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21.12.2003 - "Kontroverse um Straßenbauprojekt am heiligen Berg Kailash"

Der geplante Bau einer Straße um den heiligen Berg der Tibeter, den Kailash im Westen Tibets, hat heftige Kritik unter Tibet-Aktivisten ausgelöst.

Kailash (60k image)


Medienmitteilung der GSTF, eine online-Petition und weitere Berichte hier:

Petition unter http://www.kailash.info


Medienmitteilung, 12. August 2003

Protest gegen chinesisches Strassenbauprojekt am heiligen Berg Kailash

Tibet-Organisationen kritisieren Missachtung religiöser Gefühle

Die Schweizer Tibet-Organisationen protestieren gegen den Plan der chinesischen Behörden, um den heiligen Berg Kailash in Tibet eine Strasse zu bauen. Nach bestätigten Meldungen haben chinesische Ingenieure bereits mit den Vermessungsarbeiten für den Bau der Strasse begonnen. Auf dem existierenden Pilgerweg wurden rote Vermessungsmarkierungen angebracht. Als Baubeginn ist das kommende Frühjahr vorgesehen. Nach zwei Jahren soll die knapp 60 km lange Strecke fertiggestellt sein.

Der 6.675 m hohe Kailash (tibetisch Khang Rinpoche) ist für Hindus, Buddhisten, Jains und Bönpos, die Angehörigen der vorbuddhistischen tibetischen Religion, ein besonders heiliger Berg, denn er wird als das Zentrum des Universums verehrt. Er wird seit Jahrtausenden von Pilgern zu Fuss umrundet. Da die Region kaum besiedelt ist, dürfte das Strassenbauprojekt der Chinesen vor allem der kommerziellen und touristischen Erschliessung des Kailash-Gebietes dienen. Wie die Schweizer Tibet-Organisationen feststellen müssen, werden mit diesem Projekt einmal mehr die religiösen Gefühle der Tibeter verletzt und missachtet. Empörend sind die Pläne darüber hinaus, weil es internationale Bemühungen gibt, die Kailash-Region zum Weltnaturerbe zu erklären.

Die Schweizer Tibet-Organisationen appellieren deshalb dringend an den Bundesrat, im Rahmen der bilateralen Kontakte zur Volksrepublik China auf die Regierung in Peking einzuwirken, um den Strassenbau zu stoppen. Gleichzeitig richten sie sich auch an die Regierung von Indien, ihren Einfluss in derselben Weise einzusetzen, denn die Pläne sind auch eine eklatante Verletzung der religiösen Gefühle von 800 Mio. Hindus und Jains. Darüber hinaus werden die Tibet-Unterstützergruppen in aller Welt durch öffentlichen Druck versuchen, den Bau der Strasse zu verhindern.

Im Mai 2001 hatte China schon einmal die religiöse Bedeutung des Kailash missachtet, als einer spanischen Bergsteigergruppe die Erstbesteigung des heiligen Berges gestattet wurde. Internationale Proteste, vor allem aus Indien, haben damals jedoch verhindert, dass dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte.

Kontakt:
Christian Ruch 01 451 38 38

Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft (GSTF) Binzstr. 15 CH-8045 Zürich
Tel.: ++41/1/451 38 38
Fax: ++41/1/451 38 68
www.tibetfocus.com

dpa, 8.8.03: Peking/Berlin (dpa) -
Informierte Kreise in der tibetische Hauptstadt Lhasa bestätigten am Freitag, dass die Straße auf dem 60 Kilometer langen Pilgerweg um den 6 675 Meter hohen Berg geplant sei. Sie solle Pilgern ebenso wie Touristen dienen, hiess es. Die Tibet Initiative Deutschland in Berlin kritisierte, dass der Berg vor allem für Touristen aus China kommerziell erschlossen werden solle.
Die Initiative sah eine Missachtung der Religionsausübung in Tibet und verglich das Strassenbauprojekt mit der Zerstörung der Klöster in den 60er Jahren. Der Berg Kailash ist nicht nur den tief religiösen Tibetern, sondern auch anderen Buddhisten und Hindus heilig. Er gilt ihnen als Zentrum des Universums. Nach Angaben der Tibet Initiative laufen bereits Vermessungsarbeiten für den Bau der Strasse, der im nächsten Frühjahr begonnen und in zwei Jahren beendet werden soll.
Mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke in das größte Hochland der Erde versucht die chinesische Regierung derzeit, das 1950 durch die Volksbefreiungsarmee besetzte und später als autonome Region der Volksrepublik einverleibte Tibet stärker an China zu binden und ferner dessen Wirtschaft voranzubringen.


