<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>tibetfocus.com &#187; Tibet</title> <atom:link href="http://tibetfocus.com/category/tibet/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://tibetfocus.com</link> <description></description> <lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 14:08:55 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=</generator> <item><title>Chinesische Behörden unterwerfen ganz Tibet einer rigiden Militärkontrolle</title><link>http://tibetfocus.com/2012/02/02/chinesische-behorden-unterwerfen-ganz-tibet-einer-rigiden-militarkontrolle/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/02/02/chinesische-behorden-unterwerfen-ganz-tibet-einer-rigiden-militarkontrolle/#comments</comments> <pubDate>Wed, 01 Feb 2012 22:30:31 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8339</guid> <description><![CDATA[rfa.org, 29. Januar 2012 - Die Behörden in Peking haben auf die Demonstrationen mit tödlichen Folgen in der vergangenen Woche den Sicherheitsapparat in allen tibetischen Gebieten von Lhasa bis zu Amdo und Kham drastisch verstärkt. Während die Tibeter den Tod der von den Sicherheitskräften erschossenen Demonstranten in den Präfekturen Kardze und Ngaba betrauerten, griffen die [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>rfa.org, 29. Januar 2012 -<br /> Die Behörden in Peking haben auf die Demonstrationen mit tödlichen Folgen in der vergangenen Woche den Sicherheitsapparat in allen tibetischen Gebieten von Lhasa bis zu Amdo und Kham drastisch verstärkt.</p><p>Während die Tibeter den Tod der von den Sicherheitskräften erschossenen Demonstranten in den Präfekturen Kardze und Ngaba betrauerten, griffen die Behörden allerorten gegen die Aktivitäten der Tibeter rigoros durch.</p><p>„Die Präsenz der Sicherheitskräfte in Serthar (chin. Seda) ist überwältigend. Die ganze Gegend ist von chinesischer Polizei und bewaffneten Kräften umstellt, und die Tibeter dürfen sich nicht mehr frei bewegen“, verlautet aus einer dortigen Quelle.</p><p>„Der Körper eines der in Serthar Erschossenen ist nicht, wie es sonst üblich ist, einem tibetischen Kloster überlassen worden, nicht einmal dem bedeutsamen Buddhistischen Institut von Serthar, statt dessen brachten die Behörden ihn nach Chengdu und verbrannten ihn dort“.</p><p>Serthar ist einer der drei Bezirke in der Provinz Sichuan, wo die Tibeter in der vergangenen Woche gegen die chinesische Herrschaft protestierten und wo bis zu sechs Personen getötet und 60 verletzt worden sein könnten. Die anderen Bezirke waren Drango (chin. Luhuo) und Dzamthang (chin. Rantang). Offizielle chinesische Medien berichten von nur zwei tibetischen Todesopfern, die eine Folge des Angriffs der „Randalierer“ seien.</p><p>„Die Kommandozentrale in Chengdu verlegte zusätzliche Truppen, die aus dem Militärlagern Deyang und Mianyang kommen, in die Gegend.“ Die Telefonverbindungen in den Protestgebieten sind größtenteils gesperrt worden.</p><p>Die Gegend um Dzamthang befindet sich auch im Belagerungszustand. Kalsang, ein Mitglied des tibetischen Parlaments-im-Exil, sagte am Freitag, Serthar, Kardze und Drango seien strengsten Kontrollen unterworfen worden. Die Kommunistische Partei entsandte bereits „Arbeitsgruppen“ in jedes Dorf und jedes Kloster der Präfekturen Kardze und Ngaba.</p><p>Auch die Einwohner von Lhasa berichteten, die Lage in der Hauptstadt sei angespannt, mit Sicherheitskräften in der ganzen Stadt, die von Haus zu Haus gehen, und alles durchsuchen. Bezüglich der Barkhor Straße, die um den Jokhang Tempel verläuft, sagte ein Einwohner: „Es ist dermaßen schrecklich. Ich wage gar nicht mehr, mich wie sonst umzublicken, ich wage nicht, mich frei zu bewegen. Bewaffnetes Personal ist überall, Polizei steht an jeder Ecke“.</p><p>Eine Familie beschrieb, wie ihre Häuser völlig grundlos durchsucht wurden. „Die Sicherheitskräfte verlangten die Namen aller Familienmitglieder, und wollten wissen, wo diese sich gerade aufhielten. Sie machten deutlich, daß sie genau wüßten, daß Verwandte der Familie in Ausland lebten und daß die Familie öfters mit diesen telefoniere“. Sie wiesen sie darauf hin, daß sie bei den Telefongesprächen nicht von Politik reden dürften“.</p><p>„Die chinesischen Behörden greifen zur Einschüchterung und Überwachung gewöhnlicher Tibeter, damit sie in ständiger Furcht leben und nichts preisgeben“, kommtentierte Stephanie Brigden, von Free Tibet.</p><p>Penpa Tsering, der Sprecher des Exilparlaments, sagte am Sonntag. „Wir rufen die Regierungen in der ganzen Welt auf, nicht nur ihre Sorge auszudrücken, sondern zu intervenieren, um die derzeitige gefährliche Lage in Tibet zu deeskalieren und eine dauerhafte Lösung für die Tibetfrage auf dem Wege von Verhandlungen herbeizuführen“.</p><p>Wir schicken ebenfalls einen offenen Brief über die kritische Situation in Tibet an den chinesischen Präsidenten Hu Jintao, und bitten ihn, sich um eine dauerhafte Lösung für die Tibet-Frage zu bemühen.</p><p>Die die tibetische Regierung-im-Exil, oder die Zentraltibetische Verwaltung, rief für den 8. Februar zu „globalen Solidaritäts-Mahnwachen“ auf, um die gegenwärtige Krise ins Bewußtsein der Allgemeinheit zu rücken.</p><p>International Tibet Network gab eine Online-Aktion an einige Weltpolitiker heraus: “URGE WORLD LEADERS TO STAND UP FOR TIBET”, man kann die Botschaft individuelle schicken an Barack Obama, David Cameron, Nicolas Sarcozy, Angela Merkel, Julia Gillard, Stephen Harper, Catherine Ashton, Yoshihiko Nodo, Manmohan Singh, Bronislaw Komorowski, Felipe Calderon und Mitglieder des EP.</p><p><a href="http://standupfortibet.org/global-action/worldleaders/" target="_blank">http://standupfortibet.org/global-action/worldleaders/</a></p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching<br /> Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/02/02/chinesische-behorden-unterwerfen-ganz-tibet-einer-rigiden-militarkontrolle/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tibetischer Frühling</title><link>http://tibetfocus.com/2012/01/26/tibetischer-fruhling/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2012/01/26/tibetischer-fruhling/#comments</comments> <pubDate>Thu, 26 Jan 2012 21:33:53 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8293</guid> <description><![CDATA[Die Welt, 25.1.12, von Dietrich Alexander Als der Dalai Lama im März 2009 anlässlich des 50. Jahrestages seiner Flucht vor den chinesischen Soldaten aus Tibet ins indische Exil eine Rede hielt, wählte er Worte der Verzweiflung. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter bilanzierte ebenso realistisch wie desillusionierend: China habe den Tibetern die “Hölle auf Erden” bereitet. [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt, 25.1.12, von Dietrich Alexander<br /> Als der Dalai Lama im März 2009 anlässlich des 50. Jahrestages seiner Flucht vor den chinesischen Soldaten aus Tibet ins indische Exil eine Rede hielt, wählte er Worte der Verzweiflung. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter bilanzierte ebenso realistisch wie desillusionierend: China habe den Tibetern die “Hölle auf Erden” bereitet. 