den chinesischen Häschern. “Ich habe sie angefleht, mich sterben zu lassen. Aber sie wollten mich nicht zurücklassen.”</p><p>Voller Hass auf die Chinesen sei er damals gewesen, sagt Bagdro. Doch dann habe der Dalai Lama ihn in seine Arme genommen und gesagt, dass Ärger zu nichts führe. “Heute bete ich jeden Tag für meine Peiniger und ihre Familien, für jene Polizisten, die mich gefoltert haben”, sagt er. Sein ein Körper ist voller Narben, aber seine Wangen sind wieder rund und rosig. Nun versucht er, die Welt auf das Leid in Tibet aufmerksam zu machen. Ähnlich wie in Burma sind auch die Mönche Tibets eine starke politische Kraft, die Vorhut der Proteste. “Wir haben keine Familie, keine Frauen und Kinder, für die wir Verantwortung tragen. Wir riskieren nur unser eigenes Leben”, sagt Bagdro. Auch ihn hat die Entscheidung des Dalai Lama schockiert. Zu früh sei es für seinen Rückzug, findet er wie so viele. Mindestens fünf bis zehn Jahre bräuchten die Tibeter noch, um den Sprung in die Demokratie zu schaffen. Doch der Dalai Lama wäre nicht der Dalai Lama, wenn er dieses nicht bedacht hätte. Er sei viel zu weise, um sein Volk von heute auf morgen ins kalte Wasser zu werfen, glaubt Bagdro. Er werde es an die Hand nehmen, bis es flügge sei. Es “war ein Weckruf an alle Tibeter. Es wird Zeit, dass wir erwachsen werden.”</p><p><span style="text-decoration: underline;"><span style="color: #ff0000;">Die Demokratie kommt von oben: Der Dalai Lama bleibt geistiges Oberhaupt</span></span></p><p>Taz, 11.3.11, Kommentar von Klemens Ludwig</p><p>Der Dalai Lama hat den Rückzug von seinen politischen Ämtern angekündigt — nicht zum ersten Mal, aber zwei Dinge sind bemerkenswert: Erstens waren derartige Ankündigungen in der Vergangenheit zumeist mit konkreten Ereignissen verbunden — beim Volksaufstand vom März 2008 zum Beispiel drohte er damit, sofern die Tibeter Gewalt ausübten. Zweitens werden die Abstände zwischen den Ankündigungen immer kürzer; zuletzt Ende November hatte sein Privatsekretär erklärt, der Dalai Lama erwäge, von seinem Amt als weltliches Oberhaupt zurücktreten.</p><p>Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt: Nach monatelangen Vorwahlen in den Exilgemeinden geht die Entscheidung über einen neuen Ministerpräsidenten im Exil am 20. März in die entscheidende Runde. Als Favorit gilt der Harvard-Absolvent Lobsang Sangay, der nicht zum tibetischen Establishment in Nordindien gehört.</p><p>Mit der Ankündigung will das tibetische Oberhaupt offenkundig die demokratischen Institutionen stärken und seine in Freiheit lebenden Landsleute motivieren, sich an dem Meinungsbildungsprozess zu beteiligen. Damit erhält die Wahl eine größere Bedeutung und der neue Amtsinhaber wird aufgewertet. Die Demokratisierung der Tibeter im Exil ist eine Demokratisierung von oben.</p><p>Selbst bei einem Rückzug aus den politischen Ämtern wird der Dalai Lama nicht in der Versenkung verschwinden. Seine weit wichtigere Funktion als geistliches Oberhaupt ist davon unberührt. Er bleibt für den tibetischen Freiheitskampf die wichtigste Integrationsfigur nach innen und der überzeugendste Vermittler nach außen.</p><p>Die Tibeter sind jedoch gut beraten, die Botschaft zu hören und in der Entwicklung ein Chance zu sehen, statt — wie in der Vergangenheit — den Dalai Lama zu bitten, den Rückzug vom Rückzug anzutreten.</p><p> </p><p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;">Der Dalai Lama will “nicht wie Mubarak sein”</span></p><p>Der Standard (A), 21.3.11, Christine Möllhoff -</p><p>Mit der Wahl eines neuen Regierungschefs endete für die Tibeter am Sonntag eine Ära.<br /> Der Dalai Lama hatte trotz flammender Appelle an seiner Entscheidung festgehalten, die politische Macht abzugeben.</p><p>Als der Dalai Lama vor zwölf Tagen verkündete, er werde seine politische Macht abgeben, musste Lobsang Sangay erst einmal kräftig schlucken: “Wow, habe ich gedacht. Diese gigantischen Schuhe wird niemand ausfüllen können.” Sangay könnte nun der politische Erbe des Dalai Lama werden: Am Sonntag waren etwa 85.000 wahlberechtigte Exil-Tibeter weltweit aufgerufen, einen neuen Regierungschef, Kalon Tripa genannt, zu wählen. Und der 43-jährige Jurist gilt als Favorit unter den drei Kandidaten.</p><p>Doch noch sträuben sich die Exil-Tibeter dagegen, den Dalai Lama ziehen zu lassen. Das Exilparlament hatte sich vergangene Woche geweigert, ihn nach 60 Jahren von seinen politischen Aufgaben zu entbinden. Doch diesmal will sich Seine Heiligkeit offenbar nicht breitschlagen lassen.</p><p>Am Wochenende machte der Dalai Lama klar, dass an seiner Entscheidung nicht zu rütteln ist. Es sei nicht gut, dass der Dalai Lama die absolute Macht habe, mahnte der 75-Jährige. Solche Zeiten seien überholt: “Ich möchte nicht wie Mubarak sein.” Für die Tibeter bedeutet sein Rückzug das Ende einer Ära. Mehr als 400 Jahre haben die Dalai Lama die weltliche und spirituelle Macht auf sich vereint. Mit seinem Schritt will Tenzin Gyatso sein Volk für die Zeit nach seinem Tod wappnen und ein Machtvakuum verhindern. Bis dahin will er aber spirituelles Oberhaupt bleiben.</p><p>Mit seinem Rückzug bekommen auch die Wahlen, deren Resultat Ende April erwartet wird, neues Gewicht. Bisher stand der Regierungschef völlig im Schatten des Gottkönigs. Nun soll er die politische Führung übernehmen. Dabei dürfte ihm der Dalai Lama aber zur Seite stehen. “Er wird immer mein Oberhaupt bleiben” , sagte Sangay zum Standard. “Er ist ein brillanter Führer, der seiner Zeit voraus ist.” Langfristig werde sein Schritt, die politische Macht einer gewählten Regierung zu übertragen, den Tibetern nützen.</p><p>Sangay arbeitet bisher an der renommierten Harvard Law School in den USA. Sollte er gewählt werden, will der Vater einer vierjährigen Tocher in die indische Himalaya-Kleinstadt Dharamsala umziehen, den Sitz der Exil-Regierung. Im Tibet-Konflikt setzt Sangay auf Dialog. Dazu will er den Austausch auch zwischen Chinesen und Tibetern verstärken. Bereits in den vergangenen Jahren organisierte er immer wieder Konferenzen mit chinesischen Gelehrten. Auch sei er bereit, Gespräche mit der chinesischen Führung aufzunehmen.</p><p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;">Exil-Tibeter drängen Dalai Lama zum Bleiben</span><br /> Der Tagesspiegel, 20.3.11<br /> Das geistliche Oberhaupt will seine Macht abgeben, obwohl das Exilparlament ihn halten möchte.</p><p>Als der Dalai Lama vor zwölf Tagen verkündete, dass er seine politische Macht abgeben will, musste Lobsang Sangay erstmal kräftig schlucken. „Wow, habe ich gedacht. Diese gigantischen Schuhe wird niemand ausfüllen können.“ Sangay könnte nun der politische Erbe des Dalai Lama werden: Am Sonntag waren etwa 85 000 wahlberechtigte Exiltibeter weltweit aufgerufen, einen neuen Regierungschef, Kalon Tripa genannt, zu wählen. Und der 43-jährige Jurist gilt als Favorit unter den drei Kandidaten.</p><p>Doch noch sträuben sich die Exiltibeter dagegen, den Dalai Lama überhaupt ziehen zu lassen. Das Exilparlament hatte sich in der vergangenen Woche geweigert, ihn nach 60 Jahren von seinen politischen Aufgaben zu entbinden.</p><p>In einer Resolution baten die Abgeordneten ihn, ihr politischer Führer zu bleiben. Doch diesmal will sich Seine Heiligkeit offenbar nicht breitschlagen lassen. Man habe die Resolution zurück ans Parlament geschickt, erklärte sein Sprecher.</p><p>Der Dalai Lama machte am Wochenende klar, dass an seiner Entscheidung nicht zu rütteln ist. „Es ist nicht gut, dass der Dalai Lama die absolute Macht hat“, mahnte der 75-Jährige. Solche Zeiten seien überholt. „Ich möchte nicht wie Mubarak sein.“ Für die Tibeter bedeutet sein Rückzug das Ende einer Ära. Über 400 Jahre haben die Dalai Lama die weltliche und spirituelle Macht auf sich vereint. Mit seinem Schritt will Tenzin Gyatso sein Volk für die Zeit nach seinem Tod wappnen und ein Machtvakuum verhindern. Bis dahin will er aber spirituelles Oberhaupt bleiben.</p><p>Mit seinem Rückzug bekommt auch die Abstimmung über ein neues Parlament und einen neuen Exil-Premierminister, deren Resultat Ende April erwartet wird, ein neues Gewicht. Bisher stand der Regierungschef völlig im Schatten des Gottkönigs. Nun soll der Regierungschef die politische Führung übernehmen. Dabei dürfte ihm der Dalai Lama aber als Berater zur Seite stehen. „Er wird immer mein Oberhaupt bleiben“, sagte Sangay in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Er ist ein brillanter Führer, der seiner Zeit voraus ist.“ Langfristig werde die Entscheidung des Dalai Lama, die politische Macht an eine gewählte Regierung zu übertragen, den Tibetern und ihrem Anliegen nutzen. Aber emotional seien viele Menschen noch nicht so weit, ihn gehen zu lassen.</p><p>Der Jurist Sangay arbeitete bisher an der renommierten Harvard Law School in den USA. Sollte Sangay gewählt werden, will der Vater einer vierjährigen Tochter in die indische Himalaya-Kleinstadt Dharamsala umziehen, wo die Exilregierung ihren Sitz hat.</p><p>Mit Blick auf den Tibetkonflikt setzt Sangay derweil auf Dialog, nicht auf Gewalt. Dazu will er den Austausch auch zwischen normalen Chinesen und Tibetern verstärken. Bereits in den vergangenen Jahren organisierte Sangay immer wieder Konferenzen mit chinesischen Gelehrten. Auch sei er bereit, Gespräche mit der chinesischen Führung aufzunehmen, kündigte er an. Doch bisher scheitere es an deren Nein. „Der Ball liegt bei den Chinesen“, sagt Sangay.</p><p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;">Friedlicher Wechsel: Der Dalai Lama übergibt seine politische Macht</span><br /> Deutschlandfunk, 13.3.11, Sabina Matthay, ARD-Korrespondentin</p><p>Die Abdankung des Dalai Lama als politisches Oberhaupt der Tibeter — kein Grund zur Wehmut für seine Anhänger im Westen.</p><p>Als geistlicher Frontmann des tibetischen Buddhismus tritt er nicht zurück, so bleibt der 75-Jährige den nach Lebenssinn und –ziel suchenden Wohlstandsmenschen in den Industrienationen als spirituelles Wellness-Maskottchen erhalten. Für die innere Verfasstheit seines Volkes und für das so wichtige Verhältnis zu China aber werden die Folgen seines Schritts tief greifend sein. In dem halben Jahrhundert seit der Flucht des buddhistischen Würdenträgers vor der chinesischen Besatzung Tibets ins indische Exil hat er die innere und äußere Dimension der Tibet-Politik geprägt, das Thema überhaupt international salonfähig gemacht.