Bericht direkt von Dieter Glogowski, Tibet und Nepal:

Unfassbar!!!! Strassenbau am Kailash begonnen !!!!!

Liebe Tibet-Freunde,
dieses erste Mail verfasse ich aus Kathmandu.

Komme gerade vom Kailash und habe eine bittere, unfassbare Information an Euch.

Es reicht nicht nur, dass am Manasarovasee gierige Provinzchefs aus Purang nach Gold suche lasse und die Erde aufreissen: Nein!

Nach 5 Jahren Auseinandersetzung und heftigen Streit mit der Provinzregierung in Ali, haben am 27.7.03 chinesische Strasseningenieure (Vermesser) begonnen, die Markierungen fuer eine Strasse um den heiligen Berg Kailash zu setzen!!!
Auf der gesamten Kora um den Kailash wurden die roten Vermessungsmarkierungen mittlerweile angebracht. Die Strasse um den Kailash soll in zwei Jahren fertig gestellt sein. Die Bauarbeiten werden im Fruehjahr 2004 beginnen !!!!!

Es ist ein unfassbarer Schlag ins Gesicht aller Tibeter, Hindus, Jains und Boenpas!!!!!!

Es gilt nun etwas zu tun !!!!!
National und vor allen Dingen International muessen sofort Weichen des Protest und Widerstands gestellt werden!!! Diese Wege brauchen Ihre Zeit und deshalb muss sofort gehandelt werden.

Ich komme selber erst am 22.8. aus Kathmandu zurueck, fotografiere ab 7.8. eine zweiwoechige Reportage in Gosaikund.

Ab 22.8. kann ich aktuelle Bilder von den Vermessungsarbeiten am Kailash ins net stellen oder Euch zumailen!!!!

Es waere gut, wenn von Seiten der TID eine Aufrufaktion auf nationaler und internationaler Ebene organisiert werden koennte!!!!!
Ebenso auf kommerzieller Ebene von allen Tibet-Reise-Veranstaltern in Deutschland. Vielleicht kann Hauser-Exkursionen sich hierbei engagieren???!!!

Soweit aus Kathmandu,
tashi delek und herzlichst

Dieter Glogowski

Antworten: 5 Kommentare

HELFT UNS!!!

Wir, das heißt meine Freundin und ich (beide 16) finden das das eine Schändung der Seele von den Tibetern wäre, es ist ist ja sozusagen eine heilige Straße!!!
Deswegen tut etwas!!!! Wenn ihr uns sagen könnt wie wir HELFEN können, dann meldet euch bitte per Mail bei mir. E-mail: angie.h@rs2.de

Liebe Grüße und gebt alles!!!
Eure Angie

Aufgegeben von Angie @ 17.09.2003 03:01 PM MEZ


Bin gerade aus Osttibet zurück, habe vor 6 Jahren eine Velotour von Lanzhou nach Zeuge gemacht und wollte diesmal Langmusi wiedersehen. Das Sandsträsschen von einst verschwindet unter einer 6 spurigen Autobahn.....die spinnen die Römer würde Asterix sagen

Aufgegeben von Werner Kropik @ 29.08.2003 06:26 PM MEZ


Liebe GSTF,

Wir tun etwas!
Unter www.kailash.info wurde eine Petitionsseite ins Netz gestellt, auf der man gegen das Straßenbauprojekt unterschreiben kann.

MfG
Andreas Pflügler

Webmaster von www.trekkingforum.com

Aufgegeben von Andreas Pflügler @ 19.08.2003 10:42 AM MEZ


Im ersten Moment bin ich erschüttert und hilflos. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit jedoch kann es nur hilfreich sein, sich jetzt kompromisslos zu engagieren und aktiv zu werden.

Aufgegeben von berndjfertig@mac.com @ 12.08.2003 11:15 AM MEZ


Die chinesische Regierung findet doch immer noch eine Steigerung vom bereits grausamsten.

Aufgegeben von Beatrice @ 11.08.2003 05:23 PM MEZ


 

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