<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>tibetfocus.com &#187; Politik</title> <atom:link href="http://tibetfocus.com/category/politik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://tibetfocus.com</link> <description></description> <lastBuildDate>Sun, 20 May 2012 16:57:18 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=</generator> <item><title>Selbstverbrennung als Waffe des Widerstands — Dutzende von Tibetern haben sich auf spektakuläre Weise das Leben genommen</title><link>http://tibetfocus.com/2012/05/20/selbstverbrennung-als-waffe-des-widerstands-dutzende-von-tibetern-haben-sich-auf-spektakulare-weise-das-leben-genommen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/05/20/selbstverbrennung-als-waffe-des-widerstands-dutzende-von-tibetern-haben-sich-auf-spektakulare-weise-das-leben-genommen/#comments</comments> <pubDate>Sun, 20 May 2012 09:10:46 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8956</guid> <description><![CDATA[19. Mai 2012, NZZ, von Andrea Spalinger, Dharamsala - Seit den Unruhen 2008 hat China den Druck auf die tibetische Minderheit stark erhöht. Über die eigene Machtlosigkeit verzweifelt und frustriert, haben sich in den letzten Monaten Dutzende von jungen Tibetern und Tibeterinnen selbst angezündet. Das Auffangzentrum für tibetische Flüchtlinge in Dharamsala wirkt wie ausgestorben. Eine [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>19. Mai 2012, NZZ, von Andrea Spalinger, Dharamsala -</p><p>Seit den Unruhen 2008 hat China den Druck auf die tibetische Minderheit stark erhöht. Über die eigene Machtlosigkeit verzweifelt und frustriert, haben sich in den letzten Monaten Dutzende von jungen Tibetern und Tibeterinnen selbst angezündet.</p><p>Das Auffangzentrum für tibetische Flüchtlinge in Dharamsala wirkt wie ausgestorben. Eine Gruppe junger Männer hört im Gemeinschaftsraum Radio. Ein paar Kinder rennen über die Wiesen zwischen den Wohnhäusern. In dem am Fusse des idyllischen indischen Bergstädtchens gelegenen Zentrum finden Tibeter nach einer beschwerlichen Flucht aus der Heimat erst einmal Unterschlupf, bevor sie auf verschiedene tibetische Gemeinden in Indien verteilt werden. Insgesamt könnten in dem Gebäudekomplex 500 Personen untergebracht werden, derzeit wohnen hier aber nur gerade 39 Männer, Frauen und Kinder.</p><p>Erschwerte Flucht</p><p>Das von den USA finanzierte neue Auffangzentrum war gebaut worden, um dem wachsenden Ansturm von Flüchtlingen gerecht zu werden. Seit seiner Eröffnung 2011 steht es jedoch weitgehend leer. Seit in den von China kontrollierten tibetischen Gebieten kurz vor den Olympischen Spielen in Peking im Frühjahr 2008 Unruhen ausbrachen, hat das Regime den Druck auf die ethnische Minderheit erhöht, und die Flucht ins Ausland ist ein heikles Unterfangen geworden. Die meisten Tibeter fliehen über den Himalaja nach Nepal und reisen von dort nach Indien weiter, wo ihr geistiges Oberhaupt, der Dalai Lama, lebt und wo ihnen seit Jahrzehnten unbürokratisch Aufnahme gewährt wird. Auf Druck Chinas hat Nepal die Kontrollen an der Grenze aber verschärft und seine konziliante Haltung gegenüber den Tibetern revidiert. Kamen vor 2008 über 3000 Flüchtlinge jährlich nach Dharamsala, sind es heute nur noch rund 500.</p><p>Das Risiko, auf der Flucht geschnappt, nach China deportiert und dort ins Gefängnis geworfen zu werden, sei mittlerweile sehr gross, erzählen Neuankömmlinge in dem Zentrum. Und mit der Gefahr seien auch die Kosten der Flucht gestiegen. Während es früher möglich gewesen sei, den tagelangen Fussmarsch über die Berge im Grenzgebiet auf eigene Faust zu schaffen, müssten heute Schlepper bezahlt werden, um Kontrollposten zu umgehen.</p><p>Rinchen* ist einer der wenigen Glücklichen, denen die Flucht trotz allem gelungen ist. Der 23-Jährige ist seit einer Woche in Dharamsala. Seine Reise in die Freiheit habe Monate gedauert, berichtet er. Bereits im Dezember habe er sein Dorf in der chinesischen Provinz Gansu verlassen. Er musste für die Flucht über 3000 Dollar bezahlen. Seine Familie sei bitterarm und habe sich verschuldet, um das Geld aufzubringen, sagt der junge Mann.</p><p>Düstere Perspektiven</p><p>Rinchens Angehörige waren wie viele in Tibet Nomaden und besassen ein paar Dutzend Yaks. Im Zuge eines breit angelegten staatlichen Programms wurden sie vor ein paar Jahren aber zwangsangesiedelt. Das der Familie zugeteilte Land war viel zu klein, als dass der Vater und die beiden Söhne darauf hätten arbeiten können, und so verdingte sich Rinchen eine Zeitlang als Tagelöhner. Er habe die Grundschule besucht, sagt der aufgeweckte junge Mann. Doch an den staatlichen Schulen werde nur in Chinesisch unterrichtet, und die Kinder lernten rein gar nichts über die Kultur und die Geschichte Tibets. Selbst wenn man gute Noten nach Hause bringe, habe man als Tibeter zudem kaum eine Chance, nach der Schule Arbeit zu finden. Gute Jobs bekämen nur die in den letzten Jahren in der Region massenhaft angesiedelten Chinesen. Sein Vater habe deshalb entschieden, ihn nach Indien zu schicken.</p><p>Viele der tibetischen Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Im Tibetan Children’s Village oberhalb von Dharamsala gehen derzeit 1800 Kinder zwischen 6 und 18 Jahren zur Schule. Die meisten von ihnen bleiben nach der Ausbildung in Indien und sehen ihre Familien nie wieder. Der 23-jährige Rinchen ist für das Children’s Village bereits zu alt, doch hat er gute Chancen, in eine der Mittelschulen für tibetische Flüchtlinge aufgenommen zu werden. Er wolle fleissig lernen und sein Wissen später einmal dazu einsetzen, dem tibetischen Volk zu helfen, erklärt er scheu.<br /> Diskriminierung und Gewalt</p><p>China hatte Tibet 1950 besetzt und 1965 das Autonome Gebiet Tibet als Verwaltungseinheit der Volksrepublik China geschaffen. Es umfasst nur etwa die Hälfte des tibetischen Kulturraumes. Die restlichen Gebiete sind Teil der chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan. 1959 kam es zu einem ersten Aufstand der Tibeter, der von China blutig niedergeschlagen wurde. Der Dalai Lama musste mit Tausenden von Anhängern nach Indien flüchten. Ende der achtziger Jahre brachen erneut Aufstände aus, und zuletzt kam es 2008 zu grösseren Unruhen.</p><p>Die Lage in den tibetischen Gebieten sei heute so prekär wie nie zuvor, berichten Flüchtlinge. Laut Menschenrechtsorganisationen wurden 2008 über hundert Demonstranten getötet und Tausende von Mönchen, Nonnen und Laien verhaftet. Die Repression hat seither kaum nachgelassen. Die Volksarmee sei noch immer allgegenwärtig, berichtet Yeshi*, ein junger Flüchtling aus Ngaba in Sichuan. Selbst in abgelegenen Dörfern hätten die Sicherheitskräfte Schulen und andere öffentlichen Gebäude besetzt. Tibeter würden diskriminiert und schikaniert, sagt der 18-Jährige. Im letzten Jahr sei er mit ein paar Freunden auf der Strasse grundlos aufgegriffen und eine Nacht lang von Polizisten geschlagen und getreten worden. Früher habe er sich nicht für Politik interessiert, doch unter solchen Umständen werde jeder zum Nationalisten.</p><p>Tamding Tsering, der 1990 aus Tibet flüchten musste und für die Exilregierung in Dharamsala arbeitet, verfolgt die Entwicklungen in der Heimat seit Jahrzehnten. Er musste seine Frau und seine fünf Kinder zurücklassen und konnte diese sporadisch kontaktieren. In den letzten 15 Jahren sei der Lebensstandard in Tibet deutlich gestiegen, sagt der 61-Jährige. Die Menschenrechtslage habe sich im selben Zeitraum jedoch verschlechtert. Früher hätten die Tibeter noch mehr Freiheiten genossen. In den letzten zehn Jahren habe China die tibetische Kultur, Sprache und Religion aber systematisch zu zerstören begonnen. Nach 2008 sei die staatliche Kontrolle über Klöster ausgeweitet und seien regimekritische Mönche massenweise verhaftet und in Umerziehungslager gesteckt worden. Viele seien dabei unter anderem auch gezwungen worden, sich vom Dalai Lama loszusagen.</p><p>Das geistige Oberhaupt der Tibeter ist in Dharamsala allgegenwärtig. In jedem tibetischen Haus, Büro, Geschäft und Restaurant lächelt der 76-Jährige von den Wänden. In den von China kontrollierten Gebieten sei es nicht erlaubt, Bilder «Seiner Heiligkeit» (wie der Dalai Lama von den Tibetern genannt wird) aufzuhängen, sagt Rinchen. Doch jeder habe zu Hause irgendwo ein Bild von diesem versteckt, fügt er schmunzelnd hinzu. Alle Neuankömmlinge werden nach ihrer Ankunft in Dharamsala vom Dalai Lama persönlich zu einer Audienz empfangen. Rinchen sagt, es sei ein überwältigendes Erlebnis gewesen, diesen zu treffen. Es habe ihn aber auch sehr traurig gestimmt, dass den meisten Tibetern diese Erfahrung ein Leben lang verwehrt bleibe.<br /> Was bedeutet Freiheit?