<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>tibetfocus.com &#187; Olympia</title> <atom:link href="http://tibetfocus.com/category/kampagnen/olympia/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://tibetfocus.com</link> <description></description> <lastBuildDate>Wed, 16 May 2012 17:27:07 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=</generator> <item><title>Tibetischer Filmemacher Jigme Gyatso (“Leaving Fear behind”) aus dem Gefängnis entlassen</title><link>http://tibetfocus.com/2008/10/18/tibetischer-filmemacher-jigme-gyatso-leaving-fear-behind-aus-dem-gefangnis-entlassen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/10/18/tibetischer-filmemacher-jigme-gyatso-leaving-fear-behind-aus-dem-gefangnis-entlassen/#comments</comments> <pubDate>Sat, 18 Oct 2008 14:11:06 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Dhondup Wangchen]]></category> <category><![CDATA[Film]]></category> <category><![CDATA[Jigme Gyatso]]></category> <category><![CDATA[Kardze]]></category> <category><![CDATA[Leaving Fear Behind]]></category> <category><![CDATA[Olympiade]]></category> <category><![CDATA[Tibeter]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/10/18/tibetischer-filmemacher-jigme-gyatso-leaving-fear-behind-aus-dem-gefangnis-entlassen/</guid> <description><![CDATA[Jigme Gyatso (39 J), auch bekannt als “Golog Jigme”, wurde am 15. Oktober provisorisch aus dem Kachu-Gefängnis (Linxia, chin.) entlassen und ist jetzt zurückgekehrt in sein Kloster in Labrang Tashikyil. Jigme Gyatso und sein beferundeter Filmemacher Dhondup Wangchen wurden im März 2008 verhaftet. Aufgrund der Informationen aus Tibet ist nicht klar, ob alle Anklagepunkte gegen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2144" style="margin-top: 4px; margin-bottom: 4px;" title="golog" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2008/10/golog.jpg" alt="golog" width="214" height="248" /></p><p>Jigme Gyatso (39 J), auch bekannt als “Golog Jigme”, wurde am 15. Oktober provisorisch aus dem Kachu-Gefängnis (Linxia, chin.) entlassen und ist jetzt zurückgekehrt in sein Kloster in Labrang Tashikyil. Jigme Gyatso und sein beferundeter Filmemacher Dhondup Wangchen wurden im März 2008 verhaftet. Aufgrund der Informationen aus Tibet ist nicht klar, ob alle Anklagepunkte gegen Jigme Gyatso fallengelassen wurden. Von den Behörden wurde ihm gesagt, dass er unter Beaobachtung stehen würde und seine Probezeit ein Jahr dauern wird.</p><p>Jigme Gyatso hat der Auskunftsperson mitgeteilt, dass er nach seiner Verhaftung im März 2008 schwer gefoltert worden sei. Die Befrager hätten ihn ununterbrochen geschlagen und ihn an den Füssen während Stunden an die Decke aufgehängt. Auch hätten sie ihn auf dem Befragungsstuhl während Tagen festgebunden. Während den Verhören sei er mehrere Male kolabiert in Folge der Schläge. Nach dem 12. Mai, als die Region durch ein Erdbeben heimgesucht worden war, hätten die Schläge aufgehört und nach dem 11. August wurden die Bedingungen merklich besser.</p><p>Eine grosse Menge befreundeter Mönche und benachbarter Tibeter hiessen ihn am 15. Oktober herzlich in Labrang Tashikyil willkommen. Gemäss Quellen in Tibet, die anwesend waren, liess die Menge ihn hochleben und dankten ihm für den Dokumentarfilm “Leaving Fear Behind”.</p><p>Jigme Gyatso war 1969 in Golog Serta, in der Kardze-Region Khams (Ganzi, Sichuan, chin.). Er ist ein tibetischer buddhistischer Mönch im Labrang Kloster in der Provinz Gansu. Jigme Gyatso unterstützte Dhondup Wangchen bei den Filmarbeiten für “Leaving Fear Behind”. Dhondup Wangchen befindet sich immer noch in Haft und es gibt über seine Anklage keine Nachrichten. </p><p><iframe width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/3LLnqltaIgw?autoplay=1&amp;hd=1" frameborder="0"></iframe></p><p>Tenzin Lusho, ein zweiter Mönch aus Labrang, der für Aktivitäten ohne Zusammenhang zum Film verhaftet wurde, ist auch aus dem Kachu-Gefängnis entlassen worden und begleitete Jigme Gyatso nach Labrang.</p><p>Kontakt:</p><p>Gyaljong Tsetrin (Tibetisch/Chinesisch)   +41 76 462 67 68</p><p>(steht den ganzen Samstag, 18. Oktober für Auskünfte zur Verfügung)</p><p><a href="http://www.leavingfearbehind.com">www.leavingfearbehind.com</a></p><p>aus dem Englischen übersetzt von tibetfocus.com</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/10/18/tibetischer-filmemacher-jigme-gyatso-leaving-fear-behind-aus-dem-gefangnis-entlassen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>China — Was kommt nach den Spielen?</title><link>http://tibetfocus.com/2008/09/09/china-was-kommt-nach-den-spielen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/09/09/china-was-kommt-nach-den-spielen/#comments</comments> <pubDate>Tue, 09 Sep 2008 10:02:09 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Menschenrechte]]></category> <category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category> <category><![CDATA[Peking]]></category> <category><![CDATA[Tibeter]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/09/09/china-was-kommt-nach-den-spielen/</guid> <description><![CDATA[25. August 2008, von Claude Arpi* Das glamouröse Ereignis ist vorüber und die Olympischen Spiele wurden für beendet erklärt. Doch nun, wo das letzte Flutlicht im Olympia-Stadion erloschen ist, bleibt eine interessante Frage offen: Wie sieht Chinas Zukunft aus? Die Führung in Peking hat sicherlich eine wichtige Erfahrung gemacht. Ihr sollte schmerzhaft klar geworden sein, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>25. August 2008, von Claude Arpi*</p><p>Das glamouröse Ereignis ist vorüber und die Olympischen Spiele wurden für beendet erklärt. Doch nun, wo das letzte Flutlicht im Olympia-Stadion erloschen ist, bleibt eine interessante Frage offen: Wie sieht Chinas Zukunft aus?</p><p>Die Führung in Peking hat sicherlich eine wichtige Erfahrung gemacht. Ihr sollte schmerzhaft klar geworden sein, daß viele Menschen auf der ganzen Welt …<br /> <span id="more-1027"></span></p><p>die mangelnde Achtung der Menschenrechte und der Freiheit oder die Art und Weise, wie China mit seinen nationalen Minderheiten umgeht, besonders den Tibetern, nicht gutheißen.</p><p>Wenn die hochgeputschte nationalistische Welle in China langsam verebbt, dann wird die Führung in ihrer paradiesischen Enklave von Zhongnanhai [Partei– und Regierungsviertel in Peking, A.d.Ü.] Bilanz ziehen und sich Gedanken über die Zukunft machen müssen.</p><p>Wie wird es mit der Freiheit stehen?<br /> ————————————-<br /> Radio Free Asia berichtete kürzlich, daß Tausende von Taxis in Beijing mit Videokameras und Satellitentechnologie bestückt wurden, die Audioaufzeichnungen der Gespräche im Taxi direkt an eine Kontrollstelle übermitteln. Später werden die Gespräche von Computern ausgewertet, die Dutzende von Sprachen analysieren und sogar Gesichter erkennen können. Ein Angestellter in einem großen Taxi-Unternehmen in Beijing erzählte RFA: „Es war vor etwa zwei oder drei Monaten… Alle Taxis unserer Firma wurden damit ausgerüstet.