<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>tibetfocus.com &#187; Tibet</title> <atom:link href="http://tibetfocus.com/category/tibet/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://tibetfocus.com</link> <description></description> <lastBuildDate>Tue, 27 Jul 2010 14:29:21 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=abc</generator> <item><title>Chinesische Entwicklung für das «Dach der Welt»</title><link>http://tibetfocus.com/2010/07/26/chinesische-entwicklung-fur-das-%c2%abdach-der-welt%c2%bb/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/07/26/chinesische-entwicklung-fur-das-%c2%abdach-der-welt%c2%bb/#comments</comments> <pubDate>Mon, 26 Jul 2010 21:53:29 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Entwicklung]]></category> <category><![CDATA[Journalistenreise]]></category> <category><![CDATA[Propaganda]]></category> <category><![CDATA[Unruhen]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6191</guid> <description><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung, 24.7.10, von Peter A. Fischer - Peking will die Herzen der Tibeter durch Modernisierung gewinnen – dabei prallen Welten aufeinander. Dank chinesischen Milliardeninvestitionen verändert sich das Leben auf dem «Dach der Welt». Doch Militär und Polizei bleiben in Tibet omnipräsent. Auch der Zusammenprall der unterschiedlichen Kulturen ist augenfällig. Das Flugzeug fliegt über [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Neue Zürcher Zeitung, 24.7.10, von Peter A. Fischer -<br /> Peking will die Herzen der Tibeter durch Modernisierung gewinnen – dabei prallen Welten aufeinander.</p><p>Dank chinesischen Milliardeninvestitionen verändert sich das Leben auf dem «Dach der Welt». Doch Militär und Polizei bleiben in Tibet omnipräsent. Auch der Zusammenprall der unterschiedlichen Kulturen ist augenfällig.</p><p>Das Flugzeug fliegt über karge Bergkuppen in grüne, teilweise bewaldete Hochtäler. Wenige Minuten vor der Landung zeigt der Höhenmesser immer noch über 5000 Meter über Meer. Auf dem «Dach der Welt» ist die Luft dünn, aber sonst ist vieles für solche Höhenlagen ungewohnt. Der Besucher landet nicht in einem verträumten Shangri-La, sondern auf einem neuen, modernen Flughafen. Gleich nach der Landung des Linienflugzeugs starten drei Kampfflugzeuge. Und auf der neu gebauten Schnellstrasse, die in die Hauptstadt der Tibetischen Autonomen Region führt, kann der Reisebus nur dank Polizeieskorte einen schier endlosen Konvoi von Militärlastwagen überholen. Die strategische Bedeutung, welche China der Region als Puffer gegenüber Indien, als Wasserschloss und als Rohstofflieferant beimisst, drückt sich eben nicht nur in der chinesischen Forderung an Vertreter von Drittländern nach einem Bekenntnis zur Ein-China-Politik aus.</p><p>Beeindruckende Infrastruktur</p><p>Doch das war nicht der Grund, wieso Chinas Aussenministerium eine ausgewählte Gruppe ausländischer Korrespondenten kürzlich zum ersten Mal zu einem Augenschein in die Tibetische Autonome Region geladen hatte, seit im Frühling 2008 kurz vor den Olympischen Spielen Proteste von Tibetern die Region erschüttert hatten. Er ärgere sich immer wieder über die völlig verzerrte Berichterstattung der westlichen Medien, erklärte ein Funktionär im Vorfeld der Reise. Nun sollten die Journalisten mit eigenen Augen sehen, wie sich die Verhältnisse verändert hätten.</p><p>Tatsächlich ist das, was die Besucher auf der umfassend betreuten fünftägigen Reise zu sehen bekommen, sehr beeindruckend. Wo es in Zentralasien in solchen Lagen kaum mehr befahrbare Wege gibt, bauten die Chinesen Schnellstrassen durch enge Schluchten und über höher als 5000 Meter führende Pässe. Die Fahrt von Lhasa in die zweitgrösste Stadt, Shigatse, die früher eine Tagesreise war, bewältigt der Reisebus auf dem Friendship-Highway nun in vier Stunden. Die neue Eisenbahn, welche die Hauptstadt Lhasa mit dem Rest von China verbindet, rast mit über 100 Kilometern pro Stunde durch das Tal. Immer wieder sind neue Wasserkraftwerke zu sehen. Der staatliche Mobilfunkanbieter sorgt für eine umfassendere Netz-Abdeckung als in vielen Ländern des Westens.</p><p>In Lhasa wirken ganze Stadtteile neu gebaut. Nebst den alten, mit Blick auf den Tourismus renovierten Klöstern und Palästen stehen nun neue Geschäfte, Filialen der grossen chinesischen Konzerne und Restaurants wie in anderen mittelgrossen Städten des Landes.</p><p>Es sind dies die augenfälligen Resultate der Entwicklungsstrategie, im Rahmen deren Peking nach eigenen Angaben seit 2001 310 Milliarden Yuan (zu heutigen Preisen 48 Milliarden Franken) nach Tibet überwiesen hat und mit der die Han-Chinesen die Herzen der «rückständigen» Tibeter erobern wollen. Laut offiziellen Angaben haben sich dank dieser Politik im Laufe der letzten zehn Jahre in Tibet die jährlichen Investitionen fast versechsfacht, die Konsumausgaben verdreifacht und das Einkommen der Landbevölkerung mehr als verdoppelt. Es wurden über 21 000 Kilometer neue asphaltierte Strassen gebaut. Die Zahl der Haushalte mit Stromanschluss hat sich fast verdreifacht.</p><p>Damit möglichst alle tibetischen Bauern und Nomaden den Fortschritt spüren, zahlte die Regierung hohe Subventionen für den Bau von 230 000 neuen Häusern. Laut Hao Peng, dem stellvertretenden Parteisekretär und Vize-Gouverneur der Region, haben so 56 000 Nomaden-Haushalte ein festes, modernes Quartier in tiefer gelegenen Gebieten erhalten. Die verbleibenden rund 20 000 Nomaden-Haushalte sollen nächstens beschert werden. Laut Professor Ben Jiao, einem selber aus einer Nomadenfamilie stammenden, in Amerika ausgebildeten Tibeter, nutzen die Hirtenfamilien die moderneren Häuser als Winterquartiere und lassen manchmal Grosseltern mit Kindern dort zurück, ziehen aber selber weiter mit ihren Tieren umher und ändern ihre nomadische Lebensweise nicht. Wegen der vergleichsweise hohen Geburtenrate sei die Zahl der Hirten im letzten Jahrzehnt sogar noch gestiegen. Überprüfbar ist das allerdings wie so vieles nicht. Die wenigen unbeaufsichtigten Gespräche, die vor Ort möglich sind, deuten darauf hin, dass manche junge Tibeter nach einem neuen Leben jenseits der ärmlichen Viehwirtschaft streben.</p><p>Angespannte Atmosphäre</p><p>Obwohl China derart viel in die Modernisierung Tibets investiert hat und es den Tibetern materiell besser geht, sind nicht alle zufrieden mit den chinesischen Verhältnissen. Vor zwei Jahren kam es in Lhasa zuerst zu Demonstrationen von Mönchen und danach zu Protesten von Tibetern, die in regelrechte Strassenschlachten ausarteten. Dabei wurden Geschäfte von Han-Chinesen angezündet, und nach offiziellen Angaben kamen 22 Personen ums Leben. Danach demonstrierten Mönche an zahlreichen Orten in den tibetischen Gebieten. Die Behörden reagierten mit massivem Einsatz von Ordnungskräften, zahlreichen Verhaftungen (siehe Kasten), einer noch stärkeren Überwachung und grossflächigen «Aufklärungskampagnen». Auch zwei Jahre später sind in Lhasa und entlang der Strassen über Land überall Polizeiposten und Militäreinheiten zu sehen. Selbst die Eisenbahnlinie wird bewacht. Der Pilgerweg um den zentralen Potala-Palast wird mit Marschmusik und Parolen beschallt, die darauf hinweisen, dass Tibet ein Teil Chinas ist und im Reich der Mitte 56 Ethnien friedlich zusammenleben. Durch Lhasa fahren am Abend demonstrativ Lastwagen, auf denen ganze Militär– oder Polizeieinheiten mit Gewehren in der Hand stehen. Ein chinesischer Getränkehändler sagt dazu, das sei die «Harte Hand»-Kampagne, dank der er ruhiger leben könne.</p><p>Der stellvertretende Parteisekretär der Region sieht in der starken Präsenz von Ordnungshütern die notwendige Reaktion auf die Bedrohung durch vom Dalai Lama angeführte separatistische Exiltibeter, welche Tibet keine Entwicklung und Modernisierung gönnten und dem alten feudalistischen Regime nachtrauerten. Die «Erfolge der letzten zwei Jahre» wären allerdings unmöglich gewesen, wenn die Mehrheit der Tibeter nicht begriffen hätten, dass Entwicklung und ein besseres Leben nur unter stabilen Verhältnissen möglich seien, behauptet Hao.</p><p>Selbst auf der geführten Journalistenreise bestärken allerdings Erlebnisse den Eindruck, dass einige Ursachen der Spannungen tiefer liegen. Die Händler in den neuen Quartieren von Lhasa sind fast alle zugezogene Chinesen; viele stammen aus der dichtbesiedelten Provinz Sichuan weiter im Osten. Sie haben ihre Läden und Marktstände sieben Tage die Woche während zwölf Stunden und mehr geöffnet. Auf die Frage, wieso denn so wenige Tibeter Handel treiben, behaupten die han-chinesischen Händler, Tibeter seien halt Bauern und Hirten und wollten kein Geld verdienen. «Das ist eine völlig andere Kultur – wenn es überhaupt eine Kultur ist», sagt einer. Und eine Frau fragt: «Sind wir Chinesen nicht nett, dass wir ihnen so viel Geld geben?»</p><p>Selbst viele Arbeiter, die in der Altstadt von Shigatse bauen, sind keine Tibeter. In Sichuan könnten sie eben viel schönere Häuser mauern, deshalb seien sie hier gefragt, sagt einer. Die Tibeter müssten das erst von ihnen lernen. Dass sie lokales Brauchtum zerstören, scheint sie nicht zu beschäftigen.</p><p>Offiziell hat sich die Bevölkerung Tibets von 1,3 Millionen im Jahr 1953 auf 2,9 Millionen im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Davon seien auch heute mehr als 95 Prozent Tibeter und Angehörige weiterer Minderheiten. Dass China die Einwanderung von Han-Chinesen gezielt gefördert habe, sei eine Mär. Doch die vielen han-chinesischen Händler und Arbeiter sind in Lhasa nicht zu übersehen. Sie gelten als «Gastarbeiter» und werden nicht zur permanenten Bevölkerung gezählt. Eine chinesische Studie aus Peking schätzt ihre Zahl auf 100 000 bis 200 000. Nicht zur offiziellen Bevölkerung zählen auch die abkommandierten Ordnungshüter und höheren Bürokraten. All diesen geht es vergleichsweise gut. Praktisch allein sind die Tibeter hingegen im Grasland der Hochebenen. Ihr Leben dort ist wohl vielfach sehr ärmlich. Jedenfalls sind überall, wo Touristenbusse anhalten, tibetische Kinder zur Stelle, die um Geld betteln und auch Esswaren annehmen.</p><p>Vergleichsweise gut geht es den tibetischen Einwohnern von Gaba unweit von Lhasa. Sie haben ihr Bauerndorf vor vier Jahren mit kräftiger staatlicher Unterstützung ganz neu gebaut. Nun halten sie ihre Tiere nicht mehr im Haus, sondern getrennt. Jede Familie hat neu ein Haus mit eigener Wasserstelle, kleinem Garten und drei bis vier Zimmern. Eines davon ist typischerweise für den buddhistischen Altar reserviert. Manche von Gabas Bewohnern verrichten nebenbei Arbeiten in der Stadt. Wie sich herausstellt, haben die meisten ihre Felder an Han-Chinesen verpachtet. Diese pflanzten dort Gemüse und zahlten mehr Pacht, als der traditionelle Anbau von Getreide einbringe. Auf die Frage, wieso sie denn das Gemüse nicht selber anbaue, erklärt eine Tibeterin, die Regierung habe zwar einen Spezialisten geschickt, um es sie zu lehren, doch sei ihr das fremd, und offen gestanden seien ihr die Pachteinnahmen lieber. Nicht nur hier prallen Welten aufeinander.