</p><p>Seine religiöse Autorität speist die politische, die er nun abgeben will. Nach wie vor gilt der Dalai als der einzige, der die Tibeter innerhalb und außerhalb Chinas mobilisieren und einen kann. Seinem Volk im Exil demokratische Strukturen zu geben, beweist den Weitblick des Friedensnobelpreisträgers. Mit der Abkoppelung seiner politischen Aufgaben stellt der Dalai Lama die Weichen für die Zeit nach seinem Tod. Auf seine Initiative hin wurde Anfang der Neunziger eine Art Verfassung geschaffen, auch ein Exilparlament und einen Exilpremierminister gibt es inzwischen.</p><p>Den nächsten Premier wählen die rund 150.000 Exiltibeter gerade — dessen Position wird durch den Rückzug der Galionsfigur gestärkt. Der Verehrung der Tibeter kann der Dalai Lama weiterhin sicher sein. Vor allem ältere Exilanten werden ihn nach wie vor gottgleich verehren und bedauern seinen politischen Rückzug.</p><p>Die jüngere Generation im Exil, oft gebildet und politisch aufgeklärt, musste der Dalai Lama dagegen nicht erst zu demokratischen Strukturen drängen. Bei allem Wohlwollen lehnen viele von ihnen die Strategie des Mittelwegs ab, die der Dalai Lama in Verhandlungen mit China verfolgt: Er plädiert für Gewaltfreiheit und beschränkt sich schon lange auf die Forderung nach kultureller Autonomie Tibets. Fortschritte hat das nicht gebracht.</p><p>Junge Exiltibeter treten wesentlich radikaler auf. Dass der Dalai Lama das Versprechen der Demokratisierung einlöst, birgt deshalb Chancen und Risiken. Ob die Exilgemeinschaft zersplittert, bleibt abzuwarten. Die rege Teilnahme an den Premierministerwahlen verspricht eher Lust an der Demokratie. Ob China darin neue Möglichkeiten zur Wiederbelebung der Verhandlung über die Zukunft Tibets erkennt, ist nicht ausgemacht.</p><p>Eher sieht es so aus, als habe das Regime endgültig eine Chance vertan. Längst kontrolliert es Tibet. Die Zustimmung der Tibeter aber hat es nicht. Mit dem gemäßigten alten Mann im indischen Exil, dessen Autorität unangefochten ist, hätten die Chinesen längst eine dauerhafte Lösung für die Tibetfrage finden können. Falls Peking aber hoffte, dass diese Frage sich mit dessen Tod erledigen würde — die Abgabe der politischen Aufgaben des Dalai an demokratisch gewählte Repräsentanten hat diesen Plan zunichtegemacht. Mit einer Exilgemeinschaft mit unterschiedlichen Stimmen und Strömungen wird eine einvernehmliche Lösung noch schwerer fallen.</p><p>Die politische Zukunft der Tibet-Bewegung ist aber auch an die Frage der geistlichen Nachfolge des 14. Dalai Lama gebunden. Als Oberhaupt des tibetischen Buddhismus kann Tensing Gyatsao, so der Mönchsname des Dalai, nicht abdanken. Aber — das Tauziehen um seine Reinkarnation hat längst begonnen. Das atheistische Regime in Peking, das sehr wohl um die Bedeutung der Autorität des Dalai Lama für die Tibeter weiß, könnte nach dem Beispiel des Pantschen Lama einen eigenen Kandidaten präsentieren, während die Exiltibeter mit einem Konkurrenten aufwarten.</p><p>Schon hat der Dalai Lama davon gesprochen, dass er abweichend von der Tradition seinen Nachfolger zu Lebzeiten auswählen wolle. So dürfte auch der Rückzug des Dalai Lama von seinen politischen Ämtern nicht den Weg zu einer Einigung bereiten, die den Tibetern Selbstbestimmung, der Exilgemeinschaft vielleicht gar die Rückkehr bringt.</p><p><span style="text-decoration: underline; color: #ff0000;">Exiltibeter wählen neue Regierung: Wahlkampffieber am Himalaja</span><br /> Taz, 18.3.1, Adrienne Woltersdorf</p><p>In ihrer indischen Hochburg Dharamsala diskutieren die Exiltibeter vor der Wahl am Sonntag heftig. Auch wegen des angekündigten Rückzugs des Dalai Lama.<br /> In den rustikalen Cafés und Momo-Restaurants im indischen Dharamsala debattieren in diesen Tagen Mönche und Gruppen junger Tibeter bei einer Tasse Instant-Cappuccino heftig über Politik sowie die Vor– und Nachteile ihrer Kandidaten.</p><p>Denn am Sonntag will die weltweit verstreut lebende Gemeinschaft der Exiltibeter, die heute rund 150.000 Mitglieder zählt, ihre neue Regierung wählen. Dabei geht es erstmals um mehr als bloße Akklamation. Der Dalai Lama, spiritueller Führer und Regierungschef in einer Person, hatte vergangene Woche in Dharamsala erneut bekräftigt, den Rückzug antreten zu wollen.</p><p>Es ist vor allem der Wunsch des 76-Jährigen, bald alle seine politischen Ämter niederzulegen, der die tibetischen Wähler elektrisiert. Zum anderen ist es die Tatsache, dass es erstmals einen echten Wahlkampf um das Amt des Exilpremiers gibt. Der wird weltweit und im Internet geführt, mit reichen Sponsoren und vielem Händeschütteln.</p><p>Aus den weltweiten Vorwahlen im letzten November sind als Favoriten drei Kandidaten hervorgegangen. Allen voran der smart wirkende Harvard-Juradozent Lobsang Sangye. Er trägt Anzug und Krawatte statt Mönchskutte und ist kein Tibetflüchtling wie seine Mitkämpfer.</p><p>Gegen ihn werden der Exexilpremier Tenzin N. Thethong und der Exaußenminister Tashi Wangdi antreten. Thetong ist den Tibetern seit Jahrzehnten als erfolgreicher US-Lobbyist bekannt und gilt als “erfahrener Macher”.</p><p>Der künftige Premier wird in eine Regierungskrise stolpern. Den Rückzug des Dalai Lama sieht die Exilcharta von 1959 nicht vor. Nochpremier Samdhong Rinpoche fürchtet eine “Legitimitätskrise”. Zudem wächst die Ungeduld junger Tibeter angesichts der schlechten Lage der Tibeter in Tibet.</p><p>“Der Dalai Lama ist mit seiner Politik des mittleren Weges gescheitert”, sagt Dhondup Lhadar, 36, Vizepräsident des Tibetischen Jugendkongresses, der mit 35.000 Mitgliedern größten tibetischen Exil-NGO. Wie er fordern viele junge WählerInnen, dass die ergebnislosen Dialoge mit Peking abgebrochen und nur weitergeführt werden sollten, wenn das Ziel neu justiert werde.</p><p>Sie träumen nicht wie der Dalai Lama von “Autonomie”, die schon jetzt nicht funktioniere, sagen einige der jungen Mönche. Sie träumen von der Unabhängigkeit Tibets und hoffen, dass eine neue politische Führung der Exilgemeinde eine mehr aktivistische Note hinsichtlich Chinas verpasst. Mit seinem Rückzug ist der Oberhirte seinem eigentlichen Ziel einen großen Schritt näher gekommen: Er wollte seine Exilgemeinde politisch aufrütteln. Das hat funktioniert.</p><p>85.000 Wahlberechtigte: Exil-Tibeter wählen neuen Ministerpräsidenten<br /> Der Stern, 20.3.11</p><p>Eineinhalb Wochen nach der Rückzugsankündigung des Dalai Lama haben zehntausende Exil-Tibeter in Indien und anderen Ländern über ein neues Parlament und einen neuen Exil-Premierminister abgestimmt.</p><p>Exil-Tibeter in zahlreichen Staaten haben am Sonntag über einen neuen Chef der tibetischen Exilregierung abgestimmt. In Indien sowie zwölf weiteren Ländern konnten insgesamt 85.000 Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. Der neue Ministerpräsident soll die politische Führung vom Dalai Lama übernehmen, der kürzlich seinen Rückzug aus der aktiven Politik angekündigt hatte. Der bisherige Amtsinhaber, der Mönch Samdhong Rinpoche, tritt nicht mehr an. Unter den drei Kandidaten gilt der 43-jährige Völkerrechtsexperte Lobsang Sangay als Favorit.</p><p>“Die Leute sehen in mir jemand, der in der Tradition verankert, aber zugleich modern ist”, sagte Sangay im Vorfeld der Wahl der Nachrichtenagentur AFP. Er hatte sich bei einem ersten Wahlgang vergangenes Jahr klar vor den anderen Bewerbern platziert. Mit einem offiziellen Ergebnis wird erst Ende April gerechnet. Der bisherige Ministerpräsident Rinpoche sagte, die Wahlen seien immer wichtig, aber diesmal fielen sie mit der Übergabe der Macht zusammen. “Der neue Führer wird sehr viel mehr Aufgaben haben als bisher”, sagte Rinpoche zu AFP.</p><p>Der 75-jährige Dalai Lama war bisher nicht nur das geistliche Oberhaupt der Tibeter, sondern auch der Chef der Exilregierung im indischen Dharamsala. Seit 2001 stand ihm dabei Rinpoche als gewählter Ministerpräsident zur Seite. Zahlreiche Exil-Tibeter lehnen den Rückzug des Dalai Lama ab, da sie fürchten, dass dadurch der Kampf für die Autonomie Tibets geschwächt werde könnte. Bei einer Debatte im Exil-Parlament in Dharamsala am Dienstag sprach sich eine Mehrheit der 47 Abgeordneten gegen einen Rückzug des Dalai Lama aus.</p><p>Dieser bekräftigte am Donnerstag jedoch seine Entscheidung, die “auf lange Sicht besser” sei. Der neue Regierungschef soll erweiterte Befugnisse erhalten, ob es ihm aber gelingt, von den Tibetern innerhalb Tibets anerkannt zu werden, ist offen. Insgesamt ist die Macht der Exilregierung weitgehend auf die Verwaltung der tibetischen Gemeinde in Indien beschränkt. Trotz weltweiter Sympathien für den Dalai Lama hat bisher kein Staat die Exilregierung als legitime Vertretung der Tibeter anerkannt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/08/08/presseschau-zur-rucktrittsankundigung-der-dalai-lama-will-nicht-wie-mubarak-sein/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Videokonferenz: “Wie ich Seine Heiligkeit den Dalai Lama traf – ohne einen Reisepass”</title><link>http://tibetfocus.com/2011/01/29/videokonferenz-wie-ich-seine-heiligkeit-den-dalai-lama-traf-%e2%80%93-ohne-einen-reisepass/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/01/29/videokonferenz-wie-ich-seine-heiligkeit-den-dalai-lama-traf-%e2%80%93-ohne-einen-reisepass/#comments</comments> <pubDate>Sat, 29 Jan 2011 10:25:08 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Menschenrechte]]></category> <category><![CDATA[Tsering Woeser]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6858</guid> <description><![CDATA[- Blog von Woeser — www.HighPeaksPureEarth.com, 12. Januar 2011 High Peaks Pure Earth übersetzte einen von Woeser verfassten Blogbeitrag, der ursprünglich zur Aussendung am 5. Januar 2011 auf Radio Free Asia erstellt worden war und am 10. Januar auf ihrem Blog veröffentlicht wurde. Wie einem Bericht auf der offiziellen Website des Dalai Lama zu entnehmen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>- Blog von Woeser — www.HighPeaksPureEarth.com, 12. Januar 2011</p><p>High Peaks Pure Earth übersetzte einen von Woeser verfassten Blogbeitrag, der ursprünglich zur Aussendung am 5. Januar 2011 auf Radio Free Asia erstellt worden war und am 10. Januar auf ihrem Blog veröffentlicht wurde.