Yaks

 

yak03_smallDer Yak ist in Zen­tral­asien (Tibet, Mon­go­lei, Nepal, Bhu­tan, Indien) mit einer Zahl von 15 Mil­lio­nen behei­ma­tet. So wie das Kamel die Wüs­ten­re­gio­nen für den Men­schen erschlos­sen hat, ermög­licht auch der Yak («Kamel der kal­ten Wüste») die Besied­lung des kar­gen tibe­ti­schen Hoch­lan­des. Seine Viel­sei­tig­keit als Milch-, Fleisch-, Woll-, Leder– und Ener­gie­pro­du­zent (getrock­ne­ter Kot) sowie seine Arbeits­kraft bie­tet den Noma­den die Lebensgrundlage.
Der wegen sei­nes Grun­zens auch Grun­zochse genannte Yak wurde gemäss Über­lie­fe­run­gen und Fel­sen­zeich­nun­gen in der Jung­stein­zeit in Tibet domes­ti­ziert. Ledig­lich 15 000 Wil­dyaks haben im Rück­zugs­ge­biet Chang­tang und in Ost­ti­bet über­lebt. 12 Mil­lio­nen von den ins­ge­samt 15 Mil­lio­nen domes­ti­zier­ten Yaks wer­den in Tibet gehalten.

Die Yaks sind nicht nur an die extre­men Höhen­la­gen zwi­schen 3000 und 6000 Metern ange­passt, son­dern begnü­gen sich auch mit einer sehr spär­li­chen Vege­ta­tion. Der kur­zen Wachs­tums­zeit der Vege­ta­tion steht eine 6–7 Monate dau­ernde Zeit einer abster­ben­den Pflan­zen­de­cke gegen­über, wel­che die Yaks mit einer Nah­rungs­auf­nahme von täg­lich 8–10 Stun­den inten­siv nut­zen. Die Schnee­de­cke schar­ren sie bis zu einer Dicke von 30 Zen­ti­me­tern weg. Aber die karge Nah­rung führt zu einem Gewichts­ver­lust über den Win­ter von bis zu 25 Pro­zent. Die Tiere sind berg­gän­gig und über­win­den Stei­gun­gen von bis zu 75 Prozent.

Das Wirt­schafts­po­ten­tial der Yaks ist viel­fäl­tig; es kann an die­ser Stelle des­halb nur yak01in gro­ben Zügen und in sei­ner Bedeu­tung für die Nut­zung hier­zu­lande vor­ge­stellt wer­den. Gemäss Infor­ma­tio­nen der deut­schen Yak-Kamel-Stiftung, die sich als ein­zige west­li­che Orga­ni­sa­tion um die wis­sen­schaft­li­che Doku­men­ta­tion zum Yak küm­mert, erreicht die Milch­pro­duk­tion im ergie­bigs­ten Zeit­raum zwi­schen Juni und August maxi­mal 4 Liter pro Tier. Einen Monat nach dem Abkal­ben setzt sich die Milch aus 83.5 Pro­zent Was­ser und 16.5 Pro­zent Tro­cken­sub­stan­zen (5 Pro­zent Pro­te­ine, 6 Pro­zent Fett, 4.8 Pro­zent Zucker) zusam­men. Für die Erzeu­gung von 1 kg Yak­but­ter wer­den rund 13 Liter Milch benötigt.

Der tibe­ti­sche Yak hat ein Gewicht von 350–450 kg (das weib­li­che Tier, das Dri, wiegt zwi­schen 250 und 350 kg). Das Yak­fleisch zeich­net sich durch einen hohen Pro­tein– (20–25 %) und Vit­amin­ge­halt aus. Infolge sei­ner Zusam­men­set­zung behält getrock­ne­tes Yak-Fleisch über Jahre sei­nen Nähr­wert. Yak-Fleisch hat bereits als eiserne Ration der mon­go­li­schen Rei­ter­heere und in der rus­si­schen Trup­pen­ver­sor­gung im 2. Welt­krieg eine wich­tige Rolle gespielt.

Das mehr­schich­tige Woll­kleid (Deck­haar, Überg­angs­haar und das feine spinn­fä­hige Unter­haar) wird ein­mal jähr­lich zwi­schen Mai und Juni gescho­ren, bevor sich das Win­ter­fell in gros­sen Stü­cken löst. Ein wert­vol­les Pro­dukt sind die Häute, die luft­ge­trock­net rund 10 kg wie­gen und auf­grund der extre­men Umwelt­be­din­gun­gen dop­pelt so dick sind wie beim Rind. Der Yak ist auch ein Arbeits­tier: Er kann Las­ten bis zu 150 kg (Yak­bul­len) über Wochen mit einer Tages­leis­tung von 20–30 Kilo­me­tern transportieren.

Daniel Auf­schlä­ger 24.09.1998

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