</p><p>Forcierte Modernisierung</p><p>Auf der Suche nach einer Lösung, die Tibet dauerhafte Stabilität bringen soll, hat die chinesische Führung Anfang Jahr zum fünften Mal seit Gründung der Volksrepublik eine programmatische Tibet-Konferenz veranstaltet. Am Ende wurde beschlossen, die Milliarden-Transfers nochmals zu erhöhen, um Tibet zu einem Entwicklungssprung zu verhelfen. Dieser soll es auch Hirten und Bauern ermöglichen, bis 2020 einen Lebensstandard zu erreichen, der demjenigen im entwickelteren China entspricht. Noch mehr Mittel sollen in die Ausbildung, den Aufbau eines Gesundheitswesens und die Schaffung von Arbeitsplätzen fliessen. Speziell gefördert werden der Tourismus (im letzten Jahr besuchten Tibet 5,4 Millionen Chinesen und 200 000 Ausländer mit Spezialbewilligung) und die Herstellung von lokalen Handarbeiten. Auch der Abbau von Bodenschätzen gilt als unterstützungswürdig, wobei die Lokalbehörden betonen, dass die Erhaltung der Natur Priorität habe. In den nächsten zehn Jahren würden umgerechnet 2,4 Milliarden Franken in Umweltprojekte investiert, die darauf abzielten, die Erosion zu bekämpfen, Wälder aufzuforsten und Feuchtgebiete zu renaturieren.</p><p>Laut offiziellen Erklärungen sollen auch die Behörden «tibetischer» werden, und man verspricht die Förderung der tibetischen Kultur. Den Journalisten wird ein Ausflugsziel ausserhalb Lhasas gezeigt, in dem ein Museum der tibetischen Schrift und Kultur gewidmet ist. Während des Essens führen Tibeter in farbigen Kostümen Tänze auf – Kultur wird so zur Folklore. Die neue, moderne tibetische Universität in Lhasa wirkt mit ihrer grossen Bibliothek und ihren 14 000 Studenten als Hort der Kultur schon überzeugender. 70 Prozent der Studenten und Lehrkräfte seien Tibeter, und auch Han-Chinesen müssten Tibetisch lernen, betont der Universitätspräsident Gesang Qunpei.</p><p>Manches an der chinesischen Politik zur Modernisierung und Befriedung Tibets wirkt durchaus überzeugend. Doch der von Peking gesteuerte Entwicklungsansatz, verbunden mit dem wenig zimperlichen Auftreten der Ordnungskräfte – so werden auf dem neuen Platz für die chinesische Flagge Tibeter daran gehindert, sich in Richtung Potala-Palast zu Boden zu werfen –, wirkt kolonialistisch. Weniger Repression, ein respektvollerer Umgang mit der tibetischen Kultur und Religion sowie Gespräche mit versöhnungswilligen «Separatisten» würden die Erfolgsaussichten von Pekings Strategie, Tibet als Teil Chinas zu entwickeln, sicher nicht mindern.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/07/26/chinesische-entwicklung-fur-das-%c2%abdach-der-welt%c2%bb/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Peking setzt in Tibet auf wirtschaftliche Entwicklung</title><link>http://tibetfocus.com/2010/07/15/peking-setzt-in-tibet-auf-wirtschaftliche-entwicklung/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/07/15/peking-setzt-in-tibet-auf-wirtschaftliche-entwicklung/#comments</comments> <pubDate>Thu, 15 Jul 2010 06:45:47 +0000</pubDate> <dc:creator>SG</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Menschenrechte]]></category> <category><![CDATA[Peking]]></category> <category><![CDATA[TAR]]></category> <category><![CDATA[Unruhen]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6141</guid> <description><![CDATA[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.7.10, von Till Fähnders - Die Bilder der aufgebrachten Mönche aus Lhasa sind unvergessen. Doch jetzt herrscht Ruhe in den Strassen der Stadt, Militär und Polizei sind allgegenwärtig. Die chinesische Regierung fürchtet sich vor neuen Unruhen, aber sie versucht auch, die Tibeter für sich zu gewinnen. Der Mönch Norgye senkt verschämt den [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.7.10, von Till Fähnders -<br /> </em></p><p>Die Bilder der aufgebrachten Mönche aus Lhasa sind unvergessen. Doch jetzt herrscht Ruhe in den Strassen der Stadt, Militär und Polizei sind allgegenwärtig. Die chinesische Regierung fürchtet sich vor neuen Unruhen, aber sie versucht auch, die Tibeter für sich zu gewinnen.</p><p>Der Mönch Norgye senkt verschämt den Kopf, als sich ihm die Mikrofone und Aufnahmegeräte entgegenstrecken. Einer der Kameramänner zoomt auf seine zitternden Hände. Vor zwei Jahren hat der Tibeter schon einmal einen Besuch ausländischer Journalisten erlebt.</p><p>Es war Ende März und gerade hatten sich die Unruhen von Lhasa wie ein Buschfeuer in andere tibetische Gebiete ausgebreitet. Die Reporter aus dem Ausland waren in den Jokhang-Tempel gelotst worden, das wichtigste Heiligtum der tibetischen Buddhisten in Lhasa. Sie sollten sehen, wie linientreu die Mönche dort waren. Doch das Geschehen geriet außer Kontrolle.</p><p>Etwa 30 Mönche nutzten den Besuch für einen Protest, darunter angeblich auch der heute 29 Jahre alte Norgye. „Tibet ist nicht frei“, klagten die Tibeter. Einer von ihnen brach sogar vor laufenden Kameras in Tränen aus. Es war einer der seltenen Momente, in denen die Verzweiflung der Tibeter offen und für die ganze Welt sichtbar zutage getreten war.</p><p><strong>„Patriotische Umerziehung“ bringt Einsicht</strong></p><p>In diesem Frühsommer hat die Regierung in Peking nun wieder eine der seltenen und von den Behörden stets streng kontrollierten Reisen ausländischer Journalisten nach Tibet veranlasst. Diesmal läuft alles mehr oder weniger so, wie sie es sich wohl vorgestellt haben in Peking. Den Mönch Norgye führt die Tempelverwaltung als geläuterten Unruhestifter vor. Seine Worte werden von einer Mitarbeiterin der Regierung aus dem Tibetischen übersetzt.</p><p>„Nach dem Vorfall habe ich gemerkt, dass es falsch war, was wir getan haben“, sagt Norgye. Er sei danach aber nicht gefoltert oder geschlagen worden, versichert der Mönch. Es herrsche religiöse Freiheit in Tibet, sagt er weiter. Was der Mönch nicht sagt, ist, wie viele Stunden „patriotischer Umerziehung“ nötig waren, um ihn zu diesen Einsichten zu bringen.</p><p><strong>Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche</strong></p><p>Die scheinbare Wandlung des Norgye zeigt, wie die Behörden Tibet seit Ende der Unruhen im Griff haben. Hier wie auch anderswo wendet die Regierung das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche an. Sie weitet die militärische und polizeiliche Kontrolle aus und fördert gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung in Tibet.</p><p>Auf den Straßen außerhalb der Stadt sind mehrere große Militärkonvois zu sehen. Den Journalisten in ihren zwei Reisebussen kommen Hunderte olivgrüne Laster entgegen. Auf ihnen könnte alles geladen sein, Lebensmittel oder Versorgungsgüter für die Soldaten, aber vielleicht auch Munition oder neue Truppen. Erkennen kann man durch die Planen der Lastwagen jedenfalls nichts. Die Wagen haben entweder gar keine Autokennzeichen oder solche aus den angrenzenden Provinzen Sichuan und Gansu.</p><p><strong>Viele Mönche und tibetische Intellektuelle verhaftet</strong></p><p>Das Militär und die paramilitärische Polizei sollen verhindern, dass die Tibeter noch einmal versuchen, sich gegen die als Fremdherrschaft empfundene Machtausübung Pekings in Tibet aufzulehnen. Parallel zum Sicherheitsaufgebot geht die Staatsmacht in Tibet auch weiter streng gegen Kritiker vor. Viele Mönche und tibetische Intellektuelle sind verhaftet worden. Vor kurzem wurde der tibetische Umweltaktivist Karma Samdrup zu 15 Jahren Haft verurteilt, einer seiner Brüder zu fünf Jahren. Zuvor soll der Tibeter gefoltert worden sein. Die Klöster werden streng überwacht, in manchen von ihnen lebt nur noch ein Bruchteil der Mönche und Nonnen, die früher dort den Buddhismus studierten. Viele wurden nach Hause geschickt oder sind freiwillig in ihre tibetischen Heimatorte zurückgegangen, heißt es.</p><p>In Lhasas Innenstadt sind die Sicherheitskräfte sehr präsent. Am Abend, als die buddhistischen Pilger ihre andächtigen Runden um den Jokhang-Tempel drehen, tun sie das unter den wachen Augen der Staatsmacht. Vor dem Jokhang-Tempel in Lhasa werfen sich die Pilger auf den Boden. Einige haben sich Holzbretter unter die Hände geschnallt. Das Schabgeräusch des Holzes vermischt sich mit dem abgewandten Gemurmel der Tibeter, die in ihre Gebete vertieft sind.</p><p><strong>„Sicherheitsmaßnahmen nötig, um die Stabilität zu wahren“</strong></p><p>Am Tempel haben sich Mönche mit Strohhüten, dunkelhäutige Hirten in Felljacken und zahnlose Alte mit Gebetsmühlen in den Händen versammelt. Im Uhrzeigersinn schreiten sie um den Tempel herum, an beleuchteten Geschäften mit tibetischem Handwerk und Souvenirständen vorbei. Die Uniformierten marschieren ihnen in kleinen Trupps von etwa sechs Mann entgegen. An einigen Kreuzungen haben sie sich unter Pavillonzelten auf Plastikstühlen niedergelassen. Am Eingang zum tibetischen Barkhor-Viertel stehen fünf Soldaten unter Sonnenschirmen, mit Maschinenpistolen bewaffnet.</p><p>Die Sicherheitsmaßnahmen seien nötig, um die Stabilität in Tibet zu wahren, sagt der stellvertretende Gouverneur der Autonomen Region Tibet, der Han-Chinese Hao Peng. Tibet sei heute stabiler als vor den Unruhen, sagt er. Der Vizegouverneur hat zum Interview in die Gebäude der Regionalregierung eingeladen. Über seinem Sessel hängt ein gold– und kupferfarben glänzendes Bild des Potala-Palastes, der einst als Residenz des Dalai Lamas diente. Auf Polsterstühlen sitzen einige Regierungsvertreter den Reportern gegenüber. Es gebe die Möglichkeit, dass „die Dalai-Clique“ und andere anti-chinesische Kräfte in Tibet neue Probleme bringen, warnt Hao Peng.</p><p>Wie die Regierung in Peking macht er den gerade 75 Jahre alt gewordenen Exiltibeter für die Unruhen in Tibet verantwortlich. „Aber ich kann Ihnen sagen, dass wir die Fähigkeiten und das Vertrauen haben, Tibet für immer zu einer stabilen Region zu machen“, sagt Hao Peng.</p><p><strong>Peking setzt auf wirtschaftliche Entwicklung</strong></p><p>Der Vizegouverneur hat die Tibet-Politik der Regierung offenbar verinnerlicht. Noch mehr als zuvor setzt Peking jetzt auf wirtschaftliche Entwicklung. Die Regierung will damit alle Probleme der Region lösen, inklusive der politischen, sozialen, kulturellen und religiösen Konflikte. Sie sieht die Verbesserung der materiellen Lebensverhältnisse als Schlüssel für Entwicklung und Stabilität in Tibet. Im Januar hatte die politische Führung deshalb bei der 5. Tibet-Arbeitskonferenz in Peking Maßnahmen beschlossen, mit deren Hilfe auch die tibetischen Hirten und Bauern bessergestellt werden sollen.