</p><p>Die Rückkehr des Dalai Lama ist eine der zwei Hauptforderungen der Tibeter. Die andere ist Freiheit. Doch an der Frage, was Freiheit genau heisst, scheiden sich die Geister. Für die einen bedeutet sie mehr Autonomie innerhalb Chinas, für die anderen Unabhängigkeit. Der Dalai Lama verfolgt seit Jahrzehnten eine Politik des «Mittelweges», die auf eine einvernehmliche Lösung mit China abzielt. Anstatt auf seine moderaten Forderungen einzugehen, verunglimpfen die Chinesen den Dalai Lama und seine «Clique» jedoch regelmässig als Staatsfeind und Terroristen. Kürzlich wurde er auf einer staatlichen Website gar als Nazi beschimpft, dessen Politik dem Holocaust Hitlers gleichkomme.</p><p>Die mangelnde Kompromissbereitschaft auf chinesischer Seite, die zunehmende Repression und der Versuch Chinas, die Tibeter auf internationalem Parkett zu isolieren, hat zu einer Radikalisierung in den Reihen der Exiltibeter geführt. Viele sehen den Sinn des gemässigten Kurses nicht mehr ein. «Der Mittelweg hat uns in fünfzig Jahren nichts gebracht», sagt Tenzin Chokey, Generalsekretärin des Tibetan Youth Congress in Dharamsala. «Für einen Dialog braucht es zwei Parteien. Doch China hat rein gar kein Interesse daran. Wir sollten uns deshalb auf den Kampf für die Unabhängigkeit konzentrieren.»</p><p>Auch in Tibet scheint diese härtere Linie an Unterstützung zu gewinnen. Die Neuankömmlinge im Auffangzentrum berichten übereinstimmend, dass eine Mehrheit der Tibeter heute einen eigenen Staat wolle. «Das politische Bewusstsein ist seit 2008 gewachsen», sagt die 40-jährige Dolma*, die mit ihrer kleinen Tochter aus Lhasa geflüchtet ist. «Die meisten Tibeter wollen mit den Chinesen nichts mehr zu tun haben.»</p><p>Da die Tibeter den Dalai Lama hoch verehren, tun sie sich schwer damit, seine Politik öffentlich zu kritisieren. Die Zeichen des Unmuts häufen sich allerdings. Eines der dramatischsten ist die wachsende Zahl von Selbstverbrennungen. Seit März letzten Jahres haben sich 34 junge Tibeter und Tibeterinnen selbst angezündet. 25 von ihnen sind an den Verbrennungen gestorben. Die grosse Mehrheit der Personen, die Suizid begehen, stammte aus der Stadt Ngaba (chinesisch Aba) in der Provinz Sichuan. Viele waren Mönche aus dem lokalen Kirti-Kloster. Ngaba war einer der Unruheherde 2008 gewesen, und die Armee hatte in der Stadt ungewöhnlich hart durchgegriffen.<br /> Märtyrer und Volkshelden</p><p>Obwohl das Internet und das Mobilfunknetz in der Region um Ngaba seit 2008 über weite Strecken ausgeschaltet waren, gelangt regelmässig Beweismaterial über die Eskalation dort an die Öffentlichkeit. Ein mit einem Mobiltelefon aufgezeichnetes Video, das vor kurzem publik wurde, zeigt die Selbstverbrennung des 22-jährigen Lopsang Jamyang. Der junge Nomade hatte sich im Januar vor dem Kirti-Kloster mit Benzin übergossen und angezündet.</p><p>Auf dem Video ist zu sehen, wie Lopsang lichterloh brennend über den Platz vor dem Kloster rennt und nach Freiheit für Tibet schreit. Die herbeigeeilten Polizisten schlagen mit Stöcken auf den jungen Mann ein und machen keinerlei Anstalten, das Feuer zu löschen. Ein Freund von Lopsang, der den Vorfall beobachtete, hat berichtet, dass dieser noch lebend in einem Polizeiauto weggefahren worden sei. Im Spital ist er jedoch nie aufgetaucht, weil die Behörden offenbar Unruhen befürchteten. Nach offiziellen Angaben erlag der junge Mann zwei Tage später seinen Verbrennungen. Die Familie hat den Leichnam nie zu Gesicht bekommen. Ihr wurde nur eine Urne überreicht.</p><p>Tashi*, ein enger Freund des Verstorbenen, der seit zwei Jahren in Dharamsala studiert, erzählt, Lopsang Jamyang sei über das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte 2008 schockiert gewesen und damals zum Aktivisten geworden. «Ich bin sehr traurig über seinen Tod, aber auch unheimlich stolz auf ihn», sagt der 21-Jährige. Helden wie Lopsang zeigten den Tibetern, dass es Möglichkeiten gebe, sich aufzulehnen.</p><p>Die jungen Tibeter, die zu solch drastischen Massnahmen gegriffen haben, werden in Dharamsala als Märtyrer verehrt. Überall in dem Bergstädtchen hängen Poster zu ihren Ehren. An diesem Nachmittag sind zwei neue Selbstverbrennungen bekanntgeworden, und kurz nach Sonnenuntergang steht das Bergstädtchen für kurze Zeit still. In den engen Gässchen stehen Mönche in dunkelroten Roben betend neben Geschäftsleuten und Touristen mit Kerzen in den Händen. Der Buddhismus verbiete Gewalt gegen andere und sich selbst, gesteht ein älterer Mönch ein, der zur Mahnwache für die Opfer gekommen ist. Diese hätten sich aber nicht aus egoistischen Gründen umgebracht, sondern aus Liebe für ihr Volk, und Selbstaufopferung für eine höhere Sache habe im Buddhismus Tradition.</p><p>Auf politischer Seite herrscht etwas mehr Unbehagen über die Selbstverbrennungen. Zum einen haben diese international viel Aufmerksamkeit erregt und sind deshalb nicht unwillkommen. Zum anderen sind sie aber auch ein Beweis für das Scheitern der Politik und kommen für die im letzten Jahr ernannte neue Exilregierung unter Lobsang Sangay eher ungelegen.<br /> Politische Sackgasse</p><p>Die sogenannte Central Tibetan Administration hat die Taten deshalb weder explizit gutheissen noch verurteilt. Die «Aussenministerin» Dicki Chhoyang sagt, für die Selbstverbrennungen sei allein China mit seiner repressiven Politik verantwortlich. Chhoyang gesteht allerdings ein, dass die Suizide für ihre Regierung eine Herausforderung darstellten. Die junge Generation in Tibet sei offenbar frustriert und habe deutlich gemacht, dass es so nicht weitergehen könne. Dennoch will Chhoyang am eingeschlagenen Kurs festhalten. Früher oder später müsse China Konzessionen machen. Wenn es zu einer starken Weltmacht werden wolle, könne es sich längerfristig keine kostspieligen inneren Konflikte leisten. Die Exilregierung hoffe, dass sich die Lage nach dem bevorstehenden Führungswechsel in Peking wieder etwas entspannen werde.</p><p>Viele in Dharamsala haben jedoch genug von friedlichem Widerstand. Die Selbstverbrennungen seien ein Hinweis darauf, dass die Tibeter nicht mehr unter chinesischer Herrschaft leben wollten, sagt Tenzin Chokey von Tibetan Youth Congress, der für eine härtere Gangart plädiert. Um der Kritik in den eigenen Reihen Rechnung zu tragen, hat die Exilregierung für September eine grosse Versammlung einberufen, an der Delegierte aus aller Welt über die jüngsten Entwicklungen beraten sollen. Falls sich der Dalai Lama – der im letzten Jahr alle politische Verantwortung abgetreten hat und offiziell «nur» noch religiöses Oberhaupt der Tibeter ist – tatsächlich aus der Debatte heraushält, könnten sich diesmal durchaus radikalere Stimmen durchsetzen, und der Konflikt zwischen China und den Tibetern könnte sich dadurch weiter verschärfen.<br /> * Name auf Wunsch des Gesprächspartners geändert.</p><p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/selbstverbrennung-als-waffe-des-widerstands_1.16944438.html" target="_blank">Zum NZZ-Artikel</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/05/20/selbstverbrennung-als-waffe-des-widerstands-dutzende-von-tibetern-haben-sich-auf-spektakulare-weise-das-leben-genommen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Deutsch-chinesische Wirtschaftsbeziehung: Roter Teppich für China</title><link>http://tibetfocus.com/2012/04/30/deutsch-chinesische-wirtschaftsbeziehung-roter-teppich-fur-china/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/04/30/deutsch-chinesische-wirtschaftsbeziehung-roter-teppich-fur-china/#comments</comments> <pubDate>Mon, 30 Apr 2012 18:53:03 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8848</guid> <description><![CDATA[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.4.12,  von Christian Geinitz, Johannes Ritter - Die Deutschen hofieren die Chinesen. Die freie Welt wird von der unfreien abhängiger. Und auch ethisch ist es bedenklich, das repressive System weiter zu stärken. Die A2 ist eine vielbefahrene Autobahn. Aber die Kolonne, die sich am vergangenen Montag von Hannover aus Richtung Osten in [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.4.12,  von Christian Geinitz, Johannes Ritter -<br /> Die Deutschen hofieren die Chinesen. Die freie Welt wird von der unfreien abhängiger. Und auch ethisch ist es bedenklich, das repressive System weiter zu stärken.</p><p>Die A2 ist eine vielbefahrene Autobahn. Aber die Kolonne, die sich am vergangenen Montag von Hannover aus Richtung Osten in Bewegung setzt, muss keinen Stau fürchten. Denn die Polizei hat ganze Arbeit geleistet: 80 Kilometer der meist dreispurigen Asphaltpiste sind an diesem Mittag für den normalen Verkehr gesperrt, Brücken und Parkplätze abgeriegelt. Wir machen den Weg frei — für Wen Jiabao, Superstar.</p><p>Der chinesische Ministerpräsident sitzt mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem abgedunkelten Bus. Das schwarze Gefährt bildet das Herz der zu schützenden Reisegruppe. Bei solch einem Aufwand muss es sich eigentlich um einen eminent wichtigen Termin handeln, zu dem die beiden an diesem sonnigen Frühlingstag unterwegs sind. Wollen sie den Euro und Europa retten? Geht es um milliardenschwere Anleihekäufe? Oder sollen die Chinesen vielleicht Opel aus den Fängen der Amerikaner befreien? Nichts dergleichen. Der Tross fährt in das Wolfsburger VW-Werk zu einer Vertragsunterzeichnung. Treffpunkt: Logistikhalle 12. Auch hier, im gut geschützten Innersten des VW-Reichs, herrscht Sicherheitsstufe eins. Scharfschützen auf dem Dach, Spürhunde im Gebüsch. Und unten, auf dem roten Teppich, empfangen der VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch und sein Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn den hohen Besuch. Freudestrahlend.