50 Jahre gewaltfreier Widerstand haben den schleichenden Mord an seiner Kultur nicht aufhalten können. Der Dalai Lama gab folgerichtig die politische Führung im vergangenen April an den 43-jährigen Harvard-Juristen Lobsang Sangay ab. Er hatte vor allem den jungen Tibetern nichts mehr zu sagen, die Gegenwehr forderten — Gewalt inklusive.</p><p>Aber auch Sangay ist ein Mann des Wortes, ein Völkerrechtler, kein Propagandist von Gewalt. Seine Macht ist begrenzt, sie erschöpft sich zumeist in Appellen an die Weltgemeinschaft, sein Volk nicht zu vergessen. Doch er hat Schwierigkeiten, die jungen Wilden seines Volkes im Zaum zu halten. Wut und Verzweiflung lassen die Jugend aufbegehren gegen die chinesischen Unterdrücker.</p><p>Kommt nach dem “arabischen Frühling” nun ein tibetischer? Sicher nicht, denn dazu ist die tibetische Opposition zu schwach — ebenso wie der internationale Wille, sich mit dem wirtschaftlichen und politischen Giganten China anzulegen, der es sich nicht leisten will, Tibet Autonomie zu gewähren. Denn das riefe andere Minoritäten mit begrenzten Rechten auf den Plan: Uiguren und Mongolen zum Beispiel. Es wäre wohl das Ende der staatlichen Einheit Chinas.</p><p>Die Besetzung Tibets, die Chinas Propaganda geschichtsklitternd als Befreiung vom “britischen, imperialistischen Joch” und von “Leibeigenschaft und Sklaverei” preist, war der Anfang einer systematischen Auslöschung der tibetischen Identität. Die chinesische Führung wird ihre Politik der Zersiedlung und Zwangsassimilierung der Tibeter an die Mehrheits-Ethnie Han unbeirrt fortsetzen.</p><p>Doch der Widerstand dagegen wächst. 2008 mündete ziviler Ungehorsam in antichinesische Proteste und Massendemonstrationen, die China blutig und unter dem Protest der Weltgemeinschaft niederschlug. Die momentane Stimmung ist unter dem Eindruck, dass sich in den vergangenen elf Monaten 16 Tibeter selbst angezündet und andere radikale Tibeter chinesische Polizeistationen angegriffen haben, erneut sehr gereizt. In solchen Milieus werden Revolutionen geboren, doch im Falle Tibets wäre es ein Aufstand der Verzweifelten und der Chancenlosen. Was sie für China gefährlich macht, ist, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Mehr als 50 Jahre gewaltloser Widerstand haben nichts bewirkt. China versteht diese Sprache offenbar nicht.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2012/01/26/tibetischer-fruhling/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tibetische Mönche: Berufs-Buddhisten von China’s Gnaden</title><link>http://tibetfocus.com/2011/12/12/tibetische-monche-berufs-buddhisten-von-chinas-gnaden/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/12/12/tibetische-monche-berufs-buddhisten-von-chinas-gnaden/#comments</comments> <pubDate>Mon, 12 Dec 2011 10:06:18 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8194</guid> <description><![CDATA[Frankfurter Rundschau, 25.11.11, von Bernhard Bartsch - Tibetische Mönche und Nonnen haben in China künftig Renten– und Versicherungsansprüche. Die Partei will damit ihre Protestbereitschaft schwächen. Tibetischer Mönch zu sein, ist in China künftig ein anständiger Beruf. Die buddhistischen Geistlichen haben neuerdings Anspruch auf eine Rente und eine staatliche Gesundheitsversicherung, berichtete Pekings offizielle Nachrichtenagentur Xinhua. Dass [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Rundschau, 25.11.11, von Bernhard Bartsch -<br /> Tibetische Mönche und Nonnen haben in China künftig Renten– und Versicherungsansprüche. Die Partei will damit ihre Protestbereitschaft schwächen.</p><p>Tibetischer Mönch zu sein, ist in China künftig ein anständiger Beruf. Die buddhistischen Geistlichen haben neuerdings Anspruch auf eine Rente und eine staatliche Gesundheitsversicherung, berichtete Pekings offizielle Nachrichtenagentur Xinhua. Dass tibetische Mönche und Nonnen unter den Schirm des staatlichen Sozialsystems kommen, ist Teil einer Kampagne der Kommunistischen Partei, die mit Zuckerbrot und Peitsche – sprich: Geld und Repressionen – versucht, die von Unruhen geprägte Region zu befrieden.</p><p>„Das ist ein massgeblicher Schritt, um das Leben des tibetischen Volkes zu verbessern“, zitiert Xinhua Tibets stellvertretenden Parteichef Wu Yingjie. Mönche und Nonnen über 60 bekommen fortan eine monatliche Rente von 120 Yuan (14 Euro). Im Krankheitsfall übernimmt die Regierung jährlich Behandlungskosten von bis zu 50.000 Yuan (5857 Euro).</p><p>Jüngere Geistliche müssen künftig Beiträge in die Sozialkassen zahlen. Die meisten tibetischen Geistlichen leben von Spenden der Öffentlichkeit und ihrer Familien sowie von dem kleinen Einkommen ihrer Klöster, die oft mit religiöser Beratung, Tourismus oder Landwirtschaft Geld verdienen.</p><p>Selbstverbrennung aus Protest</p><p>Die buddhistische Sozialreform folgt auf die größte tibetische Protestwelle seit Jahren. Seit März haben sich zwölf Tibeter, darunter mehrere Mönche und eine Nonne, selbst angezündet, um gegen Pekings Einschränkungen der religiösen und kulturellen Freiheiten in den tibetischen Gebieten zu protestieren. Im März 2008 starben bei Krawallen mindestens 18 Menschen.</p><p>Seitdem ist die Präsenz von Sicherheitskräften in der Region noch höher als in früheren Zeiten. Neue Richtlinien zur „Verbesserung des Manangements tibetischer Tempel“ zwingen Mönche, Kurse in Staatsbürgerkunde zu absolvieren. Gleichzeitig rief Peking eine Initiative zur Verbesserung des Lebensstandards ins Leben. Bis 2015 sollen rund 40 Milliarden Euro in 226 Entwicklungsprojekte fließen. Im Jahr 2020 soll das Einkommen in den tibetischen Gebieten dem nationalen Durchschnitt angeglichen werden.</p><p>China macht Dalai Lama verantwortlich</p><p>Die tibetische Exilregierung im indischen Dharamsala macht für die angespannte Lage vor allem Pekings repressive Politik verantwortlich. Anfang der Woche warb der Kabinettschef der Exilregierung, Lobsang Sangay, in Deutschland um Unterstützung für den Kampf der Tibeter um kulturelle Autonomie in ihrer Heimat geworben. Die Kommunistische Partei sieht im Dalai Lama und seinen Anhängern ihrerseits gefährliche Separatisten.</p><p>„Es ist ein brutales und terroristisches Vorgehen, junge Tibeter, die nichts über den Hintergrund oder die wirkliche Natur der ‚Tibetischen Freiheitsbewegung’ oder ‚Tibetischen Unabhängigkeit’ wissen, zum Selbstmord anzustiften“, wies die offizielle Zeitung „China Daily“ in ihrer Freitagsausgabe dem Dalai Lama die Verantwortung für die Selbstverbrennungen zu. „Extremismus, so wie ihn der Dalai Lama und seine Clique verfolgen, beschmutzt das Image des tibetischen Buddhismus und stört die soziale Ordnung.