</p><p>Wie einem Bericht auf der <a href="http://www.flexform.de/tozwscge" target="_blank">offiziellen Website des Dalai Lama zu entnehmen ist (1)</a>, nahm er am 4. Januar 2011 an einer Videokonferenz mit den chinesischen Menschenrechtsanwälten Jiang Tianyong und Teng Biao teil. Die von Woesers Ehemann Wang Lixiong organisierte Videokonferenz schloss an eine Reihe von Twitter-Gesprächen zwischen dem Dalai Lama und chinesischen „Netizens“ an, die 2010 ebenfalls von Wang Lixiong in die Wege geleitet worden waren.</p><p>Hier folgt Woesers Blogbeitrag:</p><p>Vor sieben Jahren habe ich in meiner Essay-Sammlung Xizàng Bijì (Tibet-Aufzeichnungen) über ein Gruppenfoto, auf dem ein Vater und sein Sohn abgebildet waren, die heimlich von Lhasa nach Dharamsala unterwegs waren, Folgendes geschrieben: „Er, der Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit auf beiden Seiten ausstrahlt, aber die Mitte umfasst, ist der berühmteste aller frommen Tibeter, der gütigste Mensch, der am meisten ersehnt wird – der Dalai Lama“.</p><p>Wegen dieses Satzes und einiger Artikel, in denen ich die Wahrheit zur Sprache bringe, bezeichneten die lokalen Behörden meine Arbeit als Werk mit „gravierenden politischen Irrtümern, das den 14. Dalai Lama und den 17. Karmapa preist und schwerwiegende falsche politische und religiöse Ansichten propagiert – einige Essays enthalten bis zu einem gewissem Grad bereits politische Irrtümer.“ Danach wurde ich aus meiner Stellung entlassen. Das war der <a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/HRU/2004/HRU-2004-10.html" target="_blank">Zeitpunkt, als ich Lhasa verließ (2)</a>.</p><p>Noch früher, schon vor 16 Jahren, hatte ich ein Gedicht verfasst, das zwischen den Zeilen eine <a href="http://www.raggedbanner.com/pOTR.html " target="_blank">Botschaft vermittelte (3)</a>:</p><p>„Auf dem Weg<br /> Halte ich eine Blume, nicht von dieser Welt.<br /> In Eile, bevor sie stirbt, suche ich in allen Richtungen,<br /> Damit ich sie einem alten Mann in tiefroter Robe schenken kann.<br /> Ein wunscherfüllendes Juwel,<br /> Ein aufblitzendes Lächeln:<br /> Sie knüpfen ein festes Band zwischen den Generationen.“</p><p>Später wandelte ich dieses Gedicht in einen Liedtext um, in dem ich offen sagte, der „alte Mann in tiefroter Robe“ sei „unser Yishin Norbu, unser Kundun, unser Gongsachog, unser Gyalwa Rinpoche …“ – alles respektvolle Benennungen des Dalai Lama.</p><p>Ebenso wie viele andere Tibeter hegte ich die Hoffnung, Seine Heiligkeit einmal sehen, seinen Lehren ehrerbietig zuhören zu können, eine Audienz zu erhalten – all das war mein innigster Wunsch. Schon von klein auf hatte ich mich danach gesehnt, dass dieser Augenblick wahr werden möge. Doch wie zahlreiche Tibeter, erhalte auch ich keinen Pass. Es ist nahezu unvorstellbar, dass dieses Regime, das uns kontrolliert, uns jemals einen Pass genehmigen wird, obwohl dies eigentlich das Grundrecht eines jeden Bürgers sein sollte. Letztes Jahr wurden in Lhasa allen, die über sechzig Jahre alt waren, Pässe ausgestellt, wenn auch nur für den Zeitraum einer Woche. Als Folge drängten sich im zuständigen Passbüro grauhaarige, humpelnde alte Menschen. Es war klar, dass sie sich alle auf den Weg in die Ausläufer des Himalaya machen wollten, um Verwandte zu besuchen, dem heiligen Land des Buddhismus Tribut zu zollen und sich jenen Traum zu erfüllen, von dem niemand spricht, den aber alle kennen. Ich habe den traurigen Verdacht, dass ich noch bis zu meinem sechzigsten Lebensjahr warten muss, bis ich einen Reisepass in die Hände bekomme.</p><p>Doch das Internet gab meinem Ich ohne Pass einen Ausweis zum Reisen. Im neuen Jahr half es mir, meinen Traum wahr werden zu lassen. Durch das Internet begegnete ich wie in einem Traum, doch sehr lebendig und real, dem Dalai Lama!</p><p>Alles begann mit einer Videokonferenz im Cyberspace. Am 4. Januar 2011 nahm Seine Heiligkeit in Dharamsala an einer Videokonferenz mit den beiden Menschenrechtsanwälten Teng Biao und Jiang Tianyong sowie dem Autor Wang Lixiong teil. Und ich – ich stand hinter Wang Lixiong und verfolgte aufmerksam jedes Wort. Als der Dalai Lama auf dem Bildschirm erschien, konnte ich es kaum fassen – Tränen strömten mir über das Gesicht. Es war ohne Frage ein riesengroßes Wunder, das es mithilfe der technischen Revolution möglich machte, geographische Entfernungen ebenso wie von Menschenhand geschaffene Barrieren zu überwinden und eine Brücke zu errichten, über die der Dalai Lama mit chinesischen Intellektuellen kommunizieren konnte. Ich hörte, wie der Dalai Lama zu den drei han-chinesischen Intellektuellen sagte: „Es ist genauso, als säßen wir zusammen, wir können nur nicht gegenseitig unseren Atem wahrnehmen.“ Am Ende des siebzig Minuten langen Gesprächs fragte Seine Heiligkeit mit besorgter Stimme: „Können Sie mich alle deutlich sehen?“ Als alle drei bejahten, wies er fröhlich auf seine Augenbrauen und lachte: „Dann haben Sie wohl auch meine grauen Augenbrauen gesehen?“</p><p>Ich weinte und weinte. Als ich mich, wie Tibeter es tun, dreimal niederwarf und leise einige Gebete rezitierte, mit einer Khata in der Hand vor dem Computer kniend und blind vor Tränen, sah ich, wie Seine Heiligkeit beide Hände ausstreckte, als wolle er die Khata entgegennehmen und mich segnen. Es ist unmöglich, meine Gefühle in diesem Augenblick mit Worten zu beschreiben … ich habe wirklich solch ein Glück! In Tibet geraten manche schon allein deswegen in Schwierigkeiten, weil sie ein Foto des Dalai Lama besitzen.</p><p>Menschen aus ganz China haben Seine Heiligkeit getroffen, ohne in irgendeiner Weise ihre Freiheit einzubüßen. Da wir alle Bürger dieses Landes sind, sollten auch Tibeter nicht dafür bestraft werden, dass sie eine Audienz bei Seiner Heiligkeit hatten.</p><p>Mein Gesicht auf dem Bildschirm vor sich, wies der Dalai Lama mich ernst und beharrlich an: „Geben Sie nicht auf, machen Sie weiter, es ist sehr wichtig, dass han-chinesische Intellektuelle und wir Tibeter uns gegenseitig stets über die wirkliche Situation informieren; dass wir miteinander reden und uns verstehen. Das müssen Sie sich zu Herzen nehmen. Während der letzten sechzig Jahre waren der Mut und das Vertrauen der Tibeter, die in China leben, unerschütterlich wie ein Fels. Die internationale Gemeinschaft verfolgt sehr aufmerksam die Situation in Tibet, wie sie wirklich ist. Menschen auf der ganzen Welt erkennen, dass Tibet auf der Seite der Wahrheit ist. Chinesische Intellektuelle sind sich dessen zunehmend bewusst, betrachten es aus einem breiteren Blickwinkel.Das große, mächtige China durchläuft einen Wandlungsprozess. Sie müssen also zuversichtlich bleiben und noch härter arbeiten, verstehen Sie?“</p><p>Da hatte ich mich schon beruhigt und bewahrte die Worte Seiner Heiligkeit in meinem Herzen.</p><p>Beijing, 5. Januar 2011</p><p>(1) http://www.flexform.de/tozwscge (Kurzlink, weil der ursprüngliche zu lang ist)</p><p>(2) HRU Oktober 2004/4, „Tibetische Autorin wegen positiver Erwähnung des Dalai Lama verfolgt“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/HRU/2004/HRU-2004–10.html</p><p>(3) High Peaks Pure Earth verwendet die Übersetzung von Woesers Gedicht „On the Road“ von Ragged Banner. Es wurde in ihrem Buch „Tibet’s True Heart“ veröffentlicht, und sie zitiert es in ihrem Artikel (s. unten). Das Gedicht schrieb sie im Mai 1995 in Lhasa. Die vollständige Version ist in englischer Sprache unter dem Link http://www.raggedbanner.com/pOTR.html<br /> nachzulesen.</p><p>Übersetzung: Claudia Seele-Nyima, Revision: Angelika Oppenheimer</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/01/29/videokonferenz-wie-ich-seine-heiligkeit-den-dalai-lama-traf-%e2%80%93-ohne-einen-reisepass/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Presseerklärung S.H. des Dalai Lama zu der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo</title><link>http://tibetfocus.com/2010/10/10/presseerklarung-s-h-des-dalai-lama-zu-der-verleihung-des-friedensnobelpreises-an-liu-xiaobo/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/10/10/presseerklarung-s-h-des-dalai-lama-zu-der-verleihung-des-friedensnobelpreises-an-liu-xiaobo/#comments</comments> <pubDate>Sun, 10 Oct 2010 17:37:00 +0000</pubDate> <dc:creator>SG</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Liu Xiaobo]]></category> <category><![CDATA[Nobelpreis]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6478</guid> <description><![CDATA[Presseerklärung S.H. des Dalai Lama zu der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo DIIR, www.tibet.net, 8. Oktober 2010 - Ich möchte Herrn Liu Xiaobo von Herzen zu der Auszeichnung mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis gratulieren. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn ist ein Zeichen für die Anerkennung, die von der internationalen Gemeinschaft der wachsenden Zahl der Stimmen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Presseerklärung S.H. des Dalai Lama zu der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo</strong></p><p><em>DIIR, </em><a href="http://www.tibet.net/" target="_blank"><em>www.tibet.net</em></a><em>, 8. Oktober 2010 -<br /> </em></p><p>Ich möchte Herrn Liu Xiaobo von Herzen zu der Auszeichnung mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis gratulieren.</p><p>Die Verleihung des Friedensnobelpreises an ihn ist ein Zeichen für die Anerkennung, die von der internationalen Gemeinschaft der wachsenden Zahl der Stimmen inmitten des chinesischen Volkes gezollt wird, die einen Anstoß zu Reformen in Politik, Recht und Verfassung in China geben.</p><p>Ich war persönlich bewegt und ermutigt durch die Bemühungen Hunderter chinesischer Intellektueller und besorgter Bürger, darunter auch Liu Xiaobo, um die Unterzeichnung der Charta 08, in der Demokratie und Freiheit in China gefordert werden. Meiner Bewunderung gab ich in einer öffentlichen Erklärung zwei Tage nach deren Veröffentlichung am 12. Dezember 2008 Ausdruck, als ich gerade zu Besuch in Polen weilte. Ich glaube, dass zukünftige Generationen von Chinesen in den kommenden Jahren in den Genuss der Früchte der Anstrengungen kommen werden, welche die heutigen chinesischen Bürger unternehmen, um eine verantwortungsbewusste Staatsführung herbeizuführen.