<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>tibetfocus.com &#187; Welt</title> <atom:link href="http://tibetfocus.com/category/welt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://tibetfocus.com</link> <description></description> <lastBuildDate>Tue, 27 Jul 2010 14:29:21 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=abc</generator> <item><title>Kosovo als Hoffnung? Die Möchtegern-Nationen unseres Planeten</title><link>http://tibetfocus.com/2010/07/27/kosovo-als-hoffnung-die-mochtegern-nationen-unseres-planeten/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/07/27/kosovo-als-hoffnung-die-mochtegern-nationen-unseres-planeten/#comments</comments> <pubDate>Mon, 26 Jul 2010 22:06:39 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Autonomie]]></category> <category><![CDATA[Kosovo]]></category> <category><![CDATA[Pö Rangzen]]></category> <category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=6194</guid> <description><![CDATA[Financial Times Deutschland, 23.7.10, von Stefan Schaaf - Das Kosovo-Urteil des Internationalen Gerichtshofs nährt die Furcht vieler Staaten vor Separatismus innerhalb ihrer Grenzen. Das schürt Konflikte, die eigentlich lösbar wären. In San Sebastian und in Barcelona achtete man am Donnerstag sehr genau auf das Verdikt der 15 Richter des Internationalen Gerichtshofs (IGH). “Wenn der Gerichtshof [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Financial Times Deutschland, 23.7.10, von Stefan Schaaf -<br /> Das Kosovo-Urteil des Internationalen Gerichtshofs nährt die Furcht vieler Staaten vor Separatismus innerhalb ihrer Grenzen. Das schürt Konflikte, die eigentlich lösbar wären.</p><p><a rel="attachment wp-att-6197" href="http://tibetfocus.com/2010/07/27/kosovo-als-hoffnung-die-mochtegern-nationen-unseres-planeten/pinchtibetkosovo/"><img class="aligncenter size-full wp-image-6197" title="PinCHTibetKosovo" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2010/07/PinCHTibetKosovo.jpg" alt="PinSchweiz-Kosovo-Tibet" width="360" height="266" /></a></p><p>In San Sebastian und in Barcelona achtete man am Donnerstag sehr genau auf das Verdikt der 15 Richter des Internationalen Gerichtshofs (IGH). “Wenn der Gerichtshof die Unabhängigkeit des Kosovo absegnet, ist keine Grenze in der Region oder der Welt mehr sicher”, warnte Serbiens Außenminister Vuk Jeremic in Den Haag. Auch Spanien sieht das so und befürchtet, das Beispiel Kosovo könnte die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen oder Basken beflügeln. Aus diesem Grund hat Madrid — anders als 69 Staaten der Erde — die Unabhängigkeit des Kosovo bis heute nicht anerkannt.</p><p>Die Katalanen wären froh, selbst über ihre Geschicke und vor allem über ihr Steueraufkommen bestimmen zu können. Die spanische Regierung ist ihnen bereits sehr weit entgegengekommen, zuletzt im erweiterten Autonomiestatut von 2006.</p><p>Manche Experten sprechen schon von einer Fragmentierung der Welt. 192 Nationalstaaten sind heute in der Uno vertreten und ihre Zahl ist in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gewachsen, vor allem durch den Zerfall Jugoslawiens und der Sowjetunion. An sein Ende gelangt ist dieser Prozess noch nicht: Abchasien, Südossetien, Transnistrien oder Bergkarabach haben sich einseitig abgenabelt. In diesen Territorien leben ethnische Minderheiten, die wie auch die Tibeter in China oder die Tamilen in Sri Lanka den Verlust ihrer kulturellen Eigenheit befürchten, wenn sie sich als Minderheit in ein fremdes Staatsgebilde einfügen sollen. Für sie muss die Lösung nicht Unabhängigkeit heißen, eine weitgehende Autonomie würde sie zufriedenstellen.</p><p>Allerdings sind ihre Mutterstaaten auch dazu nicht bereit. Vor allem in Afrika und im Nahen Osten hinterließen die Kolonialmächte oft willkürliche Grenzen, die unterschiedliche Volksgruppen unter das Dach eines Nationalstaats zwangen — ein sicherer Weg, um langwierige Konflikte zu schüren. Oder sie verteilten ein Volk wie die Kurden auf vier Staaten. Auch das ging nicht gut.</p><p>Tibeter und Tamilen, Basken und Belutschen können zwar auf ihr Recht auf Selbstbestimmung pochen. Aber es gibt bis heute keine internationale Instanz, die es für sie verbindlich durchsetzen könnte. Auch im Fall des Kosovo verzichtete der IGH auf allgemeingültige Aussagen. “Der Kosovo ist ein einzigartiger Fall”, befanden die Richter.</p><p>Mitarbeit: Teresa Goebbels, Claus Hecking, Behrang Samsami</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/07/27/kosovo-als-hoffnung-die-mochtegern-nationen-unseres-planeten/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Tibetische Medizin: Gefahr für den Fortbestand der Parallelwelt</title><link>http://tibetfocus.com/2010/06/03/tibetische-medizin-gefahr-fur-den-fortbestand-der-parallelwelt/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/06/03/tibetische-medizin-gefahr-fur-den-fortbestand-der-parallelwelt/#comments</comments> <pubDate>Thu, 03 Jun 2010 21:30:01 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[PADMA AG]]></category> <category><![CDATA[Tibetische Medizin]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5890</guid> <description><![CDATA[Der Standard, 2.6.10, von Doris Griesser - Die Medizin ist nicht nur Symbol für die tibetische Kultur, sie ist auch der wichtigste Wirtschaftsfaktor und ein politisches Instrument der Exiltibeter. Forscher warnen vor wachsender Kommerzialisierung. Im medizinischen Supermarkt ist die tibetische Medizin ein boomender Sektor. Immer mehr Ärzte, Wellnesseinrichtungen und buddhistische Zentren haben auch tibetische Gesundheitsberatung [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Standard, 2.6.10, von Doris Griesser -<br /> Die Medizin ist nicht nur Symbol für die tibetische Kultur, sie ist auch der wichtigste Wirtschaftsfaktor und ein politisches Instrument der Exiltibeter.</p><p>Forscher warnen vor wachsender Kommerzialisierung.</p><p>Im medizinischen Supermarkt ist die tibetische Medizin ein boomender Sektor. Immer mehr Ärzte, Wellnesseinrichtungen und buddhistische Zentren haben auch tibetische Gesundheitsberatung im Angebot, und die Nachfrage steigt.</p><p>“Dieses Phänomen lediglich als Rückbesinnung auf traditionelle Formen der Medizin zu deuten greift viel zu kurz”, ist der Medizinanthropologe Stephan Kloos von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften überzeugt. Sein Fazit nach jahrelanger Feldforschung in Indien, den USA und Österreich: “Die tibetische Medizin ist nicht nur der wichtigste Wirtschaftsfaktor im tibetischen Exil, sondern spielt auch eine zentrale Rolle im Kampf der Exiltibeter um Identität.”</p><p>Ungefähr 120.000 Tibeter leben zurzeit im Exil, die meisten von ihnen in Indien. Gleich nach der großen Flüchtlingswelle 1959, als die Tibeter gegen die chinesischen Besatzer rebellierten, setzte der Dalai Lama Strategien zur Rettung der tibetischen Kultur im Exil um: Man versammelte die Flüchtlinge möglichst konzentriert in größeren Siedlungen und versuchte, das tibetische Schulsystem und die wichtigsten Klöster wieder aufzubauen. “Damit wurde eine Art Parallelwelt zum besetzten Tibet konstruiert”, berichtet Stephan Kloos.