“</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/12/12/tibetische-monche-berufs-buddhisten-von-chinas-gnaden/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Überraschender Tod von Chadrel Rinpoche, dem Leiter der Suchkommission nach dem Panchen Lama</title><link>http://tibetfocus.com/2011/11/27/uberraschender-tod-von-chadrel-rinpoche-dem-leiter-der-suchkommission-nach-dem-panchen-lama/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/11/27/uberraschender-tod-von-chadrel-rinpoche-dem-leiter-der-suchkommission-nach-dem-panchen-lama/#comments</comments> <pubDate>Sun, 27 Nov 2011 12:15:42 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8108</guid> <description><![CDATA[tibet.net, 25. November 2011 - Chadrel Jampa Trinley Rinpoche, der Vorsitzende der Suchkommission nach dem 11.Panchen Lama, von dem man seit dem Ende seiner sechsjährigen Haft im Jahr 2002 nichts mehr gehört hatte, starb einem Bericht aus Tibet zufolge im Alter von 72 Jahren. Chadrel Rinpoche war von Peking zum Leiter der Suchkommission, die den [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>tibet.net, 25. November 2011 -</p><p>Chadrel Jampa Trinley Rinpoche, der Vorsitzende der Suchkommission nach dem 11.Panchen Lama, von dem man seit dem Ende seiner sechsjährigen Haft im Jahr 2002 nichts mehr gehört hatte, starb einem Bericht aus Tibet zufolge im Alter von 72 Jahren.</p><p>Chadrel Rinpoche war von Peking zum Leiter der Suchkommission, die den 11. Panchen Lama identifizieren sollte, ernannt worden. Trotzdem wurde er am 17. Juli 1995 festgenommen, nachdem die Behörden herausgefunden hatten, daß er das Ergebnis seiner Nachforschungen dem Dalai Lama übermittelt und um dessen Rat ersucht hatte, und er den Plan der Chinesen, die von ihnen ausgesuchte Wiedergeburt zu akzeptieren, ablehnte.</p><p>Am 21. April 1997 verurteilte das Mittlere Volksgericht der Präfektur Shigatse Chadrel Rinpoche zu sechs Jahren Gefängnis und drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Anklage lautete auf „Konspiration mit separatistischen Kräften im Ausland“ bei der Suche nach der Wiedergeburt des Panchen Lama und auf „Weitergabe von Staatsgeheimnissen“.</p><p>Chadrel Rinpoche war von 1995–2002 im Gefängnis Chuandong in der Provinz Sichuan inhaftiert gewesen. Dort trat er in den Hungerstreik, um gegen das ungerechte Urteil der chinesischen Regierung zu protestieren.</p><p>Diese handelte ihren eigenen Gesetzen zuwider, als sie Chadrel Rinpoche sogar nach Ableistung der Gefängnisstrafe an einem geheimen Ort gefangen hielt, ohne daß er sich irgend etwas zuschulden hätte kommen lassen. Seit dem Ende der Haftstrafe 2001/2002 blieb er verschollen.</p><p>Die Nachricht über Chadrel Rinpoches Tod – er ist offenbar vergiftet worden – war einer Tonbandaufnahme seines engen Mitarbeiters zu entnehmen, der zugleich ein höheres Amt in der Bhoejong Nangten Thuntsok (Tibetische Buddhistische Gesellschaft) bekleidet. Dadurch werden auch die Annahmen bestätigt, weshalb sein Aufenthaltsort während nahezu 10 Jahren unbekannt blieb.</p><p>Chadrel Rinpoche, der 1940 im Kreis Namling in der Präfektur Shigatse geboren wurde, war zeitweise auch als Direktor des Demokratischen Verwaltungsrates des Klosters Tashi Lhunpo tätig, des traditionellen Sitzes der Panchen Lamas.</p><p>Ein weiterer Mitarbeiter der Suchkommission, Jampa Chungla, der zusammen mit Chadrel Rinpoche festgenommen worden war, verstarb im November 2010. Er war 1989 zum Generalsekretär der Kommission, der Chadrel Rinpoche vorstand, ernannt worden. Ab 1990 stand er Chadrel Rinpoche bei dem Suchprozeß unermüdlich zu Seite.</p><p>1996 klagte ein chinesisches Gericht in Shigatse Jampa Chungla wegen der Weitergabe von Staatsgeheimnissen an und verurteilte ihn zu fünf Jahren Gefängnis und dem Entzug der politischen Rechte. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde Jampa Chungla unter verschärften Sicherheitsbedingungen in einer Militärbasis in Lhasa festgehalten.</p><p>Am 13. November 2010 erlag Jampa Chungla einer schweren Krankheit, nachdem ihm während seiner langen Gefängnis– und Hausarrestjahre wiederholt die medizinische Hilfe versagt worden war (1).</p><p>Gedhun Choekyi Nyima, der damals 6jährige, von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama zum 11. Panchen Lama erkorene Knabe, verschwand am 17. Mai 1995. Zwei Monate später wurde Chadrel Rinpoche festgenommen. Die chinesische Regierung räumte später ein, daß sie den Knaben und seine Familie in „Schutzhaft“ halte.</p><p>Trotz wiederholter Anfragen an die chinesische Regierung, um Zugang zu dem Knaben zu erhalten, wurde keinem internationalen Gremium und keiner Menschenrechtsorganisation je die Erlaubnis erteilt, mit dem jungen Panchen Lama und seiner Familie in Kontakt zu treten. Bis zum heutigen Tag ist über ihr Ergehen und ihren Verbleib überhaupt nichts bekannt.</p><p>(1) 20. November 2010, „Jampa Chungla, der Sekretär der Suchkommission nach dem 11. Panchen Lama, ist verstorben“,</p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Mensching</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/11/27/uberraschender-tod-von-chadrel-rinpoche-dem-leiter-der-suchkommission-nach-dem-panchen-lama/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Worte des Dalai Lama, des Kalon Tripa und des Kashags zu den Selbstverbrennungen zum tragischen Feuertod einer Nonne in Tawu</title><link>http://tibetfocus.com/2011/11/05/worte-des-dalai-lama-des-kalon-tripa-und-des-kashags-zu-den-selbstverbrennungen-zum-tragischen-feuertod-einer-nonne-in-tawu/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/11/05/worte-des-dalai-lama-des-kalon-tripa-und-des-kashags-zu-den-selbstverbrennungen-zum-tragischen-feuertod-einer-nonne-in-tawu/#comments</comments> <pubDate>Sat, 05 Nov 2011 08:54:16 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Allgemein]]></category> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8070</guid> <description><![CDATA[freetibet.org, tchrd.org, DIIR, tibet.net, 3. November 2011 - Die tibetische Nonne, Palden Choesang (oder Choetso), hat sich am 3. November im Zentrum der Stadt Tawu selbst angezündet. Es ist derselbe Ort, an dem sich der Mönch Tsewang Norbu im August verbrannte. Choesang ist eine 35jährige Nonne des Klosters Ganden Jangchup Choeling in der Nähe des [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>freetibet.org, tchrd.org, DIIR, tibet.net, 3. November 2011 -<br /> Die tibetische Nonne, Palden Choesang (oder Choetso), hat sich am 3. November im Zentrum der Stadt Tawu selbst angezündet. Es ist derselbe Ort, an dem sich der Mönch Tsewang Norbu im August verbrannte. Choesang ist eine 35jährige Nonne des Klosters Ganden Jangchup Choeling in der Nähe des Klosters Nyitso, wo sich der 27jährige Mönch Tsewang Norbu am 15. August 2011 verbrannt hatte.</p><p>Palden Choesang ist der elfte bekannt gewordene Fall in diesem Jahr, in dem ein Tibeter oder eine Tibeterin zu dieser extremen Tat schritten, um die Welt auf den Mangel an Religionsfreiheit und Menschenrechten in Tibet aufmerksam zu machen, und sie ist die zweite Frau.</p><p>Palden Choesang trank Benzin, übergoß sich damit und setzte sich dann in Brand. Sie rief „Lange lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama“, „Freiheit für Tibet“ und „Laßt Seine Heiligkeit den Dalai Lama nach Tibet zurückkehren“.</p><p>Viele Tibeter wurden scheinbar Zeugen der Selbstverbrennung der Nonne, weil zu dieser Zeit gerade eine Gebetszeremonie bei der Tawu Namgyal Stupa in der Nähe vonstatten ging. Es war der letzte Tag der „Nyung-ney“ Fastenpraxis der Mönche des Klosters Tawu Nyitso.