<br /> Nach und nach gibt die Regierung nun sogar zu, dass es Ungleichheiten zwischen Tibetern und der Mehrheit der Han-Chinesen gibt. „Die Regierung der Autonomen Region Tibet hat das Problem erkannt, dass Tibeter in manchen Industrien mit starkem Wettbewerb weniger wettbewerbsfähig sind“, sagt Hao Peng. Es gebe ein Ungleichgewicht bei der Verteilung der Ressourcen. „Wir versuchen unser Bestes, das Problem zu lösen“, sagt Hao Peng.</p><p><strong>Tibetische Arbeiter, Han-Chinesin als Direktorin</strong></p><p>Außerhalb Lhasas präsentieren die Regierungsvertreter eine Fabrik, die womöglich als Beispiel für kommende Entwicklungen dienen soll. Sie liegt mehr als 4600 Meter über dem Meeresspiegel. Sie wurde mit Hilfe staatlicher Anreize von einem Hongkonger Unternehmen aufgebaut. Unter dem tiefblauen tibetischen Himmel erstrecken sich weiße Fabrikhallen mit blauen Dächern. Dort stehen Menschen aus den umliegenden Dörfern an den Maschinen. Es wird Mineralwasser in Flaschen abgefüllt, geprüft und verpackt. Es sollen 150 Mitarbeiter beschäftigt sein, mit einem für die Verhältnisse ziemlich stattlichen Gehalt von 2500 bis 7000 Yuan im Monat (etwa 300 bis 840 Euro). Zu 95 Prozent sind es Tibeter, sagt der Vizedirektor Sonam Tsering. Allerdings ist auch hier die Direktorin eine Han-Chinesin, so wie in den meisten Unternehmen in Tibet.</p><p>Die Regierung lobt denn auch ihre „Entwicklungsstrategie für den Westen“, die sie vor zehn Jahren ins Leben gerufen und die für Tibet große Veränderungen gebracht habe. Die Einkommen der tibetischen Bauern seien von damals 1200 Yuan (etwa 144 Euro) im Jahr auf 3553 Yuan (etwa 426 Euro) gestiegen, sagt der Vizegouverneur Hao Peng. Insgesamt seien 280 Milliarden Yuan (33 Milliarden Euro) investiert worden, davon 110 Milliarden Yuan (13 Milliarden Euro) in die Infrastruktur. In Tibet hat die Regierung Autobahnen und Eisenbahnstrecken gebaut, Stromleitungen gespannt und Mobilfunkanlagen aufgestellt. Diese Anstrengungen beim Aufbau der Infrastruktur sind in Tibet unübersehbar.</p><p><strong>Viel Kritik aus dem Ausland</strong></p><p>Im Ausland wird jedoch viel Kritik an dem Programm geübt, die heimlich wohl auch von vielen Tibetern geteilt wird. Es heißt, dass das starke wirtschaftliche Wachstum in Tibet zu einer Verschärfung der sozialen Ungleichheit geführt habe. Die Nutznießer seien vor allem han-chinesische Wanderarbeiter und Unternehmen. Chinas Entwicklungspolitik in Tibet vernachlässige den ländlichen Raum, sagt zudem die International Campaign für Tibet Deutschland. „Weiche“ Faktoren wie Bildung und Gesundheit würden trotz gegenteiliger Angaben der Behörden zu wenig beachtet. Es fehlten Anreize für Tibeter, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Bevölkerung werde außerdem zur Entwicklungspolitik weder befragt noch in die Planungen einbezogen.</p><p>Besondere Sorgen bereitet den Tibet-Aktivisten schon seit Jahren die Migration der han-chinesischen Siedler aus dem Osten des Landes. Die Regionalhauptstadt Lhasa sieht mittlerweile aus wie eine durchschnittliche chinesische Stadt. Die Geschäftsschilder am Straßenrand sind mit chinesischen Schriftzeichen bedruckt, wenn überhaupt gibt es nur einen kleingedruckten tibetischen Schriftzug über den chinesischen Zeichen.</p><p><strong>Viele tibetische Eigenheiten verschwunden</strong></p><p>Auch aus der Stadt Shigatse sind viele tibetische Eigenheiten verschwunden. Viele Arbeiten werden mittlerweile von den Migranten erledigt. Auf den Baustellen schuften han-chinesische Arbeiter aus den Nachbarprovinzen. Selbst die kleinen Geschäfte am Straßenrand werden von Siedlern aus Sichuan, Gansu oder Qinghai geführt. „Ich bin vor fünf Jahren gekommen“, sagt eine Han-Chinesin aus der Provinz Qinghai, die in Shigatse einen Kiosk betreibt. „Bei uns kann man nicht so viel verdienen.“</p><p>Das Symbol für den Siedlerstrom aus dem Osten ist die Tibet-Bahn, mit der täglich viele Touristen, aber auch Arbeitssuchende und Siedler aus dem Osten nach Lhasa kommen. Die Journalistengruppe ist bei der Einfahrt eines Zuges aus Lanzhou, Provinz Gansu, dabei und darf ein paar Passagiere befragen. Ein Angehöriger der Hui-Minderheit will in Lhasa Geschäfte machen. Ein Passagier aus Qinghai sucht in Lhasa einen Job, ein Paar aus Sichuan will sich „mal umsehen“. Es sind viele Migranten, die eintreffen, aber wie viele ist schwer zu sagen. Die offizielle Zahl der Migranten, die jährlich in Lhasa eintreffen, wird wie ein Geheimnis behandelt. Der Vizegouverneur Hao Peng sagt, die Firmen und Unternehmen aus dem Rest Chinas seien „teilweise unverzichtbar für die Entwicklung und den Aufbau Tibets“.</p><p><strong>Sesshaftmachung der tibetischen Nomaden</strong></p><p>Ähnlich umstritten wie der Zustrom der Siedler ist der Versuch der Regierung, immer mehr tibetische Nomaden sesshaft zu machen. Bis Ende 2009 sei ein Teil der Nomaden in insgesamt 56.000 Haushalten angesiedelt worden, sagt Hao Peng. Die Regierung glaubt, dass die Sesshaftmachung den Nomaden Vorteile bringe. Doch gibt es Befürchtungen, dass sie vor allem ihrer Lebensgrundlage beraubt und von staatlichen Hilfen abhängig werden. Augenscheinlich leben viele Hirten und ihre Familien immer noch in sehr armen Verhältnissen. Einige von ihnen haben ihre Schafe, Ziegen oder Yaks auf das Grasland in der Nähe des Namtso-Sees geführt. Der See liegt wie ein leuchtendes blaues Band vorm Horizont.</p><p>Ein 24 Jahre alter Hirte zeigt das Innere seines Zelts, das er in der Nähe aufgebaut hat. Darin liegen ein paar Säcke als Schlafstelle, daneben steht ein einfacher Ofen. Vor den Zelten der Hirten parken ein paar chinesische Motorräder. Die Kinder der Hirten betteln jeden an, der vorbeikommt. „Money, money“, gurren sie den ausländischen Journalisten zu.</p><p>Ein Projekt, das die Regionalregierung besonders stolz präsentiert, ist das Dorf Gaba außerhalb von Lhasa. Dort wurden die früheren tibetischen Bauern mit staatlicher Hilfe umgesiedelt und in neue Häuser gesteckt. Es sind saubere, geschmückte Steinhäuser, mit Blumen und Wasserkochern mit Solarbetrieb im Hof. „Im alten Dorf mussten sich sieben Familien eine Wasserstelle teilen. Heute haben wir in jedem Haus fließendes Wasser“, berichtet eine Tibeterin. Die Bauern verpachten ihr Ackerland heute an Han-Chinesen. Angeblich verdienen einige von ihnen jetzt auf den Baustellen in der Stadt gutes Geld. Doch es lässt sich nicht überprüfen, ob Gaba nicht nur eine Kulisse, eine Art potemkinsches Dorf ist, das die örtliche Regierung für die Journalisten und andere Besucher aufgebaut und subventioniert hat. „Es ist alles sehr perfekt“, sagt ein britischer Kameramann. Es klingt ziemlich misstrauisch.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/07/15/peking-setzt-in-tibet-auf-wirtschaftliche-entwicklung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>TIBET: Ungebrochene Verehrung für den Dalai Lama, 75. Geburtstag im Exil – aber Peking setzt auf «seinen» Pantschen Lama in Tibet</title><link>http://tibetfocus.com/2010/07/06/tibet-ungebrochene-verehrung-fur-den-dalai-lama-75-geburtstag-im-exil-%e2%80%93-aber-peking-setzt-auf-%c2%abseinen%c2%bb-pantschen-lama-in-tibet/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/07/06/tibet-ungebrochene-verehrung-fur-den-dalai-lama-75-geburtstag-im-exil-%e2%80%93-aber-peking-setzt-auf-%c2%abseinen%c2%bb-pantschen-lama-in-tibet/#comments</comments> <pubDate>Tue, 06 Jul 2010 11:26:21 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[75. Geburtstag des Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Panchen Lama]]></category> <category><![CDATA[Tibeter]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6093</guid> <description><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung, 5.7.10, von Peter A. Fischer, Shigatse Trotz jahrzehntelangem Exil scheint die Popularität des am Dienstag 75 Jahre alt werdenden Dalai Lama in Tibet ungebrochen. China versucht derweil, dem in Peking ausgebildeten Pantschen Lama zu Autorität zu verhelfen. In der zweitgrössten Stadt in der Tibetischen Autonomen Verwaltungsregion bitten Frauen den ausländischen Besucher in [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Neue Zürcher Zeitung, 5.7.10, von Peter A. Fischer, Shigatse<br /> Trotz jahrzehntelangem Exil scheint die Popularität des am Dienstag 75 Jahre alt werdenden Dalai Lama in Tibet ungebrochen. China versucht derweil, dem in Peking ausgebildeten Pantschen Lama zu Autorität zu verhelfen.</p><p>In der zweitgrössten Stadt in der Tibetischen Autonomen Verwaltungsregion bitten Frauen den ausländischen Besucher in eine dunkle Ecke und wispern flehentlich: «Bitte, ein Bild vom Dalai Lama.» Porträts von dem am Dienstag 75 Jahre alt werdenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter dürfen in der Region nicht verkauft werden. Sie aufzuhängen, hat die chinesische Führung unter Strafe verboten. Doch das scheint bei vielen Tibetern dem Wunsch, Bilder ihres vor 51 Jahren ins indische Exil geflüchteten Oberhaupts anzubeten, keinen Abbruch zu tun.</p><p>Separatistische Unperson</p><p>Die trotz allumfassenden Anti-Dalai-Lama-Kampagnen offensichtlich vielenorts immer noch ungebrochene Autorität, welche der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, in Tibet geniesst, dürfte mit ein Grund für das grosse Misstrauen sein, das ihm die chinesischen Behörden entgegenbringen.</p><p>Gegenüber einer kleinen Gruppe von ausländischen Korrespondenten, die letzte Woche erstmals seit den heftigen Unruhen vom Frühling 2008 in einer geführten Reise Tibet besuchen durften, verteidigte der stellvertretende Parteisekretär und Vizegouverneur Hao Peng jedenfalls den seit den Unruhen wieder härter durchgesetzten Bann.</p><p>Kein Land würde zulassen, dass seine Bevölkerung Porträts eines separatistischen Führers verehrt, sagte er. Der Dalai Lama sei eben nicht bloss ein geistlicher Führer, sondern zuallererst ein Politiker, der mit «seiner Clique» und China feindlich gesinnten ausländischen Kräften zusammenarbeite und seine Forderung nach einer De-facto-Unabhängigkeit Tibets nie aufgegeben habe. China messe ihn an seinen Taten, nicht an friedlichen Worten, betonte Hao. Eine Verständigung wäre höchstens möglich, wenn er jegliche Forderung nach Autonomie für Tibet aufgeben, sich aktiv gegen separatistische Bestrebungen stellen, die Politik der chinesischen Kommunistischen Partei unterstützen und Taiwan als zur Volksrepublik gehörige Region anerkennen würde.