</p><p>Ausgangspunkt seiner vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Studie war die unter Exil-Tibetern häufige Aussage, dass es die wichtigste Aufgabe der tibetischen Medizin sei, die tibetische Kultur zu bewahren. Da die Tibeter über keinen eigenen Staat mehr verfügen, ist die Kultur — spinnt man diesen Gedanken weiter — und damit auch die Medizin die Basis für ihren Fortbestand als Nation auch im Exil. Wie aber kann eine traditionelle medizinische Schule so etwas leisten? Kommt es hier nicht zwangsläufig zu Widersprüchen zwischen kulturellen, religiösen, politischen und medizinischen Anforderungen? Fragen, die immerhin zur bislang umfassendsten ethnografischen Studie tibetischer Medizin außerhalb Tibets führten.</p><p>Generell wird die tibetische Medizin vor allem von Exiltibetern mit tibetischer Kultur und diese wiederum mit buddhistischer Ethik gleichgesetzt. Die Medizin steht daher auch für zentrale buddhistische Werte wie Altruismus und Mitgefühl und muss damit den Spagat zwischen ihrer fortschreitenden Kommerzialisierung und dem von ihr geforderten Bewahren dieser Werte schaffen.</p><p>Mehr Profitorientierung</p><p>Eine gefährliche Gratwanderung, die von den Tibetern selbst heftig diskutiert wird. “Die Profitorientierung ihrer Medizin wird zurzeit als größere Gefahr gesehen als die chinesische Regierung”, weiß Stephan Kloos aus seinen umfangreichen Recherchen, die ihn eineinhalb Jahre lang auch an die wichtigste Institution der tibetischen Medizin führte — das Men-Tsee-Khang im indischen Dharamsala. Mit seinen über 50 Kliniken in ganz Südasien macht dieses medizinische Zentrum einen jährlichen Gewinn von bis zu 350.000 Euro. “Das klingt wenig, ist für exiltibetische Verhältnisse aber sehr viel”, weiß der Anthropologe.</p><p>Einer zu starken Profitorientierung versucht das Men-Tsee-Khang entgegenzuwirken, indem es die Gewinne für Forschung, Ausbildung, neue Kliniken und Abgaben an die tibetische Exilregierung verwendet. Problematischer wird von vielen die Ökonomisierung der tibetischen Medizin vor allem im Westen oder durch private Ärzte in Indien gesehen.</p><p>Als schlimmstes Negativbeispiel wird aber meist die Situation in Tibet selbst herangezogen, wo die tibetische Medizin von chinesischen Geschäftsleuten mittlerweile völlig verkommerzialisiert sei. Von den pharmazeutischen Betrieben, welche die Heilkräuter produzieren, sei nicht einmal mehr die Hälfte in tibetischer Hand. Im Exil dagegen konnte das Men-Tsee-Khang die Integrität der tibetischen Medizin relativ lange wahren. Bis in die 1990er-Jahre hatte diese mit dem Dalai Lama in enger Verbindung stehende Institution quasi ein Monopol auf die tibetische Medizin. “Von dort”, so Stephan Kloos, “ist auch ihre weltweite Verbreitung ausgegangen, dort wurden die Ärzte ausgebildet, die Medikamente hergestellt und Modernisierungen vorgenommen.”</p><p>Organisierte Mediziner</p><p>Da tibetische Medizin sowohl im Westen als auch in Asien immer beliebter wird und beträchtliche Verdienstmöglichkeiten eröffnet, gibt es immer mehr Ärzte, die tibetische Medizin auch außerhalb der Men-Tsee-Khang-Kliniken praktizieren. Seit 2004 sind diese Mediziner im “Central Council of Tibetan Medicine” auch politisch organisiert. Damit werden die akuten Fragen der tibetischen Medizin — Wie wollen wir sie regulieren und standardisieren? Welche Forschungen sollen durchgeführt werden? Wo ziehen wir die Linie zum kommerziellen Ausverkauf? — erstmals auch von Playern außerhalb des Men-Tsee-Khang mitentschieden.</p><p>Was bedeutet das für die tibetische Medizin? “Die Tendenz geht in Richtung Pluralismus. Der Einfluss des Men-Tsee-Khang geht zurück, auch wenn es immer noch der wichtigste Akteur der tibetischen Medizin im Exil ist”, sagt Kloos. “Dadurch wird es aber auch zu einer stärkeren Verwässerung kommen. Strömungen innerhalb der tibetischen Medizin, die sich noch intensiver dem New-Age-Sektor, dem Wellness-Bereich oder anderen westlichen Gesundheitsmoden anzupassen versuchen, werden vermutlich zunehmen.”</p><p>Die wachsende Kommerzialisierung wiederum wird mehr jene Ärzte anlocken, die vor allem auf materiellen Gewinn aus sind. “Damit ist aber die Gefahr verbunden, dass die tibetische Medizin ihre Funktion als Träger der tibetischen Kultur und damit ihre politische Wirksamkeit verliert”, befürchtet der Anthropologe.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/06/03/tibetische-medizin-gefahr-fur-den-fortbestand-der-parallelwelt/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Kontinentalplatte bohrt sich in Asien</title><link>http://tibetfocus.com/2010/04/15/kontinentalplatte-bohrt-sich-in-asien/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/04/15/kontinentalplatte-bohrt-sich-in-asien/#comments</comments> <pubDate>Thu, 15 Apr 2010 20:15:50 +0000</pubDate> <dc:creator>TR</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Erdbeben Kontinentalplatten]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5712</guid> <description><![CDATA[5–6 cm pro Jahr Kontinentalplatte bohrt sich in Asien Das jüngste Erdbeben in China entstand durch eine Plattenverschiebung. Das schwere Erdbeben in Nordwestchina ist durch die Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden verursacht worden. Das sagte der Potsdamer Seismologe Rainer Kind am Mittwoch. “Der indische Subkontinent bohrt sich seit 50 Millionen Jahren mit einer Geschwindigkeit [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>5–6 cm pro Jahr<br /> Kontinentalplatte bohrt sich in Asien<br /> Das jüngste Erdbeben in China entstand durch eine Plattenverschiebung.<br /> Das schwere Erdbeben in Nordwestchina ist durch die Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden verursacht worden. Das sagte der Potsdamer Seismologe Rainer Kind am Mittwoch. “Der indische Subkontinent bohrt sich seit 50 Millionen Jahren mit einer Geschwindigkeit von fünf bis sechs Zentimetern pro Jahr — das sind immerhin fünf bis sechs Meter pro Jahrhundert — in den asiatischen Kontinent hinein”, erläuterte der Leiter der Sektion Seismologie des Deutschen GEO-Forschungszentrums.<br /> “Wie in Zahnpastatube nach Osten gedrückt“<br /> Durch diese Kontinentaldrift würden der Himalaya und das Hochland von Tibet “wie mit einem Bulldozer” aufgestaucht. “Die Alpen sind gar nichts dagegen”, bemerkte der Professor. “Durch den Dauerdruck wird wie bei den jüngsten Erdstößen in der Präfektur Yushu relativ weiches Erdmaterial wie in einer Zahnpastatube nach Osten gedrückt.” Dort stoße es auf härtere Schichten wie im Szechuan-Becken. In dieser Region, die vom aktuellen Unglücksort etwa 500 Kilometer entfernt ist, waren im Mai 2008 bei einem verheerenden Erdbeben mehr als 87.000 Menschen gestorben.</p><p><a rel="attachment wp-att-5713" href="http://tibetfocus.com/2010/04/15/kontinentalplatte-bohrt-sich-in-asien/kontinentalplatten/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-5713" title="Kontinentalplatten" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2010/04/kontinentalplatten-300x158.jpg" alt="" width="300" height="158" /></a></p><p>“Die oberen Erdschichten bauen so lange Spannungen auf, bis das Gestein bricht”, sagte der Forscher. “Vorhersehbar ist das nicht, wir können nur den Spannungsabbau — also das Erdbeben — registrieren.” Der Abbau der Erdspannungen in Tibet sei so diffus, “dass wir dort nichts vorhersagen können”, sagte Kind. Das GEO-Forschungszentrum habe das Zentrum des jüngsten Bebens in etwa zehn Kilometer Tiefe registriert und eine Stärke von 6,9 gemessen, die chinesischen Behörden gaben den Wert mit 7,1 an. Die Menschen in der Region müssten mit Nachbeben rechnen, warnte Kind. “Bereits zwei Stunden nach dem Hauptstoß haben wir ein weiteres Beben der Stärke 6,0 aufgezeichnet.”