</p><p>Ich glaube, daß die jüngsten Äußerungen des chinesischen Premierministers Wen Jiabao, dass Redefreiheit für ein jedes Land unerlässlich und der Wunsch des Volkes nach Demokratie und Freiheit unaufhaltsam sind, eine Auswirkung der immer stärker werdenden Sehnsucht nach einem offeneren China sind. Nur solche Reformen können zu einem harmonischen, stabilen und wohlhabenden China führen, das einen wesentlichen Beitrag zu einer friedlichen Welt leisten könnte.</p><p>Ich möchte diese Gelegenheit ergreifen, erneut an die Regierung Chinas zu appellieren, sie möge Herrn Liu Xiaobo und andere Gewissensgefangene freilassen, die verhaftet wurden, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahmen.</p><p>Der Dalai Lama, 8. Oktober 2010</p><p><em>(Inoffizielle Übersetzung), Orginal: </em><a href="http://www.flexform.de/tqqxmcai" target="_blank"><em>http://www.flexform.de/tqqxmcai</em></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/10/10/presseerklarung-s-h-des-dalai-lama-zu-der-verleihung-des-friedensnobelpreises-an-liu-xiaobo/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Dalai Lama bittet um Freilassung</title><link>http://tibetfocus.com/2010/10/09/dalai-lama-bittet-um-freilassung/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/10/09/dalai-lama-bittet-um-freilassung/#comments</comments> <pubDate>Sat, 09 Oct 2010 07:21:34 +0000</pubDate> <dc:creator>SG</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Liu Xiaobo]]></category> <category><![CDATA[Nobelpreis]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6466</guid> <description><![CDATA[Der Dalai Lama hat China aufgefordert, den mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Dissidenten Liu Xiaobo aus der Haft zu entlassen. In einer Erklärung aus dem indischen Exil appellierte das geistliche Oberhaupt der Tibeter an die chinesische Regierung, neben Liu auch andere freizulassen, «die wegen der Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit inhaftiert sind». Der Friedensnobelpreis für Liu, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Dalai Lama hat China aufgefordert, den mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Dissidenten Liu Xiaobo aus der Haft zu entlassen.</strong></p><p>In einer Erklärung aus dem indischen Exil appellierte das geistliche Oberhaupt der Tibeter an die chinesische Regierung, neben Liu auch andere freizulassen, «die wegen der Ausübung ihres Rechts auf Meinungsfreiheit inhaftiert sind».</p><p>Der Friedensnobelpreis für Liu, so der Dalai Lama weiter, sei eine Anerkennung der internationalen Gemeinschaft für die lauter werdenden Stimmen in China, die Reformen anmahnten.</p><p>Der Dalai Lama hatte 1989 den Friedensnobelpreis erhalten, kurz nach dem Massaker an Studenten auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking. Auch damals erzürnte das Nobelkomitee die chinesische Regierung. (raa/sda)</p><p><em>Thurgauer Zeitung, 8.10.10</em></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/10/09/dalai-lama-bittet-um-freilassung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Dalai Lama in Passau erhält den “Menschen in Europa”-Preis</title><link>http://tibetfocus.com/2010/09/22/der-dalai-lama-in-passau-erhalt-den-menschen-in-europa-preis/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/09/22/der-dalai-lama-in-passau-erhalt-den-menschen-in-europa-preis/#comments</comments> <pubDate>Wed, 22 Sep 2010 14:42:35 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Deutschland]]></category> <category><![CDATA[Roland Koch]]></category> <category><![CDATA[Weltfrieden]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6426</guid> <description><![CDATA[Süddeutsche Zeitung, 21.9.10, von Max Hägler - “Wir alle wollen Glück erleben” - Wo sonst der Aschermittwochs-Krawall stattfindet, hat nun der Dalai Lama einen Preis empfangen. Das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten zu Besuch in der Passauer Dreiländerhalle — mitten im katholischen Niederbayern. Es funktioniert: Die Passauer kommen nicht nur wegen Fischsemmeln, Bier und christsozialem Krawall [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Süddeutsche Zeitung, 21.9.10, von Max Hägler -</p><p>“Wir alle wollen Glück erleben” -<br /> Wo sonst der Aschermittwochs-Krawall stattfindet, hat nun der Dalai Lama einen Preis empfangen. Das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten zu Besuch in der Passauer Dreiländerhalle — mitten im katholischen Niederbayern.</p><p>Es funktioniert: Die Passauer kommen nicht nur wegen Fischsemmeln, Bier und christsozialem Krawall in die Dreiländerhalle. An diesem Dienstag ist der Dalai Lama in die Kultstätte des politischen Aschermittwochs gekommen — und das Haus ist voll.</p><p>Peter Maffay, Roland Koch, der Abt von Metten und ganz normale Passauer, die “sonst ab und an zum Aschermittwoch” schauen, haben sich versammelt. Natürlich geht es darum, zu trommeln. Für Niederbayern. Und für die Veranstalter, die Verlagsgruppe Passauer Neue Presse, die ihm einen Preis überreicht, Menschen in Europa genannt. Dafür gibt es im Gegenzug einen buddhistischen Schal für Verlegerin Angelika Diekmann.</p><p>Aber der Dalai Lama ist einer der bekanntesten Friedensvermittler, der oberste Repräsentant des tibetischen Buddhismus. Und so trommelt er seinerseits: Lange Nasen sollten Journalisten haben, damit sie hinter die Fassaden der Mächtigen blicken können. Der Religionsführer weiß, wer ihn eingeladen hat. Für Frieden und Toleranz wirbt er und für Demokratie, deren Zustand er in Deutschland bewundere. Zumindest für eine gute Stunde macht der Dalai Lama, wie zu erwarten war, Passau zum kontemplativen Zentrum.</p><p>“Wir alle sind gleich, wollen Glück erleben, kein Leiden”, beschwört er die Leute. Jeder habe einen Körper und dazu Emotionen. Um beides müsse man sich sorgen, sonst gehe es den Menschen so wie einigen seiner Freunde. Die seien zwar Milliardäre, aber sie sähen nicht wirklich glücklich aus, hätten zu viele Ängste. Mehr Aufmerksamkeit müsse man auf die inneren Werte legen.</p><p>Natürlich ist eine niederbayerische Hörerschaft in dieser Anzahl konservativ und katholisch geprägt. Vielleicht deshalb hat man auch noch Roland Koch dazu geholt, als Übersetzer und Überzeuger gewissermaßen. “Wir kennen uns recht gut, wir vertrauen uns, wir wissen sehr viel voneinander”, sagt Koch. Ein Treffen unter Freunden also, dessen Zustandekommen wohl einfacher wurde, weil Koch sich als hessischer Ministerpräsident zurückgezogen hat.</p><p>Der Dalai Lama kennt die Umstände offensichtlich, wie er überhaupt viel Deutsches kennt. Er spricht von der politischen Laufbahn Kochs, die zur Ruhe gekommen sei — und lacht dabei gackernd.</p><p>Die Haltung des immerwährenden Hoffens</p><p>Was der CDU-Ruheständler dem obersten Buddhisten erzählt hat, fragt Moderatorin Gundula Gause leider nicht. Aber wenigstens stellt Koch klar, wieder begleitet vom Schmunzeln des Dalai Lama, worüber die Zuschauer ebenfalls einige Zeit gerätselt haben: “Ich bin und bleibe Katholik!” Der geistige Führer der Buddhisten sei ein Vorbild für Frieden und auch für den Kampf für die Freiheit der Völker. Das habe ihn schon in seinen Zeiten als Funktionär der Jungen Union fasziniert. Vor allem eines habe er gelernt in der Zusammenarbeit, meint Koch: dass man die Hoffnung nie aufgeben dürfe.</p><p>Der Dalai Lama gebe seine Heimat Tibet nicht auf, kämpfe seit Jahrzehnten friedlich darum. Wenn Tibet jedoch zugrunde gehe, mahnt Koch auch, dann seien diejenigen bestätigt, die sagen, dass man nur mit Waffen seine Interessen durchsetzen könne.</p><p>Ob Koch die Grundhaltung des immerwährenden Hoffens auch für sich selbst und die deutsche Politik in Anspruch nimmt, das wird an diesem Tag auch nicht beantwortet. Überhaupt ist eine milde Stimmung eingekehrt. Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml ist zwar verhindert — die Tagung mit seinen Kollegen in Fulda geht vor. Aber der Generalvikar immerhin ist gekommen und redet von “interreligiösem Dialog” und dass seine Heiligkeit die Menschen zusammenführen könne.</p><p>“Ein bisserl mehr genuschelt als die Redner beim Aschermittwoch”, habe der Dalai Lama, sagt eine Passauerin am Ende. “Aber eigentlich war’s interessanter.”</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/09/22/der-dalai-lama-in-passau-erhalt-den-menschen-in-europa-preis/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>NDTV-Gespräch (engl.) und Medienspiegel zum 75. Geburtstag S.H. des Dalai Lamas am 6. Juli</title><link>http://tibetfocus.com/2010/07/05/ein-wortgewandter-ohne-macht-der-dalai-lama-begeht-am-6-juli-seinen-75-geburtstag/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/07/05/ein-wortgewandter-ohne-macht-der-dalai-lama-begeht-am-6-juli-seinen-75-geburtstag/#comments</comments> <pubDate>Mon, 05 Jul 2010 20:33:58 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Facebook]]></category> <category><![CDATA[Franz Alt]]></category> <category><![CDATA[Mitgefühl]]></category> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Tibeter]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6031</guid> <description><![CDATA[NDTV — Gespräch anlässlich des 75. Geburtstags S. H. des Dalai Lama in Dharamsala (56 Min., engl.) Tausende Tibeter feiern 75. Geburtstag des Dalai Lama, China unterbindet Feierlichkeiten Freie Presse, 6.7.10 Tausende Tibeter haben den 75. Geburtstag des Dalai Lama gefeiert. 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Geburtstags S. H. des Dalai Lama in Dharamsala (56 Min., engl.)</h3><h3></h3><h3>Tausende Tibeter feiern 75. Geburtstag des Dalai Lama, China unterbindet Feierlichkeiten</h3><p>Freie Presse, 6.7.10</p><p>Tausende Tibeter haben den 75. Geburtstag des Dalai Lama gefeiert. Bei einer Feier in seinem indischen Exil in Dharamsala bedauerte das geistliche Oberhaupt der Tibeter, dass seine Anhänger in Tibet wegen der Unterdrückung durch China seinen Ehrentag nicht feiern dürften. Obwohl der 75-Jährige mit seinem charakteristischen Lächeln zwar gesundheitlich fit schien, hält die Debatte um seinen Nachfolger an.</p><p>Gut aufgelegt wandte sich der Dalai Lama in seinem Tempel in McLeod Ganj nahe Dharamsala an rund 5000 Anhänger, die dem strömenden Regen trotzten. Mit Blick auf eine Bilderwand, die Fotos aus seinem Leben zeigte, sagte der Friedensnobelpreisträger: “Wenn ich diese Bilder und diese Entwicklung sehe, dann weiß ich, dass ich mein Leben nicht verschwendet habe.”