</p><p>Ein Sechser im Lotto für VW — und China</p><p>Kurz darauf sitzen Winterkorn und Hu Maoyuan, Chef des chinesischen Partnerunternehmens Saic, an einem schwarzen Tisch in der geschmückten Werkshalle. Hinter ihnen stehen Merkel und Wen. Die Kanzlerin im hellblauen Blazer, der Premier im dunklen Zwirn. Zu tun haben die beiden nichts. Sie bezeugen Vorgänge, die längst beschlossene Sache waren: den Bau des 15. Werkes in China und die Verlängerung des Joint-Venture-Vertrags mit Saic.</p><p>Für VW und für Chinas Führung ist dieses gut inszenierte Schauspiel wie ein Sechser im Lotto. Die angereisten Filmteams und Fotografen aus China transportieren die Bilder in ihre Heimat, wo sie als höchste Zeichen der Wertschätzung für die Automarke wahrgenommen werden — und als Propagandaerfolg der eigenen Führung. „Seht her“, lautet die Botschaft, „sogar die deutsche Regierung und Industrie stehen Spalier, wenn wir kommen.“</p><p>Die Wertschätzung der Deutschen hat einen guten Grund. Das Fernostgeschäft ist für Volkswagen zu einer tragenden Säule geworden. Nirgendwo laufen die Verkäufe besser, mehr als ein Viertel des Konzernabsatzes entfällt auf China. Auch für Mercedes, BMW oder Porsche wird das Land auf absehbare Zeit der wichtigste Markt der Welt. In weiteren deutschen Schlüsselbranchen sieht es ähnlich aus, etwa im Maschinenbau, in der Elektroindustrie oder in der Chemiewirtschaft.</p><p>Fröhliche Eintracht ohne Grenzen</p><p>Wie wichtig die Volksrepublik ist, zeigt sich auf der Hannover Messe, der weltgrössten Industriegüterschau. In diesem Jahr ist China hier Partnerland. Wen eröffnet die Veranstaltung und ist — neben der Kanzlerin — ihr unangefochtener und viel umschmeichelter Mittelpunkt. Das zeigt sich auch beim traditionellen Messerundgang, zu dem sich Merkel und Wen am Montagmorgen gemeinsam aufmachen. Vor einer Hundertschaft chinesischer Journalisten, die sich um die besten Film– und Fotoplätze prügeln, inspizieren sie allerlei Objekte chinesischer und deutscher Ingenieurskunst (in genau der Reihenfolge) und signalisieren dabei fröhliche Eintracht ohne Grenzen.</p><p>Noch können die Chinesen den Deutschen bei der Qualität der Investitionsgüter nicht das Wasser reichen. In der Quantität aber drängen sie immer ungestümer auf die Weltmärkte. Auf der Messe werden nackte Zahlen anschaulich: China ist für Deutschland eines der Hauptinvestitionsgebiete und zugleich der wichtigste Handelspartner ausserhalb der EU. Bis 2015 soll das Import– und Exportvolumen von 190 auf 280 Milliarden Dollar steigen. Neuerdings kommen aus keinem anderen Land so viele Investitionsanträge nach Deutschland wie aus China.</p><p>Die Käufe von Medion, Putzmeister oder Schwing sind nur die bekanntesten. Was im Kleinen gilt, gilt auch im Grossen. China und Deutschland sind die dominanten Exportnationen der Welt und die stärksten Volkswirtschaften ihrer Erdteile, international rangieren sie auf den Plätzen zwei und vier. In der Krise ist Chinas Bedeutung noch gewachsen. Die Atommacht, deren Wirtschaft seit Beginn der Öffnungspolitik vor 30 Jahren um durchschnittlich 10 Prozent im Jahr wächst, ist mit 3.200 Milliarden Dollar der reichste Devisenbesitzer des Planeten und der wichtigste Gläubiger Amerikas. Die EU und mit ihr die Kanzlerin hoffen auf finanziellen Beistand aus Peking, um die Schuldenkrise zu bewältigen.</p><p>Niemand wagt es, Klartext zu reden</p><p>China ist, wie man heute sagt, „systemrelevant“ für die deutsche und die internationale Wirtschaft geworden. Es ist „too big to fail“, zu gross, um zu scheitern. Deshalb legt sich niemand mit dem Land an, die Regierungen nicht und die Unternehmen schon gar nicht. Grund dafür gäbe es genug: Selbst wer hinnimmt, dass China keine Demokratie ist, darf zur fehlenden Rechtsstaatlichkeit und den eklatanten Menschenrechtsverletzungen nicht schweigen. Deutschland erst recht nicht, denn das Land weiss am besten, wie wichtig Einmischung von aussen in Zeiten der Unterdrückung ist.</p><p>Doch weder in Hannover noch in Wolfsburg, in diesem eigenartigen Gemisch aus Regierungstreffen, Industriepolitik und Geschäftsabschlüssen, wagt es jemand, Klartext zu sprechen. Niemand erwähnt die Arbeitslager, die Todesstrafe, die Folter, die Zwangsabtreibungen, die Zensur, die Internetüberwachung, die Lage in Tibet oder das Verschwindenlassen Hunderter von Anwälten und Dissidenten.</p><p>In China selbst ziehen Politik und Wirtschaft ohnehin an einem Strang, zwangsweise. Das gilt sogar für ausländische Investoren, die sich immer häufiger vor den Karren des autokratischen Systems spannen lassen. Die Autoindustrie ist dafür ein gutes Beispiel. Nichtchinesische Hersteller sind zu Gemeinschaftsunternehmen gezwungen, in denen sie nicht die Mehrheit halten dürfen. Da die Partner zumeist Staatsunternehmen sind, unterliegen die Fremden auf doppelte Weise der Aufsicht und dem Druck der Regierung: durch die Behörden und im eigenen Haus.</p><p>Es mag noch angehen, auf Geheiss der Führung eigene chinesische Marken und Elektroautos mit unklaren Marktchancen aufbauen zu müssen. Heikler wird es, wenn VW, wie in Wolfsburg angekündigt, in Urumqi ein Werk baut. Die Hauptstadt der Nordwestprovinz Xinjiang war wiederholt Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen zwischen Chinesen und der muslimischen Minderheit der Uiguren. Dieses Konfliktpotential will Peking klein halten, indem es Milliarden an Investitionen in die dünnbesiedelte Region pumpt.</p><p>Ganz ähnlich geht man in den tibetischen Gebieten vor, wo der Protest dennoch nicht abreisst: Dort verbrennen sich immer mehr Menschen, um auf Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen. Durch ihre Investition in Xinjiang gehen VW und sein Schlüsselaktionär Niedersachsen den zweifelhaften Weg der Befriedung mit. Die deutsche Politik und Wirtschaft werden künftig ein Interesse daran haben, dass die Lage in Urumqi ruhig bleibt — ganz nach dem Willen der chinesischen Machthaber. Hinter den Kulissen bestreiten weder Hannover noch Wolfsburg, dass man einem politischen Wunsch gefolgt sei. Geschäftlich ist das kleine Werk wenig interessant. Die Wege sind weit, es gibt kaum Zulieferindustrie oder Facharbeiter.</p><p>China sieht seine Lage am kritischsten</p><p>Je abhängiger die freie Welt vom unfreien China wird, umso mehr lässt sie sich einlullen. Zwar gibt es auch Widerstände. In Amerika treiben die Republikaner Präsident Barack Obama mit ihrer chinakritischen Haltung im Wahlkampf vor sich her. Im wackeligen Europa aber glaubt man, eher mit den Chinesen als gegen sie Stimmen fangen zu können. Das hat auch die Kanzlerin begriffen. Politiker sind zwar ständig im Wahlkampf, und so mancher VW-Mitarbeiter wird die Bilder von dem Besuch in Wolfsburg wohlgesinnt im Gedächtnis behalten. Das erklärt auch, warum sich David McAllister, der Ministerpräsident Niedersachsens (wo im Januar gewählt wird), bei jeder Gelegenheit auf die Fotomotive drängt. Aber zumindest Merkel hätte sicher Besseres zu tun, als sich auf Aufforderung in Autos zu setzen oder bei Vertragsschlüssen tatenlos dazustehen.</p><p>Interessant ist, dass die Chinesen selbst ihre Lage viel kritischer sehen als das Ausland. Politisch gibt es unerwartete Turbulenzen im wichtigsten Machtwechsel seit zehn Jahren. Der Führer der Linken, Bo Xilai, wurde abgesetzt, seine Frau steht unter Mordverdacht. Sogar Putschgerüchte machen die Runde. Wirtschaftlich sorgt sich die Bevölkerung um das abgeschwächte Wachstum, die überschuldeten Kommunen, die Turbulenzen am Immobilienmarkt, die hohen Lebensmittelpreise.</p><p>Ethisch und ökonomisch bedenklich</p><p>Auf der Pekinger Automesse in dieser Woche ist die Stimmung deshalb nicht nur rosig. Statt um 32 Prozent wie im Vorjahr ist der Kraftfahrzeugabsatz im grössten Neuwagenmarkt der Welt 2011 nur noch um 2,5 Prozent gewachsen. Im ersten Quartal 2012 schrumpfte er sogar um 3,4 Prozent. Nachdem schon das Planungsministerium NDRC vor Überkapazitäten gewarnt hatte, legen die Autofachleute von KPMG auf der Messe nach: Sie erwarten eine „Überkapazitätsquote von dauerhaft rund 30 Prozent“.</p><p>Ungeachtet dessen setzen die deutschen Hersteller weiterhin voll auf Fernost. Daimler zum Beispiel, das in Peking das erste Fahrzeug seiner neuen China-Marke Denza vorstellt. Das Elektroauto, das gemeinsam mit dem Partner BYD aus Shenzhen gebaut wird, soll 2013 auf den Markt kommen. Auf Chinesisch heisst es „Tengshi“. Übersetzen kann man das als „aufsteigende Macht“. Selten passte ein Autoname besser zu dem Land, aus dem er stammt, und zu den Erwartungen, die alle Welt auf diesen Markt setzt.