“</p><p>Und diese Maßnahme ist nicht auf Beijing beschränkt. Sie wurde auch in anderen großen chinesischen Städten sowie in Unruheprovinzen wie der Uighurischen Autonomen Region Xinjiang eingeführt. An einigen Orten machen die Kameras automatisch von jedem Taxibenutzer ein Bild. Dies soll natürlich, wie die Zeitung People’s Daily schreibt, „den Behörden helfen, illegalen Aktivitäten auf die Spur zu kommen“.</p><p>Die Frage ist: Werden diese Geräte am 25. August wieder ausgebaut werden? Ich wette, sie bleiben. Und das bedeutet ein wachsendes Eindringen des Staates in das Privatleben der chinesischen Bürger.</p><p>Was wird aus dem Zugang zum Internet?<br /> ————————————-<br /> Eine der heftigsten Kontroversen vor den Spielen betraf den Zugang zum Internet. Die Internetverbindung für das Hauptpressezentrum war laut offizieller Aussage während der Spiele stark eingeschränkt. Einen Monat vor den Spielen hatte IOC-Präsident Jacques Rogge gegenüber<br /> Agence France-Presse erklärt: „Zum ersten Mal werden ausländische Medien ungehindert berichten und ihre Arbeiten frei in China veröffentlichen können. Es wird keine Zensur des Internets geben.“ Peking hat eine “Great Firewall of China“ aufgebaut, um den Nutzern den Zugang Seiten zu sperren,<br /> deren Inhalte die Parteiführung beanstandet.</p><p>Wenn ein Land das Internet zensieren möchte, dann werden in der Regel spezifische Webseiten oder Webadressen blockiert. Aber wie gewöhnlich ist China Vorreiter auf diesem Gebiet. Es verwendet hochentwickelte und ausgeklügelte Vorrichtungen, um Inhalte auszufiltern und spezielle<br /> Schlüsselworte zu erkennen.</p><p>Der OpenNet Initiative zufolge, einem Gemeinschaftsprojekt verschiedener westlicher Universitäten, ist ein gigantisches Intranet mit dem Namen „Golden Shield“ das effizienteste Instrument der Behörden zu diesem Zweck. Verglichen mit ähnlichen Bemühungen in anderen Staaten ist das Filtersystem in China allgegenwärtig, hochtechnisiert und äußerst wirksam. Es umfaßt mehrere Ebenen rechtlicher Bestimmungen und der technischen Kontrolle und beschäftigt zahlreiche staatliche Stellen und Tausende von Beamten und Angestellten. Es zensiert Inhalte, die über verschiedenartige Methoden übermittelt werden, darunter Webseiten, Weblogs, Online-Diskussionsforen, Internetforen von Universitäten und Email-Botschaften.</p><p>Außerdem arbeiten um die 30.000 Internet-Polizisten rund um die Uhr, um die Filter immer auf dem neuesten Stand zu halten und die Emails von Personen zu überwachen, die man verdächtigt, Material zu empfangen, das der nationalen Sicherheit und der sozialen Stabilität der Volksrepublik abträglich sein könnte. Wird das alles nach der Abschlußzeremonie verschwinden? Unwahrscheinlich.</p><p>Was wird mit den Tibetern passieren?<br /> ————————————-<br /> In einem kürzlich Sify.com gegebenen Exklusiv-Interview warnte Prof. Samdhong Rinpoche, der tibetische Premierminister im Exil: „Wenn die Olympischen Spiele vorüber sind, werden die chinesischen Behörden vermutlich noch härter gegen die Tibeter vorgehen. Sie werden noch mehr Militär nach Tibet schicken und den Bevölkerungstransfer beschleunigen. Die Zeit nach der Olympiade ist daher noch bedrohlicher als die Gegenwart.“</p><p>Vergangenen Monat mahnte Irene Khan, die Vorsitzende von amnesty international, die Welt müsse auch nach der Olympiade in Beijing den Druck auf China bezüglich der Menschenrechte aufrechterhalten.<br /> Amtsmißbrauch, wie Folter und Mißhandlung von Gefangenen, Anwendung der Todesstrafe, Zensur, Einschränkung des Versammlungsrechtes und Unterdrückung von Minderheiten sind nach dem jüngsten Bericht von amnesty immer noch an der Tagesordnung. Wie die Welt im März und April gesehen<br /> hat, wurden sogar friedliche Demonstrationen brutal niedergeschlagen. Viele fürchten, daß die Tibeter, sobald die Olympiade vorbei ist, für ihre Anmaßung und ihr gewagtes Handeln werden bezahlen müssen.</p><p>Zhang Qingli, der Parteichef in Tibet, riet den kommunistischen Kadern in einem geheimen Papier für die Zeit nach der Olympiade: „Wir müssen aus den Vorfällen [den März-April Demonstrationen] Lehren ziehen und unsere Massen so organisieren, daß sie eine uneinnehmbare Festung gegen die uns<br /> umzingelnde Flut bilden, damit wir unseren Feind schlagen können. Daher müßt ihr, die Anführer der Arbeitseinheiten, eure Tore bewachen und eure Leute gut im Griff haben. Mögen die Leiter der Nachbarschaftskomitees wachsam sein und ein Auge haben auf alle Leute von auswärts. Propaganda<br /> und Erziehung sind die größten Vorteile unserer Partei. Sie sind die wirksamsten Waffen, mit denen wir uns gegen die Dalai-Lama-Clique verteidigen können“, schloß er.</p><p>Das sind unheilverkündende Worte aus dem Mund eines Mannes, der den Dalai Lama einen Wolf im Mönchsgewand nannte. Angesichts der Feigheit und des politischen Opportunismus der meisten Spitzenpolitiker der Welt sieht die Zukunft für die Tibeter düster aus.</p><p>Was wird mit der Umwelt geschehen?<br /> ————————————<br /> Ein Gutes an der Olympiade ist, daß sie eine Verbesserung der Luftqualität, besonders in Peking, mit sich brachte. Die chinesischen Behörden hatten versprochen, daß die Spiele unter einem blauen Himmel<br /> stattfinden würden, ohne die übliche Dunstglocke über der Stadt. Der Grad der Luftverschmutzung würde für die Sportler im Toleranzbereich liegen. Es heißt, Peking habe 17,6 Mrd. US$ investiert, um die Luft der Hauptstadt zu säubern.</p><p>Selbst viele Meilen von der Verbotenen Stadt entfernte Fabriken wurden geschlossen und mehr als die Hälfte der 3,3 Mio. Autos der Hauptstadt wurden von den Straßen verbannt.<br /> Obwohl der Luftverschmutzungsgrad über den Standardwerten der Weltgesundheitsorganisation lag, war dies doch ein immenser Fortschritt. Aber wird er anhalten? Bestimmt nicht! Die Fabriken werden wieder öffnen, die Autos werden auf die Straßen zurückkehren.</p><p>Vergessen wir nicht, daß China infolge seines phänomenalen Wirtschaftswachstums 2008 die USA als No. 1 im Ausstoß von Treibhausgasen überflügeln wird. China steht auch an erster Stelle unter den Zerstören der Ozonschicht.</p><p>Was wird aus der Wirtschaft?<br /> ——————————–<br /> Eine Prognose auf diesem Gebiet ist schwierig. Auf jeden Fall kommen auf China nach der Olympiade ernste Probleme zu. Eines davon ist die Inflation. Bloomberg [internationales Nachrichtenportal mit Schwerpunkt Wirtschaft/Finanzen, A.d.Ü] kommentierte neulich: „China wird merken, daß es leichter ist, das Internet zu kontrollieren als den Preisdruck im Griff zu behalten. Funktionäre in Peking haben willfährige Handlanger in Google und Yahoo, die ihnen helfen, den Cyberspace zu überwachen. Selbst bei Einsatz aller konventionellen Mittel der Wirtschaftspolitik ist es leichter gesagt als getan, die Inflation zu stoppen“.</p><p>Viele andere Faktoren wie der Umstand, daß China eine alternde Demographie aufweist oder daß der Sektor öffentliche Unternehmen schwach ist, geben keinen Anlaß für einen optimistischen Blick auf die Zukunft. John Pomfret, ein ehemaliger Büroleiter der Washington Post in Beijing kommentierte zu Recht: „Aber auf einer Pro-Kopf-Basis ist das Land kein Drache, sondern eine Eidechse mittlerer Größe, die auf der Skala der Weltwirtschaftsperspektive des Internationalen Währungsfonds genau zwischen Swaziland und Marokko liegt. Chinas Wirtschaft ist riesengroß, aber der durchschnittliche Lebensstandard ist niedrig. Und der Einkommensunterschied zwischen Reich und Arm wächst und wächst.