</p><p>Mit Metallkeulen ausgerüstete Polizisten hinderten die Umstehenden daran, ihr zu Hilfe zu eilen. Letzten Berichten zufolge erlag die Nonne Choesang ihren schweren Brandverletzungen. Ihr Körper wurde in das nahegelegene Kloster Nyitso gebracht.</p><p>Die Behörden unterbrachen sofort die Internetverbindungen in Tawu, und bewaffnete Sicherheitskräfte bezogen Stellung um das Kloster Nonnenkloster und das Kloster Nyitso, damit keine Informationen mehr nach außen dringen können. Der Verkehr in die Stadt und aus ihr heraus wurde erheblich eingeschränkt.</p><p>Die chinesische Regierung machte den Dalai Lama für diese gespannte Lage verantwortlich, er animiere die Tibeter zu den Selbstverbrennungen, die gegen die buddhistische Lehre verstoßen würden. Aber der Dalai Lama sagte, die „skrupellose und unlogische“ Politik Chinas gegenüber Tibet habe zu diesen Todesfällen geführt, wo Mönche sich aus Protest gegen Pekings Herrschaft selbst anzündeten.</p><p>In Japan, wo er sich gerade aufhält, antwortete er auf diesbezügliche Fragen von Journalisten: “Diese Vorfälle sind sehr sehr traurig. Die Führung in Peking sollte die Ursachen untersuchen, die zu diesen tragischen Vorfällen führten. Diese Tibeter waren in einer entsetzlichen, verzweifelten Situation, andernfalls würde niemand solch drastische Taten begehen“.</p><p>Lobsang Sangay, der Kalon Tripa der Zentraltibetischen Verwaltung, sagte gestern am 3. November, im Zusammenhang seiner Rede vor der Tom Lantos Menschenrechtskommission des US-Kongresses in Washington:</p><p>„Die Tibetische Zentralverwaltung regt nicht zu Selbstverbrennungen an. Während wir den Schmerz jener Tibeter, die sich selbst opfern, zutiefst empfinden, können wir gleichzeitig als Buddhisten nur wünschen, daß ihr wertvolles Leben erhalten bleibe. Die Position Seiner Heiligkeit des Dalai Lama zu jeder Form solch drastischer Handlungen ist klar und hat sich nicht geändert. Er appellierte schon immer an die Tibeter, von solch verzweifelten Aktionen abzusehen“. Die gesamte Rede steht auf der Website www.tibet.net.</p><p>Der Kashag der Tibetischen Zentralverwaltung erklärte gestern: „Statt sich ernsthaft mit den wahren Problemen, welche die Tibeter zur Selbstverbrennung treiben, zu befassen, gibt die chinesische Regierung durch ihr offizielles Presseorgan Xinhua den Tibetern im Exil die Schuld daran, zu solch verzweifelten Akten animiert zu haben. Der Kashag fordert die chinesische Regierung nachdrücklich auf, damit aufzuhören, uns mit solchen Anschuldigungen, die jeglicher Grundlage entbehren, zu konfrontieren und sich vielmehr zu bemühen, die tatsächlichen Probleme zu lösen. Die VR China kann dies tun, indem sie ihre repressive Politik gegenüber den Tibetern zurücknimmt, und ihren Religionsfreiheit und freie Meinungsäußerung gewährt.“</p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/11/05/worte-des-dalai-lama-des-kalon-tripa-und-des-kashags-zu-den-selbstverbrennungen-zum-tragischen-feuertod-einer-nonne-in-tawu/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Prominenter junger Schriftsteller in Qinghai festgenommen</title><link>http://tibetfocus.com/2011/10/29/prominenter-junger-schriftsteller-in-qinghai-festgenommen/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/10/29/prominenter-junger-schriftsteller-in-qinghai-festgenommen/#comments</comments> <pubDate>Sat, 29 Oct 2011 05:20:01 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=8018</guid> <description><![CDATA[tchrd.org, tibetexpress.net, 27. Oktober 2011  - Ein bekannter junger tibetischer Schriftsteller und Kommentator der politischen Ereignisse, Choepa Lugyal, Pseudonym Meycheh, wurde letzte Woche aus ungenannten Gründen in seiner Wohnung festgenommen, wie aus einer Quelle aus Tibet hervorgeht. Am 19. Oktober, als Choepa Lugyal sich gerade zu Hause im Bezirk Yadzi aufhielt, nahm die Polizei ihn [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>tchrd.org, tibetexpress.net, 27. Oktober 2011  -<br /> Ein bekannter junger tibetischer Schriftsteller und Kommentator der politischen Ereignisse, Choepa Lugyal, Pseudonym Meycheh, wurde letzte Woche aus ungenannten Gründen in seiner Wohnung festgenommen, wie aus einer Quelle aus Tibet hervorgeht.</p><p>Am 19. Oktober, als Choepa Lugyal sich gerade zu Hause im Bezirk Yadzi aufhielt, nahm die Polizei ihn fest. Die Quelle, die anonym bleiben möchte, sagte, die Behörden hätten keine Begründung für die plötzliche Verhaftung angegeben. Außerdem wurde seine Wohnung intensiv durchsucht, und dabei sein Computer und ein Exemplar des verbotenen tibetischen Literaturmagazins „Shar-Dungri“ konfisziert.</p><p>„Er weiß selbst am besten, warum er verhaftet wurde“, erklärten die Beamten des Public Security Bureau lakonisch seiner Frau, ohne auf ihre weiteren Fragen einzugehen.</p><p>Meycheh wurde in der Gemeinde Dopee, Bezirk Yadzi, TAP Tsoshar, Provinz Qinghai, geboren. Er studierte und forschte an der Nordwest-Minderheiten Universität. Später war er vorübergehend bei der Qinghai-Tibet Nachrichtenagentur angestellt. Meycheh schrieb auch für das verbotene Literaturmagazin „Shar-Dungri“ (Östlicher Schneeberg). Außerdem ist er der Autor einiger Bücher auf Tibetisch wie „Gye-Choe Gyang-Jel“ (Gedun Choepel von weitem gesehen) und „Me-sem Nying-top“ (Kraft des menschlichen Herzens). Er schrieb auch Online-Beiträge auf Blogs.</p><p>Maycheh, der den Ruf eines überaus produktiven Schriftstellers und klugen politischen Kommentators genießt, arbeitete zuletzt für den Volksverlag von Gansu. Die chinesischen Behörden haben es seit einiger Zeit besonders auf tibetische Intellektuelle abgesehen, deren Tätigkeiten sie genau verfolgen. Seit 2008 wurden über 65 tibetische Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, wie Schriftsteller, Künstler und Sänger festgenommen, unter Schlägen verhört und auf vielerlei Weise schikaniert. Einige wurden auch zu langen Haftstrafen verurteilt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/10/29/prominenter-junger-schriftsteller-in-qinghai-festgenommen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Die Sorgen von Chinas Bauern und Banken</title><link>http://tibetfocus.com/2011/10/17/die-sorgen-von-chinas-bauern-und-banken/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/10/17/die-sorgen-von-chinas-bauern-und-banken/#comments</comments> <pubDate>Mon, 17 Oct 2011 18:09:14 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7962</guid> <description><![CDATA[Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.11, von Chistian Geinitz - In der Krise zeigt auch China Schwächen. Am schwersten drücken die Kredit– und Inflationsrisiken, die Börsenflaute und der aufgeblähte Immobilienmarkt. An Schlaf ist nicht zu denken hier oben in der Tibetischen Hochebene. Ein beissender Wind pfeift durch das Nomadenzelt, am Tag hat es geschneit, kalter Tau legt [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.11, von Chistian Geinitz -</p><p>In der Krise zeigt auch China Schwächen. Am schwersten drücken die Kredit– und Inflationsrisiken, die Börsenflaute und der aufgeblähte Immobilienmarkt.