</p><p>Doch die einseitige Ausrichtung auf den asiatischen Hoffnungsträger birgt grosse Gefahren. Die Abhängigkeit ist ökonomisch bedenklich, falls es zu Instabilitäten oder Rückschlägen kommt, die über den Automarkt hinausgehen. Und auch ordnungspolitisch und ethisch müssen sich die Verantwortlichen im Westen fragen, ob es richtig ist, das repressive System weiter zu stärken und ihm derart um den Bart zu gehen wie in Hannover, Wolfsburg, Berlin oder Peking. Es ist wie im richtigen Leben: Man sollte sich seine Freunde nicht nach ihrer Stärke aussuchen, sondern nach ihrem Charakter.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/04/30/deutsch-chinesische-wirtschaftsbeziehung-roter-teppich-fur-china/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>«Wer tatenlos zuschaut, riskiert eine Eskalation» — Die Selbstverbrennungen in Tibet zeugen von grosser Verzweiflung</title><link>http://tibetfocus.com/2012/03/16/wer-tatenlos-zuschaut-riskiert-eine-eskalation-die-selbstverbrennungen-in-tibet-zeugen-von-grosser-verzweiflung/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/03/16/wer-tatenlos-zuschaut-riskiert-eine-eskalation-die-selbstverbrennungen-in-tibet-zeugen-von-grosser-verzweiflung/#comments</comments> <pubDate>Fri, 16 Mar 2012 09:23:14 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8701</guid> <description><![CDATA[15. März 2012, NZZ Online, Interview mit dem Historiker Wangpo Tethong, von Alice Kohli - Am Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes von 1959 am 10. März hat sich erneut ein junger tibetischer Mönch angezündet. Es ist die 27. Selbstverbrennung in Tibet seit 2009. Im Interview mit NZZ Online erläutert die Umstände der Gewalteskalation. NZZ Online: Seit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>15. März 2012, NZZ Online, Interview mit dem Historiker Wangpo Tethong, von Alice Kohli -</p><p>Am Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes von 1959 am 10. März hat sich erneut ein junger tibetischer Mönch angezündet. Es ist die 27. Selbstverbrennung in Tibet seit 2009. Im Interview mit NZZ Online erläutert die Umstände der Gewalteskalation.</p><p>NZZ Online: Seit 52 Jahren wird in Tibet gewaltloser Widerstand gegen die chinesische Besetzung geübt. Nun häufen sich Fälle von Selbstverbrennungen. Ist die Geduld der Tibeter am Ende?</p><p>Wangpo Tethong: Die Situation ist eindeutig eskaliert. Aber in der Wahrnehmung der Tibeter handelt es sich auch bei Selbstverbrennungen um gewaltlosen Widerstand. Gewalt ist in den Augen der Aktivisten nur Gewalt, wenn eine andere Person verletzt wird. Wenn ich aber selber das kostbarste, was ich habe, verbrenne, dann ist das ein Ausdruck des Protests.</p><p>Dieser Ausdruck des Protests ist in Tibet vergleichsweise neu …</p><p>Die erste Selbstverbrennung fand ein Jahr nach den grossen Unruhen von 2008 statt. Damals war – nach tibetischer Tradition – eine religiöse Gedenkfeier für die Opfer der damaligen Aufstände geplant. Doch die Chinesen erlaubten keinerlei Gedenkveranstaltungen. Also schlug die Trauer der Tibeter in Wut um. Die Wut auf das politische System führte dazu, dass sich ein Mann anzündete. Was besonders perfid war: Die chinesische Polizei hat nicht versucht, das Feuer zu löschen. Im Gegenteil – die Beamten haben noch auf den Mann geschossen.</p><p>Am Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes von 1959, am 10. März, hat sich erneut ein junger tibetischer Mönch angezündet. Es ist die 27. Selbstverbrennung in Tibet seit 2009. Impressionen aus einer unterdrückten Gegend.</p><p>Seitdem ist es zu über zwei dutzend Selbstverbrennungen gekommen. In den meisten Fällen sind die Opfer buddhistische Mönche und Nonnen. Lässt sich so eine radikale Massnahme überhaupt mit der buddhistischen Tradition vereinen?</p><p>Es gibt in der buddhistischen Mythologie einige Geschichten, die Selbsttötungen zu einem höheren Zweck zum Inhalt haben. Aber wenn man sich auf diese Art von Argumenten fokussiert, gerät man in eine sehr intelektuelle, theologische Diskussion. In meinem privaten Umfeld überwiegt die Bestürzung darüber, dass so junge Leute sich aus Verzweiflung das Leben nehmen. Manche werten es sogar als überheblich, den radikalen Schritt, den diese Leute gewählt haben, zu hinterfragen.</p><p>awk. Wangpo Tethong wurde 1963 in der Schweiz als Sohn tibetischer Flüchtlinge geboren und wuchs im Kinderdorf Trogen auf. Der Historiker arbeitet heute als Berater für Öffentlichkeitsarbeit für NGOs und Behörden in der Schweiz. Davor war er Präsident der Gesellschaft Schweizerich-Tibetischer Freundschaft GSTF, Vorstandsmitglied des Tibetan Youth Congress und Präsident des Vereins Tibeter Jugend in Europa.</p><p>Zurzeit arbeitet Tethong ehrenamtlich an einem Film der Gruppe «Filming for Tibet».</p><p>Das politische Oberhaupt der exiltibetischen Regierung, Lobsang Sangay, rät den Tibetern, von solchen extremen Massnahmen Abstand zu nehmen. Wie äussert sich das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama?</p><p>Es gibt keine offizielle Stellungnahme des Dalai Lama zu diesem Thema.</p><p>Warum nicht?</p><p>Das ist auch für mich als Tibeter und als Beobachter der Situation merkwürdig. Ich finde, er müsste sich dazu äussern.</p><p>Welche Haltung würden Sie vom Dalai Lama erwarten?</p><p>Er müsste ganz klar sagen: Wir haben euch gehört, wir verstehen und respektieren euch, aber die Selbstverbrennungen müssen aufhören. Es gibt so viele andere Möglichkeiten des Protests. Lasst es uns mit anderen Mitteln versuchen.</p><p>Das traditionelle tibetische Neujahrsfest «Losar» hat am 22. Februar 2012 begonnen und ist eine Kombination aus buddhistischer Zeremonie und Familienfest. Die Feierlichkeiten werden dieses Jahr von den Selbstverbrennungen buddhistischer Mönche überschattet, die gegen die chinesische Herrschaft protestieren. Mindestens 16 Tibeter sollen auf diese Weise ums Leben gekommen sein.</p><p>Aber auf welche anderen Mittel könnten die Tibeter überhaupt noch zurückgreifen?</p><p>Den exiltibetischen Führern sage ich, dass sie manchmal auch in die Niederungen des politischen Protests hinabsteigen und zivilen Ungehorsam üben müssen. Sie müssen selber mit bestem Beispiel vorangehen und den Chinesen klar machen: Wir sind da und lassen nicht locker.</p><p>Was stellen Sie sich konkret vor?</p><p>Beispielsweise hätte man von aussen viel fokussierter auf die Schülerproteste in Qinghai reagieren können. Die tibetischen Schüler protestierten dort im Jahr 2010 gegen die Bestrebungen der Regierung, die tibetische Sprache aus dem Lehrplan zu verbannen. Da hätten unsere tibetischen Würdenträger im Exil aktiv Solidarität zeigen können: Sie hätten beispielsweise Lektionen in tibetischer Sprache aufnehmen können, um sie via Satellit nach Tibet zu schicken. Da gibt es durchaus Wege. Es braucht nur etwas Fantasie. Die exiltibetische Führung muss deshalb Alternativen aufzeigen und die Frage beantworten: Was ist ein wirkungsvoller politischer Protest? Was können wir aktiv dazu beitragen? Wer tatenlos zuschaut, riskiert, dass die Situation eskaliert.</p><p>An Chinas Ostküste regt sich eine immer stärkere Bürgerrechtsbewegung, die sich unter anderem über soziale Netzwerke im Internet organisiert. Gibt es in Tibet ähnliche Entwicklungen?</p><p>Es gibt Filme von Protesten in Tibet auf Youtube, die offensichtlich mit Smartphones aufgenommen wurden. Da gibt es also Möglichkeiten. Ein Problem ist in Tibet allerdings der Zugang zum Internet – es ist erheblichen Restriktionen unterworfen. Manchmal fällt die Internetverbindung für drei, vier Tage einfach aus. Die meisten Informationen von Verwandten und Bekannten in Tibet erreichen uns per Telefon.</p><p>Auch für Journalisten ist der Zugang zu Informationen aus Tibet sehr erschwert …</p><p>Im Vorfeld der olympischen Spiele 2008 hiess es noch, eine freie Berichterstattung solle ermöglicht werden, die Korrespondenten seien frei, das ganze Land zu bereisen und darüber zu berichten. Aber Tibet blieb immer eine Ausnahme. Das ist ein durchgängiges Muster.</p><p>Sie engagieren sich seit Jahren für Tibet. Ist es für Sie frustrierend, dass Tibet erst durch Selbstverbrennungen junger Menschen wieder in den Fokus der Medienwelt gerät?</p><p>Ich persönlich halte die Beachtung der internationalen Medien für die Selbstverbrennungen für gar nicht so hoch. Das liegt auch an der Struktur der Geschichte: Man weiss wenig über die Leute, die sich verbrennen – höchstens über ihre Grundhaltung. Die Selbstverbrennungen sind hier im Westen auch kein Politikum als solches; die Forderungen werden kurz vor der Aktion geäussert und bleiben meist unbekannt.</p><p>Welche Prognose stellen Sie der tibetischen Widerstandsbewegung?</p><p>Die Selbstverbrennungen haben gerade unter den jungen Tibeterinnen und Tibetern starke Emotionen geschürt. Irgendwann wird sich wohl jemand fragen: Warum sollen wir Tibeter uns selbst verbrennen, wenn wir gar nicht die Ursache des Problems sind? Die Möglichkeit einer Gewaltwelle, die sich gegen die chinesische Besatzungsmacht wendet, ist klar vorhanden. Aber nicht alles, was möglich ist, muss auch passieren.