</p><p>Wie wird die Führung diese Probleme in Angriff nehmen? Wird sie versuchen, ihre harte Linie durchzuboxen oder wird sie auf die Interessenvertreter, ob innerhalb oder außerhalb Chinas, hören?<br /> Diese Frage ist eine Milliarde Yuan wert. Eine interessante Bemerkung von Xi Jinping, dem chinesischen Vizepräsidenten und mutmaßlichen Erbe Hus, während seiner ersten Auslandstour letzten Monat nach Qatar ist erwähnenswert: „Es ist wie ein riesiger Käfig, in dem alle Arten von Vögeln zusammen leben. Wenn man versucht, die laut Kreischenden zu vertreiben, dann verliert man diese wunderbare Vielfalt und Farbenpracht. Entscheidend ist, sich gut um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern“.</p><p>Wird die alte Garde der Funktionäre darauf hören?</p><p>* Claude Arpi, geboren in Angoulème, Frankreich, begann seine Suche vor 36 Jahren mit einer Reise in den Himalaya. Aus jener Zeit rührt seine Begeisterung für die Geschichte Tibets, Chinas und des indischen Subkontinents. Er ist Autor zahlreicher Bücher in Englisch und Französisch, kürzlich erschien „Tibet: the lost Frontier“ bei Lancers Publishers.<br /> Quelle: www.sify.com</p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Schabka</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/09/09/china-was-kommt-nach-den-spielen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>„Die Kehrseite der Medaille“ — Eine Informationsveranstaltung von vier chinesischen Minderheiten am Samstag, 30. August in Bümpliz</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/27/%e2%80%9edie-kehrseite-der-medaille%e2%80%9c-eine-informationsveranstaltung-von-vier-chinesischen-minderheiten-am-samstag-30-august-in-bumpliz/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/27/%e2%80%9edie-kehrseite-der-medaille%e2%80%9c-eine-informationsveranstaltung-von-vier-chinesischen-minderheiten-am-samstag-30-august-in-bumpliz/#comments</comments> <pubDate>Wed, 27 Aug 2008 15:36:34 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Olympiade]]></category> <category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/27/%e2%80%9edie-kehrseite-der-medaille%e2%80%9c-eine-informationsveranstaltung-von-vier-chinesischen-minderheiten-am-samstag-30-august-in-bumpliz/</guid> <description><![CDATA[Bern, 27. August 2008 – Auch nach den Olympischen Spielen in Peking dürfen wir die Kehrseite der Chinesischen Medaille nicht vergessen, das die Forderung einer Informationsveranstaltung von vier chinesischen Minderheiten von nächstem Samstag 30. August in Bümpliz, 16 bis 22 Uhr. Eintritt frei “Das waren wahrlich außergewöhnliche Spiele.” mit diesen Worten bedankte sich der IOC-Präsident [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Bern, 27. August 2008 – Auch nach den Olympischen Spielen in Peking dürfen wir die Kehrseite der Chinesischen Medaille nicht vergessen, das die Forderung einer Informationsveranstaltung von vier chinesischen Minderheiten von nächstem Samstag 30. August in Bümpliz, 16 bis 22 Uhr. Eintritt frei</p><p>“Das waren wahrlich außergewöhnliche Spiele.” mit diesen Worten bedankte sich der IOC-Präsident Jaques Rogge bei den Chinesen für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Aus und vorbei, die Weltöffentlichkeit wendet ihren Blick von China ab und dem nächsten medialen Grossereignis zu. Nicht vorbei ist aber die Leidensgeschichte der 55 Minderheiten welche in China leben und die von der chinesischen Regierung systematisch unterdrückt werden.</p><p>Diesen Themen nimmt sich eine Informationsveranstaltung von nächstem Samstag 30. August im Chleehus in Bümpliz an. Die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft GSTF, die Tibetergemeinschaft in der Schweiz &amp; Lichtenstein TGSL, der Uigurische Verein der Schweiz, Falun Gong, und die Internationale Gesellschaft für Menschrechte IGFM laden herzlich zu dieser Veranstaltung mit kulturellem und kulinarischem Rahmenprogramm ein.</p><p>„Die Menschenrechte haben sich in China auch mit den Olympischen Spielen nicht verbessert — im Gegenteil. Menschenrechtsverletzungen sind jedoch nur ein Symptom. Die Wurzel liegt im System der Kommunistischen Partei und insbesondere in der Umsetzung von Recht und Gesetz“, führt  Frau Schlegel von der IGFM aus und fügt an: „Um die Gegenwart zu verstehen, müssen wir die Vergangenheit kennen. Den Beginn der Kommunistischen Partei Chinas und deren verschiedene Kampagnen, die Medien, Bildung, Staat, Recht und Gesetz beliebig manipuliert und gezielt eingesetzt haben und einsetzen und die Millionen von Menschen das Leben gekostet haben“.</p><p>Am Anlass, welcher von der SF-Wetterfee Sandra Boner moderiert wird, tritt eine  chinesische Pianistin auf und junge TibeterInnen tragen Tanz und Gesang vor. Zudem wird um 19 Uhr ein uigurisch-tibetisches Abendessen serviert.</p><p>Die Veranstaltung findet am Samstag, 30. August 2008 im Kirchgemeindehaus Chleehus in Bümpliz statt. Zeit: 16 bis 22 Uhr. Eintritt frei.</p><p>Für weitere Auskünfte:</p><p>Frau Tsewang Erne, GSTF – Sektion Bern</p><p>076 407 27 24, <a href="mailto:%74&#104;u&#119;%61&#110;g&#64;%62%6c%75e%77i&#110;&#46;c%68">thuwang@bluewin.ch</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/27/%e2%80%9edie-kehrseite-der-medaille%e2%80%9c-eine-informationsveranstaltung-von-vier-chinesischen-minderheiten-am-samstag-30-august-in-bumpliz/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Menschenrechtsorganisationen ziehen Bilanz nach den Olympischen Spielen in Peking</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/27/menschenrechtsorganisationen-ziehen-bilanz-nach-den-olympischen-spielen-in-peking/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/27/menschenrechtsorganisationen-ziehen-bilanz-nach-den-olympischen-spielen-in-peking/#comments</comments> <pubDate>Wed, 27 Aug 2008 10:26:43 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[ai]]></category> <category><![CDATA[amnesty international]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/27/menschenrechtsorganisationen-ziehen-bilanz-nach-den-olympischen-spielen-in-peking/</guid> <description><![CDATA[Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)zieht kritische Bilanz: Olympische Spiele haben Menschenrechtsverletzungen in China geschürt. Hier zum Artikel amnesty international bezeichnet Peking 2008 als “die Spiele der verpassten Chancen“ China und IOC müssen von gemachten Fehlern lernen. Die chinesische Regierung hat mehr Wert auf ihr vordergründiges Image gelegt als auf grundsätzliche Veränderungen, kritisiert Amnesty International [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)zieht kritische Bilanz: Olympische Spiele haben Menschenrechtsverletzungen in China geschürt.