</p><p>Entwicklung und Stabilität</p><p>Hao betonte die in der Tat beeindruckenden Anstrengungen, welche die chinesische Führung in den letzten zehn Jahren zur Entwicklung von Infrastruktur und Mehrung des Wohlstands in der Tibetischen Autonomen Region unternommen hat. Er wies darauf hin, dass China mit grossen Mitteln die Ausbildung der Tibeter fördere und es erlaube, dass teilweise auf Tibetisch in Schulen und Ausbildungsstätten gelehrt werde. Auch die Religionsfreiheit sei garantiert, da die Ausübung des tibetischen Buddhismus toleriert und sogar staatlich gefördert werde – allerdings nur sofern sie staatlich sanktioniert und damit unter ständiger Kontrolle der Behörden geschieht.</p><p>Die Volksrepublik China sei mit ihrer Stabilisierungspolitik in den letzten zwei Jahren erfolgreich gewesen, weil eine Mehrheit der Bevölkerung erkannt habe, dass Entwicklung nur in stabilen Verhältnissen möglich sei. Um Stabilität zu garantieren, sei die chinesische Regierung willens und fähig, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Die in Lhasas Strassen immer noch omnipräsente bewaffnete Polizei und die zahlreichen Ordnungshüter in für Touristen zugänglichen Klöstern zeugen davon.</p><p>Ärmliche Verhältnisse</p><p>Während die Chinesen nach wirtschaftlichen Erfolgen und Entwicklung streben, leben viele Tibeter immer noch als Bauern und Nomaden in ärmlichen Verhältnissen mit ihrer Religion als dem zentralen Lebensinhalt. Selbst im neuen Dreizimmerhaus bleibt ein Zimmer für den buddhistischen Altar reserviert. Die chinesische Führung scheint deshalb unbedingt eine ihr loyal ergebene tibetisch-buddhistische Autorität installieren zu wollen. Sie hofft offensichtlich, diese im 11. Pantschen Lama, Gyaltsen Norbu, gefunden zu haben. Dieser zweithöchste Geistliche in der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus ist allerdings umstritten.</p><p>Der im Exil lebende Dalai Lama hatte 1995 nicht Norbu, sondern einen anderen Knaben als wiedergeborenen Pantschen Lama erkannt. Peking beharrte aber auf einem Recht aus der Kaiserzeit, bei der Ernennung mitzubestimmen, und liess den vom Dalai Lama bestimmten Knaben kurzerhand verschwinden. Stattdessen erkor es «seinen» Pantschen Lama und liess ihn streng bewacht in Peking erziehen. Bisher hat es dieser mit strikter Loyalität der Partei gegenüber verdankt. Kürzlich wurde er in den Vorstand von Chinas nationaler politischer Konsultativkonferenz gewählt.</p><p>Geld für das Kloster</p><p>Das Kloster Tashilhunpo in Shigatse ist seit dem 17. Jahrhundert ein Sitz des Pantschen Lama. Der Verwaltungsdirektor, der Mönch Nianzha, beteuert seine Loyalität gegenüber Pekings «rechtmässig erkorenem» Pantschen Lama. Er lobt die Religionspolitik der chinesischen Führung und weist auf das viele Geld hin, welches die chinesischen Behörden für die Renovierung seines Klosters, in dem frühere Pantschen Lamas begraben sind und heute noch 900 Mönche aus der Region leben, gesprochen hätten.</p><p>Der aus Peking eingeflogene junge Pantschen Lama hält dieser Tage Audienz im Kloster. Die Journalisten dürfen ihn allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Der neue Palast, in dem er residiert, wird vom chinesischen Militär abgeschirmt.</p><p>Audienz des Pantschen Lama</p><p>Tausende seien zu den Audienzen des jungen Pantschen Lama gepilgert, berichten die offiziellen Medien. In einem tibetischen Café ist sein Bild allerdings von einem Vorhang wie zufällig verdeckt und ist nur sein Vorgänger zu sehen. Fragen nach der Autorität des Pantschen Lama weichen Tibeter aus. Peking wird noch Überzeugungsarbeit leisten müssen, wenn dereinst akzeptiert werden soll, dass «sein» Pantschen Lama nach dem Tod des jetzigen Dalai Lama bei der Auswahl und Ausbildung eines wiedergeborenen Nachfolgers – wie traditionell vorgesehen – eine zentrale Rolle spielt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/07/06/tibet-ungebrochene-verehrung-fur-den-dalai-lama-75-geburtstag-im-exil-%e2%80%93-aber-peking-setzt-auf-%c2%abseinen%c2%bb-pantschen-lama-in-tibet/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tibeter in Jyekundo widersetzen sich den Wiederaufbauplänen der Regierung für das Erdbebengebiet</title><link>http://tibetfocus.com/2010/06/20/tibeter-in-jyekundo-widersetzen-sich-den-wiederaufbauplanen-der-regierung-fur-das-erdbebengebiet/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/06/20/tibeter-in-jyekundo-widersetzen-sich-den-wiederaufbauplanen-der-regierung-fur-das-erdbebengebiet/#comments</comments> <pubDate>Sun, 20 Jun 2010 19:22:31 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben Tibet Yushu]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5963</guid> <description><![CDATA[rfa.org, 14. Juni 2010 - Die ortsansässigen Tibeter wenden sich gegen die Pläne der chinesischen Regierung zum Wiederaufbau der von dem Erdbeben am 14. April verwüsteten Gegend um Jyekundo (chin. Yushu). Sie sagen, durch die geplanten neuen staatlichen Gebäude und Schulen würden sie von ihren wertvollen Grundstücken, lukrativen Geschäften und Wohnungen im Zentrum von Jyekundo [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>rfa.org, 14. Juni 2010 -<br /> Die ortsansässigen Tibeter wenden sich gegen die Pläne der chinesischen Regierung zum Wiederaufbau der von dem Erdbeben am 14. April verwüsteten Gegend um Jyekundo (chin. Yushu). Sie sagen, durch die geplanten neuen staatlichen Gebäude und Schulen würden sie von ihren wertvollen Grundstücken, lukrativen Geschäften und Wohnungen im Zentrum von Jyekundo verdrängt.</p><p>Ferner berichten sie, der einzige Hinweis auf die Pläne der Regierung seien Anschläge in chinesischer Sprache gewesen, obwohl die meisten von ihnen dieser Sprache nicht mächtig sind. Sie konnten die Bedeutung der Baupläne für ihre Stadt nur mühsam anhand von Bildern entziffern. Free Tibet ist besorgt, daß die ortsansässigen Tibeter, die über 97% der Einwohner von Jyekundo ausmachen, von der chinesischen Verwaltung bei der Planung des Wiederaufbaus nicht genügend einbezogen werden, und daß ihre Bedürfnisse nicht respektiert werden.</p><p>Die Grundstücke an den zwei Hauptstraßen von Jyekundo sind von hohem Wert und die Geschäfte an diesen Durchfahrtsstraßen sehr einträglich, denn sie profitieren von dem saisonbedingten Handel, der während der berühmten jährlichen Reiterspiele besonders floriert. Die chinesische Verwaltung plant offensichtlich, die dortigen Bewohner und Geschäftsbesitzer an die Peripherie der Stadt zu bewegen. Ein Umzog dorthin würde sich sehr negativ auf den Lebensunterhalt dieser Tibeter auswirken.</p><p>Die von den Plänen betroffenen Tibeter versuchten wiederholt mit den Offiziellen zu sprechen und ihre Bedenken vorzubringen. Außerdem sollen sich am 1. Juni bis zu 200 Tibeter vor den Toren der Präfekturverwaltung von Jyekundo versammelt haben, weil sie hofften, mit dem auf Besuch weilenden chinesischen Vizepräsidenten Xi Jinping sprechen zu können. Aber dazu kam es nicht.</p><p>Offiziellen Medien zufolge beabsichtigt China, für den Wiederaufbau der von dem schweren Erdbeben heimgesuchten Gegend 32 Mrd. Yuan (US$ 4,68 Mrd.) bereitzustellen.</p><p>Radio Free Asia zitiert einen Mönch des dortigen Klosters, Tsering Gyatso: „Wichtig ist, daß in der verwüsteten Gegend eine Menge Einwohner Grundstücke gekauft hatten, auf denen sie ihre Häuser bauen wollten. Und nach dem Erdbeben will die Regierung sie nun alle an einen anderen Ort bewegen, wo sie ihre Häuser bauen sollen. Dazu hat die Regierung pro Haushalt 80 Quadratmeter Wohnfläche vorgesehen, obwohl die bisherigen Grundstücke einiger Familien viel größer sind, bis zu eintausend Quadratmeter. Einige von ihnen hatten die Ersparnisse ihres ganzen Lebens in diesen Grund und Boden investiert.“ Die Tibeter seien außerdem gar nicht glücklich über das Land, das ihnen die Regierung zuweisen will, weil es ziemlich weit entfernt ist.</p><p>Und die Vorsitzende von Free Tibet, Stephanie Brigden kommentiert: „Es ist empörend, daß die chinesische Administration in dieser tibetischen Stadt die Einwohner über die geplanten Veränderungen, die eine derart negative Auswirkung auf ihr Leben haben werden, in einer Sprache informiert, die sie nicht sprechen, geschweige denn lesen können.</p><p>Free Tibet ist sehr besorgt, daß die dortigen Tibeter bei der Planung des Wiederaufbaus von Jyekundo kein Mitspracherecht bekommen. Wir fürchten, daß die Zerstörung dieser tibetischen Stadt dem chinesischen Regime eine Gelegenheit bietet, einer unwilligen Bevölkerung die chinesischen Prinzipien der Stadtplanung aufzuzwingen. In einer Stadt, deren Einwohner so überwiegend tibetisch sind, ist es wesentlich, daß die Einheimischen miteinbezogen werden und daß der tibetische Charakter der Stadt bei dem Wiederaufbau respektiert wird.“</p><p>Kontakt:  Stefanie Brigden, phone:+44 (0)7971 479515</p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/06/20/tibeter-in-jyekundo-widersetzen-sich-den-wiederaufbauplanen-der-regierung-fur-das-erdbebengebiet/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tenzin Delek Rinpoche von seinen zwei Schwestern besucht</title><link>http://tibetfocus.com/2010/06/13/tenzin-delek-rinpoche-von-seinen-zwei-schwestern-besucht/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/06/13/tenzin-delek-rinpoche-von-seinen-zwei-schwestern-besucht/#comments</comments> <pubDate>Sun, 13 Jun 2010 05:50:01 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Gefängnis]]></category> <category><![CDATA[Lithang]]></category> <category><![CDATA[politische Gefangene]]></category> <category><![CDATA[Tenzin Delek Rinpoche]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5921</guid> <description><![CDATA[www.rfa.org, 11. Juni 2010 - Sonam Dekyi und Dolkar, zwei Schwestern des bekannten tibetischen Mönches, der in einem chinesischen Gefängnis in Sichuan eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, konnten ihn kürzlich besuchen. „Die zwei Schwestern trafen Tenzin Delek Rinpoche am 27. April 2010“, verlautet aus einer Quelle aus Lithang. „Schon seit langem bemühten sie sich um eine [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>www.rfa.org, 11. Juni 2010 -<br /> Sonam Dekyi und Dolkar, zwei Schwestern des bekannten tibetischen Mönches, der in einem chinesischen Gefängnis in Sichuan eine lebenslange Haftstrafe verbüßt, konnten ihn kürzlich besuchen. „Die zwei Schwestern trafen Tenzin Delek Rinpoche am 27. April 2010“, verlautet aus einer Quelle aus Lithang. „Schon seit langem bemühten sie sich um eine diesbezügliche Erlaubnis“.</p><p>Eine zweite Quelle bestätigte den Besuch: „Am 25. April kamen der stellv. Gouverneur und der Oberstaatsanwalt von Lithang plötzlich zu Sonam Dekyi und Dolkar und informierten sie, daß sie ihren Bruder treffen könnten“.</p><p>Die Gefängnisleitung hatte ihnen mitgeteilt, daß Tenzin Delek Rinpoche gesundheitliche Probleme habe. „Als sie ihn am 27. April trafen, informierte der Gefängnisleiter und der Arzt die Schwestern, daß Tenzin Delek Rinpoche Herz– und Gelenkbeschwerden habe und unter hohem Blutdruck leide“. Kürzlich sei er gestürzt, ein Zeichen für seinen schlechten Gesundheitszustand.