</p><p>Haben die chinesischen Parteifunktionäre entsprechende Vorkehrungen getroffen?</p><p>Die chinesische Zentralregierung hat die Polizei– und Militärpräsenz in den tibetischen Regionen, besonders auch in Ngaba, wo viele Selbstverbrennungen stattfanden, drastisch erhöht. Zudem überbieten sich die Führer innerhalb der Zentralregierung gegenseitig mit Strenge. Die offiziellen Organe äussern sich nicht nur abschätzig gegenüber den Menschen, die sich selbst angezündet haben, sie drohen auch damit, jegliche Sonderregelungen für Minderheiten ausser Kraft zu setzen. Das wird aber nichts bringen. Das ist keine Lösung, sondern verschlimmert nur alles.</p><p>Welche Haltung wünschen Sie sich von der offiziellen Schweiz?</p><p>Die Schweiz steht kurz davor, mit China ein Freihandelsabkommen zu unterzeichnen. Aus moralischer Verantwortung heraus muss die Schweiz die Verhandlungen unterbrechen, solange sich die Situation der Menschenrechte in Tibet nicht verbessert. Die Menschenrechte dürfen nicht immer erst an letzter Stelle stehen.</p><p>Zum Artikel auf  <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/wer_tatenlos_zuschaut_riskiert_eine_eskalation_1.15730761.html" target="_blank">NZZ-online</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/03/16/wer-tatenlos-zuschaut-riskiert-eine-eskalation-die-selbstverbrennungen-in-tibet-zeugen-von-grosser-verzweiflung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Schweizer Tibetorganisationen protestieren mit einer “Arosaroten” Aktion gegen Städtepartnerschaft</title><link>http://tibetfocus.com/2012/03/03/schweizer-tibetorganisationen-protestieren-in-arosa-gegen-stadtepartnerschaft/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/03/03/schweizer-tibetorganisationen-protestieren-in-arosa-gegen-stadtepartnerschaft/#comments</comments> <pubDate>Sat, 03 Mar 2012 12:58:18 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[News]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8388</guid> <description><![CDATA[Bündner Tagblatt, 06.02.2012, von Christian Buxhofer - In Arosa ist gestern Nachmittag im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Arosa und Shangri-La (China) eine öffentliche Kulturveranstaltung durchgeführt worden. Die rund 100 Veranstaltungsbesucher wurden vor dem Sport– und Kongresszentrum Arosa von rund 20 demonstrierenden Exiltibetern «empfangen», die eine rosarote Brille trugen. Arosa sei die erste Tourismusdestination, die «mit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Bündner Tagblatt, 06.02.2012, von Christian Buxhofer -</p><p>In Arosa ist gestern Nachmittag im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Arosa und Shangri-La (China) eine öffentliche Kulturveranstaltung durchgeführt worden. Die rund 100 Veranstaltungsbesucher wurden vor dem Sport– und Kongresszentrum Arosa von rund 20 demonstrierenden Exiltibetern «empfangen», die eine rosarote Brille trugen. Arosa sei die erste Tourismusdestination, die «mit einer von Tibetern besiedelten, fremdbestimmten Region» eine Partnerschaft eingehe, lautete die Kritik.</p><p><a href="http://tibetfocus.com/2012/03/03/schweizer-tibetorganisationen-protestieren-in-arosa-gegen-stadtepartnerschaft/arosaleserbriefmr/" rel="attachment wp-att-8449"><img class="alignleft size-large wp-image-8449" title="ArosaLeserbriefMR" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2012/02/ArosaLeserbriefMR-434x1024.jpg" alt="Leserbrief MR" width="434" height="1024" /></a></p><p><object style="width: 640px; height: 386px;" width="320" height="240" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/f6a5148e-817a-46b2-adb7-667054983799" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="width: 640px; height: 386px;" width="320" height="240" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/f6a5148e-817a-46b2-adb7-667054983799" quality="high" allowFullScreen="true" allowfullscreen="true" /><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=f6a5148e-817a-46b2-adb7-667054983799">Schweiz aktuell vom 06.02.2012</a></object></p><p><a href="http://www.flickr.com/photos/75831692@N08/sets/72157629199370695/" target="_blank">Hier Bilder der Aktion ansehen </a></p><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=93vB6eU-Yks&amp;feature=youtu.be" target="_blank">Hier Video der Aktion ansehen</a>    Chinesische Verhältnisse in Arosa: äusserst brutal wird der Protest von Sicherheitsleuten gestoppt!</p><div id="attachment_8395" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><a href="http://tibetfocus.com/2012/03/03/schweizer-tibetorganisationen-protestieren-in-arosa-gegen-stadtepartnerschaft/arosa29580_640/" rel="attachment wp-att-8395"><img class="size-full wp-image-8395" title="Arosa29580_640" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2012/02/Arosa29580_640.jpg" alt="Bild Bündner Tagblatt" width="640" height="426" /></a><p class="wp-caption-text">«Vernunft, Weitblick und Herz zeigen»: Tibetische Demonstranten fordern von Arosa, die Städtepartnerschaft aufzulösen. Bild Bündnder Tagblatt</p></div><p> </p><p> </p><p>Mit dem Slogan «Weg mit der Arosaroten Brille» riefen sie die Gemeindebehörden von Arosa auf, die Städtepartnerschaft aufzulösen und auf diese Weise «Vernunft, Weitblick und Herz» zu zeigen. Solange sich in Tibet «aus Protest gegen brutalste Unterdrückung Mönche, Nonnen und Zivilpersonen» selbst verbrennen würden, sei eine solche Zusammenarbeit unverständlich. Die Partnerschaft sei aber nicht nur ein Hohn gegenüber allen Menschen, die sich für Menschenrechte einsetzten, sondern auch gegenüber allen, die sich für nachhaltigen Tourismus und Arosa engagierten, heisst es im verteilten Flugblatt verschiedener Tibeterorgansationen. Ohnehin sei es illusorisch, dass es im Himalaya-Gebiet auf über 4000 Meter über Meer einmal olympische Winterspiele geben werde, sagte einer der Demonstranten gegenüber dem BT.</p><p>Die Protestaktion verlief ruhig und friedlich, die Polizei verfolgte das Geschehen diskret und ohne einzugreifen und zog am Abend auch eine positive Bilanz: Aus Sicht der Kantonspolizei sei der Anlass problemlos und ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen, wie Mediensprecher Daniel Zinsli am Abend auf Anfrage sagte. Eingreifen mussten hingegen die privaten Ordnungshüter der Veranstalter, als sich drei Tibeter kurz vor Schluss des Anlasses im Saal lautstark bemerkbar machten, «Freiheit für Tibet» forderten und offensichtlich auch auf die Bühne steigen wollten.</p><p>Die Demonstranten leisteten Widerstand und es dauerte gut eine Minute, bis sie aus dem Saal geführt werden konnten.</p><p>Gemeindepräsident Lorenzo Schmid hatte zu Beginn des Kulturevents in seiner Grussansprache klargemacht, dass Arosa zur Städtepartnerschaft weiterhin vorbehaltlos steht. Die Stadt Shangri-La wolle sich touristisch ähnlich entwickeln, wie das Arosa in den letzten Jahrzehnten getan habe. Anliegen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit werde dabei ein grosses Gewicht beigemessen und hier könne Arosa mit seinem Know-how helfen.</p><p>Umgekehrt könne aber auch Arosa von der Partnerschaft kulturell und wirtschaftlich profitieren. Mit ähnlichen Worten untermauerte auch Jianquan Liang, Generalkonsul der Volksrepublik China in Zürich, die Bedeutung der Partnerschaft. Gegenüber dem BT kritisierte er die Protestaktion.</p><p> </p><p>Arosa, Zürich, 5. Februar 2012 -</p><p>Gegen 30 Tibeter und Tibetunterstützer demonstrieren heute vor dem Sport-und Kongresszentrum in Arosa gegen die geplante Städtepartnerschaft zwischen Arosa und dem tibetischen Shangrila. Diese soll heute laut Arosa Tourismus mit „chinesischem Gesang und Tanz einer tibetischen Volksgruppe“ zelebriert werden. Die Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) und der Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE) nehmen vor Ort, mit den Gästen des Festanlasses und den Bewohnern Arosas Kontakt auf und machen auf die Problematik dieser Partnerschaft aufmerksam.</p><p>Arosa ist die Schweiz weit erste Tourismus-Destination, welche eine Partnerschaft mit einer von Tibetern besiedelten, fremdbestimmten Region eingeht.<br /> Die Tibeter und Tibetunterstützer sind bestürzt über die geplante Städtepartnerschaft von Arosa und Shangrila. „Während sich in Tibet aus Protest gegen brutalste Unterdrückung Mönche, Nonnen und Zivilpersonen selbst verbrennen, denkt die Gemeinde Arosa und Arosa Tourismus über Skigebiete und Winterolympiaden in einer tibetischen Gegend nach. Das Beispiel Arosa ist einzigartig in der Schweiz. Im Gegensatz zu anderen Städtepartnerschaften hat Arosa den Plan gefasst, mit einer von Tibetern besiedelten, fremdbestimmten Region eine Partnerschaft einzugehen.Wir fordern Arosa und den Gemeindepräsidenten Schmid auf: Machen Sie jetzt Übungsabbruch!“, so Migmar Raith, GSTF Vorstandsmitglied.<br /> Tibet durchlebt zurzeit eine der schwierigsten Zeiten seit der chinesischen Besatzung.  Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International und verschiedene Regierungen wie die amerikanische klagen, dass die Menschenrechtssituation sich massiv verschlechtert hat und Restriktionen gegen Meinungs-und Religionsfreiheit in Tibet stark zugenommen haben. Allein seit letztem März haben sich in Tibet aus Protest gegen die chinesische Repression 19 Mönche, Nonnen und Zivilpersonen selbst verbrannt, allein seit Januar 2012 sechs an der Zahl. Bei mehreren Kundgebungen haben chinesische Sicherheitskräfte im letzten Monat wild in die Menschenmenge geschossen.<br /> „Die Städtepartnerschaft Arosa-Shangrila ist nicht nur ein Hohn gegenüber allen Menschen, die sich für Menschenrechte einsetzen, sondern auch gegenüber allen Menschen, die sich für nachhaltigen Tourismus und Arosa einsetzen. Wir fordern Gemeindepräsident Lorenzo Schmid auf, seine „arosarote Brille“ abzuziehen und Vernunft, Weitblick und Herz zu zeigen“, so Lobsang Reichlin, Sprecher des Verein Tibeter Jugend in Europa.<br /> Die Schweizer Feriendestination Arosa hat 2011 laut Medienmitteilung mit chinesischen Offiziellen eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche die Partnerschaft zwischen Arosa und Shangrila besiegeln soll. Der Partnerschaftsvertrag sieht inhaltlich neben touristischen und politischen Aktivitäten eine enge Begleitung durch Arosa im Bereich der Skigebietslancierung vor.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/03/03/schweizer-tibetorganisationen-protestieren-in-arosa-gegen-stadtepartnerschaft/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>9</slash:comments> </item> <item><title>Merkel in China — “Die Kanzlerin lässt sich an der Nase herumführen”</title><link>http://tibetfocus.com/2012/02/04/merkel-in-china-die-kanzlerin-lasst-sich-an-der-nase-herumfuhren/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/02/04/merkel-in-china-die-kanzlerin-lasst-sich-an-der-nase-herumfuhren/#comments</comments> <pubDate>Sat, 04 Feb 2012 08:43:00 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8355</guid> <description><![CDATA[Der Spiegel, 3.2.12 - Es ist ein Affront gegen Angela Merkel auf ihrer China-Reise: Pekings Machthaber verweigern der Kanzlerin Gespräche mit Kritikern, bereits geplante Treffen finden nicht statt. Bürgerrechtler und Grüne sind empört — und sehen eine Mitschuld der deutschen Delegation. Kritik ist in China nicht erwünscht, schon gar nicht wenn die Bundeskanzlerin im Land [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Spiegel, 3.2.12 -<br /> Es ist ein Affront gegen Angela Merkel auf ihrer China-Reise: Pekings Machthaber verweigern der Kanzlerin Gespräche mit Kritikern, bereits geplante Treffen finden nicht statt. Bürgerrechtler und Grüne sind empört — und sehen eine Mitschuld der deutschen Delegation.</p><p>Kritik ist in China nicht erwünscht, schon gar nicht wenn die Bundeskanzlerin im Land ist. Nachdem geplante Treffen von Angela Merkel mit Regimegegnern gescheitert sind, ist die Empörung jetzt gross. Der Menschenrechtsexperte der Grünen, Volker Beck, sprach in einer Mitteilung von verpassten Chancen: “In vorauseilendem Gehorsam hat sich die Kanzlerin einmal mehr an der Nase herumführen lassen.” Es reiche nicht, das Wort Menschenrechte ein paar Mal fallen zu lassen, so Beck. Es gehe um “gravierende Rechtsverletzungen” und “viele tausend Individuen”.</p><p>Auch der chinesische Bürgerrechtler Li Jinping übte Kritik an Merkels Besuch: Die Kanzlerin sei nicht deutlich genug für die Menschenrechte eingetreten. “Die deutsche Regierung hat aufgehört, die Menschenrechtsprobleme in China zu kritisieren”, so sein Vorwurf. “Jetzt sprechen sie über Geld und ihre Interessen, aber nicht über Gerechtigkeit und Menschenrechte”, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Der 47-Jährige war erst im Juli nach neun Monaten Haft und Misshandlungen in der Psychiatrie freigekommen.</p><p>Deutsche Regierungskreise wiesen die Vorwürfe zurück. Die Kanzlerin habe die Frage der Menschenrechte klar angesprochen, hiess es. Auch habe man den offiziellen chinesischen Gesprächspartnern eine Liste mit 20 Fällen verfolgter Bürgerrechtler übergeben.</p><p>Bürgerrechtsanwalt im Büro festgehalten</p><p>Tatsächlich erinnert das Vorgehen der chinesischen Staatssicherheit an alte DDR-Zeiten — es ist ein Affront für Merkel. So haben die Behörden den prominentesten chinesischen Bürgerrechtsanwalt Mo Shaoping daran gehindert, die Bundeskanzlerin in der deutschen Botschaft in Peking zu treffen.</p><p>“Ich durfte nicht gehen”, bestätigte der Anwalt am Freitag telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking. Die Polizei sei in sein Büro gekommen und habe seinen Aufbruch zu einem Botschaftsempfang verhindert. Beamte seien ohne rechtliche Grundlage drei Stunden in dem Büro geblieben, sagte Mo.</p><p>Er sei am Montag von der deutschen Botschaft eingeladen worden, um mit Merkel die Lage der Justiz und der Anwälte in China zu besprechen, sagte Mo. Der Anwalt hatte unter anderem den inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiabo und den Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng vertreten. Seinen Angaben zufolge begründete die Polizei ihr Verbot, an dem Empfang teilzunehmen, mit Sorgen um die soziale Stabilität in China. Demnach war der Anwalt bereits in der Vergangenheit wiederholt an Treffen mit ausländischen Politikern gehindert worden.</p><p>Ausserdem platzte ein geplantes Gespräch mit Redakteuren der kritischen Zeitung “Nanfangzhoumo” in der südchinesischen Metropole Guangzhou (Kanton). Chinesische Quellen deuteten an, es habe politischen Druck gegeben.</p><p>China zögert mit Hilfen für den Euro</p><p>Auf ihrer dreitägigen China-Reise stehen für Merkel am Freitag in der wirtschaftlich blühenden Provinz Guangdong die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen im Mittelpunkt.</p><p>Der chinesische Staats– und Parteichef Hu Jintao versicherte der Kanzlerin bei ihrem Besuch zwar, Peking wolle Unterstützung leisten und mit den Europäern enger kooperieren, aber viele Fragen blieben offen. Doch vor dem Abschluss der dreitägigen Reise der Kanzlerin am Samstag rätselten deutsche Delegationskreise darüber, wie Chinas Beitrag konkret aussehen könnte.</p><p>Hoffnungen auf schnelle Hilfe dämpfte China selbst. In einem Kommentar zum Besuch von Merkel schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag: “Wegen der Komplexität muss China eingehende Untersuchungen anstellen, bevor es konkrete Schritte verkündet.”</p><p>Es müsse klug gehandelt werden, um die Auswirkungen nachvollziehbar zu machen. “Ansonsten würde das Rettungsgeld, das aus den nationalen Devisenreserven stammt, nicht seinen richtigen Platz finden”, schrieb die Staatsagentur. “Schlimmer noch: Es könnte Klagen der heimischen Öffentlichkeit entfachen.”</p><p>Regierungschef Wen Jiabao sagte bei gemeinsamen Wirtschaftsgesprächen in der südchinesischen Metropole Guangzhou: “China ist bereit, mit Europa zu kooperieren, um gegen die gegenwärtige Krise anzugehen.” Konkrete Zusagen machte er aber nicht. Merkel hat führende Vertreter deutscher Unternehmen in ihrer Delegation, darunter die Spitzen von Siemens, Volkswagen, BASF und der Commerzbank.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/02/04/merkel-in-china-die-kanzlerin-lasst-sich-an-der-nase-herumfuhren/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tibet-Information der GSTF vom 26. Januar 2012</title><link>http://tibetfocus.com/2012/01/26/tibet-information-der-gstf-vom-26-januar-2012/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/01/26/tibet-information-der-gstf-vom-26-januar-2012/#comments</comments> <pubDate>Thu, 26 Jan 2012 21:40:14 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8296</guid> <description><![CDATA[Unruhen in Tibet weiten sich aus – weitere Todesopfer Angesichts der offiziellen Nachrichtensperre und dem Einreiseverbot für unabhängige Beobachter ist es derzeit schwer, sich ein angemessenes Bild von den Unruhen in Tibet und der Zahl der Opfer zu machen. Die Nachrichten von Informanten deuten darauf hin, dass sich an mehreren Orten Proteste ereigneten, denen von [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Unruhen in Tibet weiten sich aus – weitere Todesopfer</p><p>Angesichts der offiziellen Nachrichtensperre und dem Einreiseverbot für unabhängige Beobachter ist es derzeit schwer, sich ein angemessenes Bild von den Unruhen in Tibet und der Zahl der Opfer zu machen.</p><p>Die Nachrichten von Informanten deuten darauf hin, dass sich an mehreren Orten Proteste ereigneten, denen von Sicherheitskräften mit Waffengewalt begegnet wurde, und dass es mehrere Todesopfer gab.</p><p>In Drango  soll es unbestätigten Meldungen zufolge nicht nur ein, sondern bis zu 6 Todesopfer gegeben haben. Nahezu 40 verwundete Tibeter sollen im Kloster Zuflucht gesucht haben, da sie sich nicht trauten, aus Furcht vor Verhaftung und Misshandlung das lokale Spital aufzusuchen. Einige von ihnen befinden sich wegen ihrer schweren Schussverletzungen in kritischem Zustand.