<br /> <a href="http://www.gfbv.ch/archiv/newsletter/newsletter374.html">Hier zum Artikel</a></p><p>amnesty international bezeichnet Peking 2008 als “die Spiele der verpassten Chancen“<br /> China und IOC müssen von gemachten Fehlern lernen. Die chinesische Regierung hat mehr Wert auf ihr vordergründiges Image gelegt als auf grundsätzliche Veränderungen, kritisiert Amnesty International anlässlich … <a href="http://www.amnesty.ch/de/aktuell/news/2008/china-und-ioc-mussen-von-gemachten-fehlern-lernen">Hier zum ganzen Artikel</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/27/menschenrechtsorganisationen-ziehen-bilanz-nach-den-olympischen-spielen-in-peking/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Die synthetischen Spiele — Ein Kommentar von Henrik Bork</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/27/die-synthetischen-spiele-ein-kommentar-von-henrik-bork/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/27/die-synthetischen-spiele-ein-kommentar-von-henrik-bork/#comments</comments> <pubDate>Wed, 27 Aug 2008 05:53:05 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Henrik Bork]]></category> <category><![CDATA[Kommentar]]></category> <category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category> <category><![CDATA[Repression]]></category> <category><![CDATA[Staatssicherheit]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/27/die-synthetischen-spiele-ein-kommentar-von-henrik-bork/</guid> <description><![CDATA[Süddeutsche Zeitung, 25.8.08: Verblüffende sportliche Leistungen, eine perfekte Organisation, vollbesetzte Stadien: Peking hat der Welt ein China-Bild gezeigt, das die Wirklichkeit im Innern ausblendet. Diese Olympischen Spiele glichen einem Tanz auf dem Vulkan. Auf Tanz legten die Chinesen großen Wert, der Exotismus der Eröffnungsfeier mit viel orientalischem Schnickschnack kam im Ausland sehr gut an. Auch [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Süddeutsche Zeitung, 25.8.08:<br /> Verblüffende sportliche Leistungen, eine perfekte Organisation, vollbesetzte Stadien: Peking hat der Welt ein China-Bild gezeigt, das die Wirklichkeit im Innern ausblendet.</p><p>Diese Olympischen Spiele glichen einem Tanz auf dem Vulkan. Auf Tanz legten die Chinesen großen Wert, der Exotismus der Eröffnungsfeier mit viel orientalischem Schnickschnack kam im Ausland sehr gut an. Auch alles andere lief nach Plan: Verblüffende sportliche Leistungen, eine perfekte Organisation, moderne, vollbesetzte Stadien und ein olympisches Dorf, das die Athleten begeisterte. Irgendwo und irgendwann hatte zwar jeder mal davon gehört, dass es in China gewisse Probleme gibt, aber davon wollte sich innerhalb des Olympiadorfes niemand den Spaß verderben lassen.</p><p>Soweit der Tanz. Der Vulkan, von dem auch die Rede sein muss, blieb während der Spiele weitgehend ruhig. Das leise Rumoren an seiner Basis, in Tibet und Xinjiang etwa, …<br /> <span id="more-795"></span></p><p>… war oben kaum zu hören. So ist das mit Vulkanen. Man kann direkt auf dem Gipfel stehen und in den Krater hineinglotzen, und trotzdem wirkt alles ganz friedlich. Lächelten sie nicht alle sehr freundlich, diese Chinesen? Kaum einer der Besucher sprach Chinesisch, aber dass die Pekinger warmherzige, gastfreundliche Menschen sind, das empfanden viele so.</p><p>Die meisten Sportreporter begnügten sich mit der Suche nach dem Positiven. Und damit sind nicht die Doping-Proben gemeint. Die Veranstalter hatten — ein Novum bei Olympischen Spielen — einen hohen Zaun um das olympische Grün gezogen. In die Stadien karrte das Regime nur Jubler, von den Nachbarschaftskomitees sorgsam ausgewählt. Noch nie sind Olympische Spiele so künstlich inszeniert worden wie in Peking: falsche Tibeter bei der Eröffnungsfeier, falsche Zuschauer, falsche Protestzonen, und vermutlich viele falsche Rekorde. Muskelspiele sah die Welt, bei denen um ein Haar mehr Pferde als Menschen des Dopings überführt worden wären. Und die sogenannten “Freiwilligen”, die Helfer, entpuppten sich oft als Beamte der Staatssicherheit oder pensionierte Polizisten.</p><p>Die Pekinger Bürger mussten draußen bleiben, vor dem Zaun, durften nur im Fernsehen stolz ihre Nationalflagge bewundern, wieder und wieder, weil China die meisten Goldmedaillen abräumte — exakt 51, eine mehr als geplant. Diese Spiele waren so synthetisch wie der Süßstoff im Kaffee ihres Sponsors McDonald’s, ein Disneyland mit fünf Ringen.</p><p>Trotzdem haben diese Spiele viele Menschen glücklich gemacht. Viele haben bekommen, was sie wollten: die Sportler ihre Medaillen, die Immobilienspekulanten ihre Profite, die Sponsoren ihre Werbung im Markt der Märkte, das IOC seine Milliarden, das Fernsehen seine Einschaltquoten, die kommunistischen Kader ihre Orgie des Nationalismus, ihr selbstgewähltes Opium für das Volk. Mit dem IOC und der Volksrepublik China haben sich zwei Partner mal so richtig gefunden. Nur den Spaß, der beim Ereignis aufkommen sollte, haben sie nicht organisieren können. Er blieb aus, seltsam ruhig ging es zu in der Olympiastadt. Es wurde kaum gefeiert, Begegnungen zwischen Chinesen und Ausländern blieben Ausnahmen.</p><p>Chinas Militär verstand von Anfang an keinen Spaß: Tibets Mönche wurden schon vor Monaten niedergeknüppelt, auch Demonstranten auf den Straßen Lhasas erschossen. Während der Spiele drohte die Polizei in Tibets Dörfern jedem mit standrechtlicher Erschießung, der es gewagt hätte, sein Maul aufzureißen. Den Uiguren in Xinjiang erging es ähnlich. Dutzende Dissidenten sind vor den Spielen eingesperrt worden. Es herrschte Friedhofsruhe.</p><p>Wem das egal war, der konnte unbeschwert mitfeiern. Repression aber, das lehrt die Geschichte, kann immer nur vorübergehend Ruhe schaffen. Während der Spiele ist das Murren der Landbevölkerung Chinas lauter geworden. Die Inflation macht den Bauern schwer zu schaffen. In den Städten mehren sich die Anzeichen, dass die Baubonanza, deren unrühmlicher Höhepunkt die olympische Zubetonierung Pekings war, nun bald zu Ende gehen könnte. Der Vulkan schläft. Aber im Innern brodelt es, und der Berg kann jederzeit explodieren.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/27/die-synthetischen-spiele-ein-kommentar-von-henrik-bork/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>“Ich wurde mit einem Gurt am Stuhl festgebunden” — Spiegel-Interview 25.8.08</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/25/ich-wurde-mit-einem-gurt-am-stuhl-festgebunden-spiegel-interview-25808-2/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/25/ich-wurde-mit-einem-gurt-am-stuhl-festgebunden-spiegel-interview-25808-2/#comments</comments> <pubDate>Mon, 25 Aug 2008 10:12:48 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[Florian Norbu Gyanatshang]]></category> <category><![CDATA[Folter]]></category> <category><![CDATA[Haft]]></category> <category><![CDATA[Interview]]></category> <category><![CDATA[Peking]]></category> <category><![CDATA[Protestaktion]]></category> <category><![CDATA[Solidarität]]></category> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Tibetische Flagge]]></category> <category><![CDATA[Vogelnest]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/25/ich-wurde-mit-einem-gurt-am-stuhl-festgebunden-spiegel-interview-25808-2/</guid> <description><![CDATA[Vier Tage saß er in chinesischer Haft, weil er vor dem Olympiastadion in Peking die tibetische Flagge hisste. Jetzt ist der inhaftierte Deutsche Florian Norbu Gyanatshang wieder in der Heimat. SPIEGEL ONLINE berichtet der 30-Jährige von nächtelangen Verhören. SPIEGEL ONLINE: Herr Gyanatshang, wie geht es Ihnen jetzt? Florian Norbu Gyanatshang: Mir geht’s erst mal super. [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<div align=center> <img border="0" src="http://img.stern.de/_content/63/57/635735/TibetArt_500.jpg" alt="Nur Sekunden dauerte der Protest, dann wurde Florian Norbu Gyanatshang (M.) festgenommen (Bild AP)" height="191" width="300" /></p><p>Vier Tage saß er in chinesischer Haft, weil er vor dem Olympiastadion in Peking die tibetische Flagge hisste. Jetzt ist der inhaftierte Deutsche Florian Norbu Gyanatshang wieder in der Heimat. SPIEGEL ONLINE berichtet der 30-Jährige von nächtelangen Verhören.