</p><p>An Schlaf ist nicht zu denken hier oben in der Tibetischen Hochebene. Ein beissender Wind pfeift durch das Nomadenzelt, am Tag hat es geschneit, kalter Tau legt sich über das Deckenlager. Draussen schnauben und schmatzen die Yaks, völlig zu Recht heissen sie auch Grunzochsen. Keine Spur von nächtlicher Stille in der unendlichen Graslandschaft. Am schlimmsten aber ist die Höhe von fast 4000 Metern. Sie hält den Ungeübten wach, lässt die Schläfen pochen, verursacht Kopfschmerz und Übelkeit.</p><p>Landschaft und Klima sind rauh in der westchinesischen Provinz Qinghai, das Essen nicht minder. Am Abend hat die Hirtenfamilie ihren Gästen Zanba serviert, einen trockenen Gerstenbrei mit Kügelchen von Yakbutter. Dazu gab es Wiesenpilze und Tee, wiederum mit leicht vergorener Butter. Die dreissig Bergrinder sind das wichtigste Kapital der Familie. Sie liefern Fleisch, Milch, Wolle, der Dung dient zum Heizen und Kochen.</p><p>Qinghai, rund zweieinhalb Flugstunden westlich von Peking, gehört politisch zu China, kulturell aber zum angrenzenden Tibet. Die Provinz, von der weite Teile mehr als 4000 Meter hoch liegen, ist doppelt so gross wie Deutschland, hier leben aber nur so viele Einwohner wie in Dänemark. In den ländlichen Gebieten trifft man fast nur Tibeter oder Hui-Muslime, deren Männer Bärte tragen und weisse Kappen.</p><p>Lebensmittel 13,4 Prozent teurer</p><p>Jenseits der Baumgrenze ist Peking weit weg. Und doch sorgen sich hier oben viele Menschen um dieselben Dinge wie in den entwickelten Gebieten im Norden und Osten Chinas. Dazu gehört vor allem die Teuerung. Zwar hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise im September auf 6,1 Prozent abgeschwächt, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Aber Lebensmittel waren 13,4 Prozent teurer als vor einem Jahr. Das spüren die einfachen Menschen besonders, zum Beispiel in Zeku, einem grauen Handelsflecken viereinhalb Autostunden oberhalb der Provinzhauptstadt Xining. Hierher knattern die Hochlandnomaden auf ihren Motorrädern, früher kamen sie zu Pferd.</p><p>Auf einem matschigen Innenhof, der als Markt dient, laden sie ihre Waren ab. Einer öffnet einen Sack mit einem zentnerschweren Quader aus Yakbutter. Ein Käufer bohrt eine daumendicke Ahle in den gelben Block, zieht sie heraus, prüft Konsistenz und Geschmack. 17 Yuan soll das Pfund kosten, mehr als 1,90 Euro. Vor einem Jahr seien es nicht einmal 15 Yuan gewesen, mault der Kunde, 12 Prozent weniger. Der Verkäufer wiegelt ab, weist auf sein Motorrad. Der Benzinpreis sei hoch, sagt er, seine Weidegründe lägen weiter entfernt als früher.</p><p>In der Nähe des Marktes hat sich die Landwirtschaftsbank ABC niedergelassen. In ganz China betreut das staatliche Institut rund 320 Millionen Kunden. Selbst im Hochland unterhalten viele Bewohner Konten und Aktiendepots oder nehmen Kredite auf. Die Nomaden brauchten keine feste Adresse, sagt ein Mitarbeiter, solange sie einen gültigen Ausweis vorlegten. Auch unser Yakhirte und seine Frau haben ein Konto. Mit ihrem Ersparten und der staatlichen Kaufbeihilfe aus dem Konjunkturpaket konnten sie sich ein steppentaugliches Auto kaufen, für rund 50000 Yuan oder 5700 Euro.</p><p>50 Prozent der Immobilien überbewertet</p><p>Auch beim zweiten grossen Wunsch der meisten Chinesen, der eigenen Wohnung, hilft die Regierung. Das ist nötig, denn die Häuserpreise sind aus dem Ruder gelaufen. Getrieben von Spekulationen, gelten in den Städten bis zu 50 Prozent der Immobilien als überbewertet. Einen ähnlichen Wert erreichte der Markt in den Vereinigten Staaten, bevor er zusammenbrach. Würde die Blase auch in China platzen, hätte das gravierende Folgen für das Finanzsystem, die Wirtschaft und die Gemeindehaushalte, die von der Verpachtung oder Beleihung staatlicher Grundstücke abhängen.</p><p>Die Verwaltungen versuchen gegenzusteuern, mit erschwerten Kreditbedingungen für Spekulanten oder mit dem Bau von Sozialwohnungen. Im Hochland bieten sie Viehzüchtern, die sesshaft werden wollen, stark verbilligte Häuser an. Allein in Zeku entstehen 17000 solcher einstöckigen Einheiten. Sie kosten 48000 Yuan, wovon die Regierung den Löwenanteil trägt. Für den Rest erhalten die Nomaden einen Kredit der Staatsbank ABC.</p><p>Das Institut bietet auch Aktiengeschäfte an. Denn anders als in vielen westlichen Ländern sind in China auch Kleinsparer eifrige Börsenkunden. Offiziellen Angaben zufolge gibt es fast 138 Millionen Depots. Die Anleger werden derzeit doppelt gebeutelt, denn neben die Geldentwertung hat sich ein starker Kursverfall gesellt. Seit Jahresbeginn sind die Festlandindizes, der Shanghai Composite und der CSI 300, um 13 und 15 Prozent gefallen.</p><p>Ungewöhnlicher Schritt</p><p>Um sich den purzelnden Kursen entgegenzustellen, hat der Staat einen ungewöhnlichen Schritt unternommen. Zu Wochenbeginn stockte seine Finanzgesellschaft Central Huijin Investment ihre Beteiligung an den vier grössten Banken — darunter der ABC — um rund 200 Millionen Yuan (23 Millionen Euro) auf. Das sind zwar Kleckerbeträge, aber der Vertrauensbeweis verfehlte seine Wirkung nicht. Zumindest kurzfristig konnten die Banktitel an Wert zulegen.</p><p>Das Vorgehen unterstreicht die Bedeutung, die der Staat den Kreditinstituten für die Stabilität sowohl der Kapitalmärkte wie der Realwirtschaft beimisst. Zu Recht. Zum einen bilden die Banken ein Schwergewicht im Aktienhandel. Ihre Titel machen fast ein Drittel der gesamten Marktkapitalisierung im CSI 300 aus.</p><p>Zum Zweiten zwingen neue Eigenkapitalvorschriften die Institute zur Mittelaufnahme ausgerechnet in diesen schwachen Zeiten. Drittens schliesslich spiegelt die Anlegerzurückhaltung nicht etwa dürftige Unternehmenszahlen, sondern die Furcht der Investoren vor der Zukunft. Das ist bedenklich in einem Land, das von seinem grenzenlosen Wachstumsoptimismus lebt.</p><p>Schulden von mehr als 1200 Milliarden Euro</p><p>“Die Anleger reagieren allergisch”, sagt der Chef der China Merchants Bank, Ma Weihua, dieser Zeitung. “Unser Börsenwert ist geringer als unser Nettovermögen.” Die Zweifel der Investoren mögen übertrieben sein, sind aber nicht unbegründet. Denn in Chinas Kreditwirtschaft schlummert manche Gefahr. Angetrieben von ihren staatlichen Eigentümern und unterstützt von der Niedrigzinspolitik der Zentralbank, haben die Banken zur Krisenabwehr so viel Geld verliehen wie nie zuvor. Die Rede ist von mindestens 1400 Milliarden Euro. Chinas gesamte Wirtschaftsleistung beträgt etwa 4500 Milliarden Euro im Jahr.</p><p>Jetzt fürchten die Aktionäre, dass das Geld nicht vollständig zurückkommt. Als besonders ausfallgefährdet gelten die Finanzvehikel der Gemeinden, die den Grossteil des Konjunkturpakets stemmen mussten. Insgesamt sind dort Schulden von mehr als 1200 Milliarden Euro aufgelaufen, etwa die Hälfte davon seit 2008.</p><p>In Qinghai kann man sehen, wofür das Geld ausgegeben wird: für Zukunftsvorhaben, die noch überdimensioniert sind, die aber wichtige Wachstumsperspektiven bieten. Mit einem Milliardenaufwand wird derzeit die Strasse zwischen Xining und Zeku ausgebaut. Bis in die Stadt Tongren auf halbem Weg soll sogar eine Autobahn führen. Das erste Teilstück mit gewaltigen Tunneln ist schon in Betrieb. “Wenn wir fertig sind, können auch Touristenbusse und Lastwagen schneller in die Berge fahren”, sagt der Bauleiter an einer Talbrücke. “Das bringt der Region sicher einen Schub.”