</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/04/15/kontinentalplatte-bohrt-sich-in-asien/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Cyber-Spionage: Forscher entdecken chinesisches Schattennetzwerk</title><link>http://tibetfocus.com/2010/04/07/cyber-spionage-forscher-entdecken-chinesisches-schattennetzwerk/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/04/07/cyber-spionage-forscher-entdecken-chinesisches-schattennetzwerk/#comments</comments> <pubDate>Wed, 07 Apr 2010 08:24:17 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Exilregierung]]></category> <category><![CDATA[Internet]]></category> <category><![CDATA[Zensur]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5542</guid> <description><![CDATA[Spiegel, 6.4.10 - Zu den Zielen gehörten die indische Regierung und der Dalai Lama: Chinesische Hacker sollen systematisch fremde Netze ausgekundschaftet und geheime Dokumente gestohlen haben, berichten amerikanische Wissenschaftler. Auch die Uno soll ein Ziel der Angriffe gewesen sein. Toronto/Peking — Die Cyber-Attacken sollen ihren Ursprung in Chengdu in Südwestchina haben. Das schreiben amerikanische und [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Spiegel, 6.4.10 -<br /> Zu den Zielen gehörten die indische Regierung und der Dalai Lama: Chinesische Hacker sollen systematisch fremde Netze ausgekundschaftet und geheime Dokumente gestohlen haben, berichten amerikanische Wissenschaftler. Auch die Uno soll ein Ziel der Angriffe gewesen sein.</p><p>Toronto/Peking — Die Cyber-Attacken sollen ihren Ursprung in Chengdu in Südwestchina haben. Das schreiben amerikanische und kanadische Mitglieder der Forschungsgruppe Information Warfare Monitor an der Universität von Toronto und internationale Sicherheitsexperten der Stiftung Shadowserver in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht ” Shadows in the Cloud” (Schatten in der Wolke).</p><p>Über ein großangelegtes Spionagenetz sollen demnach vor allem Indiens Regierung und Sicherheitsorgane sowie das Büro des Dalai Lama ausspioniert worden sein. Betroffen seien aber auch andere Länder und die Vereinten Nationen, berichten die Forscher.</p><p>In ihrer achtmonatigen Untersuchung seien die Fachleute auf ein “komplexes System von Cyber-Spionage” gestoßen, das als “Schattennetzwerk” bezeichnet wurde. Aus dem Büro des Dalai Lama, dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, seien 1500 E-Mails aus der Zeit zwischen Januar und November 2009 ausgekundschaftet worden.</p><p>Die chinesische Regierung wies den Vorwurf einer möglichen Verwicklung umgehend zurück. Die Sprecherin des Außenministeriums, Jiang Yu, sagte vor der Presse in Peking, China lehne Cyber– Verbrechen entschieden ab und gehe gegen Hacker vor. Solche Attacken seien ein internationales Problem.</p><p>Indische Geheimdokumente ausgespäht</p><p>Außerdem entdeckten die Forscher bei ihrer Suche nach den Spionen Dokumente der indischen Regierung, die als “geheim” oder “vertraulich” eingestuft waren. Darin sei es um geheime Einschätzungen der Sicherheitslage in indischen Bundesstaaten und die Beziehungen Indiens zu anderen Ländern gegangen. Zudem seien auch Visaanträge gefunden worden, die von Ausländern an die indische diplomatische Vertretung in Afghanistan gerichtet waren.</p><p>Als Ausgangspunkt der Spionageaktionen sehen die Forscher chinesische Hacker. Zwei solcher Hacker, die in einer Hacker-Community im chinesischen Chengdu aktiv sind, will man eindeutig identifiziert haben.</p><p>Die Forscher bauten auf ihren Untersuchungen auf, die im März 2009 zur Enthüllung eines “Ghostnet” (Geisternetz) genannten Spionagerings geführt hatten. Von den damaligen Angriffen, die vor allem auf die exiltibetische Gemeinde abzielte, waren Computer von Behörden und Organisationen in 103 Ländern betroffen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/04/07/cyber-spionage-forscher-entdecken-chinesisches-schattennetzwerk/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Der Asien– und Chinaexperte Oskar Weggel über die chinesischen Reaktionen auf den Besuch des Dalai Lama in den USA: “Es ist viel Lärm um nichts”.</title><link>http://tibetfocus.com/2010/02/22/der-asien-und-chinaexperte-oskar-weggel-uber-die-chinesischen-reaktionen-auf-den-besuch-des-dalai-lama-in-den-usa-es-ist-viel-larm-um-nichts/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/02/22/der-asien-und-chinaexperte-oskar-weggel-uber-die-chinesischen-reaktionen-auf-den-besuch-des-dalai-lama-in-den-usa-es-ist-viel-larm-um-nichts/#comments</comments> <pubDate>Mon, 22 Feb 2010 20:27:01 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Barack Obama]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Menschenrechte]]></category> <category><![CDATA[Peking]]></category> <category><![CDATA[Sino-Tibetischer Dialog]]></category> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5172</guid> <description><![CDATA[Deutschlandfunk, 19.2.10: Oskar Weggel im Gespräch mit Stefan Heinlein “Tibet ist eine der letzten Kolonien dieser Welt und wir, die wir die Menschenrechte verteidigen, dürfen das nicht Eunkritisch hinnehmen”, betont der China-Experte Oskar Weggel. Es gebe keinen Grund, warum die USA den Dalai Lama, der für Gewaltfreiheit und Autonomie steht, nicht empfangen sollte. Stefan Heinlein: [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlandfunk, 19.2.10: Oskar Weggel im Gespräch mit Stefan Heinlein<br /> “Tibet ist eine der letzten Kolonien dieser Welt und wir, die wir die Menschenrechte verteidigen, dürfen das nicht Eunkritisch hinnehmen”, betont der China-Experte Oskar Weggel. Es gebe keinen Grund, warum die USA den Dalai Lama, der für Gewaltfreiheit und Autonomie steht, nicht empfangen sollte.</p><p>Stefan Heinlein: Barack Obama und die Außenpolitik, auch nach über einem Jahr im Amt wird er US-Präsident daheim in den USA immer noch von vielen mit Misstrauen beäugt. Die Republikaner pflegen das Bild vom außenpolitischen Novizen, nur begrenzt in der Lage, die Großmacht durch schwieriges Fahrwasser zu steuern. Der Empfang des Dalai Lama im Weißen Haus war deshalb auch ein innenpolitisches Signal. Der US-Präsident wollte Stärke zeigen, auch gegenüber der Weltmacht China. Dennoch eine Gratwanderung. Trotz der deutlichen Versuche also des Präsidenten, eine Provokation Pekings zu vermeiden, kam es wie zu erwarten und wie nach jedem Auslandsbesuch des Dalai Lama. Die chinesische Staats– und Parteiführung reagiert empört, der US-Botschafter wird zum Rapport einbestellt und China droht mit einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen.</p><p>Heinlein: Die Empörung in Peking, ist das mehr als ein Ritual?