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Herr Gyanatshang, wie geht es Ihnen jetzt?</p><p>Florian Norbu Gyanatshang: Mir geht’s erst mal super. Ich bin froh, dass ich wieder da bin. Und dass mich so viele Verwandte und Freunde abgeholt haben, hat mich berührt.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Aber dass Sie festgenommen werden, wenn Sie in Peking eine Tibet-Flagge hochhalten, war Ihnen doch klar, oder?</p><p>Gyanatshang: Ja, ich habe damit gerechnet, dass ich festgenommen werde. Natürlich haben wir gehofft, dass wir nach zehn Stunden wieder abgeschoben werden. Aber auch mit bis zu einem Monat Haft haben wir gerechnet.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Wie ist es Ihnen in chinesischer Haft ergangen? …<br /> <span id="more-1023"></span></p><p>… Gyanatshang: Was ich erlebt habe, ist sicher nicht vergleichbar mit dem, was chinesischen Gefangenen und Tibetern in Tibet geschieht. Ich war in einem Gefängnis speziell für ausländische Häftlinge und bin nicht physisch angegriffen worden.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Trotzdem ist eine chinesische Haft sicher kein Zuckerschlecken.</p><p>Gyanatshang: Nein. Gleich nachdem ich die tibetische Flagge vor dem Olympiastadion hochgehalten habe, kamen 20 bis 30 Polizisten und haben mir die Fahne weggenommen und versucht, mich zu Boden zu bringen. Das hat aber nicht geklappt. Dann habe ich einen Faustschlag auf die Schläfe bekommen. Aber ich stand immer noch, bis ich dann von einem der Polizisten gewürgt und weggeschleift wurde. Als ich am Polizeibus ankam, war ich kurz vor der Bewusstlosigkeit.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Mit Ihnen wurden noch eine Britin und zwei US-Amerikaner festgenommen. Das war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der vergangenen Woche. Wo wurden Sie hingebracht?</p><p>Gyanatshang: In ein leerstehendes Gebäude. Dort wurden wir dann getrennt voneinander verhört. 16 Stunden lang.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Was wollten die chinesischen Beamten wissen?</p><p>Gyanatshang: Sie wollten wissen, wie wir unseren Protest organisiert haben, wie es dazu kam und was wir über die anderen Proteste in Peking, die vorher stattgefunden hatten, wussten. Immerhin gab es etwas zu essen und zu trinken und in der ersten Nacht immerhin noch kurze Schlafpausen.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Haben Sie auf die Fragen geantwortet?</p><p>Gyanatshang: Darüber möchte ich nicht sprechen.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Es war dann Donnerstagnachmittag. Sie hatten die Nacht nicht geschlafen und wurden bis jetzt verhört. Was passierte dann?</p><p>Gyanatshang: Wir sind ins Gefängnis gebracht worden. Ich war in einer Zelle mit ungefähr acht oder neun Mithäftlingen, darunter Chinesen und Afrikaner. Die meisten saßen wegen Visa-Problemen ein, oder weil sie Olympia-Tickets verkauft hatten. Abends um neun wurde ich dann wieder abgeholt und verhört, bis morgens um zehn.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Wie muss man sich so ein Verhör vorstellen?</p><p>Gyanatshang: Der Raum spricht schon Bände. Ich wurde in der Mitte auf einem Stahlstuhl mit einem Gurt festgebunden. Immerhin: Ich durfte zwischendurch zur Toilette. Mir war klar, dass ich nur befragt werde, aber ich möchte mir nicht vorstellen, was sonst dort passiert, wenn dort Tibeter oder Chinesen verhört werden. Mich haben immer ein bis drei Beamte gefragt, und ein Mann hat es ins Deutsche übersetzt. Am nächsten Morgen kam ich wieder in die Zelle, konnte erst mittags schlafen. Aber abends wurde ich wieder verhört. Von acht Uhr abends bis elf Uhr morgens.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Wenn man die ganze Zeit nicht einmal schlafen darf, macht man dann nicht irgendwann eine Aussage?</p><p>Gyanatshang: Dazu sage ich nichts. Aber ja, es ist extrem erschöpfend und anstrengend. Die Offiziere, die mich verhört haben, sind teilweise eingeschlafen, und die Übersetzer wurden auch abgelöst. In der vierten Nacht durfte ich dann endlich schlafen. Gestern wurden wir zum Flughafen gebracht. Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Bis kurz vorher hatte ich damit gerechnet, dass die Haft volle zehn Tage dauert.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Glauben Sie im Nachhinein, dass Ihr Protest irgendetwas bewirkt hat?</p><p>Gyanatshang: Es war klar, dass wir unser großes Ziel – Freiheit für Tibet – mit einer einzelnen Protestaktion nicht erreichen würden. Aber mir war es wichtig, dass die Olympischen Spiele von der chinesischen Regierung nicht kommentarlos dazu genutzt werden, ihre unrechtmäßige Herrschaft über Tibet zu legitimieren und ihre Menschenrechtsverletzungen in den Hintergrund zu drängen und sich wieder mit einer weißen Weste zu bekleiden. Für mich als Halb-Tibeter war es außerdem wichtig, meine Solidarität mit den Menschen in Tibet zeigen zu können. Ich wollte ihnen zeigen, dass wir Exil-Tibeter hinter ihnen stehen.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Die chinesischen Behörden werden Sie so schnell nicht wieder einreisen lassen. Auch nicht in die Heimat ihres Vaters, nach Tibet. War es das wert?</p><p>Gyanatshang: Ich habe jetzt ein offizielles Einreiseverbot von fünf Jahren. Danach darf ich wieder ein Visum beantragen. Ob ich das bekomme, ist natürlich fraglich. Das war für mich ein großes Opfer. Ich hätte Tibet natürlich gerne gesehen. Aber wenn es was gebracht hat, dann war es das wert.</p><p>Das Gespräch führte Carolin Jenkner</p><p>Die Welt, 25.8.08: Deutscher Tibet-Aktivist klagt über Misshandlung<br /> Brutal habe man ihm ins Gesicht geschlagen und gewürgt. Der in China während einer Demonstration festgenommene Deutsch-Tibeter berichtet nach seiner Entlassung über Gewaltanwendungen während seiner Haft. Fast 16 Stunden habe man ihn verhört, schlafen wurde den Häftlingen nicht erlaubt.</p><p>Die chinesische Polizei schlug blitzschnell zu. “Ich habe die Fahne hochgehalten, sofort wurde ich von zehn Mann angegriffen“, sagt Florian Norbu G.. “Sie haben mir einen Faustschlag ins Gesicht verpasst, mich gewürgt und kurz vor der Bewusstlosigkeit in einen Bus gezerrt.“ Denn die Fahne war eine Tibet-Flagge, der Tatort eine Brücke vor dem Olympia-Gelände in Peking.</p><p>Eine Aktion, die kaum 20 Sekunden dauerte, brachte Florian Norbu Gyanatshang vier Tage Schlafentzug und nächtliche Dauerverhöre in einem chinesischen Gefängnis ein. Die deutsche Botschaft hielt Kontakt zu Gyanatshang – doch vom Auswärtigen Amt kam kein Wort der Kritik am Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte.</p><p>Der einst bei der KFOR-Friedenstruppe in Bosnien stationierte frühere Bundeswehr-Soldat war nicht der einzige, der die Tortur erdulden musste. Neun andere ausländische Tibet-Aktivisten wurden ebenfalls festgenommen, darunter acht US-Bürger. Und erst nachdem die US-Botschaft in Peking scharf gegen die Verhaftungen protestierte, kamen die zehn in der Nacht zum Montag frei.</p><p>„Nach der Festnahme kamen 16 Stunden Verhör“, berichtet Gyanatshang. „Anschließend wurden wir in ein Gefängnis verlegt und bekamen Häftlingskleidung. In der Zelle durften wir nicht schlafen.“ Der 30-jährige Stuttgarter Softwareentwickler ist Sohn eines tibetischen Vaters und einer deutschen Mutter. Gyanatshang leitet die deutsche Sektion des Vereins Tibeter Jugend in Europa, der gegen die chinesische Fremdherrschaft in Tibet protestiert.</p><p>Seine Schwester Yuldon wandte sich in einer E-mail persönlich an Außenminister Frank Walter Steinmeier (SPD)- und bekam nach ihren Angaben keine Antwort. Die chinesische Regierung verfolgt jedes Eintreten für die Unabhängigkeit Tibets als „Gefährdung der nationalen Einheit“. Alle westlichen Regierungen erkennen den chinesischen Anspruch auf das größte Hochland der Erde an – viele Tibeter jedoch nicht.</p><p>Bei den Olympischen Spielen organisierte die New Yorker Gruppe „Students for a Free Tibet“ eine Serie von acht Protestaktionen. Ein ums andere Mal waren die Akteure schneller als die chinesischen Sicherheitskräfte, obwohl zehntausende Polizisten genau solche Vorkommnisse verhindern sollten. Nach den ersten Aktionen hatten die chinesischen Behörden die Tibet-Demonstranten noch sofort abgeschoben.</p><p>Am Donnerstagabend begann das nächste Verhör, das nach Gyanatshangs Angaben etwa elf bis zwölf Stunden dauerte – bis acht Uhr früh. „Sie waren sehr interessiert, wie wir das organisiert haben.“ Zwischenzeitlich wurde der Dolmetscher wegen Übermüdung ausgetauscht. Am nächsten Abend wieder ein Verhör. „Im Vergleich zu dem, was die Tibeter nach vergleichbaren Aktionen erdulden müssen, war das nichts“, sagt Gyanatshang.</p><p>Sowohl aus Tibet wie aus der ebenfalls unruhigen Wüstenprovinz Xinjiang dringen derzeit kaum Nachrichten nach außen. Vieles deutet darauf hin, dass die chinesische Regierung den Druck während der Olympischen Spiele nicht gelockert, sondern verschärft hat. Sogar der Informationsfluss der tibetischen Exilregierung ist fast versiegt. Menschenrechtsgruppen berichten von Massenverhaftungen und Toten. In manchen tibetischen Bezirken soll die Militärpräsenz so stark sein, dass sich die Bewohner nicht mehr auf die Straße wagen. Doch sichere Quellen gibt es nicht. „Ich bin stolz darauf, dass ich ein kleines Opfer bringen konnte“, sagt Gyanatshang.</p><p>Deutsch-Tibeter aus chinesischer Haft entlassen — Ankunft am 25. August in Frankfurt.</p><p>Beijing, 25. August 2008 – Der Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang wurde am Morgen des 25. August von den chinesischen Behörden nach Deutschland abgeschoben. Die Familie des 30-jährigen Stuttgarters wurde in den frühen Morgenstunden über seine Abschiebung informiert. Der Tibet-Aktivist wird am 25. August um 6 Uhr von Freunden und Verwandten am Flughafen Frankfurt empfangen.</p><p>Trotz strengster Überwachung war es dem Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang, der die deutsche Sektion des Verein Tibeter Jugend Europa leitet, gemeinsam mit drei Tibetaktivisten von Students for a Free Tibet in der Nacht zum 21. August gelungen, in der Nähe des Olympia-Stadions (Vogelnest) eine Protestaktion durchzuführen. Gegen 00:05 Uhr Beijinger Ortszeit hissten drei Aktivisten der Gruppe eine tibetische Flagge und skandierten für ein freies Tibet. Allen vier Tibetaktivisten wurde von den chinesischen Behörden eine zehntägige Haftstrafe verhängt die nun frühzeitig beendet wurde.</p><p>“Während wir überglücklich über Norbus Freilassung sind und seine Ankunft kaum erwarten können, gilt unsere Sorge den vielen tausend vermissten Tibetern, die sich noch in chinesischer Haft befinden und die für ihren friedlichen Protest im Gegensatz zu Norbu langjährigen Haftstrafen und Folter ausgesetzt sind”, sagte seine Schwester Yuldon Gyanatshang nach Bekanntwerden seiner Freilassung. “Meine Eltern und ich danken all denjenigen von Herzen, die sich für meinen Bruder und für die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet eingesetzt haben.”</p><p>In den vergangenen Wochen, insbesondere während der olympischen Spiele, hat die chinesische Regierung ihre Repressionen in Tibet verstärkt und das tibetische Hochplateau weitestgehend von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Der Verein Tibeter Jugend Europa befürchtet, dass nach Ende der olympischen Spiele und der Präsenz ausländischer Medien in China mit weiteren massiven Übergriffen auf die tibetische Bevölkerung zu rechnen ist. Die Tibeter leben noch immer in einer Atmosphäre der Angst und Einschüchterung, ständiger Überwachung und Bedrohung durch chinesische Polizei– und Militärkräfte.</p><p>“Im Vorfeld und auch während der Spiele gelang es uns, mit friedlichen Protesten stellvertretend für die vielen Tibeter in Tibet zu sprechen, deren Stimme nicht gehört werden und die abgeschirmt von der Weltöffentlichkeit unter der brutalen chinesischen Herrschaft zu leiden haben. Wir werden nach Norbus Rückkehr gemeinsam weiterhin für das Überleben des tibetischen Volkes und die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet kämpfen. Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft und das Olympische Komitee, die chinesischen Behörden zur sofortigen Freilassung aller tibetischer Gefangenen aufzufordern, die wegen ihrer friedlichen Proteste, politischen oder religiösen Überzeugungen, inhaftiert wurden“, so Tendon Dahortsang, Präsidentin des Verein Tibeter Jugend Europa.</p><p>Biographie von Florian Norbu Gyanatshang:<br /> Florian Norbu Gyanatshang, 30, hat eine deutsche Mutter und einen tibetischen Vater, wurde in Neuss geboren und wuchs in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee auf. Er arbeitet als Software-Entwickler in Stuttgart. Er ist Leiter des deutschen des Vereins Tibeter Jugend in Europa (1) und seit mehreren Jahren aktiv in der Tibetbewegung tätig.</p><p>1) Das zunehmende Bewusstwerden der eigenen Lage als Flüchtlinge wie auch die moralische Verantwortung dem eigenen Volk und Land gegenüber führten im Frühjahr 1970 zur Gründung des Vereins Tibeter Jugend Europa (VTJE). Heute ist der VTJE die grösste tibetische Jugendorganisation in Europa. Er hat seinen Sitz in Zürich (Schweiz) und setzt sich für ein unabhängiges Tibet ein. Die Freiwilligkeit und Einsicht der Mitglieder in die Notwendigkeit ihres Einsatzes bildet die wesentliche Grundlage des Vereins.