</p><p>Fortsetzung des „Go-West-Programms“</p><p>Darauf setzen auch die Bewohner von Tongren und Umgebung. Der kleine Vorort Sengeshong mit seinen zwei buddhistischen Klöstern lebt vom Verkauf religiöser Rollbilder, der sogenannten Thangkas. Neben den Gläubigen interessierten sich dafür auch immer mehr Sammler und Souvenirkäufer, berichten die Mönche und Laien. “Je besser die Strassen sind, umso besser läuft natürlich der Verkauf”, sagt der Thangka-Maler Kan Zhu.</p><p>Wie hilfreich eine gute Infrastruktur ist, haben die Künstler schon gemerkt, als sie ans Internet und Mobilfunknetz angeschlossen wurden. Sogar die Mönche haben in ihren purpurnen Gewändern ein Handy stecken, nicht selten ein iPhone. “Bestellungen gehen jetzt einfacher als früher”, sagt Kan Zhu. Er verkauft drei grossformatige Bilder im Jahr, jedes für 20 000 Yuan (2300 Euro).</p><p>Der Nachholbedarf in Westchina, wie er sich in Qinghai zeigt, ist einer der grossen Garanten für Chinas Wachstum. Das schwächt sich zwar ab, dürfte aber weiterhin 8 Prozent im Jahr betragen, mehr als in allen anderen grossen Volkswirtschaften. Der neue Fünfjahresplan sieht eine Fortsetzung des “Go-West-Programms” vor, von dem 340 Millionen Einwohner profitieren — mehr als in den Vereinigten Staaten. In den vergangenen zehn Jahren sind bereits 330 Milliarden Euro in das chinesische Hinterland geflossen, besonders viel seit 2009. Damals musste China Millionen Wanderarbeiter in Lohn und Brot bringen, die in der Exportkrise ihre Stellen verloren hatten.</p><p>Die Chancen von morgen</p><p>Die Politik des Füllhorns zahlt sich aus. Seit Jahren wachsen die Westprovinzen schneller als die Industriehochburgen am Jangtse– und Perlflussdelta. In Qinghai etwa stieg das BIP 2010 um mehr als 15 Prozent, das war der höchste Wert seit Beginn der Öffnungspolitik vor 30 Jahren. Noch immer freilich ist die Provinz eine der ärmsten in China. Im Export, einem der Haupttreiber der Wirtschaft, liegt sie an letzter Stelle, beim Bruttoinlandsprodukt an vorletzter. Doch in dieser Rückständigkeit liegen die Chancen von morgen. Berechnungen von McKinsey zufolge wächst bis 2020 in 600 Städten die Kaufkraft auf den heutigen Wert in Schanghai heran; darunter sind viele urbane Zentren in Westchina.</p><p>Nach Zahlen des Forschungsinstituts CAss arbeiten sich jedes Jahr 30 Millionen Menschen in die Mittelschicht vor. Das entspricht der Bevölkerung Kanadas. Schon heute existieren in China etwa 160 Millionenstädte, mehr als doppelt so viele wie in Europa und den Vereinigten Staaten zusammen. Bis 2020 könnten es 200 werden. Bis 2015 sieht der Fünfjahresplan den Bau von 36 Millionen Wohnungen und 30 000 Krankenhäusern vor.</p><p>Dieser Fortschritt erreicht langsam, aber sicher auch das Tibetische Hochland. Am Leben der Yaks wird sich dadurch nicht viel ändern, wohl aber an dem ihrer Herren. Unser Gastgeber hat sich in der Nähe von Zeku bereits ein kleines Haus gebaut, das er mit seinem neuen Allradfahrzeug aus der Steppe schnell erreicht. Das zugige Zelt aus Yakwolle braucht er künftig nicht mehr.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/10/17/die-sorgen-von-chinas-bauern-und-banken/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Tibet Airlines übernimmt erste A319 und fliegt zum Mt. Kailash.</title><link>http://tibetfocus.com/2011/07/04/tibet-airlines-ubernimmt-erste-a319-und-fliegt-zum-mt-kailash/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/07/04/tibet-airlines-ubernimmt-erste-a319-und-fliegt-zum-mt-kailash/#comments</comments> <pubDate>Mon, 04 Jul 2011 14:50:42 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7586</guid> <description><![CDATA[Aiport Zentrale, 2.7.11 - Tibet Airlines, eine neu gegründete chinesische Fluggesellschaft mit Sitz in Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet, hat ihren ersten Airbus A319 übernommen und ist damit zum jüngsten Airbus-Betreiber in China geworden. Der Single-Aisle-Jet ist das erste Flugzeug aus einer Order über drei A319 vom Mai 2010. Die A319 für Tibet [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Aiport Zentrale, 2.7.11 -<br /> Tibet Airlines, eine neu gegründete chinesische Fluggesellschaft mit Sitz in Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet, hat ihren ersten Airbus A319 übernommen und ist damit zum jüngsten Airbus-Betreiber in China geworden. Der Single-Aisle-Jet ist das erste Flugzeug aus einer Order über drei A319 vom Mai 2010. Die A319 für Tibet Airlines hat eine Zweiklassenkonfiguration für 128 Passagiere mit acht Premium Class– und 120 Economy-Class Sitzen erhalten. Sie fliegt mit CFM56-5B Triebwerken.</p><p>Tibet Airlines wird mit seinen Flugzeugen die höchstgelegenen Flughäfen der Welt bedienen, wie Ali Kunsha in Tibet (Ngari(Ali) Kunsha Airport liegt auf 4’274 m.ü.M.in der Nähe des heiligen Berges Kailash in Westtibet. Anm. Redaktion). Zudem werden Lhasa und weitere regionale Ziele von Beijing und Chengdu aus mit RNP-AR-Verfahren (Required Navigation Performance Authorisation Required) angeflogen.</p><a href='http://tibetfocus.com/2011/07/04/tibet-airlines-ubernimmt-erste-a319-und-fliegt-zum-mt-kailash/tibetairlinesa319/' title='TibetAirlinesA319'><img width="150" height="150" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/07/TibetAirlinesA319-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="TibetAirlinesA319" title="TibetAirlinesA319" /></a> <a href='http://tibetfocus.com/2011/07/04/tibet-airlines-ubernimmt-erste-a319-und-fliegt-zum-mt-kailash/alikunshaairport/' title='AliKunshaAirport'><img width="150" height="136" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/07/AliKunshaAirport-150x136.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="AliKunshaAirport" title="AliKunshaAirport" /></a><p>Diese derzeit modernste Navigationstechnik ermöglicht Flüge auf exakt vorherbestimmten Routen mit Hilfe der bordeigenen Navigationssysteme und des globalen Satellitennavigationssystems GNss auf GPS-Basis. RNP-AR ist besonders wichtig für Betreiber mit Operationsbasen in grosser Höhe über dem Meer. Tibet Airlines hat Quovadis als strategischen Partner für seinen RNP-AR-Betrieb ausgewählt.</p><p>„Ich bin sicher, dass wir unseren Fluggästen dank der erwiesenen Höhenleistung der A319 höchsten Komfort auf den höchsten Flugrouten der Welt bieten werden“, sagte Xu Bo, Chairman von Tibet Airlines. „Wir wollen ein regionales Streckennetz aufbauen, das alle zivilen Flugplätze des Autonomen Gebiets Tibet miteinander verknüpft.“</p><p>„Wir fühlen uns sehr geehrt, mit unseren modernen A319-Flugzeugen zur Entwicklung der Verkehrsluftfahrt im Hochland Tibets beizutragen und begrüssen Tibet Airlines herzlich als neuen Betreiber“, sagte Laurence Barron, President von Airbus China. „Mehr als 85 Prozent der kommerziellen Flüge von und nach Tibet werden schon heute mit Airbus-Flugzeugen durchgeführt. Wir freuen uns, dass dieser Anteil mit den RNP-tauglichen A319 von Tibet Airlines nun noch grösser wird.