</p><p>Tenzin Delek Rinpoche erfreut sich großer Beliebtheit unter den tibetischen Nomaden von Lithang. Diese veranstalteten im Dezember eine Reihe von Demonstrationen zu seinen Gunsten. Es könnte sein, daß diese Proteste die Erlaubnis zu dem Besuch bewirkt haben. Einer Quelle zufolge erzählten die zwei Schwestern ihrem Bruder von ihren zahlreichen Bemühungen, die Regierung in Peking von seiner Unschuld zu überzeugen. Er bat sie ausdrücklich, damit fortzufahren und fügte hinzu, er selbst habe bereits bei 26 Regierungsstellen Gesuche eingereicht.</p><p>Dutzende tibetischer Jugendlicher demonstrierten Anfang Dezember in Lithang und riefen nach der Freilassung von Tenzin Delek Rinpoche. Es kam zu Festnahmen und Zusammenstößen mit der Polizei. Die Behörden sandten daraufhin ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften nach Nyakchuka und Lithang. Siehe:</p><p>9. Dezember 2010: <a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ftc/2009/ITSN-VerfahrenTDR_9.12.html" target="_blank">„Tibeter in Tibet fordern eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen einen zu lebenslänglich verurteilten religiösen Würdenträger“</a>.</p><p>11. Dezember 2010: „<a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2009/NyagchukaPetition_11.12.html" target="_blank">Petition der Tibeter von Yajiang in Kham um eine Revision des Falles Tenzin Delek“</a>.</p><p>ITSN (International Tibet Support Group Network) bittet um Beteiligung an der Online-Aktion für Tenzin Delek Rinpoche. <a href="http://www.freetenzin.org" target="_blank">Bis zum 16. Juni sollen 40.000 Unterschriften, die in virtuelle Daumenabdrücke umgesetzt werden</a>, erreicht werden. Dies ist die Zahl der Daumenabdrücke auf der Petition der Tibeter von Lithang im Dezember. <a href="http://www.freetenzin.org" target="_blank">Bitte tragen Sie dazu bei, daß diese Zahl erreicht wird, es fehlen noch 5.000.</a></p><p>Außerdem schlägt ITSN vor, am 16. Juni Faxe mit dem Text der Petition an Zhou Yongkang zu senden. Zhou Yongkong ist Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros und war Parteisekretär von Sichuan, als Tenzin Delek verhaftet und verurteilt wurde. Jetzt ist er der Vorsitzende der Politik– und Rechtskommission, der alle Vollzugsorgane unterstehen.</p><p>Zhou Yongkang,<br /> Secretary of the Politics and Law Commission,<br /> +86 10 662 625 50<br /> Subject: Tenzin Delek Rinpoche (A’an Zhaxi)</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/06/13/tenzin-delek-rinpoche-von-seinen-zwei-schwestern-besucht/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Hilfeleistungen in Yushu</title><link>http://tibetfocus.com/2010/06/02/hilfeleistungen-in-yushu/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/06/02/hilfeleistungen-in-yushu/#comments</comments> <pubDate>Wed, 02 Jun 2010 19:05:02 +0000</pubDate> <dc:creator>TR</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben]]></category> <category><![CDATA[Jyekundo]]></category> <category><![CDATA[Yushu]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5880</guid> <description><![CDATA[Informationen direkt aus dem Erdbebengebiet: Vielen Dank für die grosszügigen Spenden. In diesem Artikel finden Sie Informationen was mit den Spenden vorort realisiert wurde: Government-led reconstruction has begun in Jyekundo (Yushu Town). There are a number of tent cities around the town, but many families have set up tents next to the rubble of their [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Informationen direkt aus dem Erdbebengebiet:</p><p>Vielen Dank für die grosszügigen Spenden. In diesem Artikel finden Sie Informationen was mit den Spenden vorort realisiert wurde:</p><p>Government-led reconstruction has begun in Jyekundo (Yushu Town). There are a number of tent cities around the town, but many families have set up tents next to the rubble of their homes. Structures that remained standing have been rated as to their integrity – most Yushu residents will not be able to return to their homes.</p><p>The caterpillar fungus season has started, so some people have gone up to the mountains to collect this valuable medicinal substance, providing what will probably be the only cash income they will make this year.</p><p>Many school students have been moved to other areas to continue their studies. Some have been relocated very far away – in Xining, for example.</p><p>Psychological distress; colds, flus, and other infections; lack of basic household supplies; and a lack of things to do seem to be significant problems for families in Yushu.</p><p>What Your Donations Have Made Possible:</p><p>With your donations, we have supported the following activities since the earthquake struck:</p><p>- 1/2 a truck of food, water, medical supplies, etc. was sent the day after the quake. We wrote about this in an earlier update email.<br /> – Clothes were provided for nine children hospitalised in Xining.<br /> – Shoes were purchased for 46 patients in the Qinghai Tibetan Hospital and 65 patients in the Qinghai Provincial Hospital.<br /> – A car was hired for the transportation of a woman’s body home to Yushu; she  passed away in a Xining hospital.<br /> – 43 tents were purchased for Yushu families to live in, and to use when collecting caterpillar fungus.<br /> – Transportation costs were provided for a student whose family was killed to return to his university in Chengdu<br /> – Two trucks were sent to Yushu, loaded with kitchen kits, sanitation kits, and clothes to assist 152 families as they rebuild their lives (see images below). Each kit contained: kettle, water bucket, steaming pot, pressure cooker, thermos, ladle, cups, bowls, chopsticks, spoons, five basins, towels, toothbrushes, toothpaste, soap, detergent, scourer, face masks, and sets of children’s long underwear.<br /> – Transportation costs were paid for two young girls to travel from Yushu to their parents who are both hospitalised in Xining. They will stay with friends in Xining while their parents heal.</p><div class="ngg-galleryoverview" id="ngg-gallery-13-5880"><div id="ngg-image-337" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-8.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-8" alt="yushu-may-8" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-8.jpg" width="133" height="200" /> </a></div></div><div id="ngg-image-336" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-42.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-42" alt="yushu-may-42" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-42.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div><div id="ngg-image-335" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-4.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-4" alt="yushu-may-4" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-4.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div><div id="ngg-image-334" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-36.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-36" alt="yushu-may-36" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-36.jpg" width="133" height="200" /> </a></div></div> <br style="clear: both" /><div id="ngg-image-333" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-3.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-3" alt="yushu-may-3" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-3.jpg" width="133" height="200" /> </a></div></div><div id="ngg-image-332" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-28.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-28" alt="yushu-may-28" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-28.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div><div id="ngg-image-331" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-26.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-26" alt="yushu-may-26" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-26.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div><div id="ngg-image-330" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-14.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-14" alt="yushu-may-14" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-14.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div> <br style="clear: both" /><div id="ngg-image-329" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-12.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-12" alt="yushu-may-12" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-12.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div><div id="ngg-image-328" class="ngg-gallery-thumbnail-box" style="width:25%;" ><div class="ngg-gallery-thumbnail" > <a href="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/yushu-may-11.jpg" title=" " class="thickbox" rel="set_13" > <img title="yushu-may-11" alt="yushu-may-11" src="http://tibetfocus.com/wp-content/gallery/yushu/thumbs/thumbs_yushu-may-11.jpg" width="200" height="133" /> </a></div></div><div class="ngg-clear"></div></div><p>Future Concerns</p><p>The following concerns have been relayed to us by Yushu locals.</p><p>- Some orphaned children and other seriously injured individuals do not have families or friends to support them.<br /> – Families with severely injured members must stay in or near hospitals to help their loved ones. They have no support to do so.<br /> – Some families living outside the town still find it difficult to access supply stations.<br /> – Students remaining in Yushu do not have anything to do.</p><p>In the future we hope to assist to relieve some of these problems.</p><p>Most importantly, please continue to tell those you know about what is happening, and encourage them to help if they can. Without the news showing us what’s going on in Yushu, it is easy to forget that more than 50,000 people do not have homes, and must somehow rebuild their lives.