<br /> kelsang gope <k <a href="mailto:&#46;g&#64;vt%6ae&#46;%6f&#114;g">.g@vtje.org</a>&gt;</p><p></k></div> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/25/ich-wurde-mit-einem-gurt-am-stuhl-festgebunden-spiegel-interview-25808-2/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Deutsch-Tibeter sitzt in Peking in Haft</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/22/deutsch-tibeter-sitzt-in-peking-in-haft/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/22/deutsch-tibeter-sitzt-in-peking-in-haft/#comments</comments> <pubDate>Fri, 22 Aug 2008 19:03:15 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Menschenrechte]]></category> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Demonstranten]]></category> <category><![CDATA[Flagge]]></category> <category><![CDATA[Florian Norbu Gyanatshang]]></category> <category><![CDATA[Haft]]></category> <category><![CDATA[Peking]]></category> <category><![CDATA[Protest]]></category> <category><![CDATA[Vogelnest]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/22/deutsch-tibeter-sitzt-in-peking-in-haft/</guid> <description><![CDATA[Spiegel online, Carolin Jenkner Er hisste die tibetische Fahne, nun muss er zehn Tage einsitzen: Chinas Regierung greift härter gegen ausländische Demonstranten durch — und hat jetzt auch den Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang inhaftiert. Seine Familie macht sich große Sorgen. Und ist doch stolz auf seinen Mut … … Köln/Peking — Florian Norbu Gyanatshang wusste, [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Spiegel online, Carolin Jenkner<br /> Er hisste die tibetische Fahne, nun muss er zehn Tage einsitzen: Chinas Regierung greift härter gegen ausländische Demonstranten durch — und hat jetzt auch den Deutsch-Tibeter Florian Norbu Gyanatshang inhaftiert. Seine Familie macht sich große Sorgen. Und ist doch stolz auf seinen Mut …<br /> <span id="more-793"></span></p><p>… Köln/Peking — Florian Norbu Gyanatshang wusste, auf was er sich einließ, als er am vergangenen Freitag von Stuttgart nach Peking flog. Eigentlich hatte Gyanatshang nicht einmal damit gerechnet, dass die chinesischen Behörden ihn einreisen lassen würden. Denn mit einem tibetischen Namen ist das in diesen Tagen schwierig. Und sollte er doch reinkommen, so hatte Gyanatshang fest damit gerechnet, verhaftet zu werden und im nächsten Flieger nach Hause zu sitzen. So war es in den vergangenen Wochen schon vielen ausländischen Demonstranten in Peking ergangen, die ihre “Free Tibet”-Banner auspackten.</p><p>Ganz unbekannt dürfte sein Name den chinesischen Behörden ohnehin nicht sein: Gyanatshang ist Vorsitzender der deutschen Sektion des “Vereins Tibeterjugend in Europa” (VTJE). Ein Verein, der sich für die Unabhängigkeit Tibets einsetzt und seinen Hauptsitz in der Schweiz hat, wo viele Exil-Tibeter leben.</p><p>Und doch gelang es Gyanatshang und zwei weiteren Tibet-Aktivisten, in der Nacht zum Donnerstag in der Nähe des Olympia-Stadions in Peking eine tibetische Flagge zu hissen und Slogans für ein freies Tibet zu skandieren. Dabei wurde er von den Amerikanern Jeremy Wells, 38, John Watterberg, 30, und der Britin Mandie McKeown, 41, unterstützt.</p><p>Wie erwartet wurden er und seine Mitstreiter festgenommen. (mehr…) Das erfuhr seine Schwester Yuldon, 27, schon kurz danach per Telefon vom Verein “Students for free Tibet”, der die Aktion gemeinsam mit dem VTJE geplant hatte. “Ich hatte damit gerechnet, dass mein Bruder sofort ausgewiesen wird und bin deshalb Donnerstag zum Frankfurter Flughafen gefahren”, erzählte Yuldon SPIEGEL ONLINE. Ihr Bruder sei aber nicht in dem vermuteten Flieger gewesen.</p><p>Anders als bei den Demonstranten der vergangenen Wochen scheint die chinesische Regierung jetzt härter vorzugehen: Der 30-jährige Stuttgarter wird offenbar wegen seines Protestes vor dem “Vogelnest” in Peking für zehn Tage in chinesischer Haft festgehalten. Das sind die Informationen, die seine Schwester Yuldon hat. Am Freitagmorgen bekam sie einen Anruf von der deutschen Botschaft in Peking, die ihr mitteilte, dass ihr Bruder inhaftiert sei und konsularische Hilfe vom Botschaftspersonal bekomme.</p><p>“Er ist ein sehr gradliniger Mensch”</p><p>Das Auswärtige Amt bestätigte SPIEGEL ONLINE, dass in China ein 30-jähriger Deutscher festgenommen wurde und in Haft sitzt. Das Personal der Deutschen Botschaft habe ihn bereits besucht. Nach Auskunft der chinesischen Seite wird ihm “Störung der öffentlichen Sicherheit” vorgeworfen. Eine Ausweisung sei geplant. Die Botschaft vermittle Gyanatshang auf dessen Wunsch einen Anwalt.</p><p>Florians Schwester Yuldon macht sich Sorgen um ihren Bruder, aber in ihrer Stimme schwingt auch Stolz mit: “Er ist ein sehr geradliniger Mensch. Und er ist sehr mutig. Meiner Meinung nach hat er Zivilcourage bewiesen.” Im Vergleich zu den Tibetern mit chinesischem Pass ginge es ihm außerdem sehr gut. Wäre er Tibeter in Tibet, müsse er nach so einer Aktion Folter und Arbeitslager fürchten. “Ich wünsche ihm die Kraft, dass er die zehn Tage gut durchhält”, sagt Yuldon.</p><p>Mit ihrem Bruder sprechen konnte sie noch nicht — und macht sich auch keine große Hoffnung, dass sie direkten Kontakt zu ihm bekommt, solange er in Peking inhaftiert ist. Ihre Hoffnung: dass er nach zehn Tagen tatsächlich ausgewiesen wird.</p><p>Die Geschwister haben eine deutsche Mutter und einen tibetischen Vater. Sie sind in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee aufgewachsen und haben sich für die Heimat ihres Vater eingesetzt, seit sie denken können. Gerade in den Wochen vor und während der Olympischen Spiele machten sie auch in Deutschland mit Mahnwachen und Protesten auf die Situation in Tibet aufmerksam – mit friedlichen Aktionen.</p><p>“Ich fühle mich sowohl der deutschen als auch der tibetischen Kultur verpflichtet”, hatte Florian Norbu Gyanatshang noch vor seiner Abreise nach Peking gesagt. Als deutscher Staatsbürger könne er zu derart eklatanten Menschenrechtsverletzungen, wie sie in Tibet geschehen, nicht schweigen. “Und als Tibeter möchte ich meinen Landsleuten in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen.”</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/22/deutsch-tibeter-sitzt-in-peking-in-haft/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>3</slash:comments> </item> <item><title>Chinesische Tinte</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/17/chinesische-tinte/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/17/chinesische-tinte/#comments</comments> <pubDate>Sun, 17 Aug 2008 17:24:56 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/17/chinesische-tinte/</guid> <description><![CDATA[Karikatur Bürki in “24h”]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p> <img border="0" src="http://tibetfocus.com/gm/archives/090808JO.jpg" alt="Karikatur Bürki in "24h"" height="225" width="384" /><br /> Karikatur Bürki in “24h”</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/17/chinesische-tinte/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Tibet-Aktivisten und britischer Journalist festgenommen</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/13/tibet-aktivisten-und-britischer-journalist-festgenommen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/13/tibet-aktivisten-und-britischer-journalist-festgenommen/#comments</comments> <pubDate>Wed, 13 Aug 2008 17:46:23 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category> <category><![CDATA[Festnahme]]></category> <category><![CDATA[Human Rights Watch]]></category> <category><![CDATA[Olympiade]]></category> <category><![CDATA[Peking]]></category> <category><![CDATA[Tibet-Aktivisten]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/13/tibet-aktivisten-und-britischer-journalist-festgenommen/</guid> <description><![CDATA[Spiegel, 13.8.08, Peking Ein Transparent mit der Aufschrift “Free Tibet” genügte. Chinas Behörden haben acht Demonstranten festgenommen und einen britischen Fernsehjournalisten nahe dem Olympiastadion in Peking vorübergehend festgehalten. Chinesische Journalisten beklagen eine Verschärfung der Pressezensur. Zwei Mitglieder der Gruppe Students for a Free Tibet hängten ein Transparent mit der Aufschrift “Free Tibet” an einer Brücke [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Spiegel, 13.8.08, Peking<br /> Ein Transparent mit der Aufschrift “Free Tibet” genügte. Chinas Behörden haben acht Demonstranten festgenommen und einen britischen Fernsehjournalisten nahe dem Olympiastadion in Peking vorübergehend festgehalten. Chinesische Journalisten beklagen eine Verschärfung der Pressezensur.