“</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/07/04/tibet-airlines-ubernimmt-erste-a319-und-fliegt-zum-mt-kailash/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Kurze Videosequenz aus Tibet enthüllt die grosse Sehnsucht der Tibeter nach der Rückkehr des Dalai Lama</title><link>http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/#comments</comments> <pubDate>Mon, 13 Jun 2011 23:06:45 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7431</guid> <description><![CDATA[www.tibet.net, www.phayul.org, 7. Juni 2011 - Ein neues Video ist aufgetaucht, das eine Gruppe tibetischer Mönche zeigt, die am 8. Mai 2010 in Nyagrong) in der osttibetischen Provinz Kham demonstrierten. Der Bezirk Nyagrong (chin. Xinlong xian), TAP Kardze, Provinz Sichuan, weist einen großen Bevölkerungsanteil chinesischer Zuwanderer auf. Vier Mönche riefen bei ihrer spontanen friedlichen Protestaktion [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>www.tibet.net, www.phayul.org, 7. Juni 2011 -<br /> Ein neues Video ist aufgetaucht, das eine Gruppe tibetischer Mönche zeigt, die am 8. Mai 2010 in Nyagrong) in der osttibetischen Provinz Kham demonstrierten. Der Bezirk Nyagrong (chin. Xinlong xian), TAP Kardze, Provinz Sichuan, weist einen großen Bevölkerungsanteil chinesischer Zuwanderer auf.</p><p>Vier Mönche riefen bei ihrer spontanen friedlichen Protestaktion „Lang lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama“, „Unabhängigkeit für Tibet“ und „Ladet Seine Heiligkeit den Dalai Lama nach Tibet ein“!</p><p>Sie wurden identifiziert als Apo Tashi, 22, Tsering Gyaltsen, 19, und Tsering Wangchuk, 22, aus dem Kloster Guru, sowie Rigzin Dorjee aus dem Kloster Jamjor.</p><p><a rel="attachment wp-att-7432" href="http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/3monchsprotestsnyakrongeast-tibet5/"><img class="alignleft size-full wp-image-7432" title="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet5" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/06/3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet5.jpg" alt="3 junge Tibeter protestieren in Osttibet" width="640" height="480" /></a></p><p>Der <a title="Video 3 junger Tibeter in Ngagrong" href="http://tibetonline.tv/videos/664/peaceful-protest-by-three-young-tibetans-from-ngagrong,-tibet" target="_blank">dreiminütige Clip zeigt, wie die Mönche die tibetische Nationalflagge schwenkend durch die Straßen von Nyagrong</a> laufen, während sie Parolen skandieren, in denen sie die Unabhängigkeit fordern, und Flugblätter in die Luft werfen. Man sieht, dass sie die Chuba, die traditionelle tibetische Kleidung tragen, wie sie über die Brücke über den Nyagchu Fluss laufen und dabei immer wieder „Kyi hi hi“ schreien, ein alter tibetischer Schlachtruf, der die Leute ermuntern soll, sich erfolgreich zu widersetzen (1).</p><p>Es dauerte nicht lange, bis die Sicherheitskräfte anrückten, um die Protestierenden festzunehmen. Unter dem Schutz Ortsansässiger gelang es dreien der Mönche, auf Motorrädern zu entkommen. Ein weiterer Mönch, der Bilder von der Protestaktion machte, hatte Pech, denn sein Motorrad versagte ihm den Dienst und er wurde festgenommen Seitdem fehlt jede Spur von den vier Mönchen (2).</p><p>Ein junger Tibeter, Phuntsok Choephel, aus Dharamsala kommentierte, es sei zutiefst bewegend, daß man ein solches Zeugnis der Tapferkeit der Tibeter in Tibet erhalten habe. „Der Mut und die Entschlossenheit der Mönche sind beispielhaft. Sie wissen doch, daß sie jeden Augenblick erschossen und getötet werden können, trotzdem ist es einfach mitreissend, wie sie so unbefangen und begeistert demonstrieren“.</p><p>Wie überall in Tibet erlebte auch die Gegend von Nyagrong 2008 viele friedliche Protestaktionen. Die Bewohner der niedriger gelegenen Teile von Nyagrong machten ihrem Unmut gegen die ihnen aufgezwungene patriotische Erziehung Luft, während die Bewohner der höher gelegenen Teile aus Protest die Bestellung ihrer Felder einstellten. Viele wurden festgenommen, weil sie sich den Anordnungen der Behörden nicht fügen wollten.</p><p>Ein Mann namens Pema Yeshi wurde mit einem 2jährigen Vollstreckungsaufschub zum Tode verurteilt, weil er im März 2009 angeblich Druckschriften verteilt und angeklebt haben soll. Zwei andere Tibeter, Sonam Gonpo und Tsangtsog wurden zu lebenslänglicher Haft bzw. 16 Jahren Gefängnis verurteilt (3).</p><p>Als die Bewohner von Kyachue Thangkya im April 2009 erneut protestierten, schossen die Sicherheitskräfte auf sie. 2009 und 2010 protestierten die Bewohner von Khawa Lungri gegen die Ausbeutung der Bodenschätze an einem ihnen heiligen Berg.</p><p>(1)  <a href="http://tibetonline.tv/videos/664/peaceful-protest-by-three-young-tibetans-from-ngagrong,-tibet" target="_blank">Video hier ansehen</a></p><p>(2) <a href="http://www.flexform.de/pmyobais" target="_blank">Tibet Post International veröffentlichte sehr gute Bilder dieser Protestaktion</a></p><a href='http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/3monchsprotestsnyakrongeast-tibet4/' title='3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet4'><img width="150" height="150" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/06/3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet4-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet4" title="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet4" /></a> <a href='http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/3monchsprotestsnyakrongeast-tibet3/' title='3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet3'><img width="150" height="150" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/06/3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet3-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet3" title="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet3" /></a> <a href='http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/3monchsprotestsnyakrongeast-tibet/' title='3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet'><img width="150" height="150" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/06/3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet" title="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet" /></a> <a href='http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/3monchsprotestsnyakrongeast-tibet5/' title='3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet5'><img width="150" height="150" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/06/3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet5-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="3 junge Tibeter protestieren in Osttibet" title="3MonchsProtestsNyakrongEast-Tibet5" /></a><p>(3) 26. Februar 2010, <a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/TodesurteileNyarong_26.2.html" target="_blank">„Drei Tibeter in Nyarong zum Tode mit Bewährung, zu lebenslang und zu 16 Jahren verurteilt“</a></p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/06/14/kurze-videosequenz-aus-tibet-enthullt-die-grose-sehnsucht-der-tibeter-nach-der-ruckkehr-des-dalai-lama/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>60 