</p><p>Der Dalai Lama setzt sich für eine Lösung der Tibet-Frage ein. Sein Ziel ist nicht die Unabhängigkeit der unter chinesischer Herrschaft stehenden Himalaya-Region, sondern eine begrenzte Autonomie. China wirft ihm aber vor, unter dem Deckmantel der Religion die Abspaltung Tibets zu betreiben.</p><p>Auch im benachbarten Nepal, das die chinesische Politik gegenüber Tibet unterstützt, versuchten die Behörden, Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag des geistlichen Oberhaupts der Tibeter zu verhindern. In der Hauptstadt Kathmandu nahm die Polizei rund 200 tibetische Flüchtlinge vorübergehend fest.</p><p>Der Dalai Lama wurde am 6. Juli 1935 unter dem bürgerlichen Namen Lhamo Dhondrub als Sohn armer Bauern geboren und bereits als Vierjähriger als Inkarnation des Dalai Lama entdeckt. Als China 1959 einen Aufstand der Tibeter blutig niederschlug, floh er nach Dharamsala, das bis heute die tibetische Exilregierung beherbergt. In den vergangenen Jahren ließ sein teils angeschlagener Gesundheitszustand immer wieder die Nachfolgefrage aufkommen. Sie ist bisher ungeklärt.</p><p>“Wir müssen auf den Tag vorbereitet sein und das bedeutet, dass wir eine starke Regierung im Exil brauchen und ein gutes Bildungssystem für die junge Generation”, sagte der Vorsitzende des Tibetischen Jugendkongresses, Tsewang Rigzin. Der Dalai Lama selbst glaubt aber auch an ein langes Leben. “Es gibt eine etwa 200 Jahre alte Prophezeiung. Die besagt, dass der Dalai Lama, der Tibet verlassen müsste, 113 Jahre alt wird”, sagte er der “Bild”-Zeitung. Darin gestand er auch, nachts gelegentlich von Frauen zu träumen. “Aber ich erinnere mich dann auch im Traum immer daran, dass ich ein Mönch bin.”</p><h3>Ein Wortgewandter ohne Macht: Der Dalai Lama begeht am 6. Juli seinen 75. Geburtstag</h3><p>Südwest-Presse, 3.7.10, von Klemens Ludwig -<br /> Tausende suchen seine Nähe, seinen Rat. Bei seiner eigenen Mission, der Verbesserung der Lebensumstände für die Tibeter, sind dem Dalai Lama jedoch die Hände gebunden. Kommende Woche wird er 75.</p><p>Wenn der Dalai Lama am 6. Juli seinen 75. Geburtstag begeht, wird überall auf der Welt gefeiert, ausgelassen in den Exilgemeinden der Tibeter; verstohlen in Tibet selbst, wo jedes Bekenntnis zu dem exilierten Oberhaupt Gefängnis und Folter nach sich zieht. Die weltweite Popularität des Dalai Lama hat schon lange Kultcharakter erreicht, Prominente aus aller Welt suchen seine Nähe. Jeder möchte etwas von seinem Lächeln, seinem Humor und seinen Weisheiten abbekommen, und so erfüllt sich in dieser Zeit das Vermächtnis seines Namens: “Lehrer des Weltenmeeres”. So haben ihn die Mongolen vor über 500 Jahren genannt. Er gilt als erleuchtetes Wesen, das stets aufs Neue freiwillig wiedergeboren wird, um der Menschheit zu dienen.</p><p>Der jetzige 14. Dalai Lama Tenzin Gyatso war zwei Jahre alt, als hohe Äbte ihn entdeckten. Anschließend durchlief er eine Klosterausbildung, wurde aber parallel dazu mit 15 Jahren als politisches Oberhaupt eingesetzt. Die Bürde war schwer, wie er sich erinnert: “Als ich die Verantwortung übernahm, war ich ohne jede Erfahrung, wie man mit der Welt umgeht oder wie eine moderne Verwaltung aussieht. Selbst mit unserer eigenen traditionellen Weise zu regieren hatte ich keine Erfahrung.”</p><p>Hinter dem Humor gerät häufig in Vergessenheit, welche Tragödie das Leben des Dalai Lama bestimmt: Mit 24 Jahren musste er auf der Flucht vor der chinesischen Volksbefreiungsarmee seine Heimat verlassen. Heute sehen sich die Tibeter an den Rand der kulturellen Vernichtung gedrängt. Die politischen Ereignisse haben den Dalai Lama zu einer Figur der Weltpolitik gemacht, zu einem Symbol des gewaltfreien Widerstands gegen die mächtige chinesische Herrschaft.</p><p>Die jedoch zeigt sich unbeeindruckt. Seit dem tibetischen Volksaufstand vom Frühjahr 2008 hat sich die Repression noch verschärft; mehr Chinesen denn je siedeln nach Tibet und machen die Einheimischen zur Minderheit im eigenen Land. Dem steht der Dalai Lama machtlos gegenüber. “Seit 1959 bin ich ein Staatenloser, ein Flüchtling und den größten Teil meines Lebens habe ich außerhalb von Tibet als Flüchtling verbracht. Aber das Schlimmste in all den Jahren waren die Nachrichten aus Tibet, fast alles waren traurige Nachrichten.”</p><p>Die Strategie des Dalai Lama ist kompromisslos-gewaltfrei. Häufig wird er mit Mahatma Gandhi verglichen, doch ihre Vorgehensweise unterscheidet sich; der Dalai Lama lehnt selbst Hungerstreiks ab, denn das sei Gewalt gegen sich selbst.</p><p>Der Verzicht auf jedwede Provokation und der Versuch, möglichst viele Menschen zu erreichen, lassen sich nur aus seinem Selbstverständnis als buddhistischer Mönch erklären. Als solcher ist er dem Wohlergehen aller verpflichtet, dem der Chinesen ebenso wie dem der Tibeter; dem der Nicht-Buddhisten wie dem der Buddhisten. Das ist gerade für junge Tibeter schwer nachzuvollziehen und politisch nicht immer klug. Für seine abendländischen Bewunderer liegt darin die Faszination.</p><p>Auch seine Forderungen sind moderat. Er verlangt längst nicht mehr die Unabhängigkeit, um Verhandlungen mit Peking zu ermöglichen. Bei einer echten Autonomie solle China die völkerrechtliche Souveränität über Tibet ausüben. Die chinesische Führung honoriert das Entgegenkommen nicht. Stereotyp erklärt sie, der Dalai Lama müsse Tibet als integralen Bestandteil Chinas anerkennen, bevor substantiellen Gespräche möglich seien.</p><p>Durch die ausbleibenden diplomatischen Erfolge wird die Autorität des Dalai Lama geschwächt. Der Tibetische Jugendkongress bekennt offen: “Er ist unsere religiöse, aber nicht unsere politische Leitfigur.” Die Aktivisten betrachten die Kompromissbereitschaft als Schwäche.</p><h3>Der Dalai Lama: Der natürlichste Mensch der Welt</h3><p>Würdigung  von Franz Alt zum 75. Geburtstag: »Mitgefühl ist die Basis«</p><p>Nürnberger Nachrichten, 5.7.10:<br /> »Mein Alltag sieht genauso aus wie der aller Mönche, Freiheitskämpfer, Politiker und Verwaltungsbeamten«, sagt der Dalai Lama und macht, was er am liebsten tut: er lacht lange und herzhaft. Er kann minutenlang lachen.</p><p>Einen normaleren und natürlicheren Menschen habe ich nie kennengelernt. Aber der Spiegel hat ihn in einer Titelgeschichte »Der Gott zum anfassen« genannt. Welch ein Missverständnis. Auch darüber kann er lange lachen. Richtig ist freilich, dass er weltweit als weisester und sympathischster Mensch auf Erden gilt. In Deutschland hat der Tibeter höhere Sympathiewerte als der Papst.</p><p>Auch für eine reife Persönlichkeit wie den Dalai Lama ist und war seine Kindheit prägend. Besonders eng war sein Verhältnis zu seiner Mutter. Eine starke Frau, die als Bäuerin in Feld und Haus arbeitete und 16 Schwangerschaften durchlebte. Ihr Sohn Lhamo Thongup, der spätere Dalai Lama, träumte schon mit zwei Jahren von einer Reise in Tibets Hauptstadt. »Ama, ich reite mit einem Pferd nach Lhasa« war eines seiner Lieblingssätze. Lhamo Thondup war das neunte Kind seiner Mutter. Sein Vater, Chökyang Tsering, war Bauer und Pferdehändler</p><p>Tief religiös</p><p>Seine Eltern waren — wie selbstverständlich in Tibet — tief religiös, und von ihnen lernte er die buddhistischen Rituale des Alltags: Die Gesten und Gebete vor dem Hausaltar, die Besuche in Klöstern, Achtung vor allem Lebendigem. Jeden Morgen zündete die Mutter Butterlampen an und betete vor dem Hausaltar mit ihren Kindern. Seine Mutter hat den späteren Dalai Lama viel mehr geprägt als der oft jähzornige Vater. Als ich ihn einmal fragte »Was ist Liebe?«, sagte er: »Das was ich von meiner Mutter gelernt habe.« In einem seiner Bücher schreibt der »Botschafter des Mitgefühls«, wie ihn die Tibeter gerne nennen: »Bei mir entstand das Mitgefühl durch meine Mutter. Wenn eine Mutter ihrem Kind das ganze Mitgefühl schenkt, kann es gar nicht genug davon bekommen. Mitgefühl ist die Basis von Gewaltlosigkeit.«</p><p>»Das Leid wird enden«</p><p>November 1989: Ich traf ihn zusammen mit Petra Kelly und Gert Bastian in der Freien Universität Berlin vor 2000 Studenten. Zuvor stand der Dalai Lama mit Bärbel Bohley und anderen Bürgerrechtlern der DDR auf der gerade geöffneten Berliner Mauer. »Als ich dort oben stand, reichte mir eine alte Frau wortlos eine brennende Kerze. Bewegt hielt ich sie empor. Einen kleinen Augenblick lang drohte die Flamme zu erlöschen, wurde dann aber wieder größer. Und während sich die Menschen um mich scharten und meine Hände berührten, betete ich, dass das Licht des Mitgefühls und des Bewusstseins die Welt erfüllen und die Finsternis der Angst und der Unterdrückung vertreiben möge.« Diesen Augenblick, so der Dalai Lama, werde er nie vergessen. Er habe ihn darin bestätigt, dass »auch das Leid, das mein Volk durch die Volksrepublik China erfährt, eines Tages enden wird.</p><p>Ihm gelingt, was Vertretern christlicher Religionen oft schwer fällt: Spiritualität und Wissenschaft, Emotionalität und Rationalität, Herz und Verstand zu vereinen. Er diskutiert auf Augenhöhe mit Vertretern moderner Wissenschaft und ist in Bezug auf alte buddhistische Rituale doch ein klassischer Traditionalist. Er löst scheinbare Gegensätze in seiner Person glaubhaft auf. Im abendländischen Denken gilt eher das »Entweder-Oder« – in den östlichen Weisheiten eher das »Sowohl-als-auch«. Und was sagt der Dali Lama zu diesen Widersprüchen? Erstens: Er lacht. Und zweitens: »Wir müssen voneinander lernen. Dann finden wir den Weg zur Einheit in der Vielfalt.«</p><p>Lauftraining mit Flip-Flops</p><p>Seit 50 Jahren lebt der Dalai Lama im nordindischen Dharamsala mit 20000 Tibetern im Exil. Er wohnt — mit Blick auf den Himalaya — in einem bescheidenen Haus. Der prominenteste Flüchtling der Welt wird von indischem Militär und seiner Leibwache beschützt. Jeden Morgen um halb vier Uhr steht er auf, um vier Stunden lang zu meditieren und in heiligen Schriften zu lesen. Er streift seine Flip-Flops über, meditiert über Texte und läuft 20 Minuten auf dem Laufband seines Fitness-Geräts. Wer ihn nach dem Sinn des Lebens fragt, bekommt zwei Worte zu hören: »Be happy – Sei glücklich«.