</p><p>In der Nachbarprovinzu Ngaba (chin. Aba), in dem das Kloster Kirti, Ort der meisten Selbstverbrennungen, liegt, sollen mehrere hundert Mönche und Laien einen Sitzstreik veranstaltet haben. Sie entblössten ihren Oberkörper und rezitierten Gebete, später marschierten sie gegen die aufgebotenen Sicherheitskräfte weiter und riefen Parolen zur Freiheit Tibets und für die Rückkehr des Dalai Lama. Es ist nicht bekannt, ob dieser Protest niedergeschlagen wurde.</p><p>Eine grosse Zahl von Opfern soll es auch in der Stadt Serthar, Präfektur Kardze (heutige chinesische Provinz Sichuan), gegeben haben. In Serthar, das schon im Oktober Schauplatz eines Protestes wurde , sind nach Meldung von Augenzeugen bis zu 5 Tibeter erschossen worden, weitere 10 seien verwundet und etwa 40 verhaftet worden. Die Proteste begannen am 23. Januar, als im Ort Plakate gesehen wurden, die die offiziell verbotene tibetische Nationalflagge, Parolen für die Freiheit Tibets und die Rückkehr des Dalai Lama zeigten und ankündigten, dass weitere Selbstverbrennungen folgen würden, wobei die Leichname nicht in die Hände der Polizei fallen dürften.</p><p>Am 24. Januar versammelten sich etwa 300 Tibeter vor der örtlichen Polizeistation von Sertar. Die Sicherheitskräfte hätten wahllos in die Menge geschossen. Niemand traue sich mehr auf die Strasse, da auf alle Menschen, die sich dort bewegen, geschossen werde. Alle Strassenkreuzungen seien von Sicherheitskräften besetzt. Hotels, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen seien geschlossen. Der Ort stehe praktisch unter Kriegsrecht mit einer Ausgangssperre.</p><p>Die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua gab schlussendlich die Unruhen zu und sprach von einem „Mob“, der die Polizeistation und eine Bank zu stürmen versuchte. Die Sicherheitskräfte hätten erst zu den Waffen gegriffen, als alle anderen Versuche fehlschlugen, wobei es zwei Todesopfer gab. Der Dalai Lama und Organisationen im Exil hätten diese „vorbereitete und organisierte Gewalt“ zu verantworten.</p><p>Quellen: Tibetan Center for Human Rights and Democracy TCHRD; Phayul; Radio Free Asia RFA; Der Standard (Österreich)</p><p>Zusammengestellt für die GSTF von Dr. Uwe Meya</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/01/26/tibet-information-der-gstf-vom-26-januar-2012/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tibet-Information der GSTF vom 9. Dezember 2011</title><link>http://tibetfocus.com/2011/12/10/tibet-information-der-gstf-vom-9-dezember-2011/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/12/10/tibet-information-der-gstf-vom-9-dezember-2011/#comments</comments> <pubDate>Sat, 10 Dec 2011 08:45:25 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[GSTF]]></category> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8158</guid> <description><![CDATA[Ehemaliger Mönch stirbt nach Selbstverbrennung - Tenzin Phuntsog, ehemaliger Mönch des Klosters Karmagon, der sich am 1. Dezember selbst anzündete , ist nach Informationen des TCHRD am 6. Dezember verstorben. Seine Frau ist seit dem Tag der Selbstverbrennung spurlos verschwunden. Das Paar hat zwei Söhne und eine Tochter, über deren Verbleib nichts bekannt ist. Ein [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ehemaliger Mönch stirbt nach Selbstverbrennung -</p><p>Tenzin Phuntsog, ehemaliger Mönch des Klosters Karmagon, der sich am 1. Dezember selbst anzündete , ist nach Informationen des TCHRD am 6. Dezember verstorben.</p><p>Seine Frau ist seit dem Tag der Selbstverbrennung spurlos verschwunden. Das Paar hat zwei Söhne und eine Tochter, über deren Verbleib nichts bekannt ist.</p><p>Ein Informant gab gegenüber TCHRD an, dass einer ihrer Söhne selbst Mönch im Kloster Karmagon ist. Er hatte das Kloster nach der Besetzung durch Sicherheitskräfte mit den anderen Mönchen und Nonnen als Zeichen des Protestes verlassen [vergl. Tibet-Information vom 24. November 2011; UM], war aber auf Druck der Behörden wieder zurück gekehrt. Nach der Rückkehr seien die Mönche und Nonnen ständigen Drohungen und Pressionen der Sicherheitskräfte ausgesetzt, die damit weitere Informationen über das Kloster und politische Aktivitäten erlangen wollen.</p><p><span style="color: #ff0000;"><strong>Indien: Anklage gegen 17. Gyalwa Karmapa wegen „Verschwörung“</strong></span></p><p>Der im indischen Exil lebende 17. Gyalwa Karmpa soll wegen „Verschwörung“ vor Gericht gestellt werden. Bei einer Durchsuchung seiner Residenz wurde chinesisches und ausländisches Bargeld im Wert von über 1 Million Dollar gefunden und beschlagnahmt.</p><p>Der Fund hatte bereits vor mehreren Wochen zu erheblicher Aufregung in Indien geführt. Medien unterstellten Karmapa, er sei ein chinesischer Spion, der in den engsten Kreis des Dalai Lama in das indische Exil eingeschleust wurde. Karmapa hatte diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und angegeben, das Geld stamme von Spenden von Pilgern aus China und anderen Ländern.</p><p>Der der heute 26 Jahre alte 17. Gyalwa Karmapa war der letzte hohe Würdenträger, der sowohl vom Dalai Lama als auch von der chinesischen Regierung als Inkarnation anerkannt worden war. Er ist in Tibet geboren, dort als Inkarnation des verstorbenen 16. Gyalwa Karmapa (inoffiziell der dritthöchste religiöse Würdenträger im tibetischen Buddhismus) erkannt und im nahe Lhasa gelegenen Stammkloster der Karmapas, Tsurphu, bis zu seinem 14. Lebensjahr erzogen worden. Beijing stellte ihn gern als „patriotisches Vorbild“ heraus und wollte damit „Religionsfreiheit“ demonstrieren.</p><p>Nach einer spektakulären Flucht erreichte der Karmapa im Januar 2000 das indische Exil. Dadurch erlitt die Strategie Chinas, hochrangige religiöse Würdenträger in Tibet zu propagandistischen Zwecken zu manipulieren, einen massiven Rückschlag. Indische Medien beschäftigen sich nun erneut mit den Details seiner Flucht vor 12 Jahren und versuchen daraus die Theorie zu entwickeln, dass die Flucht nicht ohne Wissen oder gar Mithilfe von China erfolgen konnte.</p><p>Der 17. Gyalwa Karmapa wird von vielen als möglicher religiöser Führer der Tibeter angesehen, wenn der jetzige Dalai Lama stirbt. Im indischen Exil lebt ein weiterer Mönch, der von einer rivalisierenden Gruppe der Karma Kagyu Schule als die Inkarnation des 17. Gyalwa Karmapa angesehen wird.</p><p>Quellen: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy TCHRD; Aargauer Zeitung</p><p>Zusammengestellt für die GSTF von Dr. Uwe Meya</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/12/10/tibet-information-der-gstf-vom-9-dezember-2011/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>10.Dezember 2011 – Internationaler Menschenrechtstag: Feuertod auf dem Dach der Welt — Stoppt Selbstverbrennungen in Tibet!</title><link>http://tibetfocus.com/2011/11/28/10-dezember-2011-%e2%80%93-internationaler-menschenrechtstag-feuertod-auf-dem-dach-der-welt-stoppt-selbstverbrennungen-in-tibet/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/11/28/10-dezember-2011-%e2%80%93-internationaler-menschenrechtstag-feuertod-auf-dem-dach-der-welt-stoppt-selbstverbrennungen-in-tibet/#comments</comments> <pubDate>Mon, 28 Nov 2011 19:43:11 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8121</guid> <description><![CDATA[Infostand an der Schifflände 10.00 – 16.00 Gedenkzeremonie von 18.30–19.30 Uhr auf dem Marktplatz Basel. Bringt eine Kerze in einem Behälter mit !!! «Tibet – erzwungener Wandel auf dem Dach der Welt» Diavortrag von Clemens Ludwig im Unternehmen Mitte an der Gerbergasse 30 von 20.00 – 21.30 Uhr. Eintritt Fr. 10.– (Stud./Lehrl. Fr. 5.–) Selbstverbrennung [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Infostand an der Schifflände 10.00 – 16.00<br /> Gedenkzeremonie von 18.30–19.30 Uhr auf dem Marktplatz Basel.<br /> Bringt eine Kerze in einem Behälter mit !!!<br /> «Tibet – erzwungener Wandel auf dem Dach der Welt» Diavortrag<br /> von Clemens Ludwig im Unternehmen Mitte an der Gerbergasse 30<br /> von 20.00 – 21.30 Uhr. Eintritt Fr. 10.– (Stud./Lehrl. Fr. 5.–)</p><p>Selbstverbrennung – letzter Ausweg<br /> Neben den täglichen Berichten von Unterdrückung, Verhaftungen und Folter schockiert seit Anfang 2011 besonders das Aufkommen einer neuen Protestform: Die Selbstverbrennung. Nachdem die Selbstverbrennung eines Mönches im März weltweit Aufmerksamkeit erregt hatte, entschlossen sich immer mehr junge Tibeter zu diesem Schritt. Bisher bekannt sind elf Selbstverbrennungen (vorwiegend von Mönchen &amp; Nonnen) und zwei Versuche von Tibetern im Exil.</p><p>Lage in Tibet spitzt sich zu<br /> Die chinesische Regierung reagiert auf die Proteste mit weiteren militärischen und polizeilichen Machtdemonstrationen und unterdrückt brutal und massiv alle Formen des Widerstands. Schon geringe Anlässe führen zu Verhaftungen und Folter. Die Situation in Tibet insbesondere in den Klöstern verschlechtert sich weiterhin und das tibetische Volk lebt in dem Gefühl des kulturellen und religiösen Genozids.