</p><p>Weggel: Nein. Es ist viel Lärm um nichts. China weiss ganz genau, dass Obama den Dalai Lama empfangen musste. Innenpolitisch ist der Dalai Lama in den USA genauso populär wie ein Popstar. Er spricht gutes Englisch, er verlangt Gewaltfreiheit, er hat den Nobelpreis 1989 bekommen, er hat ein persönliches Charisma. Also da gibt es keinen Grund, besonders erstaunt zu sein, und das ist auch schon mehrere Male durch andere Staaten geschehen. Ich denke an 2007 beispielsweise, dort wurde der Dalai Lama empfangen von Angela Merkel, er wurde empfangen in der Schweiz, in Österreich, in Spanien, in Großbritannien, in Belgien und so weiter.</p><p>Man hat natürlich jedes Mal die üblichen Worte dazu gewählt und protestiert, aber dann ist das Ganze wie nichts im Sande verlaufen.</p><p>Heinlein: Was sind dennoch die Gründe, warum Peking geradezu jedes Mal dann hysterisch reagiert auf den Empfang des Dalai Lama, egal wo?</p><p>Weggel: Sie haben halt ein schlechtes Gewissen und die Pekinger wissen auch ganz genau, dass in ihrer Verfassung von 1982 drin steht, dass jede Minderheit eine Autonomie — und die ist ganz genau definiert — bekommt. Sie wissen auch, dass der Dalai Lama gewaltfrei das Ganze verlangt. Gewaltfreiheit und Autonomie, das ist ein dickes Paket, das müsste man sich zu Herzen nehmen. Das tun sie allerdings nicht. Sie verstoßen dagegen. Da ist viel Animosität mit im Spiel, nicht zuletzt, weil Hu Jintao, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, der Vorsitzende des Militärausschusses in China und der Staatspräsident — er hat diese drei großen Funktionen -, längere Zeit der Gouverneur in Tibet war. Das sind also ganz merkwürdige Anliegen. Man beißt sich da durch, man weiß, man ist im Unrecht, man weiß, dass die übrige Welt sowohl die chinesischen Argumente mit ins Spiel führen kann als auch menschenrechtliche, und man muss sich dagegen wehren und man fühlt sich natürlich sehr, sehr unwohl in seiner Haut, will aber trotzdem auf den Rechten bestehen, die sich vielleicht nicht dauernd aufrecht erhalten lassen, denn eines Tages, wenn die chinesische Gesellschaft sich nämlich mal demokratisiert und man mit einer Zivilgesellschaft sich unterhalten kann, dann werden möglicherweise in China zur Tibet-Frage ganz andere Positionen eingenommen, als dies heute von dieser immer noch sehr autoritären Regierung getan wird.</p><p>Heinlein: Wie stichhaltig, Herr Weggel, sind denn die Vorwürfe der chinesischen Staats– und Parteiführung, der Dalai Lama sei ein Separatist?</p><p>Weggel: Das ist ein Vorwurf, der mich persönlich nun ganz besonders ärgert. Seit Tagen wird berichtet, dass Obama und der Dalai Lama sich treffen werden, aber in der deutschen Öffentlichkeit wird das chinesische Argument des Separatismus, der Separatismusbestrebungen, der Spalterbestrebungen des Dalai Lama immer unkritischer hingenommen, entgegengenommen, und das ist für jeden ärgerlich, der sich mit beiden Ländern beschäftigt. Ich gebe zu bedenken, dass China und Tibet sich zueinander verhalten wie Feuer und Holz. Wenn wir da vom Ausland her nicht löschen, dann wird das geschehen, was immer dann geschieht, wenn Feuer und Holz zusammenkommen.</p><p>Zweitens — ich wiederhole mich noch mal — verlangt der Dalai Lama nichts anderes als Autonomie, und das Ganze in gewaltloser Form. Da gibt es also ganz andere Organisationen wie die tibetische Jugendorganisation, die beispielsweise Gewalt predigt. Noch billiger, nochmals, als vom Dalai Lama kann man die Tibet-Frage überhaupt nicht gelöst bekommen.</p><p>Drittens halte ich die chinesischen Besitzansprüche auf Tibet, die mit drei Argumenten begründet werden, für unberechtigt. Weder ist ein historischer Besitzanspruch da, noch ist Tibet von China befreit worden, denn die Tibeter wollten gar nicht von China befreit werden, und auch das Leistungsargument, das heute so beliebt ist in China, dass man nämlich Universitäten und Schulen, Eisenbahnen und so weiter gebaut hat, das ist genauso berechtigt, wie wenn Großbritannien beispielsweise auf Indien einen Daueranspruch erhoben hätte, weil es eben dort Eisenbahnen gebaut hat.</p><p>Tibet ist — das sollte man sich ganz klar vor Augen halten und das sollte man in dieser Härte auch ausdrücken — eine der letzten Kolonien dieser Welt und wir, die wir die Menschenrechte verteidigen, dürfen das nicht unkritisch hinnehmen.</p><p>Heinlein: Mehr Rechte für Tibet, so kurz gefasst das Ziel des Dalai Lama. Wie erfolgversprechend ist denn seine Strategie, dieses Thema in der Weltöffentlichkeit zu halten, indem er bei möglichst vielen Empfängen oder von möglichst vielen Staats– und Regierungschefs empfangen wird?</p><p>Weggel: Zunächst einmal erhält er einfach den Anspruch aufrecht und er weiß natürlich auch, wenn er eines Tages stirbt — und er ist jetzt 75 Jahre alt -, dann werden die Chinesen alles verhindern, dass seine Nachfolge ernannt wird. Er muss also diesen Anspruch jetzt ganz groß aufbauen. Allerdings wenn sein Tod eher eintreten sollte als eine Demokratisierung Chinas, dann wird es peinlich, dann gehen viele dieser Ansprüche von ihm, diese Autonomieansprüche verloren. Deswegen kann man nur hoffen, dass die chinesische Gesellschaft, das heißt der chinesische Mittelstand, möglichst schnell Partizipationsrechte einfordern kann, sodass es zu einer Demokratisierung in China kommt und eine völlig neue Gesprächssituation entsteht.</p><p>Heinlein: Welches Interesse haben denn die USA, welches Interesse hat der US-Präsident an diesem Thema Tibet?</p><p>Weggel: Wie gesagt, der US-Präsident muss zunächst einmal den innenpolitischen Erwartungen nachkommen. Ich wiederhole das noch mal: Der Dalai Lama ist eben populär wie ein Popstar. Es hat übrigens damals geheißen, als der Dalai Lama nach Deutschland kam, im Jahre 2007 hat der “Spiegel” eine Umfrage veranstaltet, da hat es dann geheißen, dass der Dalai Lama populärer ist als Papst Benedikt XVI. So muss man sich das auch ungefähr vorstellen.</p><p>Der zweite Grund ist eben der menschenrechtliche Grund. China hat sich in Tibet benommen wie die Axt im Walde und vor allem während der Kulturrevolution in den Jahren 1966 bis 1976 sind Tausende von tibetischen Tempeln zerstört worden und die tibetische Kultur wäre beinahe extertiert worden. Es ist deswegen auch zu Aufständen immer wieder gekommen. Die größten waren davon 1959, 1988, 2008 am Vorabend der Olympischen Spiele, und wenn ein Land wie die USA, die sich stark für die Menschenrechte engagieren, hier nichts tun, dann wäre das eine Schande.</p><p>Vielleicht noch einen dritten Grund, warum die USA sich für Tibet so interessieren sollten. Wir dürfen uns China — das ist jetzt eine allgemein strategische Frage — niemals anbiedern, sonst verlieren wir Gesicht und werden von den Chinesen gar nicht mehr ernst genommen, sondern wir müssen mit China immer ernsthaft in Diskussion bleiben. Die kennen unseren Standpunkt und dieser menschenrechtliche Standpunkt muss aufrecht erhalten werden, koste es was es wolle.</p><p>Der amerikanische Präsident kann sich das auch deswegen leisten, weil die schlimmen Folgen für die US-amerikanische Wirtschaft natürlich lächerlich sind, wie sie von den Chinesen behauptet werden. Auf keine andere Volkswirtschaft sind die Chinesen stärker angewiesen als auf die Amerikaner. Das heißt, die sind Hauptabnehmer chinesischer Güter, sie sind Hauptinvestoren dort. Sonst wären beispielsweise die Chinesen niemals Exportweltmeister in diesem Jahr geworden. Dann haben sie ungefähr 800 Milliarden US-Dollar in amerikanische State Treasuries angelegt. Wenn der Dollar beispielsweise abdriftete, wären die Chinesen mit die Hauptverlierer, und und und.