Jahre Siebzehn-Punkte-Abkommen: China gibt seine Invasion Tibets als „Befreiung“ aus</title><link>http://tibetfocus.com/2011/05/29/60-jahre-siebzehn-punkte-abkommen-china-gibt-seine-invasion-tibets-als-%e2%80%9ebefreiung%e2%80%9c-aus/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2011/05/29/60-jahre-siebzehn-punkte-abkommen-china-gibt-seine-invasion-tibets-als-%e2%80%9ebefreiung%e2%80%9c-aus/#comments</comments> <pubDate>Sun, 29 May 2011 13:20:30 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=7284</guid> <description><![CDATA[Department of Information and International Relations, www.tibet.net, 23. Mai 2011 - Am 23. Mai 2011 jährte sich die Unterzeichnung des sogenannten 17-Punkte-Abkommens zwischen der VR China und Tibet zum 60. Mal. Dieses kontroverse Dokument wurde den Tibetern gegen ihren Willen aufgezwungen und zwar unter der Drohung, daß ihr Land im Falle einer Nichtunterzeichnung militärisch angegriffen [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Department of Information and International Relations, www.tibet.net, 23. Mai 2011 -<br /> Am 23. Mai 2011 jährte sich die Unterzeichnung des sogenannten 17-Punkte-Abkommens zwischen der VR China und Tibet zum 60. Mal. Dieses kontroverse Dokument wurde den Tibetern gegen ihren Willen aufgezwungen und zwar unter der Drohung, daß ihr Land im Falle einer Nichtunterzeichnung militärisch angegriffen würde.</p><p>Seine Heiligkeit der Dalai Lama bemühte sich trotz der Tatsache, daß Tibet zu der Unterzeichnung genötigt worden war, nach besten Kräften, das Abkommen zu einzuhalten. Doch es war die chinesische Regierung, die es verletzte, indem sie mittels brutaler Gewalt jede Spur von Tibet und der Identität des tibetischen Volkes systematisch zu vernichten suchte. Der beispiellose Volksaufstand der Tibeter gegen die Repression Chinas 1959 war das Letzte, was noch gefehlt hatte, und führte zum Massaker von Zehntausenden von Tibetern und der Flucht Seiner Heiligkeit des Dalai Lama.</p><p>Kaum hatte er das Exil erreicht, wies Seine Heiligkeit der Dalai Lama am 18. April 1959 das Abkommen formell zurück.</p><p><a rel="attachment wp-att-7287" href="http://tibetfocus.com/2011/05/29/60-jahre-siebzehn-punkte-abkommen-china-gibt-seine-invasion-tibets-als-%e2%80%9ebefreiung%e2%80%9c-aus/17punkteabkommen/"><img class="aligncenter size-full wp-image-7287" title="17punkteAbkommen" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2011/05/17punkteAbkommen.jpg" alt="17 Punkte Abkommen" width="482" height="320" /></a></p><p>Hugh Richardson, der als der letzte Repräsentant Großbritanniens in Tibet und als der erste des unabhängigen Indiens insgesamt neun Jahre in Tibet weilte, brachte in seinem Buch „Tibet und seine Geschichte“ die Sache auf den Punkt: „Dieses lange, tendenziöse Manifest, das als Präambel zu dem Abkommen dient, und das die Chinesen nutzten, um die Geschichte zu verfälschen und den Einsatz von Gewalt zu rechtfertigen, kann trotzdem nicht verbergen, daß Tibet bis vor kurzem ein eigenes Staatsgebilde war“.Hugh Richardson sagte, die chinesische Regierung habe vor und während der Invasion Tibets „viel Propaganda über die Befreiung der tibetischen Leibeigenen von den unterdrückerischen Grundherren und über die Neuverteilung von Grund und Boden“ gemacht.</p><p>In der Tat war es die chinesische Regierung, die die Pläne Seine Heiligkeit des 14. Dalai Lama, weitreichende administrative und Landreformen einzuführen, hintertrieb. Er schlug vor, daß alle großen Grundbesitzungen von Klöstern und Einzelpersonen vom Staat erworben und an die Kleinbauern verteilt werden sollten. Er rief einen speziellen Reformausschuß ins Leben, der den Bauern die Last der Grundsteuer erleichtern sollte.</p><p>Später machte der Kommunistische Parteisekretär Hu Yaobang deutlich, daß die hochgepriesene Entwicklung, die China Tibet angeblich gebracht habe, reine Propaganda war. Nachdem er sich 1980 selbst von dem Ausmaß der Armut in Zentraltibet überzeugen konnte, forderte er, daß der Lebensstandard wieder auf die Höhe von vor 1959 gebracht werden sollte.</p><p>Die spontanen friedlichen Demonstrationen Ende der achtziger Jahren und die von 2008, die alle drei Provinzen Tibets erschütterten, zeugen von der Verbitterung und dem tiefsitzenden Groll, den die Tibeter in Tibet während der Jahrzehnte der Mißwirtschaft Chinas angesammelt haben.</p><p>Doch China meint, auch weiterhin mit der Entwicklung in Tibet und dem glücklichen Leben der Tibeter auftrumpfen zu können. Angesichts all der Berichte über die Menschenrechtsverletzungen, die derzeit in Tibet und besonders im Kloster Kirti in Ngaba vorkommen, muß China nun endlich internationale Medien und Ermittlungskommissionen in Ngaba zulassen.</p><p>Aber betrüblicherweise benutzt China den Jahrestag, um auf seine „Errungenschaften“ in Tibet hinzuweisen, um dann damit die fortgesetzte Okkupation Tibets zu rechtfertigen.</p><p>Mit welchem Tamtam auch immer China den Jahrestag dieses berüchtigten Abkommens begehen wird, so ist es doch eine offenkundige Tatsache, daß der Kampf des tibetischen Volkes um eine bessere Zukunft im Laufe dieser 60 Jahre immer mehr zugenommen hat. Die Feier des 60jährigen Bestehens dieses Abkommens wird die an dem tibetischen Volk von der Besatzungsmacht begangenen Grausamkeiten gewiß nicht abwaschen.</p><p>60 Jahre nach der sogenannten friedlichen Befreiung Tibets setzen die Tibeter immer noch ihr Leben aufs Spiel, und fliehen über die höchsten Berge der Welt, um in die Freiheit zu gelangen. Dies zeigt deutlich, daß die Tibetfrage für das tibetische Volk gewiß noch lange nicht erledigt sein wird. Ihr Kampf dafür, Tibets Religion, Kultur, Sprache und Umwelt zu erhalten und in ihrem eigenen Land in Würde und Freiheit leben zu können, wird an Kraft eher noch zunehmen.</p><p>Im Namen der zweiten Allgemeinen Tibetischen Nationalversammlung 2011, am 23. Mai 2011, in Dharamsala.</p><p>International Tibet Network (ITN), London, veröffentlichte in Anlehnung an die 17 Punkte des Abkommens einen Bericht von 17 „Punkten der Unstimmigkeit“, der in 17 Kategorien die Mißstände in Tibet in Stichworten wiedergibt. Hier die <a href="http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ftc/2011/17Kontroversepunkte.html" target="_blank">deutsche Übersetzung</a> .</p><p>Dort gibt es auch pdf-Dateien des von ITN formatierten englischen und des deutschen Textes zum Download.</p><p>In einer attraktiven Darstellung mit vielen Bildern gibt es diesen Bericht (englisch) auf zwei neuartigen, hochkomplizierten Seiten unter<br /> <a href="http://www.ChinasFailedTibetPolicies.org" target="_blank">www.ChinasFailedTibetPolicies.org</a> ,     <a href="http://www.17PointsofDisagreement.org" target="_blank">www.17PointsofDisagreement.org</a></p><p>Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2011/05/29/60-jahre-siebzehn-punkte-abkommen-china-gibt-seine-invasion-tibets-als-%e2%80%9ebefreiung%e2%80%9c-aus/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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