</p><p>Thanks again for your kind support<br /> From Elena and Gerald</p><p>If you can make even a small dona­tion, please visit: <a href="http://www.yushuearthquakeresponse.org/">www​.yus​hue​arth​qua​ke​ re​sponse​.org</a></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/06/02/hilfeleistungen-in-yushu/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Protest gegen Abbau von Bodenschätzen in Markham, 13 Tibeter festgenommen</title><link>http://tibetfocus.com/2010/05/30/protest-gegen-abbau-von-bodenschatzen-in-markham-13-tibeter-festgenommen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/05/30/protest-gegen-abbau-von-bodenschatzen-in-markham-13-tibeter-festgenommen/#comments</comments> <pubDate>Sun, 30 May 2010 16:04:20 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Bodenschätze]]></category> <category><![CDATA[Markham]]></category> <category><![CDATA[Minenarbeit]]></category> <category><![CDATA[Proteste]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5850</guid> <description><![CDATA[rfa.org, 17. Mai 2010 - Tausende von Dorfbewohnern im Bezirk Markham (chin. Mangkang) der Präfektur Chamdo, TAR, protestierten gegen die Wiederaufnahme der Gewinnung von Mineralien aus ihrem heiligen Berg, obwohl sie mit einem großen Aufgebot an paramilitärischen Kräften konfrontiert wurden. … Die Proteste richteten sich diesmal gegen drei Bergwerke in Tsongshen, Choeten und Deshoe im [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>rfa.org, 17. Mai 2010 -<br /> Tausende von Dorfbewohnern im Bezirk Markham (chin. Mangkang) der Präfektur Chamdo, TAR, protestierten gegen die Wiederaufnahme der Gewinnung von Mineralien aus ihrem heiligen Berg, obwohl sie mit einem großen Aufgebot an paramilitärischen Kräften konfrontiert wurden. …</p><p>Die Proteste richteten sich diesmal gegen drei Bergwerke in Tsongshen, Choeten und Deshoe im Bezirk Markham der TAR. „Seit dem 8. Mai wurde ein regelrechtes Blackout in Tsongshen in Markham verhängt“, verlautet aus einer Quelle, die anonym bleiben möchte. „Arbeitsbrigaden aus Lhasa und Offizielle aus Chamdo und Markham trafen hier ein, um den Bergbau in die Wege zu leiten. Auch die Häuser von Tibetern wurden durchsucht“. …</p><p>„Doch der Parteisekretär der TAR Zhang Qingli befahl, den Mineralabbau fortsetzen, selbst wenn dies den Einsatz von Gewalt gegen die Protestierenden erfordere“, fuhr die Quelle fort. …</p><p>„Die Tibeter haben ihre Feldarbeit liegen lassen, um ihren heiligen Berg vor der Ausbeutung zu schützen“, hieß es weiter. Fünf Demonstranten, zwei Frauen und drei Männer, seien während des Protestes verletzt worden. Ein Mann versuchte, sich mit einer zerbrochenen Flasche selbst zu töten. Die anderen wurden von den Polizeikräften geschlagen und mit Tränengas beworfen. …</p><p>Die vollständige Mitteilung von Radio Free Asia finden Sie <a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2010/MarkhamMining_17.5.html" target="_blank">hier</a>.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/05/30/protest-gegen-abbau-von-bodenschatzen-in-markham-13-tibeter-festgenommen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Was nicht in den Schlagzeilen steht – die Wahrheit über das Erdbeben in Tibet</title><link>http://tibetfocus.com/2010/05/06/was-nicht-in-den-schlagzeilen-steht-%e2%80%93-die-wahrheit-uber-das-erdbeben-in-tibet/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/05/06/was-nicht-in-den-schlagzeilen-steht-%e2%80%93-die-wahrheit-uber-das-erdbeben-in-tibet/#comments</comments> <pubDate>Thu, 06 May 2010 19:45:53 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben Kham Qinghai Yushu]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5826</guid> <description><![CDATA[phayul.com, Huffington Post, 30. April 2010, von Kate Saunders - An einem abgelegenen Berghang weint eine Tibeterin über den Tod ihrer Mutter, während die Flammen Hunderte von Leichen bei einer Massenverbrennung der Toten verzehren, nachdem ein verheerendes Erdbeben eine tibetische Gegend Chinas am 14. April ereilte. Ein Kameramann des staatlichen Fernsehens, der Aufnahmen der von [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>phayul.com, Huffington Post, 30. April 2010, von Kate Saunders -<br /> An einem abgelegenen Berghang weint eine Tibeterin über den Tod ihrer Mutter, während die Flammen Hunderte von Leichen bei einer Massenverbrennung der Toten verzehren, nachdem ein verheerendes Erdbeben eine tibetische Gegend Chinas am 14. April ereilte. Ein Kameramann des staatlichen Fernsehens, der Aufnahmen der von Trauer überwältigten Tibeter macht, während Hunderte von Mönchen im Hintergrund die Totenrituale vollziehen, weiß natürlich nicht, daß die Frau, die er gerade filmt, zum Dalai Lama betet.</p><p>So etwas offenbart den zumeist verborgenen, aber um so tieferen Schmerz, den die Tibeter wegen der Trennung von ihrem im Exil lebenden Oberhaupt empfinden, aber ebenso ihre Verehrung für ihn und ihr starkes Identitätsgefühl als Tibeter trotz seiner Abwesenheit.</p><p>Die Zahl der Opfer des Erdbebens steigt noch immer, die offizielle Zahl liegt inzwischen bei über 2.200, obwohl die ortsansässigen Tibeter sagen, sie liege noch viel höher. Die Bilder der Hunderte von dunkelrotgewandeten Mönchen, die sich mit bloßen Händen durch den Schutt graben, die die Leichen verbrennen und für die Toten beten, beweisen, daß der Notstand ein tibetischer ist, während in Zeitungs-Überschriften in der ganzen Welt von einem Erdbeben in „Westchina“ die Rede war.</p><p>Auch über zwei Wochen nach der Katastrophe ist es vielen Leute noch nicht bewußt, daß sich das Erdbeben in der osttibetischen Region Kham ereignete, in einem Gebiet, das von China als die „Tibetisch-Autonome Präfektur Yushu“ bezeichnet, und das überwiegend von Tibetern bewohnt wird. In einigen Medienberichten erschienen chinesische Transkriptionen von den tibetischen Namen der Interviewten oder der Toten. Die tibetische Schriftstellerin Tsering Woeser, deren Familie aus dieser Gegend stammt, meint hierzu: „Ebenso wie wir Geld für die Rettungs– und Aufbauarbeiten spenden, können wir den Menschen auch helfen, indem wir sie bei ihrem richtigen Namen nennen“.</p><p>Das Epizentrum des Erdbebens der Stärke 6,9 lag in einem dünn besiedelten Landstrich etwa 50 km westlich der Stadt Jyegu (chin. Jiegu) in der Gegend, welche die Tibeter Kyegundu (Jyekundo) nennen, das heutige Yushu, Provinz Qinghai. Die chinesischen Landkarten haben die traditionellen „drei Regionen“ Tibets – Kham (Osttibet), Amdo (Nordosttibet) und U-tsang (Zentraltibet, das grob der heutigen TAR entspricht) – umbenannt. Der größte Teil von Qinghai, darunter auch die Erdbebenzone, wird von den chinesischen Behörden offiziell als „tibetisch“ ausgewiesen, d.h. es sind die verschiedenen Tibetisch-Autonomen Präfekturen.</p><p>Jahrzehnte der Unterdrückung durch die chinesische Regierung nach deren Übernahme Tibets 1949–50 und der Zustrom chinesischer Migranten, besonders in den urbanen Zentren, vermochten den Identitätssinn der Tibeter in Kyegundo und anderen Teilen Khams nicht zu mindern.</p><p>Von den politischen Führern, die der chinesischen Regierung ihr Beileid ausdrückten – darunter US Außenministerin Hillary Clinton, der britische Außenminister David Miliband und die deutsche Kanzlerin Angelika Merkel –, erwähnten nur zwei, nämlich die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, die den Dalai Lama seit vielen Jahren hoch schätzt, und der Vorsitzende des Ausschusses des US-Senats für ausländische Beziehungen, John Kerry, daß das Erdbeben eine tibetische Gegend traf. Die Kondolenzschreiben waren an die chinesische Regierung adressiert, nicht an den Dalai Lama, obwohl er international als der legitime Vertreter des tibetischen Volkes anerkannt wird, und die durch das Erdbeben in immenses Leid Gestürzten sich so sehr nach seiner Gegenwart sehnen.</p><p>Nicht nur der Verlust so vieler Menschenleben durch das Erdbeben ist verheerend, sondern auch die Auswirkungen auf die tibetische religiöse Kultur, die wegen Chinas politischer und strategischer Ziele in der Region schon vor dem 14. April 2010 in ihrem Bestand gefährdet war. Überall zieren entlegene Einsiedeleien, alte Klöster und religiöse Siedlungen die Landschaft von Kyegundo. Die Zerstörung der Klöster, wie unter anderen des 1.300 Jahre alten Klosters Thrangu (www.thranguemergency.org), und der Tod der Mönche verstärken noch das Gefühl der Tibeter, beraubt worden zu sein und das ihnen Wichtigste verloren zu haben. Religiöser Glaube und Hingabe an den Dalai Lama im Exil bilden trotz der ihnen von der chinesischen Regierung auferlegten politischen Restriktionen, die in den letzten Jahren immer einschneidender geworden sind, die Grundlage des Identitätssinnes der Tibeter.</p><p>So viele Menschen kamen in Kyegundo bei dem Erdbeben um, daß die traditionelle „Himmelsbestattung“, wo die zerteilten Körper von Raubvögeln beseitigt werden, nicht mehr möglich war. Die Geier seien alle schon zu satt, meinten die Tibeter letzte Woche ausländischen Korrespondenten gegenüber. Statt dessen werden die Toten verbrannt, Hunderte von Mönchen äscherten die Leichen ein und führten die traditionellen religiösen Rituale durch.</p><p>Seit die Welle der Protestaktionen im März 2008 über Tibet hinwegfegte, wurde die Militärpräsenz auf dem Hochland drastisch erhöht. Als dann das Erdbeben Yushu heimsuchte, sahen sich die Truppen, die sich bisher auf die Unterdrückung von Dissens und die Wahrung der „Stabilität“ konzentrierten, plötzlich der Notwendigkeit gegenüber, sich mit Rettungs– und Hilfsoperationen zu befassen.</p><p>Premierminister Wen Jiabao war beim Besuch des Katastrophengebietes sichtlich ergriffen, kurz darauf folgte der Besuch des Staatspräsidenten Hu Jintao, der eine wichtige Auslandsreise vorzeitig abgebrochen hatte. Beobachter glauben, die Hauptsorge der Führungsriege sei die, daß die Katastrophe die ethnischen Spannungen in Tibet verschärfen könnte. Chinas intensive Propagandaoffensiven machen nur das Unbehagen der Partei über die Fragilität der Lage in Yushu deutlich, während die pauschale Berichterstattung am nationalen Tag der Trauer (22. April) von den Bemühungen zeugt, kritische Stimmen, wie etwa von chinesischen Bloggern, zum Schweigen zu bringen. Sowohl chinesische als auch tibetische Blogger wiesen daraufhin, daß bei dem Erdbeben viele der schäbig gebauten „Tofu“-Gebäude, etwa Schulen, einstürzten, genauso, wie es im Mai 2008 in Sichuan geschehen war.</p><p>Sicherlich gehen die Behörden vorsichtig mit den Folgen des Erdbebens um. Als Xinhua über die Möglichkeit eines Besuchs des Dalai Lama in der Erdbebenregion, der ja selbst aus Qinghai stammt, befragt wurde, kommentierte die Nachrichtenagentur ohne die üblichen ausfälligen Bemerkungen gegen das tibetische Oberhaupt lediglich: „Die Regierung respektiert voll und ganz die örtlichen religiösen Überzeugungen und die Gepflogenheiten und bot ihre Beratungsdienste an“.</p><p>In diesem politischen Umfeld ist die Reaktion der Partei auf die Beteiligung einer großen Zahl von tibetischen Mönchen an den Rettungsarbeiten von besonderer Bedeutung. Über viele Jahre, und besonders seit dem März 2008, setzten die Behörden alles daran, große Ansammlungen von Tibetern zu verhindern, aus Angst vor Unruhen und um ihre Kontrolle geltend zu machen. Aber in Yushu eilten Hunderte von Mönchen aus Klöstern der gesamten Gegend herbei, um sich an der Katastrophenhilfe zu beteiligen und für die Toten zu beten. Oftmals arbeiteten sie Seite an Seite mit den Soldaten der PLA. Diese Mönche engagierten sich in genau diesen konstruktiven, dem Gemeinwohl dienenden Aktivitäten, die vor Ort erforderlich waren – eine Herausforderung an den Staat, der den Eindruck vermitteln will, daß die Partei die einzige Wohltäterin und Architektin des Wiederaufbaus der Region ist.