</p><p>Heinlein: Der Tibet-Konflikt in der internationalen Politik. Dazu heute Mittag hier im Deutschlandfunk der Asien– und China-Experte Oskar Weggel. Ich danke Ihnen für das Gespräch und auf Wiederhören.</p><p>Weggel: Gerne! — Auf Wiederhören!</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/02/22/der-asien-und-chinaexperte-oskar-weggel-uber-die-chinesischen-reaktionen-auf-den-besuch-des-dalai-lama-in-den-usa-es-ist-viel-larm-um-nichts/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Neue Supermacht: “China ist nicht bereit für seine Führungsrolle”</title><link>http://tibetfocus.com/2010/02/12/neue-supermacht-china-ist-nicht-bereit-fur-seine-fuhrungsrolle/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/02/12/neue-supermacht-china-ist-nicht-bereit-fur-seine-fuhrungsrolle/#comments</comments> <pubDate>Fri, 12 Feb 2010 15:06:14 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Barack Obama]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Chinesen]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Taiwan]]></category> <category><![CDATA[USA]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5129</guid> <description><![CDATA[Spiegel, 10.2.10 - Alle Welt spricht ehrfurchtsvoll von “G2” — so mächtig sind die USA und China, wenn sie gemeinsam agieren. Doch die Allianz zeigt Risse, wie US-Experte Andrew Small im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt: In den USA wächst der Frust über Pekings mangelndes Entgegenkommen in Wirtschaftsfragen. SPIEGEL ONLINE: Auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat die chinesische [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Spiegel, 10.2.10 -<br /> Alle Welt spricht ehrfurchtsvoll von “G2” — so mächtig sind die USA und China, wenn sie gemeinsam agieren. Doch die Allianz zeigt Risse, wie US-Experte Andrew Small im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt: In den USA wächst der Frust über Pekings mangelndes Entgegenkommen in Wirtschaftsfragen.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat die chinesische Delegation sehr aggressiv agiert. Sie verweigerte beinahe jedes Zugeständnis beim Klimaschutz. Nun protestiert China lautstark gegen US-Waffenverkäufe an Taiwan und kündigt die militärische Zusammenarbeit auf. Viele Beobachter sagten danach: ” Das ist das neue starke China. Daran müssen wir uns gewöhnen.” Wirklich?</p><p>Small: Die chinesische Regierung fühlt sich nun stark genug, um so kompromisslos und selbstbewusst aufzutreten. Aber sie könnte den Bogen überspannt haben und eine Gegenbewegung auslösen. In Kopenhagen überschritten die Chinesen bisweilen die Grenze zur diplomatischen Aggression — und das bei einem Treffen mit fast allen führenden Weltpolitikern.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Die Finanzkrise hat Chinas Aufstieg weiter beschleunigt. Sind die Chinesen ihrer neuen globalen Führungsrolle noch nicht gewachsen?</p><p>Small: Die Chinesen geben selber zu, dafür noch nicht bereit zu sein. Sie hätten sich lieber weiter in Ruhe auf ihren wirtschaftlichen Aufschwung und ihre riesigen internen Probleme konzentriert. Aber ein Land mit so großem weltweitem Einfluss trägt einfach viel mehr Verantwortung als kleinere Nationen. Es gibt Grund zur Sorge, dass China das globale System bloß für seine Zwecke ausnutzen will, ohne Verantwortung zu übernehmen. Aber die internationale Gemeinschaft kann sich ein Land von Chinas Größe, das so handelt, einfach nicht leisten.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Wie hat die US-Delegation auf die chinesischen Provokationen in Kopenhagen reagiert?</p><p>Small: Der Rahmen der Kopenhagen-Konferenz kam den Chinesen überhaupt nicht entgegen. Eine Gruppe führender Staatsmänner versuchte, eine Übereinkunft zu erzielen, die sie ihren Bürgern daheim verkaufen können. Seit Deng Xiaoping ist dazu kein chinesischer Politiker mehr in der Lage gewesen. Der konsensorientierte Führungsstil der chinesischen Staatsspitze lässt ihren Vertretern auf der internationalen Bühne einfach zu wenig Spielraum.</p><p>SPIEGEL ONLINE: War Barack Obamas Reise nach China im November 2009 ein Fehlschlag?</p><p>Small: Leider sahen die Chinesen seine Annäherungsversuche eher als Zeichen der Schwäche. Sie waren während oder nach dem Besuch Obamas kaum zu Zugeständnissen bereit. Ich frage mich nur, ob das ein kluger Schachzug ist. China ist mittlerweile viel stärker geworden, aber die USA haben noch viele Vergeltungsmöglichkeiten. Peking hat sich mit derartigem Machtkalkül schon einmal böse vertan. 2005 glaubte die Führung dort, dass die Europäische Union das Waffenembargo gegen China auch ohne chinesische Zugeständnisse aufheben würde — weil die Europäer so angewiesen auf den chinesischen Absatzmarkt seien. Aber die Europäer waren dazu nicht bereit, und die Beziehung hat sich seither nicht erholt.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Am Ende der Kopenhagen-Konferenz einigten sich der chinesische Premier und Obama aber doch noch auf ein Abkommen, dem andere Nationen zustimmten. Ist das wieder ein Beispiel für die neue G-2-Welt, in der Peking und Washington den Ton vorgeben?</p><p>Small: Dann ist es aber eine sehr abgespeckte G-2-Version. Doch es stimmt: Die USA sind zwar weiter die führende Weltmacht, China kann jedoch durch seine Vetomacht festlegen, wo der kleinste gemeinsame Nenner für ein Abkommen liegt. Ähnliches sehen wir gerade bei den Verhandlungen zu Irans Nuklearprogramm. Eine echte G-2-Partnerschaft könnte sich aber nur entwickeln, wenn Peking und Washington eine vorwärtsgerichtete, gemeinsame Agenda entwickeln — doch dafür sind die Differenzen derzeit einfach zu groß.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Wird die G-2-Debatte dennoch weiter gehen?</p><p>Small: Schon, etwa in Europa und Japan. Diese Regionen fürchten, marginalisiert zu werden. Aber sie sollten sich nicht zu sehr sorgen. Die Kopenhagen-Konferenz unterstrich, dass China und die USA am stärksten sind, wenn sie ihre politischen Vorstöße erst bei Freunden und Verbündeten absichern.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Obamas Regierung bemühte sich zunächst um eine Annäherung an China in ihrem ersten Jahr. Aber nun will sie doch Waffen an Pekings Erzfeind Taiwan verkaufen, der US-Präsident wird bald demonstrativ Tibets spirituelles Oberhaupt, den Dalai Lama, treffen. Kühlt sich die Beziehung wieder ab?</p><p>Small: Wahrscheinlich. Der Waffenverkauf ist allerdings schon von der Bush-Regierung beschlossen worden, und den Dalai Lama empfing Obama bislang nur nicht, um Peking nicht vor seinem China-Besuch zu verärgern. Die härtesten Konflikte drohen in Wirtschaftsfragen. Auseinandersetzungen über Chinas Währung und seine Handelspraktiken dürften angesichts der schwierigen Wirtschaftslage an Schärfe zunehmen. Immerhin beginnt gerade ein Wahljahr in den USA.</p><p>SPIEGEL ONLINE:Ist Obamas Team zur Einsicht gekommen, dass man bislang zu entgegenkommend war — und von Peking keine Gegenleistung erhielt?