</p><h3>Eine halbe Million Fans auf Facebook</h3><p>n-Post, 2.7.10<br /> Der Dalai Lama ist das geistige Oberhaupt der Tibeter – im Westen gilt er vielen als charismatisches Idol</p><p>(epd) Als einfacher Mönch möchte der 14. Dalai Lama gesehen werden. Doch Tendzin Gyatsho, der am 6. Juli 75 Jahre alt wird, ist alles andere: Er ist das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, „seine Heiligkeit“ für buddhistische Anhänger weltweit.</p><p>Der Mann mit den kurzrasierten Haaren, bekleidet meist mit einer schlichten dunkelroten Robe und einer gelben Schärpe, gilt auch vielen Menschen im Westen als charismatisches Idol. Als aktiver Diplomat setzt der Dalai Lama sich für die Selbstbestimmung der Tibeter ein. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis. Das US-amerikanische TIME-Magazin zählte den Dalai Lama zweimal zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Er lebt tibetische Tradition und westliche Modernität, schreibt Kommentare über den Kurznachrichtendienst Twitter und hat knapp eine halbe Million Fans auf Facebook – weniger als Barack Obama, aber sehr viel mehr als der Papst.</p><p>Geboren wurde er am 6. Juli 1935 unter dem Namen Lhamo Thongup in Taktser in der chinesischen Provinz Qinghai, der einstigen tibetischen Region Amdo. Im Alter von zwei Jahren identifizierte er alle ihm gezeigten Gegenstände des 13. Dalai Lama korrekt und wurde als dessen Wiedergeburt bestimmt. Vier Jahre alt war der Junge, als er auch als weltlicher Herrscher in den Potala-Palast in Lhasa einzog. Im Oktober 1950 marschierten dann die Truppen der Volksrepublik China in Tibet ein. Aus Sorge vor chinesischen Entführungsversuchen floh der Dalai Lama im März 1959 nach Indien. Seitdem lebt er in der nordindischen Stadt Dharamsala, ebenfalls Sitz der tibetischen Exilregierung.</p><p>Als erster Dalai Lama bereist das amtierende Oberhaupt der Tibeter intensiv die westliche Welt. In seinen Vorträgen setzt er sich für eine weltweite Ethik ein, basierend auf Gewaltfreiheit und interreligiösem Dialog. Er stellt Mitgefühl, Vergebung, Toleranz, Zufriedenheit und Selbstdisziplin als menschliche Grundwerte in das Zentrum seiner Lehre.</p><h3>Dalai Lama wird 75: Roland Koch gratuliert seinem Freund</h3><p>Augsburger Allgemeine, 6.7.10:</p><p>Der 14. Dalai Lama und der 8. hessische Ministerpräsident, Roland Koch, kennen sich seit Jahrzehnten. Koch traf den Dalai Lama zum ersten Mal in den 80er Jahren, als er noch in der Jungen Union war. Roland Koch war und blieb von dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter fasziniert. Heute gratuliert er seinem Freund mit diesem Gastbeitrag in unserer Zeitung zum 75. Geburtstag.</p><p>Jeder Teilnehmer eines öffentlichen Auftritts des Dalai Lama ist nach seinen Reden tief beeindruckt von seiner Persönlichkeit, vor allem von seiner Offenheit und gelebten Bescheidenheit. Gerne denke ich an den mit 20 000 Menschen überfüllten Kurpark in Wiesbaden zurück — das war vor fünf Jahren. „Freunde für einen Freund“ — unter diesem Motto hatten wir damals seinen 70. Geburtstag in Hessen gefeiert. „Ruhe in dir selbst und Mitmenschlichkeit in Frieden“ — diese Botschaft kam bei den Menschen an. Heute vollendet Seine Heiligkeit sein 75. Lebensjahr.</p><p>Man gewinnt bei seinen Ansprachen einen fesselnden Eindruck von einem außergewöhnlichen Menschen und einem außergewöhnlichen Volk mit seiner besonderen Geschichte und Kultur.</p><p>Die Tibeter haben besondere Strukturen gefunden</p><p>Dabei geht es um das, was der Dalai Lama als religiöses Oberhaupt einer wesentlichen Strömung des Buddhismus repräsentiert. Es geht auch für viele, die sich mit dem tibetischen Volk befassen, um die Besonderheiten des Entwickelns einer Gesellschaft in Abgeschlossenheit. Die Tibeter haben sehr lange sehr allein gelebt. Und sie haben dabei besondere Strukturen gefunden. Manche Strukturen, die wir als Europäer für uns sicherlich nicht akzeptieren würden, weil sie mit ihrer Ausprägung eines Gottesstaates mit unserem heutigen Verständnis von Demokratie nicht zusammenpassen. Aber sie haben ihre Kultur, ihre Identität, ihre Medizin, ihren Weg als ein Millionenvolk in einer Weise gefunden, dass daraus ein sehr gläubiges Volk geworden ist. Fast keines dieser Elemente finden wir so irgendwo anders auf der Welt. Und schon gar nicht in dieser Kombination.</p><p>Darin liegt jenseits aller Fragen von Menschenrechten — aller Fragen der konstitutionellen, demokratischen, heutzutage durch die Weltgemeinschaft verfassten Ansprüche — die Faszination Tibets. Das schreibe ich als gläubiger Christ, der ich kein Anhänger des Buddhismus bin, aber großen Respekt vor jeder anderen Religion habe.</p><p>Der Dalai Lama hat es vor allem geschafft, einen Teil der Erfahrungen seines Volkes zum Allgemeingut der Menschen in einer Welt zu machen, einer Welt, in der viele nach Orientierung suchen und verunsichert sind. Er hat Millionen von Menschen neugierig auf das Schicksal seines Volkes gemacht. Nun ist der Kampf für das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes, für sein Existenzrecht und seine kulturelle Identität kein Einzelfall in Geschichte und Gegenwart. Doch viele Bilder, die wir von Freiheitskämpfen und Streben nach Unabhängigkeit von Völkern vor Augen haben, waren und sind oft mit blutigen, kämpferischen und militärischen Auseinandersetzungen oder mit Bomben und Attentaten verbunden. Heute sind die Tibeter das einzige Volk und der Dalai Lama der einzige religiöse Führer, die Gewaltlosigkeit zum Prinzip gemacht haben.</p><p>Dieser friedfertige Kampf für das Schicksal seines Volkes war es, der mich faszinierte und der Mitte der achtziger Jahre der Ausgangspunkt war, mich für die tibetische Sache zu engagieren. Das war in einer Zeit, als viele das Wirken des Dalai Lama zwar öffentlich würdigten, aber den persönlichen Kontakt doch letztlich scheuten. Auch in unserem Land. Im Jahre 1995 war der hessische Landtag dann das erste Parlament in Deutschland, vor dem der Dalai Lama sprach. Seit dieser Zeit hat sich nach und nach eine persönliche Nähe entwickelt, ein wechselseitiger vertrauensvoller Austausch über Herausforderungen und Probleme auf beiden Seiten, für den ich sehr dankbar bin. Meine Reise nach Tibet vor drei Jahren mit einer Delegation — auf Einladung Chinas übrigens — gehört zu den eindrucksvollsten Erfahrungen, die ich gemacht habe.</p><p>Der Dalai Lama selber zeichnet sich auch im praktischen Leben durch eine ungeheure Kraft aus. Nicht nur im indischen Exil, sondern weltweit absolviert er für sein Volk ein Programm, das alle Achtung verdient. Er und wir alle müssen helfen, dass die tibetische Geschichte nicht aus den Überschriften der Welt verdrängt wird.</p><p>Bei aller Bewunderung für die Persönlichkeit Seiner Heiligkeit stand für mich immer das Kernanliegen des tibetischen Volkes im Mittelpunkt meines Engagements. Es wäre ein schlechtes Signal, wenn ausgerechnet diejenigen die Verlierer wären, die ausschließlich auf Friedfertigkeit bei der Erreichung ihrer Ziele setzen. Deshalb ist es so wichtig, dass der Dalai Lama und das Schicksal der Tibeter in jeder Hinsicht die Öffentlichkeit zur Unterstützung bekommen. Das darf nicht nur dann der Fall sein, wenn dieses Schicksal durch Unterdrückungsmaßnahmen so stark in den Fokus gerät wie im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Das waren bittere Wochen. Der tibetische Konflikt muss weiterhin auf der Tagesordnung bleiben. Und so lange gibt es unter der Führung des Dalai Lama nur eine Antwort auf die Frage, wie der Dialog zu führen ist: allein durch den friedlichen Dialog.</p><p>Das Ziel muss eine Autonomie innerhalb des chinesischen Staatsgebietes sein. Das wäre die einfachste Lösung, die die chinesische Verfassung übrigens durchaus vorsieht. Der Dialog muss geführt werden. Nicht wegschauen, sondern sich bekennen. Nicht kritische Themen aussparen, sondern sie im Interesse der tibetischen Friedfertigkeit selbstbewusst zur Sprache bringen.</p><p>„Ich freue mich, ihn in wenigen Wochen wiederzusehen“</p><p>Mit großer Freude für einen guten Freund, im Respekt vor seiner Persönlichkeit und im Versprechen, seinen friedlichen Freiheitskampf für sein Volk auch weiterhin zu unterstützen, gratuliere ich dem Dalai Lama zu seinem 75. Geburtstag. Er ist ein herzensguter Mensch! Das ist meine feste Überzeugung und das mögen die Menschen auch so an ihm. „Und deshalb bin ich davon überzeugt, dass liebevolle Zuneigung, Mitmenschlichkeit etwas ist, was ein natürlicher Teil unseres Geistes ist und was in uns allen angelegt ist als ein Fundament für Wohlergehen, für Zufriedenheit“ — dieser Satz des Dalai Lama aus seiner Dankesansprache anlässlich der Verleihung des Hessischen Friedenspreises vor fünf Jahren in Wiesbaden macht dies deutlich.</p><p>Gesundheit, Kraft und Ausdauer — das wünschen wir ihm persönlich. Er weiß, dass ich künftig auch ohne staatliche Ämter nicht nur als persönlicher Freund immer für seine Sache eintreten werde. In meinem Heimatland Hessen hat er über alle Parteien hinweg breite Unterstützung — wie auch in weiten Teilen Deutschlands. Ich freue mich, ihn in wenigen Wochen hier in Deutschland wieder zu sehen. Und zwar hier in Bayern. Ich wünsche ihm alles Glück dieser Welt — und Erfolg!</p><p>Roland Koch</p><h3>Der Dalai Lama wird 75</h3><p>Thurgauer Zeitung (CH), 6.7.10</p><p>Seit Jahrzehnten kämpft das buddhistische Oberhaupt für eine echte Autonomie Tibets. Seine Politik stösst aber nicht bei allen Exiltibetern auf Zustimmung.</p><p>Die kleine Propellermaschine von Neu Delhi nach Dharamsala ist startbereit. Aber die Passagiere müssen sich gedulden. Man erwarte noch Gäste, entschuldigen sich die Stewardessen, als die Minuten verrinnen. Plötzlich Unruhe. Auf dem Rollfeld bremsen dunkle Limousinen. Türen werden aufgerissen. Ein orangefarbenes Gewand wird sichtbar. «Er ist es!», ruft jemand.</p><p>Und Augenblicke später steht «er» leibhaftig zwischen den Sitzreihen und grüsst freundlich in die Runde — der Dalai Lama, gerade von einer seiner vielen Auslandsreisen zurückgekehrt und nun auf dem Rückweg in sein nordindisches Exil.</p><p>Mehr als zwei Drittel seines Lebens hat der buddhistische Gelehrte und geistliche Führer der Tibeter, der am Dienstag 75 Jahre alt wird, bereits in der Kleinstadt am Fusse des Himalaja verbracht. Zehntausende Landsleute folgten ihm im Laufe der Jahrzehnte.