</p><p>Tätig werden<br /> «Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Menschen gleichzeitig tun, bewirkt es Wunder.» (Peter Benenson, Gründer von Amnesty International) Solange China den Druck der Welt nicht verspürt, wird sich die Lage in Tibet nicht verbessern. Zeigen Sie der internationalen Gemeinschaft, dass Sie mit der gegenwärtigen Situation nicht einverstanden sind! Unterschreiben Sie die Petition auf Avaaz.org, um weitere Selbstverbrennungen zu verhindern. An unserem Stand an der Schifflände sowie am Diavortrag am abend in der Mitte haben Sie zudem die Möglichkeit, sich über weitere Formen des Widerstandes zu informieren. Sagen Sie es weiter – wir Organisatoren freuen uns über Ihr Erscheinen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/11/28/10-dezember-2011-%e2%80%93-internationaler-menschenrechtstag-feuertod-auf-dem-dach-der-welt-stoppt-selbstverbrennungen-in-tibet/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Forcierter Einfluss Chinas in Nepal</title><link>http://tibetfocus.com/2011/09/14/forcierter-einfluss-chinas-in-nepal/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/09/14/forcierter-einfluss-chinas-in-nepal/#comments</comments> <pubDate>Wed, 14 Sep 2011 11:12:11 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7776</guid> <description><![CDATA[Deutsche Welle, 7.9.11 von Priya Esselborn - Der neue Premierminister Baburam Bhattarai von den Maoisten — der vierte Premier in nur drei Jahren — gilt als Hoffnungsträger in Nepal. Doch auch Indien und China wollen die Zukunft des Himalaya-Staates mitgestalten. Es war eine Nachricht, die nach langer Zeit wieder zarte Hoffnung aufkeimen ließ: Die ehemaligen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Deutsche Welle, 7.9.11 von Priya Esselborn -</p><p>Der neue Premierminister Baburam Bhattarai von den Maoisten — der vierte Premier in nur drei Jahren — gilt als Hoffnungsträger in Nepal. Doch auch Indien und China wollen die Zukunft des Himalaya-Staates mitgestalten.</p><p>Es war eine Nachricht, die nach langer Zeit wieder zarte Hoffnung aufkeimen ließ: Die ehemaligen maoistischen Rebellen übergaben vor wenigen Tagen endlich ihre Waffen einem neutralen Komitee zur Friedenssicherung. Seit dem Ende des zehn Jahre andauernden Bürgerkrieges und der Abkehr von der Monarchie 2008 ringen die vielen politischen Parteien in Nepal um die Vorherrschaft.</p><p>Viele Probleme</p><p>Das kleine Nepal ist ein komplexer Staat: Eingepfercht zwischen Indien und China bekommt das Land nicht nur die Rivalität der beiden Regionalmächte zu spüren, die beide um Einfluss in Nepal kämpfen. Auch aufgrund interner struktureller Probleme kommt Nepal seit dem Ende des Bürgerkrieges 2006, der 16.000 Menschen das Leben kostete und mehr als 150.000 zu Flüchtlingen machte, nicht zur Ruhe.</p><p>Grund ist nach Ansicht von Nepalexperte Lars Stöwesand vom Südasieninstitut der Universität Heidelberg auch, dass es in Nepal über 100 verschiedene Gemeinschaften und weit über 100 Sprachen gibt. Seit 1990, seit dem Beginn des Demokratisierungsprozesses, verlangten diese vielen unterschiedlichen Gruppen mehr Mitsprache im politischen und gesellschaftlichen Prozess, so Stöwesand: “Zusätzlich kommt hinzu, dass nun die beiden großen Gruppen, die sich im Bürgerkrieg gegenüber standen, an einem Tisch sitzen. Und die versuchen natürlich auch, erst einmal den Friedensprozess zu Ende zu führen. Das haben sie bis jetzt noch nicht geschafft.”</p><p>Keine Entwicklung möglich</p><p>Die brüchigen Koalitionsregierungen der letzten Jahre waren der Grund dafür, warum bisher keine Verfassung ausgearbeitet und ein entsprechender Termin immer wieder verschoben wurde. Auch der neue Premierminister Baburam Bhattarai setzte den Termin für die Fertigstellung des Verfassungsentwurfes nun auf den 30. November 2011 fest.</p><p>Der Stillstand hemmt die Entwicklung des Landes, das laut dem Human Development Index, dem Wohlstandsindikator der Vereinten Nationen von 2010, das zweitärmste Land Asiens ist, sagt der Nepalkenner und Politikwissenschaftler Dr. Karl-Heinz Krämer: “Ohne diesen Friedens– und Erneuerungsprozess, der mit der Verfassung zum Abschluss gebracht werden soll, stagniert das gesamte Land und zwar nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich.”</p><p>Rivalität Chinas und Indiens</p><p>Die marode Infrastruktur, Probleme im Gesundheits– und Bildungswesen sowie die stetig steigende Inflation haben die knapp 30 Millionen Einwohner Nepals über die Jahre ausgezehrt. Karl-Heinz Krämer beobachtet die politische Situation in Nepal seit Jahren. Mit dem 57-jährigen Baburam Bhattarai, einst die Nummer zwei der Rebellen, hält er einen Neuanfang für möglich.</p><p>Auch weil Bhattarai, der in Neu Delhi an der renommierten Jawaharlal-Nehru-Universität studiert hat, von den mächtigen Nachbarn Indien und China gleichermaßen für eine gute Wahl gehalten wird: “Ich glaube, das ist von Indien auch oft überwertet werden, diese große Nähe der Maoisten zu China, die muss man doch etwas relativieren. Nichtsdestotrotz kann man ganz klar sagen, dass jetzt mit Baburam Bhattarai ein Premierminister gewählt worden ist, zu dem auch Indien eine Beziehung für möglich hält.” Dafür spricht eben auch, so Krämer, dass Bhattarai in der Vergangenheit immer wieder betont hat, dass die Maoisten eine Kooperation mit Indien anstreben sollen, im Widerspruch zur eigenen Parteilinie.</p><p>Neuer Premier mit Visionen</p><p>Auch deshalb gilt Bhattarai, der einstige Chefideologe der maoistischen Rebellen, als durchsetzungs– und willensstark, als ein integrer Politiker mit Visionen. Bereits als Finanzminister im Kabinett von Maoistenführer Prachanda alias Pushpa Kamal Dahal konnte er 2008 seine Führungsqualitäten unter Beweis stellen. Das vornehmlich hinduistische Nepal steht zwar religiös, kulturell und sprachlich Indien seit jeher sehr nahe.</p><p>Doch Nepalexperte Karl-Heinz Krämer beobachtet auch den aggressiven Expansionsdrang Chinas, das seinen Einflussbereich in Nepal vergrößern möchte: “Chinas Interesse war lange Zeit nur, dass die Opposition, die seitens der Exiltibeter von Nepal aufkam, unterdrückt werden soll. Aber in den letzten Jahren hat sich das Interesse Chinas an Nepal völlig verändert. Es ist ziemlich markant: Sobald eine Delegation aus Indien — sei es für wirtschaftliche Zwecke oder sonstige Zwecke — in Nepal war, kann man sicher sein, innerhalb weniger Tage wird auch eine Delegation aus China kommen.” China versuche nun in Nepal richtig Fuß zu fassen und damit in Nepal auch ein Gleichgewicht zu Indien herzustellen.</p><p>Ungeahnte Potenziale</p><p>Nepal hat mit Lumbini, dem Geburtsort des Buddha und dem Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, eigentlich zwei Zugpferde, um den Tourismus als Einnahmequelle anzukurbeln. 2011 wurde von der nepalesischen Regierung als “Jahr des Tourismus” ausgerufen. Bis 2020 soll sich die Zahl ausländischer Reisender verdoppeln und zwei Millionen erreichen. Auch die Gewinnung von Strom aus Wasserenergie soll ausgebaut werden, damit Nepal nicht nur bald seinen eigenen Strombedarf decken kann, sondern auch an das energiehungrige Indien Strom exportieren kann. Bisher hat noch jede Regierung verkündet, dass sie auf lange Sicht nicht mehr am Tropf der Entwicklungshilfe hängen, sondern auf eigenen Füßen stehen will. Ehrgeizige Pläne. Doch die Zeichen stehen diesmal gut für eine bessere Zukunft.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/09/14/forcierter-einfluss-chinas-in-nepal/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Antwort der Bundespräsidentin auf eine Anfrage durch die GSTF:</title><link>http://tibetfocus.com/2011/06/29/antwort-der-bundesprasidentin-auf-eine-anfrage-durch-die-gstf/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/06/29/antwort-der-bundesprasidentin-auf-eine-anfrage-durch-die-gstf/#comments</comments> <pubDate>Wed, 29 Jun 2011 12:52:34 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Politik]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7545</guid> <description><![CDATA[Im Rahmen der weltweiten Solidaritätsaktion gegen die Belagerung des tibetischen Klosters Kirti in Ngaba hat die GSTF am 3. Juni 2011 den Bundesrat wird zum Handeln aufgefordert. Nun ist die Antwort aus dem Bundeshaus eingetroffen:]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der weltweiten Solidaritätsaktion gegen die Belagerung des tibetischen Klosters Kirti in Ngaba hat die GSTF am 3. Juni 2011 den Bundesrat wird zum Handeln aufgefordert. Nun ist die Antwort aus dem Bundeshaus eingetroffen:</p><p><a rel="attachment wp-att-7547" href="http://tibetfocus.com/2011/06/29/antwort-der-bundesprasidentin-auf-eine-anfrage-durch-die-gstf/bundesratantwortkirti062011/"><img class="alignleft size-full wp-image-7547" title="BundesratAntwortKirti062011" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/06/BundesratAntwortKirti062011.jpg" alt="Antwort der Bundespräsidentin zu Kirti" width="569" height="836" /></a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/06/29/antwort-der-bundesprasidentin-auf-eine-anfrage-durch-die-gstf/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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