</p><p>Small: Man wird sich weiter um eine Partnerschaft mit China bemühen. Aber das wird schwieriger, wenn China in vielen strittigen Fragen einfach gar kein Entgegenkommen zeigt. Die Enttäuschung über Pekings Haltung wächst, das stimmt.</p><p>SPIEGEL ONLINE:China hat ein Vermögen in US-Staatsanleihen angehäuft. Wegen der Dollarschwäche sieht sich die Regierung in Peking aber nach alternativen Anlagen um — oder sogar noch einer anderen Welt-Leitwährung.</p><p>Small: Viele Chinesen wollen weniger abhängig vom Dollar werden. Doch kurz– bis mittelfristig haben sie keine echte Alternative. Als der Gouverneur der People’s Bank of China, Zhou Xiaochuan, eine Ablösung des Dollars durch eine globale Ersatzwährung vorschlug, fand er keine Unterstützung.</p><p>SPIEGEL ONLINE: US-Kommentatoren vergleichen Chinas Aufstieg mit Japans Siegeszug in den achtziger Jahren. Damals befürchteten viele den Ausverkauf an Tokio. Warum sind ähnliche Warnungen nun kaum zu vernehmen?</p><p>Small: Die US-Wirtschaft ist dreimal so groß wie die Chinas, das amerikanische Bruttoinlandsprodukt sechsmal so groß, die USA liegen immer noch weit vorne bei Innovation und Technologie. All dies war damals anders, Japan drohte Amerika wirtschaftlich den Rang abzulaufen. Anders als die Japaner, welche demonstrativ Prestigeobjekte wie das Rockefeller Center in New York erwarben, investieren die Chinesen auch viel vorsichtiger — um öffentlichen Aufruhr zu vermeiden. Zudem ist der chinesische Markt offener für ausländische Investoren, was die Beziehung zu US-Firmen verbessert. Allerdings könnte sich das ändern.</p><p>SPIEGEL ONLINE: Andererseits ist China kein US-Verbündeter wie Japan. Es ist eine Diktatur.</p><p>Small: Dadurch hat jeder Rückschlag so ernste Auswirkungen auf Politik-, Wirtschafts-, und Sicherheitsfragen. China ist gut beraten, die Beziehung mit den USA zu pflegen. Sonst könnte das kommende Jahr nicht nur für das Verhältnis zwischen Amerika und China schwierig werden. Viele Staaten dürften auch generell die Frage stellen, wie die Welt auf Chinas Aufstieg reagieren soll.</p><p>Das Interview führte Gregor Peter Schmitz</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/02/12/neue-supermacht-china-ist-nicht-bereit-fur-seine-fuhrungsrolle/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Hacker und Online-Spionage: Die Zeit der Amateure ist vorbei!</title><link>http://tibetfocus.com/2010/01/27/hacker-und-online-spionage-die-zeit-der-amateure-ist-vorbei/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/01/27/hacker-und-online-spionage-die-zeit-der-amateure-ist-vorbei/#comments</comments> <pubDate>Wed, 27 Jan 2010 00:24:23 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Exilregierung]]></category> <category><![CDATA[Google]]></category> <category><![CDATA[Hacker]]></category> <category><![CDATA[Internet]]></category> <category><![CDATA[Spionage]]></category> <category><![CDATA[Tibeter]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=5047</guid> <description><![CDATA[Taz, 26.1.10 , von Ben Schwan - Wegen Netzattacken auf Menschenrechtsorganisationen will sich Google wahrscheinlich aus China zurückziehen. Doch solche Hackerangriffe sind nur die Spitze des Eisberges. Bruce Schneier, einer der bekanntesten IT-Security-Experten der Welt, sorgte am Freitag mit einer erstaunlichen Behauptung für Aufruhr in der Internet-Szene: Chinesische Hacker hätten bei ihrem Angriff auf Google [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Taz, 26.1.10 , von Ben Schwan -<br /> Wegen Netzattacken auf Menschenrechtsorganisationen will sich Google wahrscheinlich aus China zurückziehen. Doch solche Hackerangriffe sind nur die Spitze des Eisberges.</p><p>Bruce Schneier, einer der bekanntesten IT-Security-Experten der Welt, sorgte am Freitag mit einer erstaunlichen Behauptung für Aufruhr in der Internet-Szene: Chinesische Hacker hätten bei ihrem Angriff auf Google Hintertüren verwendet, die eigentlich für die US-Regierung gedacht gewesen seien, um Online-Durchsuchungen zu erlauben. Die Behauptung, die der Amerikaner nicht näher belegte, ist nur das letzte Stückchen in einem zunehmend wilder werdenden Informationspuzzle zu Internet-Angriffen, das Google schließlich zur Drohung an China veranlasste, sich ganz aus dem Riesenreich zurückzuziehen.</p><p>Zuvor war stets berichtet worden, die Einbrecher hätten über mehrere Monate lang offen stehende Sicherheitslücken in Microsofts Browser Internet Explorer und der PDF-Lesesoftware Adobe Reader ausgenutzt. Doch wie auch immer die chinesischen Angreifer, deren Verbindungen zur Regierung bislang von Google nicht belegt wurden, ihre Opfer auch übertölpelten — der Vorfall zeigt, wie massiv die Computergefahren in den letzten Jahren zugenommen haben. War die Verbreitung von Malware und Schadcode in den frühen Jahren des Netzes ein Geschäft von Amateuren, mischen inzwischen mafiöse Online-Gangs, Geheimdienste und aggressive Firmen mit, die Industriespionage betreiben.</p><p>Shishir Nagaraja, Sicherheitsforscher an der University of Illinois, der zusammen mit dem britischen IT-Security-Experten Ross Anderson im Frühjahr 2009 groß angelegte Computerspionageversuche aus China (“Ghostnet”) aufgedeckt hatte, die sich unter anderem gegen die tibetische Exilregierung richteten, wundert sich, dass Google erst jetzt reagiert.</p><p>Er habe bereits im vergangenen Jahr den Internet-Riesen informiert, dass Ghostnet-Nutzer Googles Infrastruktur missbrauchten — unter anderem zum Umleiten von Mails der Vertretung des Dalai Lama in New York. “Damals hieß es, sie arbeiten nur mit der Polizei zusammen und reagieren auf gerichtliche Anweisungen. Die Zusammenarbeit war schlecht.” Entsprechend überrascht habe ihn nun die heftige Reaktion: “In diesem Fall wurde Google ja selbst angegriffen. Das scheint die Situation ein wenig verändert zu haben.”</p><p>Nagaraja betont, dass keinesfalls nur die Chinesen Rechner hacken und gerichtete Angriffe durchführen: “Alle Dienste tun das. Es ist ihr Job.” Die größte Gefahr sieht er allerdings nicht in Attacken auf politische Organisationen und NGOs, sondern auf die Wirtschaft. Es gebe inzwischen Firmen, in denen die gesamte Buchhaltungs-IT mit Malware durchseucht sei. “Organisierte E-Crime-Gangs können in diesen Netzen schalten und walten, wie sie wollen.” Dabei würden dann beispielsweise Fehlbuchungen eingeschleust und die Gelder anschließend spurlos abgezogen. Ganze Finanzsysteme seien so zum Einsturz zu bringen.</p><p>Da sich gerichtete Angriffe mit regulären Mitteln wie Anti-Viren-Programmen oder Firewalls nicht verhindern lassen und die Angreifer zunehmend dazu über gehen, bislang unbekannte Sicherheitslücken auszunutzen, gegen die es schlichtweg noch keinen Schutz gibt, hilft laut Nagaraja nur eine radikale Trennung wichtiger Systeme vom Internet. “Den Tibetern habe ich schließlich vorgeschlagen, dass sie ihr Netzwerk in zwei Teile trennen sollten: Ein Bereich, der mit der Außenwelt kommuniziert und ein anderer, der stets abgeschlossen bleibt.” Technisch gesehen ist das kein Problem, organisatorisch jedoch eine Herausforderung — jeder Nutzer muss die Trennung bei seiner täglichen Arbeit strikt einhalten.