</p><p>Jetzt gibt es Berichte, daß diese Mönche, die sich an den Rettungsarbeiten beteiligten, von den Behörden zum Weggehen aufgefordert wurden. Der Grund für diese Maßnahme ist nicht ganz klar. Die Regierung leugnete indessen, daß es eine solche Order gegeben hätte.</p><p>Die tibetischen Mönche kamen teilweise aus fernen Klöstern, die einige Tagesreisen von dem Erdbeben-Epizentrum entfernt liegen. Sie versorgten die Opfer mit Geld, Nahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Dingen. Sie stellten sogar ihre eigenen Listen der Toten aus den Klöstern von Yushu und der Laiengesellschaft auf, die oftmals mit den offiziellen Daten divergieren. Ein ranghoher Mönch aus dem Kloster Jyegu, dem Hauptkloster der Stadt, äußerte einem Journalisten aus Hongkong gegenüber, daß am Samstag, den 17. April, dem ersten Tag der imposanten Bestattungszeremonien, 2.110 Leichen verbrannt worden seien.</p><p>Ein Longzhi genannter Lama wurde von der South China Morning Post so zitiert: „Wir sind lebende Buddhas und die Leute hier respektieren uns. Es gibt so viel, was wir tun könnten. Auch bei der Rettungsarbeit, da wir ja selbst aus dem hoch gelegenen Land stammen, könnten wir sofort mit der Bergung beginnen. Statt dessen durften wir an den meisten Stellen, wo die Soldaten waren, nicht helfen. Wir konnten nur an den Stellen graben, wo noch keine staatlichen Rettungskräfte hingekommen waren.“ Und auf Hu Jintaos Motto von der „harmonischen Gesellschaft“ anspielend, schloß Longzhi (chinesische Transkription eines tibetischen Namens): „Wir sprechen von Einheit und harmonischer Gesellschaft, die Religion ist ein wesentlicher Faktor hierfür. Genau das bedeutet Religion für uns“.</p><p>Die Enttäuschung darüber, daß die Rolle der Mönche bei den Rettungs– und Hilfsarbeiten in der offiziellen Berichterstattung unterdrückt wurde, ist groß, denn die aus der Gegend direkt erhaltenen Informationen besagen, daß die tibetischen Mönche oft die ersten am Schauplatz der Grauens waren, um den Tibetern unmittelbar beizustehen. People’s Daily, das offizielle Blatt der KP, klagte gar noch darüber, daß die westlichen Medienagenturen zu viele Bilder von der Hilfeleistung der tibetischen Mönche veröffentlicht hätten.</p><p>Ein chinesischer Blogger schrieb: „Yushu ist ein Tibetisch-Autonomer Bezirk, und viele der Einwohner glauben an den Dalai Lama und verehren ihn, deshalb wird der Ort dieser Katastrophe als eine sehr heikle Gegend angesehen. Als die Behörden die Lamas zum Abbruch ihrer Rettungsarbeiten zwangen, wurde deutlich, daß der Politik mehr Gewicht beigemessen wird als dem Leben“.</p><p>Die Rettungs– und Restaurationsoperationen des Staates und der fortgesetzte Einsatz der offiziellen Katastrophenteams und Soldaten sind sehr wichtig. Aber dort etablierte Gruppen könnten auch eine wichtige Rolle bei der direkten Hilfeleistung spielen. Nun ist die Tätigkeit der lokalen NGOs ziemlich prekär, denn sie unterliegen der Überwachung, und es ist ungewiß, ob Organisationen von auswärts überhaupt zugelassen werden, um bei dem Aufbau mitzuwirken.</p><p>Besonders für die mittel– und langfristige Restauration werden noch Gelder benötigt, sowie für die unmittelbare Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten. Es müssen u. a. temporäre Unterkünfte errichtet werden, sanitäre Anlagen gebaut, die Leute müssen unterrichtet werden, es muß ein System für Mikrokredite und für den Start von Kleingeschäften geschaffen werden, die medizinische Langzeitversorgung, etwa für die Amputierten, sichergestellt, für den Wiederaufbau von Schulen und Gemeinschaftszentren gesorgt werden.</p><p>Das Beben hat praktisch die gesamte Stadt Jyegu dem Erdboden gleichgemacht. Es heißt, die Behörden hätten sich bereits eine Lageübersicht verschafft und Pläne für den Wiederaufbau aufgestellt. Jetzt ist die langfristige Unterstützung für die tibetische Gemeinschaft wichtig, damit sie bessere Chancen für ein zukünftiges Mitspracherecht an den Entscheidungen bekommt.</p><p>Die tibetische Dichterin Tsering Wangmo, die in den USA im Exil lebt, notierte vor einigen Tagen auf ihrer Facebook-Seite: „Während ich solches schreibe, werden die Kranken von dem kleinen Flugplatz von Kyegu aus in die Krankenhäuser nach Chengdu, Xining, Lanzhou und andere Städte transportiert; während Tausende von obdachlosen Tibetern und kleine Gruppen von chinesischen Wanderarbeitern einen Teller von Instant-Nudelsuppe essen. Viele Leute suchen noch nach ihren vermißten Angehörigen unter den Trümmern der Gebäude. Das ist erst der Anfang einer langen und schwierigen Reise für eine Gemeinschaft, die so viel durchgemacht hat. Ich hoffe, wir können ihnen helfen, den unmittelbaren Notstand zu überwinden und wir werden da sein, um ihnen bei dem Wiederaufbau ihrer Stadt und ihres Lebens beizustehen“.</p><p>Unterstützung für Organisationen, die jetzt vor Ort arbeiten, um den Tibetern beizustehen, ist wesentlich. Hier sind einige Online-Adressen solcher Organisationen:</p><p><a href="http://www.yushuearthquakeresponse.org/" target="_blank">www.yushuearthquakeresponse.org/</a><br /> <a href="http://www.justgiving.com/Yushu-Earthquake-Relief-Fund" target="_blank">Yushu-Earthquake-Relief-Fund</a><br /> <a href="www.machik.org" target="_blank">www.machik.org</a><br /> <a href="http://www.tibetanvillageproject.org" target="_blank">www.tibetanvillageproject.org</a></p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/05/06/was-nicht-in-den-schlagzeilen-steht-%e2%80%93-die-wahrheit-uber-das-erdbeben-in-tibet/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Das Erdbeben in Tibet von Tsering Jampa, ICT Europa</title><link>http://tibetfocus.com/2010/04/27/das-erdbeben-in-tibet-von-tsering-jampa-ict-europa/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/04/27/das-erdbeben-in-tibet-von-tsering-jampa-ict-europa/#comments</comments> <pubDate>Tue, 27 Apr 2010 15:27:54 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben Kham Qinghai Yushu]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5770</guid> <description><![CDATA[23.04.2010. In einem abgelegenen Kloster im Osten Tibets beten zwei Mönche für die Seelen der Verstorbenen während andere in den Ruinen der jahrhunderte Jahre alten Gebetshalle nach Überlebenden suchen. Die Opferzahlen des Erdbebens, das die tibetische Region Kham in der Volksrepublik China erschütterte, steigen täglich. Mehr als 2.000 Tote sind bis dato zu beklagen. Die [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>23.04.2010. In einem abgelegenen Kloster im Osten Tibets beten zwei Mönche für die Seelen der Verstorbenen während andere in den Ruinen der jahrhunderte Jahre alten Gebetshalle nach Überlebenden suchen. Die Opferzahlen des Erdbebens, das die tibetische Region Kham in der Volksrepublik China erschütterte, steigen täglich. Mehr als 2.000 Tote sind bis dato zu beklagen. Die Bilder von rotgekleideten Mönchen, die mit ihren bloßen Händen im Schutt nach Opfern suchen, die Bilder von Leichen und von Gebeten für die Verstorbenen legen indes eine tiefere Wahrheit offen, die in dieser Naturkatastrophe verborgen ist und die in den Kondolenzschreiben zahlreicher Länder an die chinesische Regierung weitgehend ausgeblendet worden ist.</p><p>Als die ersten Meldungen über das Erdbeben die Öffentlichkeit erreichten, war in den weltweiten Schlagzeilen die Rede von einem Erdbeben „im Westen Chinas“. Einige Medien nutzen die chinesische Schreibweise tibetischer Namen ihrer Interviewpartner oder von tibetischen Opfern. Eine Woche später ist vielen nicht bewusst, dass das Erdbeben tatsächlich die osttibetische Region Kham erschütterte. Eine Region, die auch von der Volksrepublik China als tibetische Region anerkannt wird und auch hauptsächlich von Tibetern bewohnt ist.</p><p>Dies ist keine Marginalie. Nicht nur sind Katastrophenhilfe und Rettungsarbeiten jetzt von essentieller Bedeutung, sondern auch etwas anderes, wie die tibetische Autorin Tsering Wangmo es formuliert: „Wir können den Menschen in Kyegu auch helfen, indem wir an sie mit ihren richtigen Namen erinnern.“</p><p>Von den Regierungen und Politikern, die Kondolenzschreiben an die chinesische Regierung richteten, darunter US-Außenministerin Hillary Clinton, der britische Außenminister David Miliband und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben lediglich zwei bemerkt, dass das Erdbeben tatsächlich tibetische Regionen erschüttert hat: Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses und John Kerry, Vorsitzender des Foreign Relations Committee im US-Senat. Kondolenzschreiben wurden gerichtet an die chinesische Regierung, nicht aber an den Dalai Lama, obwohl er international als legitimer Vertreter des tibetischen Volkes anerkannt wird. Und gerade viele Tibeter in der betroffenen Region wünschen sich, dass er durch seine Anwesenheit moralischen und religiösen Beistand leisten kann. Seit den flächendeckenden Protesten in Tibet, die im März 2008 begonnen hatten, haben viele dieser Tibeter überdies ihre persönliche Sicherheit aufs Spiel gesetzt, um ihre Loyalität gegenüber dem Dalai Lama zum Ausdruck zu bringen.</p><p>Auch Jahrzehnte der Repressionen seit der Besetzung Tibets durch die chinesische Regierung und auch der Zuzug chinesischer Migranten vor allem in die urbanen Zentren haben die tibetische Identität in Kyegundo und anderen Teilen Khams nicht wesentlich beeinträchtigen können. Mehr als 95% der Bevölkerung in diesen Gebieten sind Tibeter.</p><p>Nicht nur der Verlust von Menschenleben ist zu beklagen, sondern auch die Auswirkungen des Bebens auf die tibetische Kultur, die auch ohne das Beben durch Chinas politische und strategische Ziele schon massiv gefährdet war. Zahlreiche entlegene uralte Klöster und religiöse Ansiedlungen befinden sich in der Region. Die Zerstörung von Klöstern, wie etwa des 1300 Jahre alten Klosters in Thrangu, vertieft das Gefühl der Tibeter von Verlust. Glaube und Verehrung des Dalai Lama sind fundamentaler Bestandteil tibetischer Identität, trotz der zunehmenden massiven Kontrolle und Einschränkungen der chinesischen Behörden.</p><p>Das Epizentrum des Bebens lag in einer dünn besiedelten ländlichen Gegend, rund 50 Kilometer westlich der Stadt Jyeku, dem Verwaltungssitz der Tibetisch Autonomen Präfektur Yushu (tibetisch: Kyedungu oder Jyekundu). Die Präfektur liegt in der chinesischen Provinz Qinghai, rund 800 Kilometer entfernt von der Provinzhauptstadt Xining. China hat die Bezeichnungen für die traditionellen „drei Regionen“ Tibets – Kham (östliches Tibet), Amdo (nordöstliches Tibet) und U-tsang (Zentral-Tibet, ungefähr die heutige Tibetische Autonome Region) von ihren Landkarten getilgt. Der größte Teil Qinghais indes, einschließlich das Erdbebengebiet, Teile der Provinzen Gansu, Sichuan und Yunnan sind offiziell zu Tibetisch Autonomen Landkreisen oder Präfekturen erklärt worden.