</p><p>Die Flucht nach Indien</p><p>Durch sie wurde Dharamsala zu «Little Lhasa». Und zu einem Zentrum des friedlichen Widerstands gegen die chinesische Besatzung Tibets. Beim Einmarsch der Chinesen in das tibetische Hochland 1950 war Tenzin Gyatso, so sein Mönchsname, noch ein Teenager. Gleichwohl lasteten auf ihm — der 14. Reinkarnation des Dalai Lama — die Hoffnungen seines Volkes.</p><p>Als deren spirituelles und politisches Oberhaupt suchte er das Gespräch mit der Führung in Peking, die Tibets Anschluss an China längst beschlossen hatte. Neun Jahre später, auf dem Höhepunkt des Tibet-Aufstands, floh der Dalai Lama nach Indien und ist seitdem nicht in seine Heimat zurückgekehrt.</p><p>Gewaltfreier «Weg der Mitte»</p><p>Der Flüchtling machte Dharamsala zum Sitz der von keinem Land der Welt anerkannten tibetischen Exilregierung. Hier entwickelte er seine Politik, die er als «Weg der Mitte» beschreibt und deren Botschaften Gewaltfreiheit und Aussöhnung sind.</p><p>Das Ziel: Durch Dialog mit der chinesischen Regierung soll eine «echte Autonomie» mit kulturellen und religiösen Freiheiten für die Tibeter innerhalb der Volksrepublik herbeigeführt werden. Bereits 1989 erhielt der Dalai Lama dafür den Friedensnobelpreis, durch den der Kampf der Tibeter weltweit bekannt und zu einem Synonym für gewaltlosen Widerstand wurde.</p><p>Die Ungeduld der tibetischen Jugend</p><p>Bei vielen Exiltibetern ist diese Politik inzwischen jedoch umstritten. Vor allem junge Aktivisten glauben, dass die Forderung nach Autonomie nach dem Scheitern zahlreicher Verhandlungsrunden mit Peking keinen Sinn mehr habe. Sie wünschen sich die Unabhängigkeit Tibets und sind auch bereit, dafür zu kämpfen.</p><p>Der Dalai Lama weiss um die Ungeduld der tibetischen Jugend, hält aber am gewaltfreien «Weg der Mitte» fest. Nach Jahrzehnten im Exil sei es bereits eine «grosse Errungenschaft», dass das Tibet-Problem nach wie vor lebendig sei und auch die internationale Gemeinschaft grossen Anteil daran nehme, sagte er im vergangenen Jahr. «Von diesem Standpunkt gesehen, habe ich keinen Zweifel, dass die Gerechtigkeit eines Tages die Oberhand gewinnen wird.»</p><p>Anhänger rund um den Globus</p><p>Mit dieser Beharrlichkeit fasziniert der Dalai Lama rund um den Globus seine Anhänger. In Europa und Nordamerika strömen regelmässig Zehntausende zu Vorträgen und religiösen Unterweisungen. Eine halbe Million Menschen folgen ihm bei Twitter.</p><p>Auch sein Geburtstag soll weltweit gefeiert werden. Unter anderem ist in London ein Konzert geplant. Dass der Dalai Lama auch charmant und witzig ist, erleben meist Gäste kleinerer Veranstaltungen. So wurde er vor einiger Zeit in Neu Delhi gefragt, was er denn in seinem Leben am meisten bereue. Die Antwort vom Podium kam prompt: «Nicht geheiratet zu haben.»</p><h3>Interview zum 75. Geburtstag Dalai Lama: „Manchmal träume ich von einer  Frau“</h3><p>BILD, 6.7.10, von Willem A. Tell</p><p>Er ist das geistliche Oberhaupt der Tibeter und einer der klügsten Köpfe dieser Erde. BILD traf den Dalai Lama in seinem indischen Exil in Dharamsala zum Exklusiv-Interview anlässlich seines 75. Geburtstages.</p><p>BILD: Sie feiern Ihren 75. Geburtstag. Wie fühlen Sie sich?</p><p>Dalai Lama: Danke, sehr gut. Aber für mich als Buddhist ist mein Geburtstag einfach nur ein neuer Tag.</p><p>BILD: Was ist das Geheimnis Ihrer Jugendlichkeit?</p><p>Dalai Lama: Mein Tagesablauf. Ich schlafe neun Stunden. Meditiere. Und ich verzichte auf das Abendessen …</p><p>BILD: Sie haben noch nie zu Abend gegessen?</p><p>Dalai Lama: Nicht in den letzten 50 Jahren. Als ich in Tibet die höchsten buddhistischen Weihen erhielt, beschloss ich, nicht mehr nach Mittag zu essen. Die Zeremonie dauerte sehr lange – bis nach 14 Uhr. Und so brach ich meinen Entschluss bereits am ersten Tag (der Dalai Lama lacht). Das war 1954. Aber seit ich seit Anfang der 60er-Jahre in Indien lebe, esse ich nicht mehr zu Abend.</p><p>BILD: Haben Sie schon mal Geburtstagsgrüße aus Peking erhalten?</p><p>Dalai Lama: Nein, ich erwarte auch keine.</p><p>BILD: Träumen Sie nachts?</p><p>Dalai Lama: Ja, früher habe ich viel von Tibet geträumt.</p><p>BILD: Auch schon mal von einer Frau?</p><p>Dalai Lama: Ja, manchmal. Aber ich erinnere mich dann auch im Traum immer daran, dass ich ein Mönch bin (er lacht).</p><p>BILD: In Deutschland diskutiert man immer wieder über den Sinn des Zölibats. Wie stehen Sie dazu?</p><p>Dalai Lama: Als Mönch kann man sich so besser seinem Glauben widmen. Sex macht den Menschen gemein mit allen anderen Tieren. Ich bin ein Mensch, der für gewisse moralische Prinzipien steht. Das Zölibat ist etwas, was mich vom gewöhnlichen Tier unterscheidet.</p><p>BILD: Haben Sie es nie bereut, keine eigenen Kinder zu haben?</p><p>Dalai Lama: Niemals! Da hat man zu viele Sorgen …</p><p>BILD: Wieso?</p><p>Dalai Lama: Ein Paar, das ich kannte, zerbrach sich erst die Köpfe darüber, warum sie noch kein Kind hatten. Sie ließen sich sogar medizinisch behandeln. Schließlich bekamen sie drei Kinder – und wieder kamen die Sorgen: Haben wir zu viele Kinder? Welches ist die richtige Ausbildung? Werden die Kinder heiraten, einen guten Job finden? Sorgen ohne Ende! Für mich zu viel …</p><p>BILD: Apropos Sorgen – wie schätzen Sie die weltweite Wirtschaftskrise ein?</p><p>Dalai Lama: Ich glaube, dass diese Wirtschaftskrise vielleicht ganz sinnvoll ist, um uns daran zu erinnern, dass andere Werte wichtiger sind als Geld.</p><p>BILD: Warum?</p><p>Dalai Lama: Es gibt Leute die sagen, dass die Finanzmärkte nicht von Menschen zu kontrollieren seien. Dies ist schwer zu verstehen, da die Märkte von den Menschen gemacht wurden. Und alles, was von Menschen geschaffen wurde, muss auch von Menschen zu kontrollieren sein. Doch die Märkte werden von Gier und Ignoranz gesteuert. Die Menschen, deren Gedanken nur ums Geld kreisen, leiden unter einer Störung ihres Geistes. Natürlich macht sich jeder Gedanken über Geld. Doch man sollte nie die wirklichen Werte des Lebens – wie Freunde, Familie, Umwelt – aus den Augen verlieren. Zurzeit erleben wir eine Krise des Geldes – aber die anderen Werte sind noch immer da. Und die Menschen, die nicht nur auf das Geld fixiert waren, müssen sich heute viel weniger Sorgen machen.</p><p>BILD: Im Golf von Mexiko fließen noch immer Millionen Liter Öl ins Meer. Verliert der Mensch die Kontrolle über die Technik?</p><p>Dalai Lama: Es ist ein Irrtum zu glauben, dass der Mensch über der Natur steht und sie kontrollieren könnte. Wir dürfen nicht vergessen: Unser Leben basiert auf einer intakten Natur! Die darf nicht durch eine übermäßige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen gefährdet werden.</p><p>BILD: Sie werden als Heiliger verehrt, Ihre Worte gelten als Weisheiten. Haben Sie auch eine Schwäche?</p><p>Dalai Lama: Vielleicht Faulheit …</p><p>BILD: Sie, faul?</p><p>Dalai Lama: Natürlich bin ich in vielerlei Hinsicht nicht faul. Ich meditiere täglich fünf Stunden, rezitiere Gebete, studiere die Schriften des Buddhismus. In diesem Sinne bin ich also nicht faul. Aber was zum Beispiel mein Englisch angeht, neue Vokabeln zu lernen oder mit dem Computer umzugehen – in diesen Bereichen bin ich sehr faul …</p><p>BILD: Haben Sie denn einen Computer?</p><p>Dalai Lama: Nein, ich habe auch seit über einem Jahr meinen Fernseher nicht mehr angemacht. Ich habe zu wenig Zeit. Und wenn, lese ich lieber …</p><p>BILD: Auch mal einen Roman?</p><p>Dalai Lama: Nein, Romane sind nur Fiktion …</p><p>BILD: Sie gehören zu den populärsten Menschen dieser Welt. Wen bewundern Sie?</p><p>Dalai Lama: Johannes Paul II. war ein beeindruckender Mann. In der Politik bewunderte ich Willy Brandt. In der Zeit des Kalten Krieges, in der überall Misstrauen regierte, hielt er engen Kontakt zu Breschnew und baute so neues Vertrauen zwischen Ost und West auf.</p><p>BILD: Stimmt es, dass ein Orakel vorausgesagt hat, wie alt Sie werden?</p><p>Dalai Lama: Es gibt eine etwa 200 Jahre alte Prophezeiung. Die besagt, dass der Dalai Lama, der Tibet verlassen müsste, 113 Jahre alt wird. Und dann hatte ich in den 60er-Jahren auch noch einen Traum, der darauf hinwies, dass ich 113 Jahre alt werde.</p><p>BILD: Wenn Sie noch 38 Jahre leben werden, wird sich die Welt zum Besseren oder Schlechteren wandeln?</p><p>Dalai Lama: Zum Besseren. Das ist sicher. Den Fall der Berliner Mauer hatte niemand erwartet – aber er kam. Friedlich. Ohne Gewalt. In China haben wir heute ein totalitäres System. Dies wird auch nicht für immer bleiben …</p><h3>Tibets Ikone Dalai Lama: Chinas Alptraum wird 75 Jahre alt</h3><p>RP online, 6.7.10, Matthias Beermann</p><p>Im Westen füllt der buddhistische Mönch Stadien wie ein Popstar, für die Führung in Peking ist er der Staatsfeind Nummer eins. Seit einem halben Jahrhundert kämpft das Oberhaupt der Tibeter aus dem Exil für seine Landsleute. Doch allmählich mischt sich in die Bewunderung auch Kritik.</p><p>Er ist klein und hager, an den Füßen trägt er ausgelatschte Sandalen, auf der Nase eine Brille vom Typ Kassengestell. Ein ständiges Lächeln ist sein Markenzeichen. Im Westen wird er wie ein Popstar verehrt. Den Mächtigen in Peking gilt er dagegen als gefährlichster Staatsfeind.</p><p>Wenn der Dalai Lama heute seinen 75. Geburtstag begeht, dann werden das die Menschen in seiner Heimat Tibet nur im Verborgenen feiern können. Für jedes öffentliche Bekenntnis zu ihrem im indischen Exil lebenden religiösen Oberhaupt riskieren die Tibeter Gefängnis oder gar Schlimmeres.</p><p>Dass das Schicksal Tibets rund um den Globus Millionen interessiert, das ist zweifelsohne das Verdienst des kleinen Mönchs mit dem liebenswert kindlichen Auftreten und dem gurgelnden Lachen.</p><p>Der Dalai Lama hat sich als Anwalt eines gewaltlosen Kampfes für eine Autonomie Tibets in mehr als fünf Jahrzehnten eine Autorität erarbeitet, die inzwischen kaum noch jemand infrage zu stellen wagt. Spätestens seit er 1989 den Friedensnobelpreis erhalten hat, ist der Dalai Lama zur Ikone geworden, zur Symbolfigur für ein “freies Tibet”.