</p><p>Auch auf einem Einzelplatz-PC ist das mittlerweile möglich. Mit Hilfe der so genannten Virtualisierung und Programmen von Anbietern wie Parallels, Vmware oder Sun (Virtualbox) lassen sich mehrere Betriebssysteminstallation auf einem Rechner gleichzeitig ausführen. So kann man beispielsweise seine Internet-Bankgeschäfte in einem garantiert virenfreien Linux tätigen, aber unter Windows Online-Games spielen; beide Systeme sind gegeneinander abgeschottet. Da die Einrichtung einer Virtualisierung mindestens Zeit und meistens auch Geld kostet, hat sich die Technik bislang jedoch nur in sicherheitssensiblen Bereichen und bei Firmen durchgesetzt, die mehrere Betriebssysteme gleichzeitig nutzen müssen.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/01/27/hacker-und-online-spionage-die-zeit-der-amateure-ist-vorbei/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>“Green Dam”: US-Softwarefirma Cybersitter verklagt China</title><link>http://tibetfocus.com/2010/01/10/green-dam-us-softwarefirma-cybersitter-verklagt-china/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2010/01/10/green-dam-us-softwarefirma-cybersitter-verklagt-china/#comments</comments> <pubDate>Sun, 10 Jan 2010 09:13:37 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[China]]></category> <category><![CDATA[Chinesische Regierung]]></category> <category><![CDATA[Green Dam]]></category> <category><![CDATA[Internet]]></category> <category><![CDATA[Zensur]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=4961</guid> <description><![CDATA[Financial Times Deutschland, 7.1.10, von Claudia Wanner - Cybersitter, ein US-Hersteller von Internetfiltersoftware, verklagt die chinesische Regierung und mehrere internationale Computerhersteller auf 2,2 Mrd. $ Schadensersatz. Im Zentrum des Rechtsstreit steht die Filtersoftware Green Dam. Sie sollte in China auf Geheiß der Regierung für die Internetüberwachung zum Großeinsatz kommen. Laut Cybersitter sind jedoch rund 3000 [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Financial Times Deutschland, 7.1.10, von Claudia Wanner -<br /> Cybersitter, ein US-Hersteller von Internetfiltersoftware, verklagt die chinesische Regierung und mehrere internationale Computerhersteller auf 2,2 Mrd. $ Schadensersatz. Im Zentrum des Rechtsstreit steht die Filtersoftware Green Dam.</p><p>Sie sollte in China auf Geheiß der Regierung für die Internetüberwachung zum Großeinsatz kommen. Laut Cybersitter sind jedoch rund 3000 Zeilen des Programmcodes illegal von einem Produkt des kalifornischen Herstellers abgeschrieben.</p><p>Chinesische Unternehmen werden immer wieder wegen Patent– und Markenschutzrechtsverletzungen angegriffen. Vor allem die Luxusgüterindustrie, aber auch Elektronik– und Pharmaunternehmen sowie Maschinenbauer klagen über Imitate aus chinesischer Produktion.</p><p>Der Fall Cybersitter ist aber außergewöhnlich, da sich der kalifornische Softwarehersteller direkt mit der Regierung anlegt, sowie mit den großen PC-Herstellern Acer, Asustek, Lenovo, Sony und Toshiba. “Dieser Prozess soll der allzu weitverbreiteten Praxis ausländischer Softwarefirmen einen Schlag versetzen, die glauben, sie könnten ungestraft die geistigen Eigentumsrechte kleiner US-Firmen verletzen, ohne vor einem US-Gericht zur Verantwortung gezogen zu werden”, sagte Greg Fayer, Rechtsanwalt von Cybersitter. Das Unternehmen hieß bis vor Kurzem noch Solid Oak Software.</p><p>Ursprünglich hatte Chinas Regierung verlangt, dass sämtliche ab dem Frühjahr 2009 in der Volksrepublik ausgelieferten PC mit der Filtersoftware Green Dam ausgestattet sein müssten. Als offizielle Begründung galt, den Zugriff auf pornografische Webseiten zu unterbinden und damit besonders Kinder und Jugendliche zu schützen.</p><p>Schon früh hatten Menschenrechtsorganisationen und IT-Experten aber darauf verwiesen, dass mit Green Dam auch die Erreichbarkeit von Websites eingeschränkt werden könnte, die sich mit für das chinesische Regime unliebsamen Inhalten wie den Autonomieforderungen Tibets, dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens oder der Religionsgemeinschaft Falun Gong befassen. Laut chinesischen Experten listet die in der Volksrepublik ausgelieferte Version über 6500 politische Schlagworte auf. Enthalten Internetseiten diese Begriffe, versperrt das Programm den Zugriff.</p><p>Der flächendeckende Einsatz von Green Dam hat sich bislang verzögert. Laut einer Mitteilung des zuständigen Industrieministeriums vom 30. Juni vergangenen Jahres wolle man den PC-Herstellern für die Einführung mehr Zeit geben. Ein neuer Termin wurde bisher nicht genannt. Computerhersteller hatten gewarnt, der Einsatz von Green Dam könnte die Sicherheit der Geräte gefährden. Für Schulen und Internetcafés stellt die Regierung aber weiterhin eine kostenfreie Version der Software zur Verfügung.</p><p>Cybersitter bezieht sich mit seiner milliardenschweren Schadensersatzforderung darauf, dass allein bis Juni 2009 rund 56,5 Millionen Exemplare von Green Dam in China verteilt wurden. Das Produkt kostet in den USA 39,95 $. Die Anzeige wurde am Dienstag bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2010/01/10/green-dam-us-softwarefirma-cybersitter-verklagt-china/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>“Dritter Pol”: Russ gefährdet Himalaja-Gletscher</title><link>http://tibetfocus.com/2009/12/23/dritter-pol-russ-gefahrdet-himalaja-gletscher/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2009/12/23/dritter-pol-russ-gefahrdet-himalaja-gletscher/#comments</comments> <pubDate>Tue, 22 Dec 2009 22:13:09 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Dritter Pol]]></category> <category><![CDATA[Flüsse Tibets]]></category> <category><![CDATA[Gletscher]]></category> <category><![CDATA[Gletscherschmelze]]></category> <category><![CDATA[Luftverschmutzung]]></category> <category><![CDATA[Mount Everest]]></category> <category><![CDATA[Third Pole]]></category> <category><![CDATA[Tibet]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=4899</guid> <description><![CDATA[Wall Street Journal, 16.12.09 - Ein chinesisch-amerikanisches Forscherteam hat festgestellt, dass Russablagerungen auf den Gletschern im Himalaya für das schnelle Abschmelzen verantwortlich sind. Die dunklen Russablagerungen, die auf die Schneedecke fallen, absorbieren die einstrahlende Sonne und sorgen für stärkere Erwärmung, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des PNAS-Magazins. Die Temperaturen am tibetischen Plateau — [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Wall Street Journal, 16.12.09 -</p><p>Ein chinesisch-amerikanisches Forscherteam hat festgestellt, dass Russablagerungen auf den Gletschern im Himalaya für das schnelle Abschmelzen verantwortlich sind. Die dunklen Russablagerungen, die auf die Schneedecke fallen, absorbieren die einstrahlende Sonne und sorgen für stärkere Erwärmung, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des <a href="http://www.pnas.org" target="_blank">PNAS-Magazins</a>.</p><p>Die Temperaturen am tibetischen Plateau — manchmal auch das <a href="http://tibetfocus.com/2009/11/30/okozid-am-%E2%80%9Edritten-pol%E2%80%9C-das-grosse-gletscherschmelzen-in-tibet/" target="_blank">“dritte Polargebiet der Erde” </a>genannt — haben sich um 0,3 Grad Celsius pro Dekade innerhalb der vergangenen 30 Jahre erwärmt. Damit erwärmt sich diese Region doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Neue Feldstudien und quantitatives Modelling machen deutlich, dass der Einfluss von Ruß den Treibhauseffekt sogar in den Schatten stellt.