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21.12.2008 -
"Proteste in Lhasa zum 49. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes – Chinas Wunschbild im Jahr der Olympiade bekommt immer mehr Risse"
Bilder und Video auf stern.de
... Am 10. März, dem Jahrestag des von China blutig niedergeschlagenen Aufstandes gegen die chinesische Besetzung, trotzten 300 Mönche allen Drohungen und marschierten vom Kloster Drepung am Stadtrand in Richtung Zentrum von Lhasa. Das Wunschbild, das sich China im Jahr der Olympiade gibt, wird damit immer unglaubwürdiger. Yangchen Büchli, Präsidentin der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft, ist überzeugt: „Auch die extensiven Sicherheits- und Überwachungsmassnahmen in Tibets Hauptstadt Lhasa, mit in Klöster eingeschleusten Spitzeln, staatlicher Aufsicht und Videoüberwachung konnten nicht verhindern, dass die 300 Mönche ihr Recht auf Meinungsäusserung wahrnahmen. Sie marschierten in Richtung Zentrum von Lhasa, um ihren Protest gegen die Verhaftung von Glaubensbrüdern publik zu machen, wohl wissend, dass ihnen bei Verhaftung Folter, Misshandlungen und lange Gefängnisstrafen drohen. Damit führen sie Chinas Selbstbild ad absurdum, das sich gerade im Jahr der Olympiade als Land darstellen will, in dem „Harmonie“ und „Freiheit“ herrschten. Immer unglaubwürdiger wird aber auch das IOC, das sich von der Vergabe der Olympiade nach Beijing positive Veränderungen in China erhofft hatte“, ergänzt Yangchen Büchli. Der Protestmarsch der Mönche nach Lhasa wurde von einem Grossaufgebot an Sicherheitskräften aufgelöst, und über 70 Mönche wurden verhaftet. Während die Regierung den Vorfall herunterspielte, sehen die Verhafteten nun Folter und Misshandlung entgegen, obwohl sie nicht mehr als ihr Recht auf freie Meinungsäusserung wahrnahmen. Am zweiten Tag des Protestes der Mönche setzte die Polizei Tränengas ein, um eine Menge von mehreren Hundert protestierender tibetisch-buddhistischer Mönche in der Nähe von Lhasa auseinanderzutreiben, berichtet Radio Free Asia. „Es waren wohl einige tausend bewaffnete Polizisten und Sicherheitskräfte, die verschiedene Uniformen trugen. Die Polizei schoss mit Tränengas in die Menge“, berichtete ein Augenzeuge dem Tibetischen Dienst von Radio Free Asia. Am 10. März hatte der Dalai Lama in seiner Erklärung zum Jahrestag des Volksaufstandes erklärt: „Seit fast sechzig Jahren müssen die Tibeter im Zustand dauernder Furcht vor der chinesischen Repression leben.“ Aber ihr Freiheitswille bleibt ungebrochen. Auf Unverständnis und heftige Kritik weltweit stiess der Entscheid des US-Aussenministeriums, genau zum jetzigen Zeitpunkt China von der Liste der zehn schlimmsten Menschenrechtsverletzer zu streichen, obwohl sich alle informierten Beobachter einig sind, dass Peking vor den Olympischen Spielen seine Repression noch verschärft hat. „Das ist absolut das falsche Signal zur falschen Zeit“ sagt Corinna-Barbara Francis, China-Expertin bei Amnesty International in London. Weitere Auskünfte erteilt: Yangchen Büchli, Präsidentin der GSTF, 079 6216183
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