</p><p>Das in der Region zahlreich stationierte Militär arbeitet jetzt nicht mehr zur Wahrung von „Stabilität“, sondern beteiligt sich an Nothilfe und Rettungsaktionen. Oftmals arbeiten Mönche Seite an Seite mit Soldaten der Volksbefreiungsarmee. Die Zahl der Mönche, die immer noch aus verschiedenen Regionen Tibets in die Gegend anreisen, ist beispiellos. Ebenso die Zahl der Tausenden von Tibetern, die ihre Häuser wenige Kilometer außerhalb der Stadt verloren haben und jetzt in notdürftigen Zelten untergebracht sind. Grundsätzlich versuchen die Behörden, aus Angst vor Protesten jede größere Ansammlung von Tibetern zu verhindern, aber dieses Mal gibt es keine andere Wahl.</p><p>Die chinesische Regierung hat signalisiert, wie politisch wichtig ihr die Hilfe für die betroffene Bevölkerung ist. Premierminister Wen Jiabao und auch Staatspräsident Hu Jintao haben die Region besucht. Peking will damit zeigen, dass der Staat Hauptakteur in den Rettungsbemühungen ist und sich um die Belange der Tibeter kümmert. In einer bemerkenswerten Erklärung sagte Chinas Top-Berater und hochrangiger Funktionär Jia Qinlin, dass die chinesischen Botschaften alle Auslandstibeter, die entweder für die Erdbebenopfer spenden oder selbst wegen Trauerfeierlichkeiten nach Tibet einreisen möchten, mit Wohlwollen begegnen sollten. Dies ist besonders bedeutend für im Ausland lebende tibetische Lamas, die zu ihren Heimatklöstern zurückkehren oder religiösen Zeremonien für die Gestorbenen beiwohnen wollen.</p><p>Es besteht kein Zweifel daran, dass die Hilfsmaßnahmen des Staates von zentraler Bedeutung sind. Aber es ist ebenso wichtig, dass örtliche Nichtregierungsorganisationen und internationale Organisationen Zugang zum betroffenen Gebiet erhalten. Die Situation vor Ort ist äußerst angespannt. Berichte aus dem betroffenen Gebiet sprechen davon, dass örtliche Organisationen von den Behörden überwacht werden und dass keine Klarheit darüber besteht, ob ausländische Organisationen Zugang in die Region erhalten.</p><p>Die tibetischen Schriftstellerin Tsering Wangmo, die in der Region geboren worden ist und heute in San Francisco lebt, sagt: “Im Augenblick, in dem ich dies schreibe, werden die Verletzten über den kleinen Flughafen der Stadt Kyegu in die Krankenhäuser von Chengdu, Lanzhou und andere Städte ausgeflogen. Tausende von obdachlosen Tibetern und die kleine Gruppe von chinesischen Migranten nehmen eine Schüssel Fertigsuppe zu sich; viele Menschen suchen unter dem Schutt immer noch nach ihren vermissten Familienangehörigen. Das ist nur der Anfang einer langen und schwierigen Reise, für eine Gemeinschaft, die schon soviel durchleiden musste. Es ist meine Hoffnung, dass wir ihnen durch diese schlimme Krise hindurch helfen und es Hilfe für den Wiederaufbau ihrer Stadt und ihres Lebens geben wird.“</p><p><a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5498785,00.html" target="_blank">Hier kann der Beitrag von Tsering Jampa kann im Original nachgelesen werden (chin.).</a></p><p>Tsering Jampa ist Geschäftsführerin der <a href="http://savetibet.de/ict/" target="_blank">International Campaign for Tibet</a> Europe in Amsterdam.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/04/27/das-erdbeben-in-tibet-von-tsering-jampa-ict-europa/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Direkt aus dem Erdbebengebiet:</title><link>http://tibetfocus.com/2010/04/20/direkt-von-yushu/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/04/20/direkt-von-yushu/#comments</comments> <pubDate>Tue, 20 Apr 2010 12:32:27 +0000</pubDate> <dc:creator>TR</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben Tibet Yushu]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5751</guid> <description><![CDATA[Hier finden Sie Feedback direkt von der Front. Diese Nachrichten wurden uns direkt vom Erdbebengebiet übermittelt. Es herrschen nach wie vor dramatische Zustände. Immer noch hat es kein Strom, zuwenige Zelte, kaum warme Kleidung und oft nur  verschmutzes Wasser zum Trinken. Hier der Bericht vor Ort in Englisch: As news of the Yushu earthquake disappears [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie Feedback direkt von der Front. Diese Nachrichten wurden uns direkt vom Erdbebengebiet übermittelt. Es herrschen nach wie vor dramatische Zustände. Immer noch hat es kein Strom, zuwenige Zelte, kaum warme Kleidung und oft nur  verschmutzes Wasser zum Trinken.</p><p>Hier der Bericht vor Ort in Englisch:</p><p>As news of the Yushu earthquake disappears from the world’s front pages, survivors’ needs increase. Those in Yushu still lack blankets and tents. Temperatures are dropping and there is insufficient fuel for cooking and heating. Yushu has no electricity and is still in darkness. People have only meager food supplies and are drinking water from unsafe sources.</p><p>A jacket costs 2 USD.<br /> A blanket costs 2.40 USD.<br /> A toothbrush costs 0.15 USD.<br /> One ton of coal costs 51 USD.<br /> 20 * 500ml bottled water 2.20 USD.<br /> Flashlight: 2.90 USD.</p><p>If you can make even a small donation, please visit: <a href="http://www.yushuearthquakeresponse.org">www.yushuearthquakeresponse.org</a></p><p>Apart from the needs of those in Yushu, patients and their families in Xining are also suffering.</p><p>Below are the number of patients in Qinghai hospitals:<br /> Qinghai Province People’s Hospital: 186 patients<br /> Armed Police Number Four Hospital: 83 patients<br /> Qinghai Province Red Cross Hospital: 69 patients<br /> Qinghai University Hospital: 172 patients<br /> Qinghai Province People’s Second Hospital: 127 patients<br /> Hainan Tibetan Autonomous Prefecture Hospital: 18 patients</p><p>This total of 655 people does not include accompanying family members.</p><p>Below are accounts written by Xining students describing the situation here and in Yushu.<br /> Tashi<br /> I received information about the earthquake from my brother who is a teacher in Yushu. At about 5:00 a.m on the fourteenth of April a low magnitude quake woke people up, but many people then went back to sleep. Later that morning the big earthquake came. At that time many students were reciting lessons outside, by the walls of the school buildings. They were crushed when the walls fell on them. Some female students were going to the cafeteria to collect boiling water to make instant noodles, and the cafeteria collapsed and killed them. Despite all these terrible things, many people survived. They did not have any food for three days. After three days, instant noodles arrived and the people, almost starving, happily ate them. Now people are cold; they don’t have enough clothes, or blankets, or anywhere to stay.</p><p>Rinchen<br /> I went to the hospital to help earthquake victims. Although I am Tibetan I couldn’t communicate very well with the patients because we speak different dialects. Nonetheless we could understand each other. People are just bringing them bread to eat and water to drink. They need some good food. The clerks at the hospital told me that many people are volunteering, but they still need qualified, professional, helpers.</p><p>Drolma<br /> I went to the hospital to volunteer with my classmates – we spent one night there. There were many patients in the hospital. Some of the patients could not move, eat, drink, or go to the toilet by themselves. When people were awake they were nervous and when they were asleep they had nightmares. One man I helped had bruises all over his face and he couldn’t move his legs. The patients in the hospital still don’t have any clean clothes and what they are wearing has already become dirty and caked with blood.</p><p>Tsomo<br /> Three of my female classmates are from Yushu. After the terrible earthquake they lost many relatives and friends, not to mention property. Luckily their parents are still alive. Now those three women are working busily in the hospital, day and night. They have been staying up all night to help the patients from their hometown and cannot attend classes as usual. When they come back to school from the hospital they just fall on the bed and sleep. Patients in the hospital have nothing now. I hope many warm-hearted people will stretch out their hands to help them.</p><p>Lumo<br /> There is a girl from Yushu in the dorm room next to mine. She lost her mother in the earthquake. Since then she often calls out her mother’s name and cries. Sometimes she stays silent for a long time. We don’t know how to comfort her. Sometimes we want to talk about it with her, but maybe that will only make it worse. That girl is still going to classes, but she just sits there and we don’t know if she really knows what is going on her around her.</p><p>Tsering and Tsemdo<br /> We talked to one earthquake survivor who helped us to distribute supplies we took to Yushu from Xining. He told us, “I woke up when the earthquake occurred at around 5 a.m. I knew that an earthquake was occurring and wanted to get up but I felt very sleepy and stayed in bed. My wife also felt very sleepy and stayed in bed. We were never so sleepy in our whole life – it was very strange. When an earthquake occurred again at 7:49 a.m., our house shook and I woke up. The house continued to shake and I grabbed hold of my grandson and wife, jumped up from bed, and ran outside. Our house collapsed just as I stepped out of the door. Something heavy hit my head and I passed out. When I woke up I could barely see because my vision was blurry. As my sight came back I could only see dust. I heard the sound of houses collapsing. After the earthquake, my daughter and son-in-law were trapped in the rubble and died but the rest of the family was OK. Many other people have died.”</p><p>Below are some photographs that local photographer Tsemdo made on April 17th, 2010, who traveled to Yushu to deliver aid supplies with local NGO Friendship Charity Association.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/04/20/direkt-von-yushu/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
<!-- Performance optimized by W3 Total Cache. Learn more: http://www.w3-edge.com/wordpress-plugins/

Minified using disk
Page Caching using disk (enhanced) (user agent is rejected)
Database Caching 37/47 queries in 0.028 seconds using disk
Object Caching 1252/1353 objects using disk

Served from: tibetfocus.com @ 2010-07-31 18:13:44 -->