</p><p>Tibets Gletscher schmelzen rasant</p><p>“Tibets Gletscher gehen rapide zurück”, so Studien Co-Autor James Hansen, Direktor am <a href="http://www.giss.nasa.gov" target="_blank">Nasa Goddard Institute for Space Studies (GISS) </a> in New York City. “Der Russ trägt etwa zur Hälfte dazu bei, der Rest entfällt auf die Treibhausgase.” In den vergangenen 20 Jahren habe sich die relative Russmenge von 1975 verdoppelt bis verdreifacht, berichtet Junji Cao von der chinesischen Akademie der Wissenschaften.</p><p>50 Prozent der Gletscher Tibets sind zwischen 1950 und 1980 zurückgegangen. Der Prozentsatz ist von Anfang des 21. Jahrhunderts auf 95 Prozent angestiegen, erklärt Tandong Yao, Direktor des chinesischen Institute of Tibetan Plateau Research. “Einige der Gletscher schrumpfen so schnell, dass bei Beibehaltung dieses Trends, einige bis 2050 verschwunden sein werden.”</p><p>Globaler Trend des Gletscherschwunds</p><p>“Ein ähnliches Bild kennen wir auch von den Alpengletschern”, meint Klimaexperte Jurrien Westerhof von <a href="http://www.greenpeace.at " target="_blank">Greenpeace </a>im pressetext-Interview. “Wenn es im Mai oder Juni noch Schnee gibt, schützt das die Gletscher.” Wenn hingegen der Gletscher freiliegt, dann schmelze das Eis ziemlich schnell. Gletscher an der norwegischen Westküste schmelzen deswegen nicht so schnell, weil die Niederschläge dort stärker wurden.</p><p>“Russ hat den Vorteil, dass er superleicht ist und lange schweben kann”, so Westerhof. Russ aus China sei an der Westküste der USA messbar, erklärt Westerhof. Ein Transport von mehreren tausend Kilometern sei also leicht möglich.</p><p>Die Studienautoren fürchten, dass das fehlende Schmelzwasser, wenn die Gletscher stark geschrumpft oder sogar verschwunden sind, die großen Flüsse wie den Indus, den Ganges, den Brahmaputra und den Gelben Fluss nicht mehr speisen. Das könnte schwerwiegende Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben. Dann würden die Flüsse nur noch von den Niederschlägen Wasser bekommen.</p><p><img class="aligncenter size-medium wp-image-4903" title="Tibet - Plateau - Karte mit Flüssen, die in Tibet entspringen" src="http://tibetfocus.com/wp-content/uploads/2009/12/TibetPlateauKarte-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></p><p><strong>Artikel (engl.) zum Thema: Tibet and China: Climate Crisis at the Earth’s Third Pole</strong></p><p><strong><br /> </strong></p><p>Sehr empfehlenswerte Webseite zum Thema: <a href="http://www.ecobuddhism.org" target="_blank"><strong>www.ecobuddhism.org</strong></a></p><p><strong><br /> </strong></p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2009/12/23/dritter-pol-russ-gefahrdet-himalaja-gletscher/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Parlament der Weltreligionen tagt in Melbourne</title><link>http://tibetfocus.com/2009/12/07/parlament-der-weltreligionen-tagt-in-melbourne/</link> <comments>http://tibetfocus.com/2009/12/07/parlament-der-weltreligionen-tagt-in-melbourne/#comments</comments> <pubDate>Mon, 07 Dec 2009 12:20:39 +0000</pubDate> <dc:creator>TB</dc:creator> <category><![CDATA[Welt]]></category> <category><![CDATA[Australien]]></category> <category><![CDATA[Dalai Lama]]></category> <category><![CDATA[Dialog]]></category> <category><![CDATA[Weltreligionen]]></category><guid isPermaLink="false">http://tibetfocus.com/?p=4826</guid> <description><![CDATA[Evangelisch.de, 5.12.09, von Eva Schatz - Es ist die Zeit der großen internationalen Konferenzen: In Kopenhagen tritt am Montag der Weltklimagipfel zusammen, in Melbourne tagt gegenwärtig das Parlament der Weltreligionen. Bei dem Treffen setzte sich der Dalai Lama für einen gemeinsamen Kampf gegen die Umweltzerstörung ein. Das Minarett-Referendum in der Schweiz hat eines deutlich gemacht: [...]]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Evangelisch.de, 5.12.09, von Eva Schatz -<br /> Es ist die Zeit der großen internationalen Konferenzen: In Kopenhagen tritt am Montag der Weltklimagipfel zusammen, in Melbourne tagt gegenwärtig das Parlament der Weltreligionen. Bei dem Treffen setzte sich der Dalai Lama für einen gemeinsamen Kampf gegen die Umweltzerstörung ein.</p><p>Das Minarett-Referendum in der Schweiz hat eines deutlich gemacht: Interreligiöser Dialog ist mehr als eine Beschäftigung für weltfremde Akademiker. Wie Christen und Muslime zusammen leben können, ist ein wichtiges Thema beim diesjährigen “<a href="http://www.parliamentofreligions.org/" target="_blank">Parlament der Weltreligionen</a>”, das bis Mittwoch im australischen Melbourne tagt.</p><p>Die Organisatoren der weltweit größten interreligiösen Veranstaltung sprechen von rund 8.000 Teilnehmern aus 80 Ländern, rund 30 verschiedene Glaubensrichtungen sind vertreten. Alle fünf Jahre werden nicht nur religiöse, sondern auch andere globale Themen wie Umwelt, Armut, Frauenrechte und sozialer Frieden erörtert. Das erste Parlament der Weltreligionen versammelte sich im Jahr 1893 in Chicago. Die Religionstreffen finden alle fünf Jahre statt, zuletzt 2004 in Barcelona. Sie haben sich zur Aufgabe gesetzt, die Verständigung zwischen Religionen und geistlichen Gemeinschaften zu fördern, sowie deren Engagement für eine Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt zu fördern.</p><p>Dalai Lama wirbt für Klimaschutz</p><p>Bekanntester Teilnehmer in Melbourne ist der Dalai Lama. Das religiöse Oberhaupt der tibetischen Buddhisten benannte — passend zum Beginn des UN-Klimagipfels in Kopenhagen — eine gemeinsame Strategie gegen Umweltzerstörung als eines der wichtigsten Ziele. Der Dalai Lama wies darauf hin, dass der weltweite Klimawandel in Tibet am deutlichsten zu spüren sei — die Temperaturen steigen auf dem tibetischen Hochplateau mit doppelter Geschwindigkeit. Dort entspringen die vier größten Wasseradern Asiens. Damit ist der Erhalt des tibetischen Ökosystems für den gesamten Kontinent von größter Bedeutung. Passend dazu lautet das diesjährige Motto der Tagung: “Einen himmelweiten Unterschied machen: einander zuhören, die Erde heilen”.</p><p>Konfliktlösungsstrategien sind ein weiterer Hauptpunkt des mit knapp 700 Einzelveranstaltungen vollgepackten Programms. Wie sich ein Zusammenleben in Harmonie bewerkstelligen lässt, erörtern Gäste aus sieben weltweiten Konfliktregionen, darunter Nahost, Afghanistan und Liberia.</p><p>Der Generalsekretär des Religionsparlaments, der US-amerikanische reformierte Theologe Dirk Ficca, beschrieb die Veränderungen im Kleinen als die wahre Erfolgsgeschichte des Parlaments: Schon bei den Vorbereitungen ergäben sich viele Gespräche zwischen einzelnen Glaubensgemeinschaften — “und eines der Hauptziele des Parlaments ist es herauszufinden, was wir gemeinsam tun und was wir nicht gemeinsam tun können.” Die allmorgendlichen Gebetsveranstaltungen fallen weiterhin in die letztgenannte Kategorie und findennach Religionen getrennt statt.</p> ]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://tibetfocus.com/2009/12/07/parlament-der-weltreligionen-tagt-in-melbourne/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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