</p><p>Zwei Mitglieder der Gruppe Students for a Free Tibet hängten ein Transparent mit der Aufschrift “Free Tibet” an einer Brücke im Olympiapark auf, wie die Organisation mitteilte. Fünf oder sechs weitere hätten sich an Fahrräder am Eingangstor gekettet, sagte die Leiterin der Organisation, Lhadon Tethong.</p><p>Der Chinakorrespondent der britischen Fernsehgesellschaft ITV, John Ray, dessen Team den Protest filmen wollte, wurde Augenzeugen zufolge von Polizisten brutal …<br /> <span id="more-786"></span></p><p>… zu Boden gerissen und über den Boden bis zu einem Fahrzeug geschleift. Er versuchte vergeblich, den Sicherheitskräften seine Akkreditierung für die Olympischen Spiele zu zeigen, wie eine Produzentin des Senders ITV News erklärte. Er sei hinter den Aktivisten hergelaufen, von der Polizei verfolgt und in einem Auto weggebracht worden.</p><p>Ray selbst sagte, er sei von den Polizeibeamten in einem Restaurant 20 Minuten lang gewaltsam festgehalten worden. Die Polizisten hätten ihn auf den Boden gedrückt und seien ihm auf die Hände getreten. “Ich habe versucht, Ihnen zu erklären, dass ich ein britischer Journalist bin, aber sie wollten mich nicht einmal meine Ausweisdokumente zeigen lassen”, berichtete Ray. Die Beamten hätten sich “sehr grob” verhalten. Der ITV-Kameramann Ben England sagte, die Polizisten hätten ihn grob am Filmen des Protests gehindert und seine Kamera mit Schirmen verdeckt.</p><p>Human Rights Watch zufolge ist ein chinesischer Aktivist verschwunden, nachdem er eine Protestaktion in einer der extra ausgewiesenen Zonen beantragt hat. Der 58-jährige Ji Sizun habe für “mehr Beteiligung der Chinesen am politischen Prozess” demonstrieren sowie Korruption und Machtmissbrauch anprangern wollen, erklärte die Organisation. Er reichte demnach seinen Antrag am 8. August ein, drei Tage später sei er Augenzeugen zufolge offenbar von Polizisten in Zivil abgeführt worden.</p><p>Die chinesische Regierung hat für Proteste während der Olympischen Spiele eigens ausgewiesene Zonen eingerichtet, die Demonstrationen müssen beantragt werden. Über Aktionen dort wurde bislang nichts berichtet. Mindestens eine Zone wird offenbar von Sicherheitskräften in Zivil überwacht, die Passanten filmen.</p><p>Pressezensur in China verschärft</p><p>Chinesische Journalisten berichten derweil über eine Verschärfung der Zensur im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. Es gebe Anweisung, über keine Themen zu berichten, die der “nationalen Sicherheit” schaden, sagte ein Pekinger Journalist. Das Olympia-Organisationskomitee Bocog bestritt das jedoch. Die einheimischen Journalisten könnten frei über die Spiele berichten, sagte Bocog-Generalsekretär Wang Wei.</p><p>Nach Angaben mehrerer chinesischer Journalisten ist es jedoch üblich, dass Chinas Propagandabüro bei größeren Ereignissen Anweisungen für die Berichterstattung gibt. “Es gibt Grenzen. Jeder ist zur Zeit nervös”, sagte ein Reporter. Den Angaben der Journalisten zufolge gehen die Vorschriften sehr ins Detail — bis hin zur Anweisung, bei der Erwähnung mehrerer Offizieller in einer Meldung den ranghöchsten zuerst zu nennen. Laut “South China Morning Post” gibt es für die Spiele ein Programm von 21 Punkten für die Zensur.</p><p>Bocog-Generalsekretär Wang dementierte das kategorisch. “Es gibt keine 21-Punkte-Anweisung”, sagte er. Doch haben die chinesischen Medien in den vergangenen Tagen mehrere Ereignisse verschwiegen. So fanden sich in chinesischen Zeitungen keine Meldungen über die Proteste ausländischer Tibet-Aktivisten in Peking.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/13/tibet-aktivisten-und-britischer-journalist-festgenommen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Olympia: Tibet-Spot sorgt für Aufsehen</title><link>http://tibetfocus.com/2008/08/11/olympia-tibet-spot-sorgt-fur-aufsehen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2008/08/11/olympia-tibet-spot-sorgt-fur-aufsehen/#comments</comments> <pubDate>Mon, 11 Aug 2008 20:03:48 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Olympia]]></category> <category><![CDATA[GSTF]]></category> <category><![CDATA[Olympiade]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/2008/08/11/olympia-tibet-spot-sorgt-fur-aufsehen/</guid> <description><![CDATA[Horizont.net, 8.8.08: Pünktlich zur heutigen Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking geht ein TV-Spot on Air, der für “Spiele mit Menschenrechte” wirbt. Das Commercial will auf die Verletzungen der Menschenrechte in Tibet aufmerksam machen. GOB — Startschuss — Clip starten Der Clip der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) in Zürich zeigt einen 100-Meter-Lauf im Stadion. Der [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Horizont.net, 8.8.08:<br /> Pünktlich zur heutigen Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking geht ein TV-Spot on Air, der für “Spiele mit Menschenrechte” wirbt. Das Commercial will auf die Verletzungen der Menschenrechte in Tibet aufmerksam machen.</p><p> <img border="0" src="http://tibetfocus.com/gm/archives/GOB-Video.jpg" alt="GOB-Video: Startschuss..." height="225" width="286" /><br /> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=vjIZ5nMTJBk">GOB — Startschuss — Clip starten</a></p><p> Der Clip der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) in Zürich zeigt einen 100-Meter-Lauf im Stadion. Der Startschuss fällt, alle Athleten springen los. Einer jedoch bleibt liegen -<br /> <span id="more-785"></span></p><p>getroffen von der Kugel. Die Kreation des Spots übernahm die Züricher Agentur Euro RSCG. Ihr Leiter, Frank Bodin, betreut seit vielen Jahren Kampagnen für Tibet. Für seine Aktionen konnte er bereits Hollywood-Stars wie Richard Gere und Oliver Stone gewinnen.</p><p>Für die Produktion zeichnet Rosas’n’Co, ebenfalls Zürich, verantwortlich. Geschaltet wird das Commercial ab sofort auf dem Schweizer Sender 3+. Auch auf Pro Sieben und Kabel Eins ist er zu sehen, allerdings nur in den Schweizer Werbefenstern. In deutschen TV-Sendern sei bislang noch keine Schaltung vorgesehen, so Frank Bodin auf Anfrage von HORIZONT.NET.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2008/08/11/olympia-tibet-spot-sorgt-fur-aufsehen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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