</p><p>Als 15-jähriger Klosterschüler erlebte der Dalai Lama den Einmarsch der chinesischen Armee in Tibet und wurde eiligst auf den Thron gehoben. Aber 1959 schlug China einen Aufstand blutig nieder und brach sein Versprechen, den Tibetern Autonomie zu gewähren. Für den Dalai Lama wurde es gefährlich. Der 24-Jährige floh mit seinem Gefolge über den Himalaya ins indische Dharamshala, das bis heute die tibetische Exilregierung beherbergt.</p><p>Seither wirft China dem Dalai Lama vor, unter dem Deckmantel der Religion die Abspaltung Tibets zu betreiben. Für die Führung in Peking ist der von westlichen Politikern und Medien umschwärmte Dalai Lama eine stetige Provokation. Wer sich mit ihm zeigt, muss den Zorn des offiziellen China fürchten. Zuletzt hatte im Februar ein Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem Dalai Lama zu heftigem diplomatischen Knirschen zwischen Washington und Peking geführt.</p><p>Dabei ahnen doch alle: Der Dalai Lama kämpft einen aussichtslosen Kampf. Tibet gegen China, das ist wie David gegen Goliath, nur mit vermutlich anderem Ausgang. Denn Peking wird sich wohl kaum dazu bewegen lassen, den Tibetern eine weitgehende Autonomie zu gewähren. Und kein Staat der Erde wird sich deswegen ernsthaft mit China anlegen.</p><p>Im Machtkampf um Tibet arbeitet die Zeit für die Chinesen, das weiß auch der Dalai Lama. Irgendwann wird er sterben. Vielleicht erst im Alter von 113 Jahren, wie es geweissagt wurde. Vielleicht aber auch schon früher. Dann verschwindet das Gesicht des tibetischen Buddhismus, und Pekings Führung könnte in aller Ruhe einen ihr genehmen Marionetten-Lama installieren, wie sie es schon 1995 nach dem Tod des Panchen Lama gemacht hatte, des zweithöchsten religiösen Führers der Tibeter.</p><p>Davor haben viele Tibeter schon heute Angst. Und deshalb bröckelt ausgerechnet im eigenen Lager die Bewunderung für den asketisch lebenden Gutmenschen, der jeden Tag im Morgengrauen aufsteht, vier Stunden meditiert und sich dann im Mönchsgewand mit wichtigen Menschen trifft, um auf das traurige Schicksal seines unterdrückten Volkes aufmerksam zu machen.</p><p>Die Gewaltwelle in seiner Heimat vor zwei Jahren muss auch dem Dalai Lama vor Augen geführt haben, dass gerade viele jüngere Tibeter die Geduld mit der politisch offensichtlich erfolglosen Strategie des gewaltlosen Widerstands verlieren. Seine Appelle, sich auf friedliche Demonstrationen zu beschränken, verhallten vielfach ungehört.</p><p>Zwar wird Kritik am Regierungsstil des weltweit vergötterten Dalai Lama nur selten laut. Aber auch innerhalb der tibetischen Exil-Gemeinde wachsen die Zweifel an seinem Kurs. Der Dalai Lama, der im Westen auftritt wie ein spiritueller Entertainer, habe längst den Kontakt zur Wirklichkeit verloren, lautet der Vorwurf. Inzwischen tuscheln Exiltibeter hinter vorgehaltener Hand, dass sie ihr religiöses Oberhaupt zwar weiter verehren, sich aber eine andere politische Führung wünschen.</p><p>Die Macht des Dalai Lama, die sich nur auf Worte stützen kann, erodiert zusehends. Das ist keine gute Nachricht, nicht einmal für Peking. Für die Chinesen könnte es sich eines Tages rächen, dass sie die Chance verpasst haben, mit dem wohl letzten allgemein anerkannten Führer der Tibeter eine Konfliktlösung auszuhandeln.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/07/05/ein-wortgewandter-ohne-macht-der-dalai-lama-begeht-am-6-juli-seinen-75-geburtstag/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Twitter-Onlinechat: Dalai Lama zwitschert mit Chinesen</title><link>http://tibetfocus.com/2010/05/26/twitter-onlinechat-dalai-lama-zwitschert-mit-chinesen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/05/26/twitter-onlinechat-dalai-lama-zwitschert-mit-chinesen/#comments</comments> <pubDate>Wed, 26 May 2010 13:33:26 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Chinesen]]></category> <category><![CDATA[Twitter]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5835</guid> <description><![CDATA[Frankfurter Rundschau, 25.5.10, von Bernhard Bartsch - Das Internet macht’s möglich: 51 Jahre nach seiner Flucht aus der Volksrepublik hat der Dalai Lama sich erstmals direkt mit der chinesischen Öffentlichkeit unterhalten – in einem Onlinechat. Eine Stunde lang beantwortete der im Exil lebende tibetische Religionsführer Fragen von Internetbenutzern über Demokratie, Reinkarnation und die Kommunistische Partei. [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Rundschau, 25.5.10, von Bernhard Bartsch -</p><p>Das Internet macht’s möglich: 51 Jahre nach seiner Flucht aus der Volksrepublik hat der Dalai Lama sich erstmals direkt mit der chinesischen Öffentlichkeit unterhalten – in einem Onlinechat. Eine Stunde lang beantwortete der im Exil lebende tibetische Religionsführer Fragen von Internetbenutzern über Demokratie, Reinkarnation und die Kommunistische Partei. “Das Tibetproblem könnte bald gelöst werden”, kommentierte der Friedensnobelpreisträger, der offensichtlich um Optimismus und Versöhnlichkeit bemüht war, um das Bild eines fundamentalistischen Separatisten, das Chinas Staatspropaganda von ihm zeichnet, zu entkräften.</p><p>Für die Konflikte seien keine grundsätzlichen Widersprüche zwischen Chinesen und Tibetern verantwortlich, sondern politische Fehlentwicklungen, so der Dalai Lama. Er empfahl, Peking solle sich an den 1987 geschassten Ex-Parteichef und Reformer Hu Yaobang erinnern – ein Vorschlag, der als Versöhnungsgeste in Richtung von Chinas Premier Wen Jiabao gedacht sein könnte, der Hu kürzlich in einem Aufsehen erregenden Zeitungsbeitrag zu rehabilitieren versucht hatte. “Wens Artikel bestätigte Hus praxisbezogenen Ansatz, der offiziellen Berichten nicht traute und die Wahrheit lieber vor Ort durch persönliche Anschauung suchte”, schrieb der Mönch, der eingestand, selbst kein vollständiges Bild der Lage in Tibet zu haben.</p><p>Initiiert hatte den Austausch der kritische chinesische Intellektuelle Wang Lixiong, unter dessen Namen der Chat im Mikroblogdienst Twitter übertragen wurde. Zwar versuchen Chinas Zensoren, die Internetgemeinde an der Benutzung von Twitter zu hindern. Doch Tausende Chinesen haben mit spezieller Software trotzdem Zugang zu dem System. Twitter ist eines der wichtigsten Foren der chinesischen Regimekritiker. 1249 Internetbenutzer nahmen direkt an dem Chat teil, Tausende weitere verfolgten ihn durch Weiterleitungen. Die überwiegende Mehrheit der chinesischen Internetbenutzer dürfte von der Aktion jedoch nichts erfahren.</p><p>Dalai Lama will seinen Nachfolger wählen lassen</p><p>288 Fragen an den Dalai Lama waren bereits vorab eingegangen. Das größte Interesse zeigten die Internetbenutzer an der Nachfolge des 74-Jährigen, der im Alter von zwei Jahren von tibetischen Geistlichen als “Lebender Budhha” erkannt worden war. Er habe entschieden, dass er seine Macht in Zukunft an einen “vom Volk gewählten tibetischen Führer” weitergeben wolle, schrieb das Religionsoberhaupt. “Das System der Wiedergeburt des Dalai Lama wird in Zukunft weniger wichtig sein.”</p><p>Auf die Frage nach Tibets Unabhängigkeitsbestrebungen antwortete er, dass er keinen souveränen Staat fordere, wohl aber kulturelle Selbstbestimmung. “Wir möchten Autonomie, aber ich habe immer sehr klar gemacht, dass Außenpolitik und Staatsverteidigung Sache der Zentralregierung sind”, lautete seine Twitterbotschaft. “Das ist keine persönliche Forderung, aber ich sorge mich um Tibets Kultur, Religion und Umwelt.” Eine Kooperation mit der Exilregierung könne Peking helfen, die sozialen Spannungen in Tibet zu überwinden.</p><p>Allerdings ist eine Zusammenarbeit derzeit nicht realistisch: Chinas Regierung hatte erst im Februar Verhandlungen mit Gesandten des Dalai Lama abgebrochen und den Exiltibetern “Verstöße gegen chinesisches Recht” vorgeworfen. Die Kommunistische Partei scheint darauf zu hoffen, dass sich ihre Tibetprobleme und das internationale Interesse …</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/05/26/twitter-onlinechat-dalai-lama-zwitschert-mit-chinesen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Dalai Lama bezeugt Erdbebenopfern von Kyigudo sein Beileid</title><link>http://tibetfocus.com/2010/04/15/dalai-lama-bezeugt-erdbebenopfern-in-china-sein-beileid/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/04/15/dalai-lama-bezeugt-erdbebenopfern-in-china-sein-beileid/#comments</comments> <pubDate>Thu, 15 Apr 2010 19:47:46 +0000</pubDate> <dc:creator>TR</dc:creator> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama Erdbeben]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5702</guid> <description><![CDATA[Peking stellt mehr als 21 Millionen Euro für Hilfe bereit Der Dalai Lama hat den Opfern des schweren Erdbebens in Kyigudo (chin. Yushu, Qinghai) sein Beileid bezeugt. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter erklärte am Mittwoch, “wir beten für diejenigen, die ihr Leben bei dieser Tragödie verloren haben sowie für ihre Familien und andere, die betroffen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Peking stellt mehr als 21 Millionen Euro für Hilfe bereit</p><p>Der Dalai Lama hat den Opfern des schweren Erdbebens in Kyigudo (chin. Yushu, Qinghai) sein Beileid bezeugt.</p><p>Das geistliche Oberhaupt der Tibeter erklärte am Mittwoch, “wir beten für diejenigen, die ihr Leben bei dieser Tragödie verloren haben sowie für ihre Familien und andere, die betroffen wurden”. Im Haupttempel seines nordindischen Exilorts Dharamshala werde es einen besondere Gebetsveranstaltung geben, fügte der buddhistische Geistliche hinzu. Er selbst prüfe, auf welche Weise er helfen könne. China kündigte unterdessen an, dass es für die Hilfs– und Rettungsmaßnahmen umgerechnet mehr als 21 Millionen Euro zur Verfügung stellen werde.</p><p>Gebets­ze­re­mo­nie im Tibet-Institut Rikon<br /> Das Prä­si­dium der  TGSL hat ent­schie­den, ein Mön­lam (Gebete mit Mani Suhng-Ngak) für die  vie­len Opfer zu orga­ni­sie­ren. Die Tschötsok-Dhetsen wurde damit  beauf­tragt, dies in die Wege zu lei­ten. Die Gebete fin­den statt:</p><p>Sams­tag,  17. April 2010, Gebets­ze­re­mo­nie im Tibet-Institut Rikon, von 09.30  Uhr bis 13.00 Uhr.</p><p>Bitte lei­tet diese Infor­ma­tion an alle  Lands­leute wei­ter.<br /> Karma L. Pang­ring, Prä­si­dent TGSL</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/04/15/dalai-lama-bezeugt-erdbebenopfern-in-china-sein-beileid/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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